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Vom Lächeln zum Lachen - Kann Humor einem Burnout entgegenwirken?

Diplomarbeit 2004 102 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Lächelndes Verhalten
1.1. Das Lächeln von Säuglingen und Kindern
1.2. Das Lächeln von Jugendlichen und Erwachsenen
1.3. Funktionen des Lächelns
1.3.1. Individuelles Lächeln
1.3.2. Soziales Lächeln
1.3.3. Intentionales Lächeln
1.4. Kurze Zusammenfassung

2. Das Lachen
2.1. Kinderlachen
2.2. Lachen Jugendlicher
2.3. Merkmale des Lächerlichen
2.4. Funktionen des Lachens
2.4.1. Zähne-Zeigen im Tierreich
2.4.2. Kulturgeschichtliche Aspekte
2.4.3. Gruppenlachen aus soziologischer Perspektive
2.4.4. Lachen aus anthropologischer Perspektive
2.4.5. Erleichterung der Kommunikation und Interaktion mittels Lächeln, Lachen und Humor
2.4.6. Witze aus psychoanalytischer Perspektive
2.4.6.1. Die Entstehung eines Witzes
2.4.6.2. Der Sinn eines Witzes
2.4.7. Medizinische Auswirkungen des Lachens
2.5. Kurze Zusammenfassung

3. Der Humor
3.1. Entwicklungsgeschichte des europäischen Begriffs `Humor`
3.2. Humor als Haltung im Leben
3.2.1. Humor und Psyche
3.2.2. Humor und Moral
3.2.3. Humor und Wertebenen
3.2.4. Humor als Zeichen von Religiösität
3.3. Kurze Zusammenfassung

4. Das Burnout-Syndrom in der Berufswelt
4.1. Der Begriff `Belastung`
4.1.1. Äußere Einflüsse und Belastungen auf Arbeitnehmer
4.1.2. Direkte Belastungen am Arbeitsplatz
4.2. Notwendige Faktoren zur Bewältigung der Anforderungen des beruflichen Alltags
4.3. Stress
4.3.1. Stressbewältigung durch kognitive Neubewertung
4.4. Burnout-Syndrom
4.4.1. Geschichtliche Betrachtung
4.4.2. Gefährdete Personengruppen
4.4.3. Individuelle, problematische Aspekte in der Berufswelt
4.4.4. Symptome und Phasen eines Burnout
4.4.5. Empfehlungen und Interventionen für Betroffene
4.4.6. Falldarstellung einer Burnout-Entwicklung
4.5. Kurze Zusammenfassung

5. Humor als Mittel zur Problem- und Konfliktbewältigung
5.1. Humor in Therapien
5.2. Wirkung des Einsatzes von Humor im therapeutischen Geschehen
5.2.1. Sprache als Werkzeug zur Förderung von Kreativität
5.3. Kurze Zusammenfassung

6. Mein Humorverständnis als Gegensteuerung zu einem Ausbrennen

7. Schlussfolgerungen

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungen

0. Einleitung

Meinen eigenen Beobachtungen zufolge lächeln und lachen Menschen allgemein ziemlich wenig. Ich habe das Gefühl, dass viele Dinge viel zu ernst genommen werden. So ärgern sich Personen über Kleinigkeiten und machen sich das Leben allgemein viel zu schwer. Ein zerbrochener Teller kann schon für viele zu einem großem Ärgernis werden, auch wenn dieser eigentlich keine große Bedeutung hat. Dieses Ereignis führt bei einigen Menschen dazu, dass sie den ganzen Tag negativ betrachten und so folgen weitere negativ bewertete Ereignisse. Man könnte jedoch auch über eine Ungeschicklichkeit lächeln oder lachen. Viele tun es m. E. nicht und erschweren ihr Leben somit. Mein Motto lautet aber nach einer chinesischen Weisheit: Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere. Was aber bedeutet dieses Sprichwort bezogen auf die Arbeitswelt? Können Menschen mit einer solchen Einstellung sich vor einem Burnout schützen und wenn ja, warum? Patch Adams schreibt: „I know that humor has been at the core of preventing burnout in my life“ (Adams, 1993, S. 67). Dies bestätigte meine Annahme und ich wollte herausfinden, was einerseits das Spezifische des Lächelns, des Lachens und des Humors ist. Andererseits fragte ich mich, was ein Burnout genau ist und wie man ihn verhindern bzw. ihm vorbeugen kann, um Adams bestätigen zu können. So entstand mein Thema: - Vom Lächeln zum Lachen - Kann Humor einem Burnout entgegenwirken?

Ich werde aufgrund der Komplexität meines Themas viele unterschiedliche Aspekte und Sichtweisen bezüglich des Lächelns und Lachens als Ausdrucksverhalten aufzeigen. Es wird zunächst das Typische des Lächelns von Menschen herausgearbeitet. Warum lächeln Menschen überhaupt und wann lächeln sie in welchen Situationen? Zeigt es nur Freude und Heiterkeit, oder ist es auch ein Verstehen von humorvollen Bemerkungen? Welche kommunikativen Funktionen hat ein Lächeln? Diese Fragen beziehe ich dann auch auf das menschliche Lachverhalten des westlichen Kulturkreises. Ich frage mich, wie und warum das Lachen überhaupt entstanden ist. Welche Funktionen erfüllt ein Lachen? Des weiteren stellt sich mir die Frage, ob Lächeln und Lachen ein Ausdruck dessen ist, was unter `Humor` verstanden wird. Was aber ist `Humor`? Wie und weshalb äußert er sich? Was ist das

Wesentliche des `Humors`? Ist er ein Oberbegriff für Komisches allgemein? Oder steckt hinter dem Begriff mehr und drückt eine Haltung dem Leben gegenüber aus? Um diese Fragen zu beantworten, gehe ich auch auf die Entstehung des Begriffs `Humor` im westlichen Kulturkreis ein. M. E. beantworten philosophische Perspektiven die Frage nach dem Wesen des `Humors`, daher finden sie besondere Beachtung.

Um zu zeigen, dass Humor als Bewältigung von alltäglichen Problemen und Konflikten ein probates Mittel sein kann, ziehe ich einige Untersuchungen aus dem englisch-sprachigen Raum heran. In diesen wird deutlich, dass Humor als Oberbegriff für das Komische als Bewältigungsstrategie benutzt wird, um z. B. sensible Themen ansprechbar zu machen. Da Humor in diesem Sinne auch in Therapien angewandt wird, gehe ich auch auf die Verwendung und die Bedeutung des Humors diesbezüglich ein. M. E. sind diese Anwendungen ein klares Zeichen dafür, dass Humor einem Burnout, welcher intensive Beachtung in meinen Ausführungen findet, durch Humor abgemildert bzw. sogar verhindert werden kann.

In der Literatur finden sich eine Vielzahl von Theorien zum Bereich des Lachens und des Humors. Die Begriffe werden nicht klar von einander abgegrenzt und häufig synonym benutzt. Nach Robinson sind sie austauschbar. Für sie stellt „Humor (...) ein kognitives Phänomen dar, während das Lachen sich auf der physischen und physiologischen Ebene abspielt. Er bildet in Wirklichkeit den Stimulus, der die körperliche Reaktion des Lachens hervorbringt. Während Humor einen Kommunikationsstil verkörpert, handelt es sich beim Lachen um eine Verhaltensweise“ (Robinson, 1999, S. 4). Die Gefühlslage des Individuums steht zwischen dem Humor und dem Lachen. „Etwas muss als `komisch` empfunden werden, (ohne dies stellt sich kein) Gefühl der Belustigung, Heiterkeit, des Vergnügens, der Freude, der Überraschung oder der Absurdität“ (Robinson, 1999, S. 5) ein. Beide Ebenen haben einen gesundheitsfördernden Aspekt. Auf der mentalen Ebene - die des Humors - findet eine Befreiung des Geistes statt. Humor hat diesbezüglich eine besondere Entlastungsfunktion. Die physische und physiologische Ebene - die des Lachens - trainiert den menschlichen Körper in vielfältiger Art. Beides ist zur Verhinderung eines beruflichen Burnout wichtig.

Um zu verstehen, warum gerade heute viele Menschen, ohne es vielleicht selbst in den Anfängen wahr zu nehmen, einem Burnout entgegen gehen, beschreibe ich die heutige Arbeitswelt. Es stellt sich hierbei die Frage, welchen Anforderungen heutige Arbeitnehmer genügen müssen. Mit welchen Belastungen müssen sie fertig werden? Wodurch fühlen sich Menschen gestresst und überfordert? Was ist Stress und wie kann dieser bewältigt werden? Was verbirgt sich hinter dem Begriff `Burnout` und welche Interventionen gibt es, um diesen zu verhindern bzw. einzuschreiten, wenn Symptome dieses Phänomens gehäuft auftreten? Diesen Fragen gehe ich auf den Grund und versuche zu zeigen, dass m. E. Lachen einerseits und Humor als Haltung andererseits hilfreiche Mittel sein können, um eine gelassenere Einstellung im Leben allgemein und besonders im Berufsleben zu entwickeln, um so zu mehr Zufriedenheit zu gelangen.

1. Lächelndes Verhalten

In diesem Abschnitt beschreibe ich, aus welchen Gründen Menschen lächeln. Zunächst gehe ich auf das Lächeln von Säuglingen und Kleinkindern ein, weil dieses als Grundlage für das menschliche Phänomen des Lächelns gesehen werden kann. Es zeigt sich im Folgenden, dass Lächeln einer Entwicklung unterliegt.

1.1. Das Lächeln von Säuglingen und Kindern

Die Kommunikation von Emotionen läuft (...) Über den emotionalen Ausdruck des Gesichts “ (Zimbardo, 1988, S. 451, Hervorhebung im Original). Ein allgemein positiver psychischer Gesamtzustand eines Säuglings drückt sich in seinem Lächeln aus. Babies lächeln nach Dopychai, wenn sie satt, ausgeruht, warm und trockengelegt sind. Säuglinge lächeln aber nicht nur, wenn ihre biologischen Bedürfnisse befriedigt sind. Die Bedürfnisse nach Sicherheit, Bindung und Selbstwert werden durch die Anwesenheit und Fürsorge der Bezugspersonen befriedigt. Nach Abraham Maslows Bedürfnishierarchie trägt jeder Mensch solche Bedürfnisse in sich. (vgl. Maslow, zit. nach Zimbardo 1988, S. 415 - 416).1

Zu welchem Zeitpunkt und warum Säuglinge lächeln scheint in der Wissenschaft noch relativ unklar zu sein. Das erstmalige Lächeln eines Neugeborenen im Wachzustand tritt einige Wochen nach der Geburt auf.2 Dopychai geht davon aus, dass noch physiologische bzw. neuronale Reifungsvorgänge durchlaufen werden müssen, bevor das Kind zum erstenmal aufgrund von externen Reizen lächelt (vgl. Dopychai, 1988, S. 85).3 Darwin und Ahrens sehen das Lächeln eines Säuglings als instinktbedingt bzw. als reflexartig. Für sie ist es angeboren. Das Lächeln erfüllt für diese beiden Wissenschaftler nur einen biologischen Zweck. Das Gegenüber des Babys soll positiv eingestimmt werden, so dass potentielle Gewaltanwendung verhindert wird. So wird das sogenannte „Kindchenschema“ beim Lächeln verstärkt (vgl. Dopychai, 1988, S. 84 - 91). Die Pflegeperson lächelt auf das Lächeln von Babies und Kleinkindern zurück. Hierdurch zeigt sie ihre zärtliche Zuneigung und die zwischenmenschliche Bindung wird gestärkt (vgl. Bänninger-Huber, 1997, S. 31).

Als Zusammenfassung des Lächelns von Säuglingen, lässt sich Dopychai folgendermaßen zitieren:

„Das Lächeln des Säuglings ist eine angeborene Ausdrucksbewegung, mit der auf positiv getönte, psychische Befindlichkeiten im weitesten Sinne reagiert wird. Sie verlangt eine gewisse Reife des Gehirns, wie sie erst einige Wochen nach der Geburt vorliegt. Schon bald führen dann Lernerfahrungen dazu, dass Lächeln auch auf die Erwartung positiver, emotionaler Zustände generalisiert wird. Als solchermaßen konditionierte Reaktion ist es aber immer noch Ausdrucksbewegung im eigentlichen Sinne, spiegelt es doch einen psychischen Zustand, ein Gefühl der Vor-Freude, das eben selbst schon freudig ist, wider“ (Dopychai, 1988, S. 91)

Als direkte Fortsetzung des Säugling-Lächelns wird das Lächeln von Kindern verstanden, welches auf Lob und Anerkennung von Erwachsenen folgt. Das Lächeln als angeborene Ausdrucksbewegung in sozialen Situationen gilt noch als ungeklärt. Dopychai nimmt an, dass dieses Lächeln unbewusst und funktional4 im alltäglichen Umgang mit anderen erfolgt (vgl. Dopychai, 1988, S. 93).

Kinder wirken sehr ernst und konzentriert, wenn sie in ihr Spiel versunken sind. Sie lächeln erst dann, wenn sie einen Erfolg ihres Wirkens sehen. In der aktiven Veränderung der kindlichen Umwelt z. B. beim Spiel im Sandkasten, erleben Kinder einen Erfolg, indem sie den Sand in verschiedene Formen bringen. Ihr Lächeln drückt positive Erfolgsgefühle aus (vgl. Dopychai, 1988, S. 91 - 93).

1.2. Das Lächeln von Jugendlichen und Erwachsenen

Wie beim Lächeln von Kindern, ist das Lächeln Jugendlicher und Erwachsener eine auf den vorher beschriebenen Phasen des Lächelns aufbauende Entwicklung. Sie lächeln nicht nur aufgrund von positiven Gefühlszuständen wie z. B. Freude (vgl. Dopychai, 1988, S. 94 - 95). Lächeln kann verschiedene Funktionen erfüllen, welche im Folgenden näher beschrieben werden.

1.3. Funktionen des Lächelns

Salisch differenziert zwischen spontanem und willensgesteuertem Lächeln. Letzteres unterliegt gesellschaftlichen Regeln und deutet darauf hin, welche Gefühle in welcher Situation gezeigt werden dürfen. Die eigenen Gefühle werden mit einem solchen Lächeln verdeckt (vgl. Salisch in Titze/Eschenröder, 2000, S. 24). Diese Form entspricht m. E. dem sozialen, aber auch dem intentionalen Lächeln5. Ekman spricht des weiteren von `elendem` Lächeln. Dieses wird eingesetzt, um das eigene Elend einer ungünstigen Situation dem anderen nicht zu zeigen. Es erscheint als „tapferes Grinsen“ (ebd.) und hat m. E. eine Schutzfunktion insofern, als dass Nachfragen bezüglich der wirklichen Gefühle abgewehrt werden sollen.

Das Lächeln von Jugendlichen und Erwachsenen kann nach Dopychai in drei Formen zum Ausdruck kommen. Er unterscheidet das individuelle, soziale und intentionale Lächeln (vgl. Dopychai, 1988, S. 94 - 95), welche in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden.

1.3.1. Individuelles Lächeln

Der Typ des individuellen Lächelns als echte Ausdrucksbewegung des inner psychischen Zustands, zeigt eine positive emotionale Befindlichkeit. Es ist das Lächeln einer echten Heiterkeit. Als Prototyp des Lächelns, beinhaltet es einerseits das Lächeln des Säuglings, andererseits wird das individuelle

Lächeln als Basis für das soziale und intentionale Lächeln angesehen. Der Ausdruck einer lächelnden Person zeigt seinen Gegenüber Wohlwollen und Freundlichkeit. Es kann als nichtaggressive Zustimmung dem anderen gegenüber gewertet werden. Dieses Lächeln kann somit Brücken von einem Menschen zum anderen schlagen, denn die Ausgeglichenheit und Sicherheit einer Person überträgt sich schnell auf andere und wirkt ansteckend, denn es ist schwer auf ein Lächeln nicht zu reagieren (vgl. Dopychai, 1988, S.96 - 97). Dieses Lächeln ist ein „Ausdruck positiver Gefühle von Freude, Zufriedenheit, Humor oder körperlichem Wohlbefinden“ (Bänninger-Huber, 1997, S. 31).

1.3.2. Soziales Lächeln

Das soziale Lächeln ist stark formalisiert und ritualisiert. Rituale der Gesellschaft spiegeln das Bedürfnis ihrer Mitglieder nach offenem und nichtaggressivem Umgang im Miteinander. Einseitiges Lächeln kann als Angebot zur Befriedung einer misslichen Situation z. B. eines Streites verstanden werden. Die soziale Sicherheit wird durch reziprokes Lächeln hergestellt (vgl. Dopychai, 1988, S. 96 - 97). Bänninger-Huber pflichtet Dopychai bei, insofern als dass sie auch davon ausgeht, dass Ärger zwischen zwei Personen mit einem Lächeln wieder ausbalanciert werden soll, um „die emotionale Beziehung der Partner zu erhalten“ (Bänninger-Huber, 1997, S. 34) M. E. kann Lächeln also zur beiderseitigen Entspannung in einer kritischen Situation führen. Es hat folglich positive kommunikative Aspekte und dient der Erleichterung der Kommunikation.

Bei Begrüßungen ist das soziale Lächeln in einer als sicher empfundenen Umgebung aber keine Ausdrucksbewegung eines Gefühlszustandes mehr, sondern eher standardisiert und eine Formsache. Es funktioniert als entspannendes Moment und hilft eine angenehme Atmosphäre in Interaktionen herzustellen (vgl. Dopychai, 1988, S. 96 - 97). Ich denke, dass dieses Lächeln sehr stark in die Richtung des intentionalen Lächelns abdriften kann, wenn es bewusst eingesetzt wird. Unsere kulturellen Regeln veranlassen uns fast in jedem Fall das angebotene Lächeln zu erwidern, um den anderen nicht zu beschämen (vgl. Bänninger-Huber, 1997, S. 31).

1.3.3. Intentionales Lächeln

Das intentionale Lächeln ist Signal und Aufforderung gleichzeitig. So soll dieses Lächeln eine angenehme Situation anzeigen. Als Aufforderung dient es, um Personen zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Der lächelnde Verkäufer intendiert: „Kauf` mein Produkt“. M. E. ist dieses Lächeln Mittel zum Zweck und wirkt daher instrumentell. Absichtsvolles Lächeln versucht das Gegenüber zu manipulieren und die Situation soll zum eigenen Vorteil ausgenutzt werden (vgl. Dopychai, 1988, S. 97 - 98).

1.4. Kurze Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lächeln einerseits angeboren ist und eine positive Gefühlslage anzeigt, andererseits kann es ein nonverbales Signal als Reaktion auf äußere Reize sein. Es deutet, abgesehen vom sozialen und intentionalen Lächeln nach Dopychai und dem elendem Lächeln nach Ekman, auf einen positiv gefärbten Gefühlszustand. Dieser wird normalerweise vom Gegenüber ohne zusätzliche verbale Erklärung verstanden und erwidert. Lächeln dient den Menschen sozusagen als „kommunikativer Schmierstoff“, um reibungslose Interaktionen gestalten zu können.

2. Das Lachen

Lachen drückt sich im Gegensatz zum Lächeln, bei welchem nur die Mundund Augenpartie involviert sind, deutlich anders aus. Meistens ist Lachen geräuschvoll und intensiver als das Lächeln. So werden meistens beim Lachen die Zähne entblößt und ein Lachen kann den ganzen Körper erfassen, so dass er sich „rüttelt und schüttelt“. Somit können m. E. andere Handlungen nicht parallel zum Lachen ausgeführt werden.

Zunächst gehe ich auf das spezifische Kinderlachen ein als Steigerungsform des Lächelns. Im Folgenden wird dann das Lachen Jugendlicher erläutert, um anschließend die allgemeinen Merkmale des Lächerlichen in Bezug auch auf Kinder aufzuzeigen. Es folgen Überlegungen über das Lachen als Signal von Kampfbereitschaft und kulturgeschichtliche Einflüsse auf das Lachverhalten. Abschließend werden die Funktionen des Lachens zusammengefasst.

2.1. Kinderlachen

Als Steigerungsform des Lächelns scheint auch die Fähigkeit des Lachens angeboren zu sein. Zwischen der fünften Woche und dem achten Monat nach der Geburt beginnen Babys in sicheren Situationen zu lachen aufgrund von äußeren Reizen. Nach Dopychai erfordert das Lachen eine gewisse Reifung und Übung durch das Baby. Auslösende Momente sind z. B. Kitzeln, Hochwerfen und wieder Auffangen durch bekannte Personen. In unsicheren Situationen jedoch fängt es an zu weinen (vgl. Dopychai, 1988, S.100 - 101).

Kinder lachen relativ viel.6 Kinderlachen wird durch motorische Betätigung, Gelingen einer schwierigen Aufgabe, Anerkennung von Erwachsenen, Entdecken der Unvollkommenheit von Sprach- und Körperbeherrschung anderer hervorgerufen (vgl. Dopychai S. 100 - 101). „Wenn der Mensch lacht, fühlt er sich innerlich gut“ (Grotjahn, 1974, S. 168), dies ist m. E. ein Grund, warum Menschen überhaupt lachen und trifft gerade auf das Lachen von Kindern zu.

McGhee geht davon aus, dass humorvolle Bemerkungen von Kindern einerseits aufgrund von Sinnlosigkeit bezüglich des Inhaltes von Witzen gemocht werden. Andererseits mögen Kinder aber auch Scherze, die kognitiv gelöst werden müssen. Inkongruente Bemerkungen7 werden von Kindern ihres humorvollen Gehaltes wegen, genossen. Frühere kognitive Lösungen und Erwartungen, wie sich die Welt normalerweise präsentiert hat, sind für den Genuss dieser inkongruenten Bemerkungen, welcher sich im Lachen zeigt, Voraussetzung. McGhee drückt dies so aus: „prior cognitive mastery or a firmly established expectation of `how things should be` (McGhee, 1979, S. 38) müssen gegeben sein. Der Spaßan humorvollen Bemerkungen ist für McGhee sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen am größten, wenn sie das mittlere kognitive Niveau des Individuums ansprechen. Der Intellekt der Person darf also weder unter- noch überfordert werden, um Gefallen an bestimmten Äußerungen zu finden. „Humor appreciation is greatest, then, when we do not immediately see the point, and yet are not required to think laboriously about it“ (McGhee, 1979, S. 39). Weiterhin finden laut McGhee einfache Scherze ihre Würze durch “the addition of sexual or aggressive elements (…) that are otherwise boring because of their simplicity” (ebd.). Titze und Eschenröder schreiben hierzu, dass McGhee davon ausging, dass Kinder für sie tabuisierte Themen mittels Wortspielereien und Reimen aufarbeiten. In ihnen werden verinnerlichte Normen und gleichzeitig lustvolle Ereignisse thematisiert. Zu ihrer eigenen Belustigung verletzen sie Tabus. Der Sexualforscher Borneman gibt u. a. folgendes Beispiel:

`Der Kutscher auf dem Bock

Scheißt vor Lachen in den Rock. Die Dame in dem Wagen

Kann das Stinken nicht vertragen`

(Borneman, zit. nach Titze/Eschenröder, 2000, S. 32).

Das Thema dieses Reimes, aber auch die derbe Sprache und Ausdrucksweise deuten nicht nur auf Tabuverletzungen hin. Sie zeigen auch die kognitivverbalen Fähigkeiten von Kindern. Des weiteren werden aggressive Tendenzen gegenüber Autoritäten ersichtlich. Aggressiver Humor dient nach Borneman als Ventil (vgl. Titze/Eschenröder, 2000, S. 31 - 33).

McGhee zitiert Levine, um die wesentlichen Merkmale der kindlichen Entwicklung des Lachens zum Humor zu zeigen, wie folgt:

„(…) The first component is the innate pleasure in mastery. The second is the learned `whistling in the dark` or `laughing it off` phenomenon, in which we use humour to restore those familiar feelings of mastery when we are made anxious or are threatened.

As a process of adaptation, humour provides the individual with the opportunity to re-experience the gratifications of cognitive and interpersonal mastery. The child learns that humour, like play, is a source of pleasure at each stage of development by momentarily re-experiencing the mastery of functions and relations of earlier stages … Whether in reality or fantasy, and whether under stress or relaxation, humour reasserts one`s mastery over the environment. In fact, humour flourishes best when fertilized by newly mastered anxieties …” (Levine 1977, zit. n. McGhee 1979, S. 32)

Weiterhin schreibt McGhee: „There is an intrinsic source of pleasure in humor, which results simply from the enjoyment of a playful challenge to one`s intellect” (McGhee, 1979, S. 229) und: „from infancy on, we seem to derive pleasure from intellectual challenges“ (McGhee, 1979, S.152).

Dopychai widerspricht McGhees Auffassung über das kindliche Lachen nicht explizit. Er bezieht das Lachen von Kindern auf einen philosophischen Hintergrund, insofern als dass er von einer moralischen Ordnung im Denken von Kindern ausgeht. Dopychai sieht das Kinderlachen als Integrationsleistung. Mit ihrem Lachen bejahen sie das geltende Ordnungsgefüge, welches sie bis dahin angenommen haben. Die Ordnung ihrer Welt wird z. B. durch Witze angegriffen, durch Lachen aber wieder hergestellt. Es scheint ein Verlachen des unsinnigen Angriffs auf die herrschende Ordnung zu sein (vgl. Dopychai, 1988, S. 101).8

2.2. Lachen Jugendlicher

Im Jugendalter als Emanzipationsphase, lösen sich Jugendliche kontinuierlich von ihren Familien, besonders von den Eltern, um selbständiger zu werden, ab. In dieser Lebensphase suchen Jugendliche zusätzliche Orientierungsmöglichkeiten. Sie wenden sich häufig gegen die von Eltern vermittelten Werte und Normen der Gesellschaft. Als Ausdrucksmittel dienen ihnen hierbei eine oftmals von Erwachsenen nicht akzeptierte Kleidung, sowie deren unkonventionelles „Hairstyling“. Es entwickelt sich ein bestimmter Sprachstil in Abgrenzung zur Erwachsenensprache. Das Lachen von Jugendlichen dient nach Dopychai ebenso als Abgrenzung zu anderen. Es ist der Emanzipationsleistung dienlich (vgl. Dopychai, 1988, S. 101 - 102).

M. E. lachen Jugendliche nicht nur aus Freude und, um sich von anderen Personen abzugrenzen. Ich denke, dass sie häufig über Scherze mitlachen, um von der scherzenden Person akzeptiert zu werden. Z. T. wollen sie somit zeigen, dass sie den Scherz verstanden haben und auf einer ähnlichen Entwicklungsstufe wie der Scherzende stehen. Es kann also als Wunsch nach Gleichwertigkeit verstanden werden. In anderen Situationen zeigt ihr Lachen für mich vor allen Dingen Unsicherheit, welche mittels Lachen kaschiert werden soll.

Als Ausdruck sozialer Kompetenz, wird die Fähigkeit humorvoll reagieren zu können gesehen. Nach McGhee fördert Humor die kommunikativen Fähigkeiten eines Kindes. Fröhliche, lachende Kinder wirken sozial attraktiver, sie haben viele Freunde und können sich gut selbst behaupten. Somit wird ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gestärkt. Dies ist von besonderer Bedeutung bei einer „erfolgreiche(n) Stressbewältigung und Lebensmeisterung bei Heranwachsenden“ (Martin, zit. nach Titze/Eschenröder, 2000, S. 35). Sie müssen sich an ihre Peer-Gruppe, welche mit fortschreitendem Alter immer wichtiger wird, anpassen. Dies erfordert eine enorme Flexibilität und Lernfähigkeit. Neue Rollen und Fertigkeiten müssen adaptiert werden. Dies bringt einigen Stress für Jugendliche mit sich. „Ein entwickelter Sinn für Humor ganz allgemein (ist) eine wesentliche Voraussetzung dafür (...), sich vor negativen Streßwirkungen zu schützen“ (Martin, zit. nach Titze/Eschenröder, 2000, S. 36). Somit fordert Martin, dass spontane humorvolle Äußerungen eines Teenagers unterstützt und ermutigt werden sollten (vgl. Titze/Eschenröder, 2000, S. ??)

2.3. Merkmale des Lächerlichen

Der Bereich dessen, worüber gelacht wird ist sehr großund vielfältig.9 Wir lachen über Scherze, Witze, satirische Erzählungen, Anekdoten10 und über situative, komische Vorfälle. Zwei wesentliche Merkmale des Lächerlichen stelle ich hier kurz vor.

Einmal ist nach Dopychai „das Lächerliche immer an sich unangenehm oder unerfreulich“ (Dopychai, 1988, S. 112; Hervorhebung von Dopychai). In Witzen werden negative Charakterzüge wie Bosheit, Dummheit und Geiz eines Menschen thematisiert. In der Situationskomik spielt ungeschicktes Verhalten eine wesentliche Rolle (vgl. Dopychai, 1988, S. 111 - 113). Es sei an dieser Stelle an die Stummfilme von Buster Keaton, die Serie „Dick und Doof“ und an Vicco von Bülow alias Loriot erinnert.

Als Beispiel für das Lachen Erwachsener über noch ungeschicktes Verhalten mag meine folgende Beobachtung an einem kleinen zweijährigen Kind, welches versuchte scheinbar erstmalig mit einem Teelöffel Eis zu essen, dienen. Dieser kleine Junge portionierte zunächst Eis auf den Löffel, griff sogleich mit seiner freien Hand nach dem Eis, so dass es herunter fiel und führte erst dann den Löffel zum Mund. Unzählige Versuche scheiterten das Eis zu essen. Den kleinen Jungen beobachtend, lachten die Erwachsenen herzhaft. Dieses steigerte sich mit der Häufigkeit der misslingenden Versuche. In dieser Situation als ein Beispiel für den Inhalt von Lächerlichem, führte der ungeschickte Umgang mit Besteck zu essen, für Erwachsene eine längst erworbene Fähigkeit zu allseitiger Belustigung, Gekicher und Gelächter. Hätte sich der Kleine beim Eis essen den Löffel ins Auge gestoßen, also sich ernsthaft verletzt, hätte bestimmt niemand mehr gelacht bzw. auch nur gelächelt.

Das zweite Merkmal des Lächerlichen lässt sich aus Beobachtungen an Kindern herleiten. Sie lachen über andere Dinge als Erwachsene. Das Lachen von kleinen Kindern ist noch nicht gesellschaftlich, kulturell geprägt und deformiert. So ist es noch natürlich und ungekünstelt. Kinderlachen entlädt sich häufig explosionsartig, im Anschluss an einen Spannungsaufbau und Energiestau so Dopychai. Bei Kindern ist zu beobachten, dass sie über Fehler und Unzulänglichkeiten anderer lachen. Sie sind noch auf der Suche nach einer Ordnung und Orientierung im Leben. Fehler gelten als durchaus unangenehme Verletzung der übernommenen Ordnung. Sprache und adäquates Verhalten einer Person werden als Kennzeichen dieser Ordnung angesehen. Fehler und Abweichungen im sprachlichen Bereich werden von Kindern als nicht gefährlich oder bedrohlich erkannt und somit von ihnen verlacht (vgl. Dopychai, 1988, S. 112 - 117).

Kinder11 lachen aber auch z. B. über Behinderte, weil ihre Defizite die übliche Norm des sogenannten Normalen verlassen. Weil viele Erwachsene wissen, dass eine Behinderung für die betroffene Person wirklich sehr schlimm sein kann, bzw. ein schweres Handicap das Leben sehr stark beeinträchtigen kann, lachen Erwachsene normalerweise nicht über eine solche Behinderung, falls sie sich in andere Menschen hineinversetzen können. Hier wird ein Unterschied hinsichtlich des Inhaltes von Komischem zwischen kindlichem und erwachsenem Lachen deutlich. In meinen Augen wird ersichtlich, dass die verschiedene Interpretation eines Geschehens von Erwachsenen und Kindern in solchen Situationen eine wesentliche Rolle spielt.

Um die Struktur von Lächerlichem zu verdeutlichen, können inkongruenztheoretische Ansätze herangezogen werden. Diese gehen davon aus, dass über Ungewöhnliches, Unerwartetes und Widersinniges gelacht wird.

Lächerliches bzw. Komisches entsteht dadurch, dass Konflikte und Deckungsungleichheiten mehrerer Gedanken, welche irgendwie zusammengehören aufeinander treffen. Unähnliches gerät zusammen und es entsteht eine ungewöhnliche Verknüpfung des eigentlich Unähnlichen. Koestler prägte hierfür den Begriff der „Bisoziation“ (vgl. Birkenbihl, 2001, S. 54 - 58). Es entstehen also scheinbar unlogische, neue Verbindungen. In der Pointe eines Witzes treffen diese zwei verschiedenen mit Assoziationen verknüpften Vorstellungen aufeinander. Es werden zwei unterschiedliche Bereiche verbunden, die normalerweise nicht zusammen gehören. Die nicht erfüllten Erwartungen werden in einen anderen Horizont überführt. Ein neuer, anderer Bezugsrahmen entsteht. Das eigentlich Lustige wird in der Pointe nicht direkt benannt, es muss vom Betrachter bzw. Zuhörer selbst erfasst werden (vgl. Dopychai, 1988, S. 125 - 135). Seine intellektuellen, kognitiven Fähigkeiten werden angesprochen.

Birkenbihl schreibt über die Bisoziation, dass „die Pointe die unlogische Ver- BIND-ung (schafft), die eben nicht unseren Erfahrungen und Erwartungen entspricht, und diese Bisoziation kreiert die Überraschung“ (Birkenbihl, 2001, S. 55, Hervorhebungen im Original), sie wird als „nicht rational, un-logisch, ver-rückt“ (Birkenbihl, 2001, S. 55, Hervorhebung im Original) von den Menschen eingestuft.

Inkongruenzen an sich können jedoch nicht komisch sein. Um Lachen hervorzurufen müssen weitere Bedingungen erfüllt werden. So müssen sich die verschiedenen Ebenen in einem gemeinsamen Punkt treffen. Der nachfolgende Gedanke muss auf einer niedrigeren Ebene als der erste liegen, so dass das Ereignis die Erwartung unterschreitet (vgl. Dopychai, 1988, S. 127). Außerdem müssen Inkongruenzen plötzlich auftreten, um nicht zu verpuffen. Für Birkenbihl ist dies das Moment der Überraschung (vgl. Birkenbihl, 2001, S. 55).

McGhee geht davon aus, dass Inkongruenzen eine humorvolle Situation bestimmen. Er schreibt dazu Folgendes:

„Incongruity (...) that is, something unexpected, out of context, inappropriate, unreasonable, illogical, exaggerated, and so forth, must serve as the basic vehicle for the humor of an event, even though additional elements like sex and aggression maximize funniness “ (McGhee, 1979, S. 10).

Zur Verdeutlichung einer Inkongruenz dient mir der folgende Witz einer Siebenjährigen:

„Warum steht eine Schildkröte an der Straße?“ „Sie will sie überqueren.“

Inkongruente Äußerungen können aber auch andere Verhaltensweisen als Lachen nach sich ziehen wie z. B. Verwirrung, Interesse und Neugier, aber auch Angst. So sind Inkongruenzen also hinreichende, aber nicht notwendige Bedingungen für Humor. In verschiedenen kognitiven Bereichen wird psychische Energie bezogen auf Erwartungen aufgewendet. Durch wahrgenommene Inkongruenzen fließt die zur Verfügung gestellte Energie in einer neuen, anderen Bahn ab12. Die Energiedifferenz muss sich in einer Abwärtsrichtung befinden, d. h. der Energieaufwand der Erwartung muss höher sein, als der des Ereignisses. Nur so kann die Differenz in Lachen abfließen. Das Abfließen der Energie wird durch Plötzlichkeit erleichtert. Wie mehrfach erwähnt ist eine Energieabfuhr oder auch Spannungsentladung lustvoll. Sie führt zur Wiederherstellung des inneren Gleichgewichts. Psychische Stabilität steigert unser Selbstwertgefühl. In ihr finden wir Sicherheit und auch Überlegenheit. Der Druck bestimmter Situationen lässt nach und wirkt positiv auf unser Wohlbefinden (vgl. Dopychai, 1988, S. 129 - 130).

2.4. Funktionen des Lachens

Es gibt sehr viele unterschiedliche Sichtweisen auf das Lachen an sich. Theoretiker finden jeweils eine andere Begründung und Herkunft des Lachens. Ich subsumiere die verschiedenen Perspektiven unter Funktionen des Lachens, weil sie alle bestimmte Ziele beabsichtigen. So gebe ich Impulse aus dem Tierreich, aus kulturgeschichtlicher, aus soziologischer und anthropologischer, aus psychoanalytischer und medizinischer Sicht. Das Lachen erfüllt aber auch als Erleichterung der Kommunikation und Interaktion bestimmte Funktionen.

2.4.1. Zähne-Zeigen im Tierreich

Lachen ist die schönste Art, die Zähne zu zeigen (Sprichwort).

Im Tierreich hat das Zähne-Zeigen nach Ch. Darwin eine aggressive Bedeutung. Es ist eine Drohgebärde. Winterhoff-Spurk dagegen versteht es als defensive Geste. Sutermeister sieht hierin ein spielerisches Scheinbeißen. Eine umfassendere Erklärung des Zähne-Zeigens bietet D. Hayworth. Er ordnet die Entstehung des Lachens in die Übergangsphase vom Tier zum Urmensch ein. In dieser Entwicklungsphase zur Menschheit gab es noch keine Sprache im heutigen Sinne. Die Lautäußerungen unserer Vorfahren hatten alle, so Hayworth, eine Signalfunktion. So wurde zur Entwarnung einer gefährlichen Situation vermutlich gelacht. Das durch Schrecken und Anspannung verursachte schnelle Ausstoßen des Atems war weit hörbar und erreichte dadurch die ganze Gruppe über weite Distanzen. Es erregte allseitige Aufmerksamkeit als arhythmische Lautäußerung. Diese weite Verbreitung war für die Urzeitmenschen eminent wichtig, denn sie waren von der Kommunikation über vorherrschende Zustände abhängig. Die wiederhergestellte Sicherheit, angezeigt durch Lachen, war überlebenswichtig, nicht nur für die Gruppe zur Arterhaltung, sondern auch für das einzelne Individuum (vgl. Dopychai, 1988, S. 102 - 105). Beim Lachen werden auch heute noch die Zähne entblößt. Ch. Darwin würde wahrscheinlich dies als Aggression und Drohgebärde deuten. Ich denke, dass das Zähne-Zeigen beim Lachen z. T. immer noch eine solche Funktion i. S. von „lass` mich in Ruhe“ bzw. „halte dich fern“ und „komm` mir nicht zu nahe“ haben kann. Dieses Verhalten ist dann m. E. eher eine Abwehr von z. B. negativer Kritik, die die Person nicht an sich heran kommen lassen will. Es soll dann eine gewisse Stärke gezeigt werden, insofern als dass der Betroffene signalisieren will, dass er über den Dingen steht und nicht wirklich angreifbar ist.

2.4.2. Kulturgeschichtliche Aspekte

Nach Dopychai hat sich in den letzten Jahrtausenden sehr viel in der Geschichte der Menschheit verändert. Kulturelle Entwicklungen und Diversifikationen entstanden. Lachen hat sich in gleichem Maße verändert, es ist zu einem kulturabhängigen Phänomen geworden. Drei Phasen des Entwicklungsverlaufs werden im Folgenden beschrieben. Sie gehen ineinander über und bauen aufeinander auf.

Als erste dieser Stufen wird Lachen als Zeichen der Überlegenheit eines Urmenschen gegenüber eines anderen gesehen, welcher diesen im Kampf besiegt hat13.

Der zweite große Entwicklungsschritt in der Menschheit war die schrittweise intellektuelle Höherentwicklung des Menschen.14 Die Verfeinerung der Sitten ging mit dieser einher. Der kulturelle Fortschritt der Menschheit insgesamt befreite sie u. a. von ihren existentiellen Ängsten und Zwängen. Nun wird das Lachen durch Wahrnehmung des Abnormalen und Ungewohnten im Vergleich zum Normalen erregt.

Das Lachen erreicht seinen Entwicklungshöhepunkt in der dritten Stufe. So drückt es die „Freiheit des Geistes“ (Dopychai, 1988, S. 106) aus. Durch Lachen wird Distanz nicht nur zu den Dingen an sich, sondern auch zu sich selbst gewonnen. Anders ausgedrückt: eine Objektivierung der Geschehnisse findet statt, welche in einer kurzzeitigen Erhebung über die alltäglichen Beschränkungen mündet. Als Relativierung des `Ernst des Lebens`, kann dieses Lachen zu einem humoristischen Lachen im Sinne Dopychais werden (vgl. Dopychai, 1988, S. 105 - 107).15

2.4.3. Gruppenlachen aus soziologischer Perspektive

Lachen erfolgt, wenn eine Person eigentlich in einer Situation flexibel reagieren müsste, aber eine mechanische, starre Handlung ausführt. Folglich erscheint die Person als Sache bzw. als Ding. Für Bergson ist Lebendiges im Gegensatz zum Mechanischen immer im Komischen enthalten, welches er als höher bewertet. Im Bewusstsein dieser Überlegenheit lachen also flexible Menschen über starres, mechanisches, also unangemessenes Verhalten anderer. Lachen in diesem Fall wird zum Korrektiv. Es soll den Verlachten auf seine mangelhafte Anpassung an die Gegebenheiten und an die Gruppe aufmerksam machen. Das Lachen einer Gruppe kann als Strafe für ein inadäquates Verhalten, zur Ausgrenzung eines Individuums fungieren. Andererseits kann das Lachen einer Gruppe als Versuch zur Re-Integration des Verlachten in die Gruppe dienen (vgl. Dopychai, 1988, S. 116 - 117).

Für Ziv dient Humor und Lachen der reziproken Beziehungsgestaltung. So möchte eine Person jemand anderen zum Lachen bringen, um von dieser gemocht zu werden. Humoristisches Verhalten in einer Gruppe und das begleitende Lachen sind wichtige Quellen von Vergnügen, welche wir zu vermitteln versuchen, um Anerkennung und Liebe zu finden. Ziv geht von dem grundlegenden Bedürfnis aus, dass alle Menschen sich zu einer Gruppe zugehörig fühlen möchten. Sie erhalten durch sie Zuneigung und Wertschätzung ihrer Person. Zudem wollen sich Personen zusätzlich einen Status in der Gruppe erarbeiten. Häufig wird hierzu Humor benutzt. Differenzierte Rollen wie z. B. die des Clowns kristallisieren sich heraus. Entstandene Hierarchien innerhalb der Gruppe können mittels Humor aufrecht erhalten werden. Humoristische Bemerkungen können diese Positionen aber auch angreifen und kritisieren. So hat der Clown16 eine wichtige Funktion in der Gruppe. Er äußert seine Meinung, ohne dafür sanktioniert zu werden, denn seine Bemerkungen können, falls sie von der Gruppe abgelehnt werden, sofort zurückgezogen werden. „Es war doch nur ein Scherz“ als Ablehnung der Verantwortung für das Gesagte, findet sich also innerhalb einer Kommunikation. So bleibt der scherzende Mensch innerhalb seiner Verhaltenssequenz flexibel und sehr anpassungsfähig (vgl. Ziv,1984, S. 33). In Gruppen auftretende Spannungen und Konflikte können nach Ziv mittels Humor schnell reduziert werden, so dass das Gruppenleben nicht gefährdet wird. Probleme können so akzeptabel gelöst werden. Mündet dieses in gemeinsames Lachen, so erhöht sich die Attraktivität der Gruppe und ihr Zusammenhalt wird gefördert. Ziv beruft sich auf Martineau17. Dieser postulierte, dass Humor zur Aufrechterhaltung des Konsens innerhalb einer Gruppe fungiert, denn dieser vermindere die soziale Distanz zwischen den Mitgliedern18. In Krisensituationen erhält dieser Aspekt eine besondere Bedeutung, denn es entwickelt sich eine gemeinsame Sprache, durch Witze und Scherze geprägt, um die Gemeinschaft zu unterstützen und Einigkeit der Gruppe zu erzielen (vgl. Ziv, 1984, S. 26 - 39). Auch nach Dupreel, auf welchen sich Dopychai stützt, wird die Gruppenkohäsion durch gemeinsames Lachen gestärkt, dadurch werden Gruppenmitglieder in die Gruppe integriert.19 Ihre Beziehungen und Bindungen zueinander verstärken sich durch gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse (vgl. Dopychai, 1988, S. 134 - 137).

Die Sicherheit spielt eine besondere, aber andere Rolle bei Stephenson. Er geht davon aus, dass in unserer Gesellschaft jeder bestimmte Rollen einnimmt. Diese stellen für andere eine Verhaltens- und Erwartungssicherheit dar, da das Verhalten durch Rollenübernahme berechenbarer wird. So sieht Stephenson „das Lachen als Zeichen für die Erkenntnis der Gültigkeit und Stabilität gemeinsamer Norm- und Wertvorstellungen“ (Stephenson, zit. nach Dopychai, 1988, S. 135). Menschen müssen sich an bestimmten Anhaltspunkten orientieren, um handeln zu können. Tradierte Konventionen, welche in gesellschaftliche Normen und Werte münden, bieten den Menschen Orientierung. Werte einer Gesellschaft sind für Menschen sinnstiftend und handlungsleitend20. Wenn also unerwünschtes, abnormes Verhalten mit einem Lachen kommentiert wird, ist dies als Sanktion zu verstehen. Abweichende Wertvorstellungen werden nach Stephenson in Witzen verlacht, um unser Wertesystems wieder herzustellen (vgl. Dopychai, 1988, S. 135 - 137).21

2.4.4. Lachen aus anthropologischer Perspektive

Die Menschen haben die Freiheit sich zu entscheiden, sie haben die Freiheit zu handeln. Sittliches, moralisches Handeln ist wertgeleitetes Handeln. Die Freiheit des Menschen beinhaltet also Wertefähigkeit. Für Dopychai ist das Lachen ein Zeichen dieser Freiheit des Menschen. Dieser kann sich so aus den vorgegebenen Bedingungen herausziehen. Die Grenzen des Normalen werden durch ein Lachen erweitert und eventuell überschritten. Gewohnte Zusammenhänge werden spielerisch durchbrochen. Der Mensch kann sich selbst auch zum Gegenstand des Lachens machen. Indem er dies tut, nimmt er Abstand zu sich selbst.

Gerade durch Komik werden die Grenzen der Ordnung überschritten. Wie eng diese Grenzen wahrgenommen werden, ist jeweils vom Individuum, seinen Einstellungen und Erkenntnissen abhängig.

Für den Philosophen Penjon zeigt sich die Freiheit des Geistes gerade in der Spontaneität und aktiven Gestaltungskraft des Menschen. Das kurzzeitige Ausbrechen aus unseren Denkgewohnheiten kommt einer Erweiterung des Horizontes gleich. Dadurch wird das Selbstwertgefühl gesteigert. Dies ist untrennbar mit Freude oder Lust verbunden. Kurzzeitig gewinnen wir durch dieses Ausbrechen unsere kindliche Spontaneität wieder. Kinder sind sich dieser nicht bewusst. Erwachsene können sie im Lachen aber als Ausdruck dieser Spontaneität bewusst wahrnehmen und genießen.

Ritter sieht das Lachen als einen „tiefgreifenden Erkenntnisprozess im Rahmen der jeweils herrschenden `Lebensordnung`“ (zit. nach Dopychai, 1988, S. 142; Hervorhebung nicht von Dopychai kenntlich gemacht) an. Er geht davon aus, dass dem Ernst Entgegengesetztes ausgegrenzt wird. Dieses Ausgegrenzte kann mit Ernst daher nicht mehr erfasst und bearbeitet werden. Das Unwichtige drängt sich aber ins Dasein durch Komik. Durch ein Hinausgehen über die vorgegebene Ordnung eines ausgegrenzten Bereichs und an diesem Ausgegrenzten wird dieser selbst sichtbar. Dies wird vom Subjekt im Lachen erkannt. Im Lachen wird also das Nichtige als zum Dasein Dazugehöriges erkannt und integriert. Es kann nicht vom Leben abgespalten werden. Dieses Lachen ist lustvoll, denn jede „Erweiterung von Erkenntnissen (ist) ja prinzipiell lustvoll“ (Dopychai, 1988, S. 143). Das Nichtige wird also positiv in den Lebenszusammenhang aufgenommen.

Die Basis des Lachenden ist auch für Ritter seine Freiheit, sich geistig über die bestehende Ordnung hinwegzusetzen. Der Lachende relativiert so die Zustände (vgl. Dopychai S. 138 - S. 150).22

2.4.5. Erleichterung der Kommunikation und Interaktion mittels Lächeln, Lachen und Humor

Das Anlächeln ist m. E. eine Sympathiebekundung und drückt eine Wertschätzung des Gegenübers aus, welche zu einem Gespräch einladen kann. Der potentielle Gesprächspartner fühlt sich akzeptiert und sicher, um das Angebot einer Interaktion annehmen zu können. So kann ein offenes, freundliches, gutes Gespräch entstehen. Das ehrliche Lächeln eines Menschen kann also als kommunikativer Schmierstoff dienen. Humoristische Äußerungen23 erwachsen für mich aus einer solchen Situation, sie setzen ein Gespräch in Gang und fördern dieses.

[...]


1 Wenn die in ihrer Reihenfolge benannten Bedürfnisse angemessen befriedigt sind, münden sie in kognitive und ästhetische Bedürfnisse. In seiner Bedürfnishierarchie folgen die Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Transzendenz. Dieser Ansatz zur Erklärung von Motivationen ist in der humanistischen Psychologie angesiedelt.

2 McGhee (1979) erkannte, dass Babies im Schlaf schon ab der ersten Woche nach ihrer Geburt lächeln. Dies geschehe durch die spontane Aktivität des zentralen Nervensystems (vgl. McGhee, 1979, S. 48)

3 Erstmaliges Lächeln lässt sich laut McGhee schon zwei Wochen im Anschluss an das Füttern beobachten, wenn Babies also satt sind (vgl. McGhee, 1979, S. 48).

4 Auf die Funktionalität des Lächelns von Kindern geht der Autor leider nicht ein, obwohl dies sicherlich zu einigen Erkenntnissen führen würde.

5 Diese Differenzierung wird im Folgenden näher erläutert

6 Vgl. Anmerkung Nr. 5. Ich denke, dass lachen und lächeln eines Kindes auch in Abhängigkeit zu seiner Familie gesehen werden sollte. Ein häufiges Vorleben dieser Verhaltensweisen durch Eltern und andere Bezugspersonen fördert sicherlich die Häufigkeit eines Kindes, gleich welchen Alters sich ähnlich zu verhalten.

7 Inkongruente Bemerkungen, welche besonders auch von Kindern genossen werden, werden im Kapitel 2.3. als Unterpunkt zu den Merkmalen des Lächerlichen näher erläutert.

8 Vgl. auch Kapitel 3.2.3 und 3.2.4.

9 Ich beziehe mich auf unseren Kulturkreis. In anderen Kulturen wird über gänzlich andere Dinge gelacht als in dem unseren. Des weiteren verweise ich auf sehr große individuelle Unterschiede hinsichtlich des als komisch Empfundenen.

10 Diese Aufzählung kann nur lückenhaft erfolgen. Dem Leser fallen sicherlich noch weitere Dinge, worüber gelacht wird, ein.

11 Dopychai nimmt auch an dieser Stelle keine Altersbegrenzung vor. Ich denke, dass mit zunehmendem Alter und somit kognitiver Entwicklung, aber auch durch Sozialisation Kinder in Abhängigkeit ihrer Reife immer weniger über behinderte Menschen lachen.

12 Vgl. auch Kapitel 2.4.6.2. und 3.2.1., in welchem ich Freuds Annahmen über „Energieaufbau und -abfuhr“ erkläre.

13 Um das Gefühl der Sicherheit immer wieder herstellen zu können, haben Forscher nun festgestellt, dass das häufige Aufwachen während der Nacht hierauf zurückzuführen ist. So legten unsere Vorfahren permanent neues Holz in das Feuer, um Tiere abzuwehren. Natürlich auch um eine Wärmequelle, etc. nicht versiegen zu lassen. Die Quelle und Urheber dieser Information kann ich leider nicht mehr ausmachen. Im Literaturverzeichnis werden diese Angaben daher leider fehlen.

14 Als allgemein anerkannt gilt, dass unser Gehirn in den letzten Jahrtausenden sehr stark gewachsen ist und sich neue Hirnareale entwickelt haben, ohne die Funktion der alten Areale zu verlieren.

15 In einem weiteren Kapitel werde ich auf das humoristische Lachen eingehen. Es soll an dieser Stelle nur ein kleiner Verweis auf dieses erfolgen.

16 Bezüglich der Bühnenfigur eines Clowns und seiner Funktion für die Gesellschaft schreiben Fried/Keller: „soziale Normen zu durchbrechen, geltende Werte in Frage zu stellen und so den Horizont auf das `Andere`, Nicht-Alltägliche, das Verborgene und Verbotene auszuweiten“ (Fried/Keller, 1991, S. 37). Für den Betrachter des Clowns kann dies meiner Meinung nach eine Horizonterweiterung sein. Eventuell verändern sich seine Perspektiven durch das übertriebene Darstellungsspiel. Überdies kann er in diesem selbst wiederfinden. Die Verantwortungsübernahme für die geäußerte Kritik im allgemeinen und im besonderen, liegt bei dem Clown selbst. Der Zuschauer kann ihr zustimmen, wird aber für seine lachende Bejahung nicht verantwortlich gemacht. Er kann so einfach nur genießen.

17 Ich denke, dass die These von Martineau sich nicht nur auf Humor bezieht, sondern sich auf gemeinsames Lachen übertragen lässt. Obwohl es in diesem Kapitel um Lachen handelt, führe ich sie trotzdem hier an.

18 Es ist m. E. auffällig, dass sich die soziale Distanz zwischen unbekannten Personen im Karneval durch das gemeinsame Feiern drastisch verringert. M. E. zeigt dies, dass Menschen auf soziale und intime Nähe zu anderen angewiesen sind. Sie haben ein großes Bedürfnis danach und leben dieses im Karneval aus. Gesteigerter Alkoholkonsum scheint zu helfen, dieses Bedürfnis auszuleben. Weiterhin scheinen die „lockeren“ Umgangsformen der Karnevalisten untereinander sozial akzeptiert und z. T. auch wertgeschätzt zu werden.

19 Dupreel konstatiert auch, dass Personen durch Lachen aus einer Gruppe ausgeschlossen werden können. Weiterhin grenzen sich unterschiedliche Gruppe durch ihr Lachverhalten voneinander ab. Lachen kann also trennend wirken. Auf diese Funktion gehe ich nicht näher ein.

20 Das Buch von Frankl, Viktor E. (1979): Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn: Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk ist an dieser Stelle zu empfehlen. Frankl überlebte die Konzentrationslager des Nationalsozialismus. Insgesamt schreibt er den eigenen geistigen Fähigkeiten zu, dass mit Hilfe dieser alle objektiven physischen Widrigkeiten überlebt werden können. Frankl geht weiterhin davon aus, dass jeder Mensch einen Sinn im Leben sucht. Geht dieser verloren, werden Menschen psychisch krank. In der von ihm entwickelten Logotherapie hilft er Erkrankten, ihren Sinn wiederzufinden. Humor als Mittel, um einerseits Widrigkeiten zu überleben und um andererseits den Sinn des Lebens wiederzufinden wird von Frankl empfohlen. Durch paradoxe Intentionen beabsichtigt Frankl einen Einstellungswandel zu initiieren. Als Zeichen eines solchen Wandels wertet er eine Humorreaktion. Diese wirkt sich nach Frankl relativierend aus.

21 Hier lassen sich m. E. Parallelen zum Lachen von Kindern über die vorherrschende Ordnung ziehen.

22 Bei den Burnout-Prozessen ist die Fähigkeit eine distanzierte Haltung zum Geschehen einzunehmen bedeutend. Vgl. Kapitel 4 bis 7.

23 Ich benutze im Folgenden den Begriff `Humor` bzw. humoristisch als Oberbegriff. Er wird nicht nur als Haltung dem Leben gegenüber verstanden, sondern schließt alle Formen des Verhaltens, welches jemanden zum Lächeln und Lachen bringt, ein.

Details

Seiten
102
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638332149
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32514
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld – Fakultät Pädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Lächeln Lachen Kann Humor Burnout

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Titel: Vom Lächeln zum Lachen - Kann Humor einem Burnout entgegenwirken?