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Finanzierung. Eine Zusammenfassung

Skript 2002 36 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundbegriffe
1.1 Kapital
1.2 Kapitaldisposition
1.4 Finanzierung
1.5 Finanzierungsarten

2. Finanzplanung
2.1 Zweck
2.2 Arten

3. Finanzanalyse
3.1 Aufgabe
3.2 Kennzahlen und Regeln

4. Die wesentlichen Finanzierungsquellen
4.1 Fremdfinanzierung
4.2 Beteiligungsfinanzierung
4.3 Innenfinanzierung

5. Fremdfinanzierung – detailliert
5.1 Kurzfristige Fremdfinanzierung
1. Warenkredite
2. Geldkredite
3. Kreditanleihen
5.2 Langfristige Fremdfinanzierung
1. Realkredite
2. Schuldverschreibungen (SV)
3. Schuldscheindarlehen
2., 3. Vergleich von SV und SSD
4. Sonderformen der Fremdfinanzierung

6. Beteiligungsfinanzierung – detailliert
6.1 Allgemeines
6.2 BF bei nicht emissionsfähiger U
1. Unternehmensformen
2. Verbesserung der Beteiligungsfinanzierung
6.3 BF bei emissionsfähiger U. (AG, KgaA)
1. AG
2. KgaA
3. Going Public-Schritte
6.4 Aktienarten
1. Stückelung des Grundkapital
2. Übertragbarkeit der Aktien
3. Umfang der verbrieften Rechte
4. Ausgabezeitpunkt
5. Sonderformen
6.5 Aktienhandel in Deutschland
1. Börsenarten
2. Formen des Börsenhandel
3. Handelsarten
6.6 Kursfeststellung und Ordererteilung
1. Unterschiedliche Ordererteilungen
2. Einheitskurs
3. Börsenkürzel
5. Kurseinflussfaktoren
6. Aktienanalyse
6.7 Kapitalerhöhung
1. Mögliche Motive
2. Mögliche Formen

7. Innenfinanzierung – detailliert
7.1 Allgemeines
1. Unterscheidung
7.2 Mittel
1. offene Selbstfinanzierung
2. stille Selbstfinanzierung
3. Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten
4. Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten
5. Rationalisierung
6. Vermögensumschichtung
7.3 Einschätzung der Innenfinanzierung
1. Ziele
2. Vorteile
3. Nachteile

1. Grundbegriffe

1.1 Kapital

- Produktionsfaktor für Investitionszwecke (abstraktes Kapital) sowie Anlagezwecke
- In Geldwerten ausgedrückte quantifizierte Summe von Finanzierungsmitteln, das von Eigentümern und Kreditgebern zu Investitionszwecken gewährt wird (zeitliche und rechtliche Verfügungsmacht über fremde Geldmittel)

- EK: die Kreditgeber sind am Unternehmen beteiligt
- FK: begründet ein Schuldverhältnis mit genau geregelter Tilgung und Zinsen bestehend aus Verbindlichkeiten und Rückstellungen

1.2 Kapitaldisposition

Umfasst alle Tätigkeiten zur:

- Ausführung des Zahlungs- und Kreditverkehrs
- Sicherung der dauerhaften Liquidität und Kreditwürdigkeit
- Pflege von Finanzreserven[1] und Liquiditätsreserven[2]

1.3 Erfüllungsmöglichkeiten im Zahlungsverkehr

- Zahlung (Tilgung durch Bezahlung mit Geld)
- Aufrechnung (Verrechnung sich gegenüber stehenden Forderungen)
- Erfüllung an Zahlungsstatt (Erbringung einer anderen als der geschuldeten Sache)
- Erfüllung Zahlungshalber (Gläubiger nimmt statt Zahlung eine andere Leistung an unter dem Vorbehalt, dass die alte Leistung erbracht wird ( Schecks, Wechsel, etc.)

1.4 Finanzierung

Im engen Sinn: umfasst die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital auf dem Finanzmarkt in Form von Geld zum Erwerb und zur Erhaltung der Vermögenswerte und Leistungsfähigkeit des Unternehmens; außerdem alle Maßnahmen zur Kapitalrückzahlung und Kapitalumschichtung

Im weiteren Sinn: Kapitalbeschaffung, Bereitstellung von Sachwerten und Rechten an das Unternehmen, Maßnahmen der Kapitaldisposition

Allgemein: eine Zahlungsreihe, die mit einer Einzahlung beginnt

- Bilanzielle Auswirkungen:
- Aktivtausch (Vermögensumschichtung, z.B. Forderungseingang)
- Passivtausch (Kapitalumschichtung)
- Bilanzverlängerung (Liquiditätszufluss)
- Bilanzverkürzung (Liquiditätsabfluss)
- Summe aller Ansprüche gegen eine Unternehmung, deren Erfüllung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit aufgeschoben ist, wobei die Summe der Ansprüche durch die Höhe des Vermögens limitiert wird
- Ein- und Auszahlungen eines zusätzlichen Zahlungsstromes der nicht durch die leistungswirtschaftliche Tätigkeit des Betriebes gesichert wird.
- Beschaffung zusätzlicher Geldmittel bzw. Vermeidung fälliger Auszahlungen

1.5 Finanzierungsarten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- EK: die Haftung mind. in Höhe der Einlagen; volle Teilhabe am GuV; % Anteil am Vermögen; i.d.R. Berechtigung zur Unternehmensleitung, unbegrenzt verfügbar, mit ESt; KSt, GewSt belastet, Kapazität beschränkt durch private Vermögenslage
- FK: keine Haftung; fester Zinsanspruch; Vermögensanspruch in Forderungshöhe; von der Unternehmensleitung i.d.R. ausgeschlossen, terminiert, Zinsen steuerlich absetzbar, Kapazität von Sicherheiten abhängig

2. Finanzplanung

2.1 Zweck

- Liquidität eines Unternehmens sichern
- möglichst frühzeitige Aufdeckung einer Illiquidität oder auch Überliquidität in Zahlungsperioden und ableiten finanzwirtschaftlicher Entscheidungen

(Liquide ist das U wenn es alle Zahlungsforderungen einer Periode erfüllen kann.)

- Kapitalbedarf ermitteln
- Wenn Ein und Auszahlungsströme im Zeitablauf nicht deckungsgleich sind
- ermitteln der zukünftigen Zahlungsströme und der sich daraus ergebene Zahlungsmittelbedarfe/ Überschüsse in der zeitlichen Verteilung
- KB[4] = Auszahlungen – Einzahlungen – Geldbestand (Zeitpunkt 0)

2.2 Arten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Bei unterschiedlichem Kapital- oder Geldbedarf existiert ein Sockelbedarf, der langfristig finanziert wird, und ein Spitzenbedarf, der kurzfristig finanziert wird.

3. Finanzanalyse

3.1 Aufgabe

- Die tatsächliche finanzwirtschaftliche Entwicklung eines Betriebs zu überprüfen , mit der Finanzplanung zu vergleichen und Fehlentwicklungen und Hinweise für die zukünftige Finanzplanung aufzeigen.

- Soll Finanzkennzahlen und Finanzierungsregeln zu Beurteilung der Bonität bilden
- unternehmensinterne stellen sie Grundsätze dar;
- unternehmensextern wird die finanzielle Situation geprüft

- Betrachtungsgegenstand sind Positionen des Jahresabschlusses die Rentabilität, Liquidität und Sicherheit wiederspiegeln

3.2 Kennzahlen und Regeln

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[5][6][7]

Leverage Effekt: In einfacher Form besagt der Leverage-Effekt, dass sich die Eigenkapitalrentabilität durch zusätzlichen Fremdkapitaleinsatz steigern lässt, sofern das zusätzliche Fremdkapital mehr bringt als es kostet. Gleichzeitig ist er ein Zielkonflikt zwischen Liquiditätssicherung und Gewinnstreben. EK rentabilität = r + FK/EK * (r – if)[8]

- Rentabilität stellt ein Zeitraum - Kriterium dar, das die Wirksamkeit des Kapitaleinsatzes überprüft
- Die Liquidität stellt dar, ob Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden können. Der Zeitpunkt hat eine wichtige Bedeutung. Es ist darauf zu achten, dass keine Überliquidität und keine Unterliquidität (vorübergehend) oder sogar Illiquidität besteht.

4. Die wesentlichen Finanzierungsquellen

4.1 Fremdfinanzierung

- Überprüfung von:

1. Kreditfähigkeit

- Rechtsfähigkeit (natürliche und juristische Personen)
- Geschäftsfähigkeit (ab 7. bzw. 18. Lebensjahr)
- Vertretungsberechtigung
- Eigentumsverhältnisse

2. Kreditwürdigkeit = Bonität, Bilanzen prüfen z.B. durch Vorlage der Jahresabschlüsse, Kreditsicherheiten, Zahlungsmoral, persönlicher Eindruck etc.

3. Kreditsicherheiten = 2 verschiedene Arten sind zu unterscheiden:

- nach Abhängigkeit der gesicherten Forderung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- nach Art der Sicherheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Gläubiger erhalten Ansprüche, das Recht auf vertraglich fixierte Zins und Tilgungszahlung (es besteht kein Mitbestimmungsrecht, ausschließlich Kreditausfallrisiko), fest vereinbarte Kreditlaufzeiten mit eingeschränktem Kündigungsrecht (bei Fehlverhalten des Schuldners)
- Schuldner kann Kreditaufwand (zu Nominalwerten) steuerlich von der Steuerbemessungsgrundlage abziehen und hat i.d.R. eine höhere Flexibilität (allerdings: Risiko der Anschlussfinanzierung)
- Befriedigung im Insolvenzfall: Befriedigungsvorrecht des Gläubigers
- Leverage Effekt = zusätzlicher Nutzen des Schuldners durch erhöhte Eigenkapitalrentabilität bei zusätzlicher Kreditaufnahme

4.2 Beteiligungsfinanzierung

Definition: Zuführung von zusätzlichen Zahlungsmitteln durch

1. Eigenfinanzierung (=Eigenfinanzierung): zus. Einlagen (in Geld, Sachen oder Rechten) von bisherigen oder neuen Eigentümern von außen zugeführt
2. Monetärer Finanzierungsvorgang: Vermeidung sonst fälliger Auszahlungen bzw. Geldzufluss

- Rechtsformabhängig: sehr unterschiedliche Möglichkeiten
- hoher Verwaltungs- und Zeitaufwand
- Geldüberlassung langfristig und zeitlich unbegrenzt
- Bilanzverlängerung
- Ermöglicht Mieteigentümerrechte, anteiliges Haftungsrisiko (Gläubiger werden im Insolvenzfall vor den Eigentümern befriedigt; Risiko variiert nach Rechtsform
- Keine Zinszahlungen, Höhe der Vergütung variiert jährlich
- Mischformen mit Fremdfinanzierung z.B. durch partiarische Darlehen (Kredite mit gewinnabhängiger Vergütung)

4.3 Innenfinanzierung

Definition: sonst fällige Auszahlungen werden vermieden durch

1. Einbehaltung von Gewinnen (Selbstfinanzierung)
2. Erhöhung nicht zahlungswirksamer Aufwendungen (Abschreibungs- und Rückstellungsgegenwerte)
3. Erhöhung Erfolgsneutraler Einzahlungen (Vermögensumschichtung und Rationalisierung)

[...]


[1] FR = bereits zugesagte noch nicht genutzte Maßnahmen der Kapitalbeschaffung

[2] LR = Kassenhaltung und alle kurzfristigen Möglichkeiten der Umschichtung in Geld

[3] Cash Flow ist die Differenz zwischen Einzahlung und Auszahlung

[4] Kapitalbedarf, oder GB = Geldbedarf

[5] AI – Auskunft über Maschinisierungsgrad; je höher desdo unflexibler in Beschäftigungsschwankungen, hohe Fixkosten, hohe Dauerbelastung

[6] UI – Einblicke in das Investitionsverhalten beim UV zur Lagerumschlagsdauer und Geldeingangsdauer

[7] da der direkte Cash Flow nicht aus dem Jahresabschluss abgeleitet werden kann wird eine indirekte

Berechnung durch Korrekturen des Jahresabschlusses durchgeführt

[8] r = Investitionsrendite, if = Fremdkapitalzinssatz

Details

Seiten
36
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638119535
ISBN (Buch)
9783638638043
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3226
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kiel – Business Management
Schlagworte
Finanzierung

Autor

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