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Die Theodizeefrage. Was bedeuten Tod und Auferstehung Jesu Christi für das Verständnis des Todes?

Hausarbeit 2014 15 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Tod Jesu
2.1 Das leere Grab
2.1.1 Betrugshypothese
2.1.2 Scheintodhypothese
2.1.3 Umbestattungshypothese
2.1.4 Massengrabhypothese
2.1.5 Verwesungshypothese
2.1.6 Fazit

3. Erscheinungen Jesu
3.1 Gruppenerscheinungen
3.2 Maria von Magdala und Petrus

4. Die Diskussion über den Osterglauben
4.1 Die „subjektive Visionstheorie“
4.2 Der unerklärbare Osterglaube
4.3 Ereignisse, die zum Osterglauben führten
4.4 Deutungen, die im Osterglauben wirksam sind
4.5 Versuch einer zusammenfassenden Deutung

5 Der Auferstehungsglaube in christlicher Tradition
5.1 Der Heidelberger Katechismus über die Auferstehung
5.2 Neutestamentliche Vorstellungen über die Auferstehung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Was bedeuten Jesu Tod und Auferstehung für das Verständnis des Todes?

Zunächst steht fest, dass wir nicht wissen können, was uns nach dem Tod erwartet. Wir haben keine Erfahrungen mit dem, was nach dem Tod geschieht. Nahtoderfahrungen sind eben auch nur dem Tode nah. Der Mensch stirbt, sein Körper verwest, was bleibt übrig und wo ist das dann? Niemand weiß es, weil noch niemand zurückgekommen ist. Jedes Jahr trauern die Christen am Karfreitag über den Tod Jesu Christ und feiern am Ostersonntag seine Auferstehung. Jesus Christus, Gottes Sohn wurde gekreuzigt, ist gestorben und wieder auferstanden. Aber was bedeuten diese Feiertage für unser Leben? Wie soll Auferstehung funktionieren? Steht der Körper wieder auf oder eine Art Seele, Geist oder Erscheinung? Woran haben die Menschen früher geglaubt und woran glauben wir heute? Und die alles entscheidende Frage: Was kann die Auferstehung für meine Hoffnung und meinen Glauben bezüglich meines eigenen Todes bedeuten?

Viele Menschen haben die Hoffnung und den Glauben, dass etwas von einem Selbst übrig bleibt und, dass dies dann bei Gott ist. Im Folgenden wird jedoch nicht allgemein das Leben nach dem Tod thematisiert, sondern lediglich die Deutung von Jesu Tod und Auferstehung und auf dessen Einfluss auf den unausweichlichen Tod.

2 Tod Jesu

2.1 Das leere Grab

Zu Beginn der Diskussionen über den Osterglauben stand das leere Grab Jesu Christi im Mittelpunkt. Im Grab lag kein Leichnam. Im Grab lag kein Leichnam. Diese Tatsache war Anlass für zahlreiche Thesen. Auf die Erklärung der These folgt jeweils ein Versuch, die Konsequenzen für den Glauben und die Hoffnung an eine Auferstehung der Toten in ein ewiges Leben aufzuzeigen. Im Folgenden werde ich fünf dieser Hypothesen näher darlegen und am Ende ein kurzes Fazit ziehen.

2.1.1 Betrugshypothese

H.S. Reimarus (1694-1768) hielt den in Mt 28,11-15 zurückgewiesenen Vorwurf, dass die Jünger den Leichnam Jesu gestohlen hätten, für zutreffend.1 Die Hinrichtung Jesu habe die Jünger ihrer Hoffnung an ein messianisches Reich in weltlich-politischem Sinn beraubt und so interpretierten sie Jesus als für die Sünden der Menschen leidenden Erlöser.2 Mit dem Diebstahl des Leichnams schafften sie die Voraussetzungen für die Verkündigung der Auferstehung Jesu.3

Wenn der Grund für das Verschwinden des Leichnams Jesu der Raub des Leichnams durch die Jünger gewesen wäre, so müsste sicherlich auch das Erscheinen Jesu nach seinem Tod ein Betrug der Jünger gewesen sein. Übrig bleiben die Erscheinungen gegenüber Maria und Petrus. Nimmt man dagegen auch hier an, dass es sich um einen mit dem ersten Betrug der Jünger zusammenhängenden Schwindel handelt, so würde nur der Glaube vieler Menschen bleiben, die an die Auferstehung Jesu glaubten und auf die Auferstehung aller hofften.

Es gibt jedoch eine zweite Möglichkeit: Auch dabei hätten die Jünger den Leichnam aus dem Grab genommen hätten. Trotzdem könnten ihnen Erscheinungen Jesu in verwandelter Gestalt, nicht des Fleisches (siehe 3.) ihnen wiederfahren sein. Dann sind diese Erscheinungen Jesu Grund für Glaube und Hoffnung an seine Auferstehung und die Auferstehung aller Menschen. In den jüdischen Vorstellungen existiert durchaus der Gedanke, dass der Geist oder die Seele, das, was als eigentliches Leben des Menschen bezeichnet werden kann, bei Gott ist und der Leichnam unter der Erde liegen kann.4

2.1.2 Scheintodhypothese

Nach der Betrugshypothese 1778 folgte von H.E.G. Paulus (1761-1851) die Scheintodhypothese, die ebenfalls von der Historizität des leeren Grabes ausgeht, diesem jedoch eine „kirchenfreundlichere“ Deutung gibt: Jesus sei nur scheinbar tot gewesen und dann vorübergehend ins Leben zurückgekehrt.5

Wenn Jesus nur scheinbar tot war und die Erscheinungen von einem kurzzeitig zurückgekehrten Jesus stammen, dann wäre Jesus erst nach diesen Erscheinungen endgültig gestorben. Dann wäre es insofern „kirchenfreundlicher“, weil die Jünger nicht an den sprichwörtlichen „Pranger“ gestellt werden. Doch können dann nicht mehr die Erscheinungen als Grundlage für den Osterglauben genannt werden, da den Jüngern ja nur ein halbtoter Jesus erschienen wäre. Es würden auch hier der Glaube und die Hoffnung der Menschen bis heute auf die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bleiben.

2.1.3 Umbestattungshypothese

Die dritte und letzte rationalistische Deutung des leeren Grabes geht von einer „Umbestattung“ des Leichnams Jesu aus. „Joseph von Arimathia habe Jesus nur provisorisch in dem nahen Grab bestattet und nach Ablauf der Sabbatruhe ohne Kenntnisse der Jünger an anderer Stelle beigesetzt.“6

Die Umbestattungshypothese scheint sehr plausibel und stellt die auf den Tod Jesus folgenden Erscheinungen nicht in Frage. Damit kann in der theologischen Diskussion, der Osterglauben mit der Grundlage der Auferstehung einhergehen.

[...]


1 Vgl. Theißen, historische Jesus, 20114, S. 417

2 Vgl. ebenda

3 Vgl. ebenda

4 Vgl. Schreiber, Begleiter, 2014³, S. 292

5 Vgl. Theißen, historische Jesus, 20114, S. 417

6 ebenda

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668222472
ISBN (Buch)
9783668222489
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323005
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
2,7
Schlagworte
theodizeefrage auferstehung jesu christi verständnis todes

Autor

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