Lade Inhalt...

Distributionslogistik im internationalen Kontext. Praxisbeispiel Elektroindustrie

Studienarbeit 2015 21 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Die Distributionslogistik

3. Instrumente der internationalen Distribution
3.1. Internationale Distributionslogistik
3.1.1. Ziele der internationalen Distributionslogistik
3.1.2. Rahmenbedingungen der internationalen Distributionslogistik
3.1.3. Aufgaben der internationalen Distributionslogistik
3.2. Internationale Vertriebspolitik

4. Distribution der Apple Inc.
4.1. Das Unternehmen
4.2. Distributionsstrategie der Apple Inc.

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Direkter und indirekter Export und Vertrieb.

Abbildung 2 Betriebseigene und betriebsfremde Absatzorgane

Abbildung 3 Alternative Absatzwege im internationalen Marketing

Abbildung 4 Distributionsstruktur von Apple

1. Einleitung

1.1. Ausgangssituation und Zielsetzung

Entscheidungen sind in der internationalen Distributionslogistik in zweierlei Hinsicht von größter Bedeutung: Zum einen hängt der Erfolg von international tätigen Unternehmen wesentlich von der Leistungsfähigkeit der Distributionssysteme ab, mit deren Hilfe die angebotenen Produkte zum Endabnehmer in den jeweiligen Ländern gelangen. Durch eine effiziente Distribution können strategische Wettbewerbsvorteile aufgebaut werden. Andererseits haben die getroffenen Entscheidungen in diesem Bereich einen langfristig bindenden Charakter. Fehlentscheidungen können daher aufgrund ihrer nur geringer bzw. unmittelbar nicht vorhandener Revidierbarkeit zu besonders schwerwiegenden Folgen führen.[1]

Nachfolgende Arbeit beschreibt die Ziele und Rahmenbedingungen der internationalen Distributionslogistik. Dabei geht sie sowohl auf die unternehmensinternen wie auch auf die unternehmensexternen Rahmenbedingungen ein. Auch die Elemente der internationalen Distributionslogistik werden betrachtet. Des Weiteren enthält die Ausarbeitung ein Praxisbeispiel aus der Elektronikindustrie. Dafür wurde die Distributionsstrategie der Apple Inc. näher betrachtet.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in sechs aufeinander aufbauende Kapitel gegliedert. Kapitel 1 dient dazu die Problemstellung und die Ziele dieser Arbeit aufzuzeigen. Darauf aufbauend findet eine begriffliche Grundlegung für ein besseres Verständnis der Arbeit statt. Anschließend werden im dritten Kapitel die Instrumente der internationalen Distribution beschrieben. Hier werden die internationale Vertriebspolitik und die internationale Distributionslogistik mit den Zielen der Rahmenbedingungen und Aufgaben näher betrachtet. Im Kapitel 4 wird anhand der Apple Inc. ein Praxisbeispiel aus der Elektronikindustrie beschrieben. Besonderes Augenmerk wird die auf Distributionsstrategie von Apple gerichtet.

2. Die Distributionslogistik

Distributionslogistik, auch als Absatz- oder Vertriebslogistik bekannt, dient als Bindeglied zwischen Produktion und Absatz eines Unternehmens. Sie umfasst alle Lager- Umschlag- und Transportvorgänge von Waren von der Produktion bis zum Abnehmer. Die Distributionslogistik setzt sich somit mit den Prozessen auseinander, die nötig sind, um die Erzeugnisse eines Unternehmens so schnell wie möglich zum Kunden zu bringen. Dabei erfolgt die Kundenbelieferung entweder direkt aus dem Produktionsprozess oder über eine oder mehrere Absatzlagerstufen.[2] Dabei werden innerhalb der Distributionslogistik drei wesentliche Ziele verfolgt[3]:

- Hohe Verfügbarkeit: Ein Käufer soll das Produkt so schnell und bequem wie möglich erwerben können.
- Kostenminimierung: Die Lager- und Transportkosten für den Betrieb sollten so niedrig wie möglich gehalten werden.
- Hohe Einflussnahme: Der Hersteller möchte Einfluss darauf nehmen können, wie seine Produkte vermarktet werden. Dabei spielen die Positionierung im Regal, sowie das Konkurrenzangebot im jeweiligen Geschäft eine Rolle.

Um die zentralen Ziele erreichen zu können, müssen in der Distributionslogistik viele verschiedene Aufgaben erfüllt werden. Diese zentralen Aufgaben der Distributionslogistiker können in drei Bereiche eingeteilt werden: strategische Aufgaben, taktische Aufgaben und operative Aufgaben. Zu den strategischen Aufgaben gehören z.B. die Standortauswahl, die Schaffung von kostengünstigen Distributionsnetzen, die Auswahl der Marketingstrategie, sowie die Einbindung der Logistikdienstleister und der eigenen Kunden. Die Definition des Serviceniveaus, die Festlegung von Eigen- oder Fremdtransport, Entscheidungen über die Größe des eigenen Fuhrparks und die Festlegung von Mindestabnahmemengen gehört unter anderem zu den taktischen Aufgaben. Die operativen Aufgaben innerhalb der Distributionslogistik beschäftigen sich mit der Auftrags-, Bestell- und Orderabwicklung, der Kundenbindung, sowie der Kommissionierung, Verpackung und Versand, einschließlich der Tourenplanung.[4]

3. Instrumente der internationalen Distribution

3.1. Internationale Distributionslogistik

Gegenstand der internationalen Distributionslogistik ist im Grunde genommen derselbe wie bei der nationalen Distribution, nämlich die nachgefragte Ware in der gewünschten Art, Menge und Zusammenstellung zur richtigen Zeit an den gewünschten Ort zu transportieren und zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es um die physische Distribution von Ware und um die Prozesse der Verpackung, Versand und Transport. Diese logistischen Aktivitäten sind mit der Tatsache konfrontiert, dass im internationalen Rahmen häufig mehr Produktionsstätten in verschiedenen Ländern vorliegen. Dadurch gewinnen logistische Entscheidungen an Komplexität, da zusätzlich zu entscheiden ist, welche Länder von welchen Produktionsstätten beziehungsweise Lagerstätten bedient werden sollen. Diese Entscheidungen werden häufig aufgrund der Kostenoptimalität getroffen. Aber auch die Präferenzkomponente logistischer Entscheidungen ist zu beachten, da beispielsweise ein schnellerer Transport eine geringe Lieferzeit bedeutet, was zur Folge hat, dass auf diese Weise Präferenzen bei den Abnehmern geschaffen werden können.[5]

Außerdem entstehen bei der Distribution bei länderübergreifenden Tätigkeiten logistische Fragen innerhalb des ausländischen Marktes (internationale Distributionslogistik). Andererseits existieren logistische Problembereiche, die den grenzübergreifenden Warentransport betreffen (internationale Distributionslogistik i.e.S.). Während bei der internationalen Distributionslogistik im Grunde genommen dieselben Probleme wie bei der nationalen Logistik auftauchen und lediglich eine Anpassung der logistischen Aktivitäten an die Gegebenheiten im jeweiligen Land, wie zum Beispiel der Topographie, den Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten, sowie klimatische Einflüsse oder Infrastruktur vorzunehmen sind, müssen im Rahmen der internationalen Distributionslogistik i.e.S. ablauforganisatorische Entscheidungen bezüglich des grenzüberschreitenden Warenverkehrs zu treffen. Diese Entscheidungen werden unter anderem beeinflusst durch Währungsunterschiede, tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse, sowie unterschiedliche Zölle und uneinheitliche Importbestimmungen.[6] Diese Aufzählung ist nicht abschließend und kann sich von Land zu Land unterscheiden.

3.1.1. Ziele der internationalen Distributionslogistik

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erläutert, ist ein Ziel der internationalen Distributionslogistik die nachgefragte Ware in der gewünschten Art, Menge und Zusammenstellung zur richtigen Zeit an den gewünschten Ort zu transportieren und zur Verfügung zu stellen. Es wird also ein bestimmtes Lieferservice-Niveau angestrebt. Dieses Niveau wird durch verschiedene Parameter bestimmt. Hierzu zählen Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, die Beschaffenheit der Lieferung, sowie die Lieferflexibilität.[7]

Während die Lieferzeit den Zeitraum von der Auftragsvergabe bis zum Warenerhalt umfasst, kennzeichnet die Lieferzuverlässigkeit die Wahrscheinlichkeit, dass die Lieferzeit eingehalten wird. Diese kann beispielsweise als Prozentsatz aller Aufträge, die innerhalb der Sollzeit erfüllt wurden, gemessen werden. Die Lieferungsbeschaffenheit gibt Auskunft über den Zustand der abgelieferten Ware, und ob die richtige Ware in der richtigen Menge ausgeliefert wurde. Die Lieferflexibilität schließlich drückt sich in der Möglichkeit aus, sich speziellen Kundenforderungen wie Verpackungsart, Gebindegröße, Mindestmengen anpassen zu können. Offensichtlich ist, dass mittels eines hohen Lieferservice-Niveaus ein bedeutendes akquisitorisches Potential aufgebaut werden kann. Die konkrete Ausgestaltung des Logistik-Systems eines international operierenden Unternehmens unterliegt einer Reihe von Rahmenbedingungen, welche die Freiheitsgrade bei der Systemgestaltung einschränken.[8]

Neben dem angestrebten Lieferservice-Niveau verfolgt die internationale Distributionslogistik auch Kostenziele. Die Gesamtkosten der Distribution sind so niedrig wie möglich zu halten. Dabei können in einigen Bereichen auch Kostensteigerungen in Betracht gezogen werden, wenn diese in anderen Bereichen zu größeren Kosteneinsparungen führen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang ist, dass

- Logistikkostenarten häufig nicht detailliert und trennscharf ermittelt, bzw. zum Teil bestimmte Kostenarten wie Fehlmengenkosten ganz übersehen werden;
- häufig eine Einteilung in fixe und variable Logistikkosten unterbleibt,
- Logistikleistungen als Zurechnungsobjekte unzureichend erfasst werden und
- eine bereichsbezogene Abgrenzung der Logistik selbst häufig fehlt.[9]

[...]


[1] Vgl. (Roemer, 2014), S.260

[2] Vgl. (Wöhe, 2010); S.499 f.

[3] Vgl. (Wagner, 2003); S.3

[4] Vgl. (o.V., Distributionslogistik, 2015); Abgerufen am 31.Oktober 2015

[5] Vgl. (Berndt, Fantapié Altobelli, & Sander, 2010); S.400 ff.

[6] Vgl. (Zentes, Swoboda, & Schramm-Klein, 2013); S447 f.

[7] Vgl. (Arnold, 1989); S.1342

[8] Vgl. (Arnold, 1989); S.1346 ff.

[9] (Berndt, Fantapié Altobelli, & Sander, 2010); S.401 f.

Details

Seiten
21
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668233560
ISBN (Buch)
9783668233577
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v324051
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn – Management und Vertrieb
Note
2,3
Schlagworte
Suppy Chain Management SCM international Apple Elektronikindustrie

Autor

Zurück

Titel: Distributionslogistik im internationalen Kontext. Praxisbeispiel Elektroindustrie