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Wissenschaftliches Arbeiten. Grundtechniken

Bibliografieren - Reden - Schreiben

Skript 2004 45 Seiten

Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren

Leseprobe

Inhalt

Ein paar Buchtipps für den Einstieg …

Wichtige Internetadressen und Anlaufstellen für die Literaturrecherche

1 Literaturangaben
1.1 Vom Sinn und der Notwendigkeit der Literaturangaben
1.2 Monografien
1.2.1 Ein Autor
1.2.2 Zwei oder mehr Autoren
1.2.3 Mehrbändiges Werk
1.3 Herausgeberwerke/Sammelbände
1.3.1 Der Sammelband als Ganzes
1.3.2 Sammelwerkbeiträge
1.4 Zeitschriften und Zeitungsartikel
1.4.1 Zeitschriftenaufsätze
1.4.2 Zeitungsartikel
1.5 Internetquellen
1.6 Abschließende Hinweise
Ratschläge für einen schlechten Redner
Ratschläge für einen guten Redner

2 Das Referat
2.1 Von schlechten Referaten und der Rolle des Sprechens in Akademia
2.2 Vor dem Referat
2.3 Die Struktur des Referates
2.4 Das Manuskript
2.4.1 Das ausgearbeitete Manuskript
2.4.2 Das Stichwort-Manuskript
2.5 Technische Hilfsmittel beim Referat
2.5.1 Das Handout/Thesenpapier
2.5.2 Overhead-Projektor
2.5.3 Laptop und Beamer
2.6 Checkliste: Bevor man Medien einsetzt …
2.7 Abschließendes

3 Hausarbeiten und Referatsausarbeitungen
3.1 Über schrifliche(s) Arbeiten
3.2 Was eine gute Hausarbeit auszeichnet
3.3 Formale Aspekte schriftlicher Ausarbeitungen und Manuskriptgestaltung
3.4 Zitieren, Paraphrasieren, Belegen
3.4.1 Zitate
3.4.2 Fremde Gedanken belegen
3.5 Funktionen der Fußnote
3.6 Abschließendes
3.7 Gegencheckliste: Typische vermeidbare Fehler bei schriftlichen Ausarbeitungen

Literatur

Stichwortverzeichnis

Anhang
Muster eines Deckblatts
Muster einer Einleitung
Muster eines Fazits
Muster eines Literaturverzeichnisses
Wissenschaftliche Abkürzungen
Sprachwissenschaftliche Fachbegriffe: Stilmittel und sprachliche Bilder

Auch wenn sich die Mitschrift auf die Inhalte des Faches Sprache und Kommuni­ka­tion im Stu­diengang Angewandte Kulturwissenschaften bezieht, sind die hier vorgestellten Tech­niken für Studierende jedes anderen Studiengangs anwendbar.

Diese Mitschrift stammt von einem Tutor. Sie ist die Weiterentwicklung der im Tutorium ausgeteilten Materialien und nimmt Fragen aus dem Tutorium auf.

Ihr habt einen Fehler gefunden? Oder Verbesserungsvorschläge? Dann solltet ihr das di­rekt weitergeben. Schreibt einfach eine E-Mail an: š correction-fluid@gmx.net.

Ein paar Buchtipps für den Einstieg …

Der Erstkontakt mit der wissenschaftlichen Sphäre während des Studiums ist für ge­wöhn­lich ein Schock, vor allem wegen der Sprache, in der es von Fremdwörtern nur so wim­melt. Da man kei­nen Babelfisch im Ohr hat, der einem das zunächst un­ver­ständ­lich an­mu­tende akademische Kau­der­welsch simultan übersetzt, bedarf es eines Helfers. Zum Bei­spiel des Wahrig Fremd­wör­ter­le­xikonsŒ. Mit 55.000 Einträgen fällt es um 2.000 Ver­mer­ke umfangreicher als sein Duden-Pen­dant aus, und auch der Preis ist niedriger. Für wel­ches Lexikon man sich ent­scheidet, ist Ge­schmacks­frage, letztlich ist nur wich­tig, dass ihr ein Nachschlagewerk für Fremdwörter habt.

Nicht nur Fremdwörter bereiten Schwierigkeiten, auch die deutschen Wörter und ihre Recht­schreibung haben es in sich. Letztgenannte sollte man als jemand, dessen Hand­werk für ein paar Jahre das Schreiben ist, beherrschen. Es empfiehlt sich da­her, ein Nach­schlagewerk bei der Hand zu haben, etwa den DudenŽ, denn der hat Amts­cha­rak­ter: Seine Orthografie ist für den Schriftverkehr in der deutschen Verwaltung ver­bind­lich.

Von der Kenntnis der richtigen Schreibung, die eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist es nur ein kleiner Schritt zum guten Stil. Der ist die Kür zur Pflicht, wenn man so will. Zwei Bücher sind mir aufgefallen, die für einen pfleglichen und richtigen Umgang mit der deutschen Sprache plä­dieren: Deutsch für Profis und Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Das erstgenannte Werk rich­tet sich direkt an (künftige) Journalisten und weist in 31 Kapiteln auf die Untiefen jour­na­lis­ti­scher Texte hin und wie man sie um­schifft. Beides ist gleichermaßen Anliegen des zweiten Bu­ches, das mit ungleich spit­ze­rer Feder geschrieben wurde. Der Dativ … enthält Kolumnen, die sen­sibilisieren, wobei — ein wesentlicher Kritikpunkt — eine mitunter ermüdende Bemühtheit des Autors zutage tritt, komisch sein zu wollen.

Womit wir beim Thema Spaß wären. Im besten Falle sollte es Freude bereiten, sich mit Din­gen aus der akademischen Welt auseinanderzusetzen und mit eigenen Arbeiten an ihr aktiv teil­zu­ha­ben. Damit die Vorbereitungen für ein Referat oder eine Hausarbeit nicht zur enervierenden An­gelegenheit geraten, ist es ratsam, sich mit dem wis­sen­schaft­lichen Arbeiten allgemein aus­ein­anderzusetzen. Dafür gibt es die Sprache und Kom­munikation-Tutorien, die blaue Bro­schü­re des Faches ‘ und endlos viel Rat­ge­ber­lite­ratur. Eine persönliche Empfehlung fällt schwer an­ge­sichts der Flut an Büchern. Am besten schaut ihr euch bei Unibuch oder in der Uni­ver­si­täts­bi­bli­othek um. Dort befinden sich diverse Bücher zum Thema wissenschaftliches Arbeiten (mein Tipp: Fit fürs Studium ’); sie ste­hen un­ter der Signa­tur Allg 720. Hilfreich dürfte es zudem sein, sich bei Be­darf mit dem The­ma Zeit­ma­na­ge­ment zu befassen, denn auch das gehört zum wis­sen­schaft­lichen Arbeiten.

Die im Text genannten Werke in chronologischer Reihenfolge:

Œ Wahrig-Burfeind, Renate (Hg.) (2004): Wahrig Fremdwörterlexikon. 7., vollst. neu be­arb. u. aktual. Aufl. München: dtv. ISBN 3-423-34136-X, 14,00€

 Deutsche Dudenredaktion (Hg.) (2001): Duden. Das Fremdwörterbuch. 7., neu be­arb. u. erw. Aufl. Mannheim u. a.: Du­den­verlag. ISBN 3-411-04057-2, 21,50€

Ž Deutsche Dudenredaktion (Hg.) (2004): Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 23., völ­lig neu bearb. u. erw. Aufl. Mannheim u. a.: Dudenverlag. ISBN 3-411-04013-0, 20,00€

 Schneider, Wolf (2001): Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil. Über­arb. Taschen­buch­ausg. München: Goldmann. ISBN 3-442-16175-4, 8,00€

 Sick, Bastian (2004): Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ein Wegweiser durch den Irr­garten der deutschen Sprache. Köln: Kiepenheuer & Witsch. ISBN 3-462-03448-0, 8,90€

‘ Gaus, Detlef; Stein, Peter(2004): Einführung in das Studiengebiet Sprache und Kom­mu­ni­ka­tion. 11., verbess. Aufl. Lüneburg: Universität Lüneburg, Fachbereich III Kul­tur­wis­sen­schaf­ten, Fach Sprache und Kommunikation, Schutzgebühr: 1,50€

’ Franck, Norbert (1998): Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. Mün­chen: dtv. ISBN: 3-423-33009-0, 8,00 €

Wichtige Internetadressen und Anlaufstellen für die Literaturrecherche

1. Bibliothekskataloge/Verbundkataloge

- Universitätsbibliothek Lüneburg:
http://www.ub.uni-lueneburg.de/recherche/frsrecherche.htm
- Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg: www.sub.uni-hamburg.de
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV): www.gbv.de
- Karlsruher Virtueller Katalog (KVK): www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html

2. Aufsatzdatenbanken

- Unter http://www.gbv.de/cgi-bin/nph-wwwobnmenu: Online Contents (OLC), Biblio­gra­fien des Saur Verlages München (IBZ)
- http://www.biblint.de/ [für Germanisten gedacht, aber auch so sehr wertvoll, da hier auf mehrere andere Suchmaschinen verwiesen wird]

3. Weitere Anlaufstellen/hilfreiche Internetadressen

- Google: www.google.de, eine Adresse, die jeder kennt. Um sich einen groben Über­blick zu verschaffen, darf die Suchmaschine schlechthin nicht fehlen.
- Hans Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg: www.hans-bredow-institut.de
- Perlentaucher.de: www.perlentaucher.de (tägliche Feuilletonrundschau)
- paperball.de: www.paperball.de (Tageszeitungenschau)
- Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA): www.hwwa.de (für umfassende Presse­re­cherchen)
- Zeitungsarchiv des Studiengebiets Sprache und Kommunikation: www.uni-lueneburg.de/fb3/suk/zeitungsarchiv/index.html (kleinere Sammlung von Tages- und Wo­chen­zeitungen, kann teure Fernleihbestellungen unnötig machen)
- Lexikon der Filmbegriffe: http://lexikon.bender-verlag.de/suche.php (Online-Filmlexi­kon, wird ständig erweitert, zurzeit ca. 2600 Einträge)
- Lebendiges virtuelles Museum Online: www.dhm.de/lemo/home.html (Deutsche Ge­schich­te im 20. Jahrhundert als Online-Präsentation)
- Humanities, Sozial- und Kulturgeschichte — HsozuKult: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Geschichtswissenschaftliches Internetforum)
- Findmybook.de: www.findmybook.de (Literaturmetasuchmaschine, die in 12 Shops, darun­ter ZVAB, Amazon und eBay sucht)

Weitere Informationen und Kataloge nebst Kommentaren findet ihr in der blauen Bro­schüre des Fachs S&K (Gaus, Stein 2004: 42ff.).

1 Literaturangaben

1.1 Vom Sinn und der Notwendigkeit der Literaturangaben

Jeder wissenschaftliche Text — sei er eine Hausarbeit, eine Dissertation, ein Sammel­werk­beitrag etc. — folgt einem bestimmten Aufbau. Zwingend für alle ist am Ende ein al­­phabetisch ge­ord­ne­tes Literaturver­zeich­nis. Über jenes schreibt Theisen, es sei

„die vollständige Zusammenstellung aller in einer wissenschaftlichen Arbeit verar­bei­teten Sekundärmaterialien, welche in irgendeiner Form nachweislich (d.h. im Text, einer Fußnote oder an einer sonstigen Stelle) in der Arbeit berücksichtigt und zi­­tiert worden sind; darüber hinaus darf keine weitere Literatur Eingang in das Lite­ra­turverzeichnis finden.“ (Theisen 2002: 189)

Diese Definition hebt nur auf Sekundärliteratur ab, aber auch Primärliteratur[1] bzw. -quellen wird/werden natürlich nachgewiesen. Bei wenigen Primärquellen werden diese in das Lite­ra­tur­ver­zeich­nis integriert; wird das Literaturverzeichnis allzu üppig, erfolgt eine Trennung in primäre und sekundäre Quellen, und dies in der genannten Reihenfolge (vgl. Gaus, Stein 2004: 37).

Und noch einmal, weil es so wichtig ist: Das Literaturverzeichnis enthält alle ver­wen­de­ten Quel­len! Das heißt: Es wird weder zu viel noch zu wenig aufgenommen. Das Litera­tur­verzeichnis ist das Aushängeschild eurer Arbeit, die verwendete Literatur ein In­di­ka­tor für die Qualität. Das Li­te­ra­tur­verzeichnis soll es zudem den Lesern schnell ermög­li­chen, an die notwendigen In­for­ma­tio­nen zu gelangen, damit jene bei Interesse schnell das ver­wen­dete Werk finden.

Besteht über die Notwendigkeit, verwendete Quellen aufzuführen, noch Konsens, gehen die Mei­nungen bezüglich der Ausführung weit auseinander. Eine zwingende einheitliche Re­ge­lung existiert nicht (nicht einmal in der blauen S&K-Broschüre), und so weisen Na­tur­wissenschaftler an­ders nach als Geistes­wissenschaftler und Amerikaner anders als Deut­sche; hinzu kommen die gan­zen Rat­ge­ber­wer­ke, in denen die Autoren nach eigenem Gusto Empfehlungen und Verwerfungen für Li­te­ra­tur­an­gaben aus­spre­chen. Allenfalls scheint Einigkeit darin zu bestehen, dass mindestens immer Ver­fas­ser, Titel, Er­schei­nungs­ort und -jahr angegeben werden müssen . Wir re­du­zie­ren im Tuto­ri­um die Vielfalt und konzentrieren uns auf zwei un­terschiedliche Formen: die älte­re, deut­sche und die neue­re, angloamerikanische. Die Varianten un­ter­schei­den sich zum Beispiel an der Stel­lung der Jahreszahl und der Angabe des Verlags. Für wel­che Form der Literaturangabe man sich entscheidet, ist von den eigenen Vorlieben oder denen des Dozenten/der Do­zentin ab­hän­gig. Hat man sich für eine Variante ent­schie­den, bleibt man im gesamten Text da­bei, ein Wechsel wirkt unprofessionell und ist für den Leser ist ärger­lich. Wich­tig: Die Wahl hat direkte Auswirkungen auf den Zitat­nach­weis, sowohl auf die Form als auch auf den Ort (Fußnote oder direkt im Fließ­text).

Literaturangaben bereiten erfahrungsgemäß vielen Studierenden Schwierigkeiten. Häufig wer­den An­gaben vergessen (eine Mängelliste findet sich bei Gaus, Stein 2004: 38). Ein mög­licher Grund, wes­halb die Angaben falsch getätigt werden, ist, dass sich lediglich an der Titelseite eines Bu­ches orientiert wird. Alle bibliografisch interessanten und notwen­di­gen Angaben befinden sich für gewöhnlich jedoch im Buchinneren. Meist vorn, gele­gent­lich auch hinten im Buch stehen (un­ter dem Punkt „Die Deutsche Bibliothek — CIP-Ein­heits­aufnahme“) die Angaben zur Auflage, zur Reihe etc. Es empfiehlt sich, diese Sei­te — wie auch das Inhaltsverzeichnis eines Buches — immer zu kopieren, um darauf zu­rück­greifen zu können. Eine weitere Hilfe für Literaturangaben sind die Titel­in­for­ma­tio­nen aus den Katalogen der UB, des GBV, buchhandel.de …

Vermindert den Wert eurer Arbeiten nicht, indem ihr bei den Basics ungenau arbeitet. Li­teratur­angaben und das korrekte Zitieren sind formales Handwerkszeug — wenn man so will: die Pflicht. Das Schrei­ben hingegen ist die Kür, und die setzt das Be­herr­schen der Handgriffe voraus. All das wirkt anfänglich wie ein Buch mit sieben Sie­geln, ist aber tat­sächlich reine Übungssache. Auch ein Blick ins Muster­li­te­ra­tur­ver­zeich­nis (Gaus, Stein 2004: 33 und 38ff.) hilft. Es folgen nun die Muster für bestimmte Li­te­ra­tur­arten.[2]

1.2 Monografien

Monografien sind selbstständige Publikationen, das heißt, sie erscheinen getrennt und ab­ge­schlos­sen voneinander.[3] Im Gegensatz dazu gibt es unselbstständige Publikationen, die in Sam­mel­bänden oder in Periodika erschienen sind.

1.2.1 Ein Autor

Der einfachste Fall sieht so aus, dass man ein einzelnes Buch hat, das eine einzige Per­son ver­fasst hat. Für diesen Fall sieht das Muster für die Literaturangabe wie folgt aus, in [] ste­hen die Anga­ben, die davon abhängig sind, ob es sich um eine andere als die erste Auf­lage handelt oder ob es einen Untertitel gibt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[4] [5]

1.2.2 Zwei oder mehr Autoren

Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich zwei (oder drei) Autoren zusammengeschlossen ha­ben, um ein Buch zu schreiben. Dann sieht die Literaturangabe so aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es werden maximal drei AutorInnen angegeben. Haben sich mehr als drei Personen be­tei­ligt (das gilt auch für Herausgeber und Verlagsorte), ist die Form eine andere. Dann wird nur der erste genannte Autor (bzw. Herausgeber/Verlagsort) aufgeführt, danach folgt „u. a.“ für „und an­dere“ oder „et al.“ für „et alii“. Am Beispiel des Buchs „Lese­so­zia­lisation in schriftfernen Le­bens­welten. Lektüre und Mediengebrauch von Haupt­schü­lerInnen“, das die Autoren Irene Pieper, Cornelia Rosebrock, Heike Wirthwein und Stef­fen Volz verfasst haben, wird es deutlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.3 Mehrbändiges Werk

Ein Autor oder mehrere Autoren kann/können zudem ein Werk in mehreren Bänden ge­schrie­ben haben. Diese Angabe wird ebenfalls vermerkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Herausgeberwerke/Sammelbände

Häufig anzutreffen sind Beiträge, die aus Sammelbänden stammen. Das heißt, es gibt einen Band, in dem verschiedene AutorInnen zu Aspekten eines gewählten Themas etwas ver­fasst ha­ben. Das macht die Werke facettenreicher und interdisziplinärer — und die Ti­tel­angabe ein wenig kom­plexer. Hier tritt eine neue Figur auf: der Herausgeber. Er oder sie trägt die Leitung für das Pu­blikationsobjekt, redigiert und hält an der Kompi­la­tion ein Urheberrecht.

1.3.1 Der Sammelband als Ganzes

Die Literaturangabe für einen Sammelband, der von einer (oder mehreren) Person(en) he­raus­ge­ge­ben wurde, orien­tiert sich stark an der Monografie und sieht so aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[6]

1.3.2 Sammelwerkbeiträge

Die o. g. Literaturangabe stellt zunächst einmal eine Vorform dar, denn man verwendet sel­ten das gesamte Herausgeberwerk, sondern Teile, namentlich die Beiträge. Der Nach­weis eines Beitrages ist so ziemlich das Schwierigste, das man beherrschen muss, weil es viel zu schreiben gilt. Es ist hilfreich, den Verfasser eines Sammelwerkbeitrags und sel­bi­gen zunächst wie einen Verfasser einer Monografie zu behandeln (siehe S. 5), im zwei­ten Arbeitsschritt, d. h. wenn der erste Teil der Literaturangabe steht, fügt man nur noch an, wo man den Text gefunden hat — mithin die Sammelschrift. Verwirrend? Die nach­stehende Übersicht sollte es verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand dieses Beispiels lässt sich gut verdeutlichen, worin der Vorteil der anglo­ame­ri­ka­ni­schen Literaturangabe besteht: Die Einordnung des Beitrags in seinen Ent­ste­hungs­zeit­raums ist viel ein­facher für den Leser. Er sieht sofort, wann der Beitrag erschienen ist, da die Angabe weit vorn steht.

Gerade die Sammelwerkbeiträge sind wegen ihrer Vielzahl an Angaben sehr feh­ler­träch­tig. Die Seitenzahlen fehlen z. B. häufig in den Literaturangaben. Achtet bitte darauf, eine wirklich kom­plet­te Angabe zu schreiben.

1.4 Zeitschriften und Zeitungsartikel

Bislang haben wir uns auf Bücher beschränkt, doch auch Beiträge aus Periodika wie Fach­zeit­schrif­ten oder Zeitungen stellen verwert- und verwendbare Literatur dar. Wer die Literatur­an­gabe eines Sammelwerkaufsatzes verstanden hat, für den ist der Nach­weis aus Periodika simpel. Statt Herausgeber und Titel wird der Zeitschriften- bzw. Zei­tungs­titel verwendet, Verlagsort und Verlag spielen keine Rolle.

1.4.1 Zeitschriftenaufsätze

Zeitschriften weisen die Besonderheit auf, dass sie in Jahrgängen erscheinen. Steht bei­spiels­wei­se im Impressum „3. Jahrgang“, muss diese Angabe erscheinen. Häufig fehlt sie jedoch, so­dass auf sie notgedrungen verzichtet werden muss. Nicht verzichtet werden kann hingegen auf die Heftnummer. Wie eine bibliografisch korrekte Angabe in beiden Fäl­len (mit und ohne Jahrgang) aussieht, zeigt die folgende Tabelle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4.2 Zeitungsartikel

Ähnlich wie die Nachweise von Zeitschriftenartikeln sind deren Pendants aus Zei­tun­gen auf­gebaut. Der Jahrgang entfällt völlig, und statt der Heftnummer wird die Nummer der Ausgabe angeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es taucht mitunter die Schwierigkeit auf, Zeitung und Zeitschrift zu unterscheiden. Die Häu­fig­keit des Erscheinens kann ebenso distinktiv sein wie der Umfang. Auch die histo­ri­sche Ge­ne­se ist bei beiden eine andere. All das: Theorie. Ich empfehle für die Pra­xis fol­gen­de „Krücke“ zur Un­ter­scheidung: Zeitungen sind aktuel­le­ren Themen verhaftet als Zeit­schriften und erscheinen häu­fi­ger. Zeitungen erscheinen i. d. R. in Nummern, Zeit­schrif­ten in Heften.

1.5 Internetquellen

Kommen wir zu elektronischen Quellen. Das Internet bietet den Vorteil, schnell an Daten zu ge­lan­gen, dies ist aber auch sein Nachteil: Nahezu jeder kann problemlos publizieren, Qua­li­täts­bar­rieren bestehen kaum. Ein kritischer Umgang mit Internetquellen ist anzu­ra­ten, und man grei­fe lieber zur wissenschaftlichen Printliteratur denn zur einfachen Copy-and-Paste-Manier, wenn ein Thema schon in der Fachliteratur behandelt wurde (vgl. Gaus, Stein 2004: 33). Ein wei­te­rer Nachteil des Internets: Die Seiten sind heute ab­­rufbar, morgen vielleicht schon nicht mehr. Daher empfiehlt es sich, den ent­spre­chen­den Text abzuspeichern und ggf. als Anhang der Haus­ar­beit zur Verfügung zu stellen.

Die bibliografische Angabe des „flüchtigen Textes“ sieht anders aus als die einer Print­res­source. Sie muss „die drei Ebenen Zugang (Web-Adresse), Quelle (Titel des Doku­ments) und Urheber (Verfasser des Dokuments) auseinanderhalten und eindeutig doku­men­tieren“ (Gaus, Stein 2004: 33). Häufig wird der Verfasser nicht genannt — streng ge­nom­men spricht die mangelnde Verläss­lich­keit gegen die Verwendung der Quelle.

Wie schon bei den Printquellen herrscht auch hier keineswegs Konsens, wie man ver­wen­de­te Internet-Texte angeben soll. Der im Fach Sprache und Kommunikation geforderte Nachweis (vgl. ebd.) soll da­her als Minimalkonzept verstanden werden. Demnach sieht das Muster für eine Lite­ra­tur­an­ga­be folgendermaßen aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Primärliteratur sind originale Quellen, Romane etwa. Sekundärliteratur ist wissenschaftliche Lite­ra­tur, die sich Phänomenen bzw. Gegenstände wissenschaftlichen Interesses widmet. Um das Beispiel mit dem Roman aufzugreifen: Sekundärliteratur wäre z. B. eine Untersuchung des Romans in Bezug auf die geistige Strömung, die zum Zeitpunkt des Entstehens vorherrschte.

[2] Wie andere Materialien, Filme z. B., nachgewiesen werden, steht in der DIN 1505.

[3] Zum besseren Verständnis der Monografie hier noch ein Zitat: „ Verfasserschriften nennt man eine von einem oder mehreren Autoren verfasste Ein­zel­schrift, sofern sie selbstständig als Buch erschienen ist (im Unterschied zu Zeitschriften, Jahr­büchern, Kongressberichten, Sammelwerken). Der Begriff Mono­gra­fie meint das Glei­che, assoziiert aber zugleich die innere Geschlossenheit des behandelten Gegen­stan­des als Einzelleistung eines Autors.“ (Moenninghoff, Meyer-Krentler 2001: 44)

[4] Die der Zahl Auflage kann auch vor die Jahreszahl gestellt werden. Format: hochgestellt (so wie die Zif­­fer die­ser Fußnote). Beispiel: 31998. Das sagt aus, dass das Buch in der dritten Auflage im Jahr 1998 er­­schie­nen ist. Diese Form funktioniert nur bei unveränderten Auflagen; sobald sie verbessert, über­ar­bei­­tet uswusf. worden sind, kommt die Zahl der Auflage nach vorn in den Auflagenvermerk.

[5] Der Nachweis einer Paraphrase erfolgt analog. Hier wird nur noch ein „vgl.“ dem Nachweis voran­gestellt, siehe S. 29.

[6] Statt „Hrsg.“ kann auch die kürzere Form „Hg.“ verwendet werden.

[7] Hier wurde die in der Fußnote zuvor genannte Möglichkeit genutzt.

Details

Seiten
45
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638332569
ISBN (Buch)
9783638723893
Dateigröße
690 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32572
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Schlagworte
Grundtechniken Arbeitens Tutorium Sprache Kommunikation“ Thema Referat

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Titel: Wissenschaftliches Arbeiten. Grundtechniken