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"...ein garstiger, breiter Graben... " Gotthold Ephraim Lessing in der Konfrontation "Vernunft versus Religion und Glaube"

Seminararbeit 2004 22 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1 Introduktion

2 Der reimarsche „Hauptsturm auf die christliche Religion“

3 Die Brandstiftung: Lessings Beweggründe für die Herausgabe der Fragmente

4 „Die logische Ordnung unsrer Gedanken“: Axiomata

5 Das vorläufige Etwas und Lessings Schwächen

6 „Es ist mir erlaubt, Ihnen den Eimer faulen Wassers, in welchem Sie mich ersäufen wollen, tropfenweise auf den entblößten Scheitel fallen zu lassen.“ Lessings Antwort, die Anti-Goeze.

7 Die nötige Antwort (auf eine unnötige Frage?)

8 Die Zensur

9 Konklusion

10 Bibliographie

1 Introduktion

Die Publikation der Reimarus-Fragmente, der dadurch entfachte Fragmentenstreit und die theologie- und religionskritische Kontroverse mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze ist Lessings letzter Kampf im Dienste der Aufklärung, dem „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“1

Mit dieser „Unmündigkeit“ ist in diesem Fall die des Menschen gegenüber einer ihm überlegenen göttlichen Instanz gemeint, und damit verbunden auch das Abgeben von Verantwortung an dieselbige. Selbst verschuldet wäre diese „Unmündigkeit“, wenn man annähme, der Mensch hätte sich die Instanz Gott selbst konstituiert, hätte ein abstraktes, ideelles Wesen geschaffen, um eine Konstante zu haben, auf die er sich berufen, der er die Schuld an Geschehnissen (für die er eventuell sogar verantwortlich ist) zuschreiben kann; eine Instanz, die den Lauf der Dinge in der Vorsehung schon geplant hat. „L'homme est condamné à être libre“2 sagt Jean-Paul Sartre, ein Vertreter des atheistischen Existentialismus, und genau deshalb benötige der Mensch etwas Übermenschliches, Absolutes, Unfehlbares an dem er den nötigen Halt finde.

Lessing, der sich selbst als einen „Liebhaber der Theologie“3 bezeichnet, aber ebenso zu den größten Aufklärern seiner Zeit zählt, vereint somit zwei divergente, wenn nicht sogar kontradiktorische Denkweisen. Einerseits vertritt er die Position eines Menschen, der die Antworten auf die Fragen, die das Leben und die Welt stellt, mit Hilfe seiner Vernunft zu finden versucht und auch sein Handeln auf rationell gesehen plausibel erscheinende Grundsätze abstimmt. Und andererseits ist da sein lebhaftes Interesse für die Theologie, die „wissenschaftliche Lehre von einer als wahr vorausgesetzten (christlichen) Religion, ihrer Offenbarung, Überlieferung und Geschichte“4, eine Wissenschaft, deren Materie sich nicht allein mit Hilfe von Vernunft und Logik erfassen läßt. Denn es braucht mehr dazu, nämlich den Glauben an etwas nicht wissenschaftlich Erklärbares, den Glauben an die Religion. Oder besser gesagt: es bedarf der religio5 . So befindet Lessing sich gewissermaßen in einem Konflik, den er mit folgender Allegorie aufzeigt:

Wollte man mich noch weiter verfolgen und sagen: „O doch! Das ist mehr als historisch gewiß; denn inspirierte Geschichtsschreiber versichern es, die nicht irren können“: So ist auch das leider nur historisch gewiß, daß diese Geschichtsschreiber inspiriert waren und nicht irren konnten. Das, das ist der garstige breite Graben, über den ich nicht kommen kann, sooft und ernstlich ich auch den Sprung versucht habe. Kann mir jemand hinüberhelfen, der tu' es; ich bitte ihn, ich beschwöre ihn. Er verdienet einen Gotteslohn an mir.6

Lessing situiert sich selbst also auf der Vernunftsseite des Grabens. Der Sprung auf das gegenüberliegende Ufer wird ihm durch sein rationelles Denken verwehrt. Er kann den durch die historische Kritik gebildeten Abgrund, der sich vor ihm auftut, nicht überwinden. Aber ein Wille, über den Graben zu kommen existiert; der Wunsch, sich von der Rationalität wenigstens etwas abzulösen und den Glauben zu verstehen, vielleicht sogar selbst anzufangen, an eine geoffenbarte Religion zu glauben, ist da. Aber er schafft diesen Sprung nicht, weil er die Religionsgeschichte für zufällig hält und nach einer Wahrheit fragt, die unabhängig von der Historie existiert. So bittet er um Hilfestellung bei der Überwindung des Abgrunds, oder sucht zumindest nach einer Brücke, über die er sich dem anderen Ufer, der „Glaubenbereitschaft“, wenigstens annähern kann.

2 Der reimarsche „Hauptsturm auf die christliche Religion“

7 Mit unerbittlich lückenloser Konsequenz verrichtet er seinen Gottesdienst des Denkens bis zum Ende, und als konsequentester Aufklärer – verschweigt er die Resultate seiner Aufklärungsarbeit.8

Der Hamburger Gymnasiallehrer und Professor für Orientalistik, Hermann Samuel Reimarus war kein unreligiöser Mensch, sondern ein bekennender Deist. Mit seinem Werk Die vornehmsten Wahrheiten der natürlichen Religion versucht er nachzuweisen, daß alle historischen Religionen, also auch das Christentum, ihren Ursprung in einer natürlichen „Universalreligion“ finden, welche aus der Vernunft resultiert und dem Menschen als unvollkommenem Wesen gemäß ist. Diese Religion erklärt und begründet er in folgendem Bild:

Die körperliche Welt ist also nichts anders, als eine große Maschine. Die großen Weltkörper, Sonnen und Planeten, sind die Theile und Räder dieser Maschine. (...) Von dieser großen Maschine der körperlichen leblosen Welt sage ich nun, daß sie an sich, wegen ihrer Leblosigkeit, 1) überhaupt keiner innern, sondern bloß einer äußeren Vollkommenheit fähig sey; folglich 2) daß sie vielweniger selbstständig, nothwendig und und ewig seyn könne: sondern 3) von einem andern, nämlich der Lebendigen willen, hervorgebracht seyn müsse.9

Eben diese Maschine, das Sonnensystem, wurde von einem göttlichen, vollkommenen „Werkmeister“10 nach seinen Vorstellungen konstruiert um anschließend, damit sie auch ihren Zweck erfülle, von ihm gesteuert zu werden. Dieser Einfluß, den der Werkmeister „Gott“ folglich nach ihrer Schöpfung auf die Welt hat, hebt die Naturgesetze nicht auf und vollzieht sich ohne Wunder, manifestiert sich also vor allem in den Regelmäßigkeiten der Natur.

Folglich liegt es auf der Hand, daß er das Christentum mit seinem Glauben an die in der Bibel geschilderte göttliche Offenbarung und deren Absolutheitsanspruch kritisieren muß. Und das tut er:

Seine umfangreiche Apologie oder Schutzbrief für die vernünftigen Verehrer Gottes entsteht schon in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts. Allerdings läßt er sie nicht drucken, da er die Konsequenzen ihrer Publizierung scheut und noch auf den richtigen Moment warten will. Und der sollte zu seinen Lebzeiten offensichtlich noch nicht kommen. Reimarus Tochter Elise vermacht Lessing nach dem Tod des Lehrers mehrere dieser Fragmente zur privaten Lektüre. Dieser aber veröffentlicht einige dieser Schriften, (seiner Meinung nach war die Zeit jetzt wohl reif), deklariert sie als Bibliotheksfund und macht keine Angaben zum Autor. Dabei wählt er die ihm am wichtigsten erscheinenden aus: 1774 läßt er das Fragment Von Duldung der Deisten in seinen Beiträgen zur Geschichte und zur Literatur aus der Herzöglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel drucken, 1777 dann weitere fünf Fragmente und die Gegensätze des Herausgebers mit den ersten 53 §§ der Erziehung des Menschengeschlechts unter dem Titel Ein Mehreres aus den Papieren des Ungenannten, die Offenbarung betreffend (1. Von der Verschreiung der Vernunft von den Kanzeln; 2. Unmöglichkeit einer Offenbarung, die alle Menschen auf eine gegründete Art glauben können; 3. Durchgang der Israeliten durchs Rote Meer; 4. Daß die Bücher des AT nicht geschrieben worden, eine Religion zu offenbaren; 5. Über die Auferstehungsgeschichte).

Reimarus versucht in diesen Schriften unter anderem die in der Bibel geschilderten Geschehnisse historisch zu erfassen, um sie zu revidieren und zu widerlegen. Den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer negiert er, indem er hochrechnet, wie viele Menschen und Tiere das Meer durchquert haben, und die daraus folgende Unwahrscheinlichkeit einer so schnellen Wanderung darstellt. Auch wirft er der Kirche die Manipulierung der Gläubigen durch vernunftsverneinende Predigten vor11. Das Fragment, das wohl am aufstoßerregendsten wirkt, ist das Über die Auferstehungsgeschichte. Hier wird die Unmöglichkeit einer Rückkehr aus dem Totenreich aufgezeigt und die Apostel werden als Simulanten der göttlichen Vorhersehung dargestellt:

Last uns nur die Beschaffenheit des Grabes mit allen Umständen unpartheyisch betrachten: so werden wir sehen, es sey nicht allein möglich, sondern auch wahrscheinlich, daß einige von den Jüngern Jesu seinen Körper des Nachts aus dem Grabe genommen und an einem unbekannten Ort verscharret haben. (...) Diese Weiber hatten (...) eine ungehinderte Freyheit erhalten zum Grabe zu kommen und hinein zu gehen [um den Leichnam] ordentlich zu balsamieren, wie es bey den Juden gebräuchlich war. (...) Dabei äussern sie (...) keine Besorgniß, wie sie die Wächter (...) überreden wollten sie hineinzulassen, sondern nur, wie sie den großen Stein von der Thür des Grabes abweltzen mögten.a Es konnten also keine Wächter um das Grab gestellt seyn. (...) Maria Magdalena sagt es uns (...) ganz deutlich. Da sie den Körper nicht mehr im Grab findet, spricht sie: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt habenb .12

„Doch Lessing konnte damit nicht einverstanden sein. Seine Auffassung von der Offenbarung und seine Vorstellung von der Person Jesu waren viel tiefer als die des Fragmentisten.“13

Dennoch läßt er die Worte des Orientalisten drucken und vertreiben, bingt sie gegen dessen Willen ans Tageslicht und machte sie somit der breiten Öffentlichkeit zugängig.

3 Die Brandstiftung: Lessings Beweggründe für die Herausgabe der Fragmente

Vor dem Lordmayor von London steht einer, der der Brandstiftung angeklagt ist. Man hat ihn vom Boden des brennenden Hauses herunterkommen sehen. „Ich kam gestern nachmittag um vier Uhr“, erzählt er, „auf meines Nachbars Speicher und fand daselbst ein brennendes Licht, das die Bedienten aus Nachlässigkeit vergessen hatten. In der Nacht wäre es heruntergebrannt und hätte die Treppe ergriffen. Damit der Brand am Tag ausbreche, habe ich es auf etliche Bund Stroh geworfen. Alsbald fuhr die Flamme zur Luke hinaus, die Spritzen kamen herbeigeeilt, und das Feuer, das in der Nacht gefährlich geworden wäre, wurde unverzüglich erstickt.“ „Warum haben sie das Licht nicht einfach weggenommen und gelöscht?“ fragt der Lordmayor. „Hätte ich das Licht ausgelöscht, so würden die Bedienten im Hause nicht vorsichtiger geworden sein. Nun aber ein so großer Lärm daraus entstanden ist, werden sie künftig acht haben.“ „Seltsam, sehr seltsam“, sagt der Lordmayor. „Er ist wirklich kein Bösewicht, sondern nur nicht richtig im Kopf.“ Und er ließ ihn ins Irrenhaus sperren; dort sitzt er heute noch.14

So zeichnet Johann Salomo Semler, der Archidiakonus aus Saalfeld, den Aufklärer Lessing am Ende seiner Refutationes. Doch Lessing ist nicht verrückt, er weiß ganz im Gegenteil sehr genau, was er tut, „seine Brandstiftung war ein Alarmsignal“15, denn „er zeigt, wie ein geheimer Feind seine Laufgräben bis an den Wall herangeführt hat“16. Mit dieser „Straftat“, der Publikation der reimarschen Fragmente, will er ein Zeichen setzen, will seine Umwelt ansprechen, sie zu einer kritischen Reflektion ihres Glaubens und einem daraus eventuell resultierendem Handeln animieren. So hat die Herausgabe der Fragmente für ihn eine sokratische Funktion.

Der Aufruhr, den die Fragmente und seine diesbezüglichen Äußerungen unter einigen Theologen und Wissenschaftlern provozieren, kommt ihm in diesem Wunsch nur noch entgegen: der theologiekritische Kampf wird nun unter dem Auge der Öffentlichkeit und auf offenem Felde ausgefochten. Deshalb kann Lessing seinem Hauptgegner Goeze sogar direkt vorwerfen, daß dieser, und nicht er selbst als der Herausgeber der Fragmente, an den Konsequenzen, die der Inhalt der Fragmente möglicherweise heraufbeschwört, Schuld trage:

der diese Fragmente drucken ließ, hat weit weniger Verantwortung, als Du, der Du das laute Zeter über sie anstimmst. Jener hat nur gemacht, daß mehrere sie lesen können: Du machst, daß mehrere sie wirklich gelesen haben, und nun lesen müssen.17

Er begrüßt den entstanden Konflikt, der nun um so höhere, sich weit ausbreitende Wellen schlug und somit in noch zahlreicheren Köpfen kritische Gedanken heraufbeschwört. Vor allem aber hofft er auf eine Widerlegung der reimarschen Thesen durch die Verteidiger des christlichen Glaubens. Er beabsichtigt also eine Art „chemischer Prüfung, auf die der Offenbarungsglaube, die Kirche, die Theologie (...) antworten müsse“18.

Gott weiß es, ich habe nichts dagegen, daß Sie (...) gegen meinen Ungenannten zu Felde ziehen. Vielmehr freue ich mich darüber; denn eben darum zog ich ihn ans Licht, damit ihn recht viele prüfen, recht viele widerlegen könnten.19

Lessing befindet sich wieder auf einem Streifzug der Wahrheitssuche. Diese Tätigkeit betrachtet er als essentiell, viel wertvoller als das vermeintliche Besitztum einer putativen Wahrheit. Er versucht hier auf dem Wege der öffentlichen Debatte Antworten auf die Fragen zu finden, die ihm sein aufklärerischer Geist bezüglich der Religion stellt. Vielleicht bekommt er ja sogar einen nützlichen Hinweis für seine persönliche Suche nach der inneren, unabhängig von allen geschichtlichen Geschehnissen existierenden Wahrheit? Er versteht sich selbst also als Wahrheitssuchenden und erhebt somit keinen Anspruch auf Unwiderlegbarkeit seiner Argumente.

Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgend ein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit bestehet.20

Lessings Rechtfertigung für die Herausgabe der provozierenden Schriften findet sich in der kleinen Bitte: hier vergleicht Lessing sich mit einem Kräuterkenner, den Hauptpastor mit einem Schäfer. Der Kräuterkenner, erfreut über einen neuen Fund und unbekümmert ob dessen eventuellen Giftgehalts gibt sein frisch errungenes Wissen weiter. Denn einen Nutzen könnte es ja haben - und sei es zu wissen, daß dieses Kraut schädlich ist. So auch der Bibliothekar aus Wolfenbüttel: er fand bisher unbekannte Texte, die möglicherweise Aufruhr erregen könnten, setzte sie aber, gespannt den Folgen entgegenblickend, der Öffentlichkeit aus. Der Schäfer kennt nur die Kräuter, die an seinem Weideplatz gedeihen und bietet seiner Herde auch nur diejenigen an, die er für sie bekömmlich findet, genauso wie der Hauptpastor „alle literarischen Schätze nur nach dem Einflusse [würdigt], den sie auf (...) [die] Gemeinde haben können, und (...) [will] lieber zu besorglich als zu fahrlässig sein.“21

[...]


1 Immanuel Kant, Was ist Aufklärung?, Göttingen, 1967, S,55

2 „der Mensch ist zur Freiheit verdammt.“; Sartre argumentiert folgendermaßen: „En effet, tout est permis si Dieu n'existe pas, et par conséquent l'homme est délaissé, parce qu'il ne trouve ni en lui, ni hors de lui une possibilité de s'accrocher. (...) Si, en effet, l'existence précède l'essence, on ne pourra jamais expliquer par référence à une nature humaine donnée et figée; autrement dit, il n'y a pas de déterminisme, l'homme est libre (...). Si, d'autre part, Dieu n'existe pas, nous ne trouvons pas en face de nous des valeurs ou des ordres qui légitimeront notre conduite. Ainsi, nous n'avons ni derrière nous, ni devant nous, (...) des justifications ou des excuses. (...) C'est ce que j'exprimerai en disant que l'homme est condamné à être libre. Condamné, parce qu'il ne s'est pas créé lui-même, et par ailleurs cependant libre, parce qu'une fois jeté dans le monde, il est responsable de tout ce qu'il fait.“ (J.-P. Sartre, L'existentialisme est un humanisme, Paris, 1946, S. 57) Sartre geht davon aus, daß der Mensch als biologisches Wesen existierte, bevor er seine menschlichen Eigenschaften, seinen Charakter und somit seine Vernunft ausgebildet hat. Folglich kann es also keinen Gott geben, der den Menschen nach seinem Abbild, ausgestattet mit Bewußtsein und Intelligenz, geschaffen hat. Und gibt es diesen Gott nicht, so ist der Mensch absolut frei im Handeln, aber auch frei von jeglicher Möglichkeit sich „festzuhalten“. Folglich existieren auch keine konstanten Normen (außer der von der menschlichen Vernunft gebildeten), die das Handeln rechtfertigen oder legitimisieren könnten, der Mensch steht also allein vor den weltlichen Geschehnissen, für die er in jedem Fall verantwortlich ist.

3 Gotthold Ephraim Lessing, „Axiomata“, in: Die Erziehung des Menschengeschlechts und andere Schriften, Stuttgart, 1965, S. 47

4 Duden, Das große Fremdwörterbuch, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 2000

5 lat. „religiöses Gefühl“, „religiöses Denkweise“, „Gottesfurcht“

6 Gotthold Ephraim Lessing, „Über den Beweis des Geistes und der Kraft“, in: Die Erziehung des Menschengeschlechts und andere Schriften, Stuttgart, 1965, S. 36

7 Gotthold Epraim Lessing, „Eine Duplik“, in: Werke, Bd. 8, hg. von Hebert G. Göpfert, München, 1979, S.31

8 Gottfried Fittbogen, Die Religion Lessings, Leipzig, 1923

9 Hermann Samuel Reimrus, Die vornehmsten Wahrheiten der natürlichen Religion, hg. von Günter Gawlick, Göttingen, 1985, Bd. 1, S. 209

10 Ebd., S. 211

11 „Aber, das ist auch in der That der Vorsatz der Herrn Prediger nicht, daß sie die Erwachsenen nunmehr von der Kantzel zu einer vernünftigen Religion, und zur vernünftigen Einsicht der Wahrheit des Christenthums, unterrichten wollten. Sondern man schreckt vielmehr diejenigen, welche nun Lust bekommen mögten nachzudenken und auf den Grund ihres bisherigen Glaubens zu forschen, von dem Gebrauch ihrer edelsten Natur-Gabe, der Vernunft, ab.“ (Hermann Samuel Reimarus, Apologie oder Schutzbrief für die vernünftigen Verehrer Gottes, hg. von Gerhard Alexander, Hamburg, 1972, S. 96 aMk 16. 1-3: „Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ bJoh 20. 2: „Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

12 Hermann Samuel Reimarus, Apologie oder Schutzbrief ür die vernünftigen Verehrer Gottes, hg. von Gerhard Alexander, Hamburg, 1972, S. 198f

13 Albert Schweitzer, Geschichte der Leben-Jesu-Forschung, Tübingen, 1951, S.15

14 Zitiert nach: Albert Schweitzer, Geschichte der Leben-Jesu-Forschung, Tübingen, 1951, S.15

15 Hartmut Sierig, „Die große Veränderung, Reimarus – Lessing – Goeze“, in: Hermann Samuel Reimarus, Vorrede zur Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes, Göttingen, 1967, S. 10

16 Albert Schweitzer, Geschichte der Leben-Jesu-Forschung, Tübingen, 1951, S.16

17 Gottfried Ephraim Lessing, „Dritter Anti-Goeze“, in: Werke, Bd. 8, hg. von Herbert G. Göpfert, München, 1979, S. 223

18 Hans-Joachim Kraus, Geschichte der historisch-kritischen Erforschung des Alten Testaments“, Neukirchen, 1956, S. 221

19 Gotthold Ephraim Lessing, „Erster Anti-Goeze“, in: Werke, Bd. 8, hg. von Herbert G. Göpfert, München, 1979, S.160

20 Gotthold Ephraim Lessing, „Eine Duplik“, in: Werke, Bd. 8, hg. von Herbert G. Göpfert, München, 1979, S. 32f

21 Gotthold Ephraim Lessing, „Eine Bitte“, in: Werke, Bd. 8, hg. von Herbert G. Göpfert, München, 1979, S.120

Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638333733
ISBN (Buch)
9783638651967
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32720
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Germanistisches Seminar
Note
1,7
Schlagworte
Graben Gotthold Ephraim Lessing Konfrontation Vernunft Religion Glaube Proseminar

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