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Die Neuordnung der Segmente an der Deutschen Börse

Seminararbeit 2003 16 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Management Summary

2. Die Neuordnung der Segmente an der Deutschen Börse
2.1. Das vierte Finanzmarktförderungsgesetz
2.2. Hintergründe der Neuordnung
2.3. Die Segmente an der Deutschen Börse
2.3.1. Vor der Neustrukturierung
2.3.2. Nach der Neustrukturierung

3. Die November AG
3.1. Porträt
3.2. Die November AG in Zahlen
3.2.1. Bilanz nach IAS
3.2.2. Gewinn- und Verlustrechnung nach IAS
3.2.3. Sonstige Zahlen
3.3. Der Wechsel vom Neuen Markt in das Prime Standard Segment

4. Rechtlichen Vorschriften und Pflichten am Beispiel der November AG
4.1. Gesetzliche Richtlinien
4.2. Organisierte Märkte
4.2.1. Geregelter Markt
4.2.2. Amtlicher Markt
4.3. General Standard
4.4. Prime Standard
4.4.1. Indexkonzept
4.4.1.1. DAX
4.4.1.2. MDAX
4.4.1.3. SDAX
4.4.1.4. TecDAX
4.4.1.5. CDAX
4.4.2. Brachenindizes

5. Fazit

6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

VI. LITERATURVERZEICHNIS

1. Management Summary

In den folgenden Ausführungen werde ich zum einen erläutert, welche Veränderungen die Neuordnung der Segmente der Deutschen Börse mit sich bringen und in wie weit sich die rechtlichen Vorschriften und Pflichten geändert haben.

Zum anderen wird an dem konkreten Beispiel der November AG der theoretisch erarbeitete Stoff in die Praxis umgesetzt. Die November AG war bis zur Neuordnung der deutschen Börsensegmente am Neuen Markt notiert und wechselte bei Umstellung Anfang dieses Jahres in das Prime Standard Segment. Um die verschiedenen Segmente praktisch zu veranschaulichen, wird anhand des Beispiels November AG die einzelnen Börsensegmente praktisch dargelegt.

2. Die Neuordnung der Segmente an der deutschen Börse

2.1. Das vierte Finanzmarktförderungsgesetz

Am 1. Juli 2002 ist das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz mit einer Vielzahl von umfassenden Reformen in Kraft getreten. Die drei Kernpunkte der Gesetzesänderung sind:

- Erhöhung der Marktintegrität und der Markttransparenz, um den Anlegerschutz in Deutschland zu verbessern [1]
- Erweiterte und flexiblere Handlungsmöglichkeiten für Börsen, Marktteilnehmer und Kapitalanlagegesellschaften [1]
- Lücken im bestehenden Abwehrsystem gegen Geldwäsche werden geschlossen und das Aufspüren illegalen Geldes wird erleichtert [1]
Durch das vierte Finanzmarktförderungsgesetz wurde auch das Börsengesetz angepasst. Der Gesetzgeber hat noch bestehende Unterschiede hinsichtlich des Börsenhandels in den einzelnen Segmenten weitgehend angeglichen. Aktuell sieht das Börsengesetz folgende Börsensegmente vor:
- Amtlicher Markt
- Geregelter Markt für zugelassene Wertpapiere
- Geregelter Markt für einbezogene Wertpapiere
- Freiverkehr

Die Änderung des Gesetzes sieht nun auch vor, dass Börsen die Möglichkeit haben, für Teilbereiche des Amtlichen und des Geregelten Marktes zusätzliche Zulassungspflichten festzulegen.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Börse den Aktienmarkt neu strukturiert. Dies bedeutet für die Deutsche Börse, dass sie die Anpassung an internationale Standards weiter vorantreiben kann und mehr Rechtsicherheit durch die Normierung im öffentlichen Recht der Börsenordnung hat. Außerdem wird die Sicherheit und das Vertrauen der Investoren gestärkt.

2.2. Hintergründe der Neuordnung

Die Hintergründe für die Neuordnung der Börsensegmente beruht vor allem auf dem Neuen Markt. Aus diesem Marktsegment haben sich einerseits in den letzten eineinhalb Jahren einige Firmen zurückgezogen und anderseits laufen gegen verschiedene Vorstände Gerichtsverfahren wegen Kursbetrugs. Die Neustrukturierung soll den guten Ruf und die Glaubwürdigkeit der Börse wieder herstellen, um neue Investoren auch aus dem Ausland anzulocken. Auch spiegeln die Zulassungsvoraussetzungen die Qualität der in den einzelnen Börsensegmenten notierten Aktien unzureichend wieder. Ein weiterer Grund für die Neuordnung ist auch, dass die Zulassungsvoraussetzungen der Börsensegmente und der Themenmärkte ineinander greifen. Dies ist vor allem für internationale Anleger sehr unüberschaubar.

2.3. Die Segmente an der Deutsche Börse

2.3.1. Vor der Neustrukturierung

Bis vor kurzem gab es an der Deutschen Börse die beiden Börsensegmente Amtlicher Handel und Geregelter Markt. Dabei galt für die dort gehandelten Aktien verschiedene Zulassungsvoraussetzungen.

Außerdem entstanden im Herbst 1998 so genannte Themenmärkte, die sich wie folgt untergliedern:

- Der Deutsche Standardmarkt mit den 100 größten Aktienwerten aus den traditionellen Branchen[2]
- Der Neue Markt, für Aktienwerte aus den Bereichen Technologie, Internet und Biotechnologie[2]
- Der SMax für kleinere Aktienwerte aus den traditionellen Branchen[2]

Interessant für diese Fallstudie ist dabei der Neue Markt, an dem die November AG seit April 2000 notiert war. Um im Neuen Markt notieren zu können, wurde eine Zulassung am Geregelten Markt beantragt werden und der Handel im Freiverkehr der Frankfurter Börse erfolgen. Darüber hinaus musste die November AG Einbeziehungs- und Folgepflichten des privatrechtlichen Regelwerks Neuer Markt der Deutschen Börse anerkennen und erfüllen.

Die Zulassungsvoraussetzungen für den Neuen Markt waren dabei wie folgt:

- Das Unternehmensalter soll mindestens 3 Jahre betragen[3]
- Zulassung zum Geregelten Markt der Frankfurter Börse[3]
- Die Aktiengattung sind Stammaktien[3]
- Mindestens 20 % müssen im Freefloat sein, 25 % sind empfohlen (10 % bei Emissionsvolumen > 100 Mio. Euro) [3]
- Mindestens zwei Designated Sponsors[3]
- Anerkennung der Grundsätze für die Zuteilung von Aktienemissionen der Börsensachverständigenkommission[3]
- Erstellung eines Drei-, Sechs- und Neun-Monatsberichts und deren Veröffentlichung spätestens 2 Monate nach Abschluss der Berichtsperiode[3]
- Erstellung eines Jahresabschlussberichtes und dessen Veröffentlichung spätestens 3 Monate nach Abschluss der Berichtsperiode[3]
- Internationale Rechnungslegung nach IAS oder US-GAAP in Deutsch und Englisch[3]
- Analystenveranstaltung mindestens einmal jährlich[3]
- Pflege eines Unternehmenskalenders[3]

2.3.2. Nach der Neustrukturierung

Die Neustrukturierung auf Basis des vierten Finanzmarktgesetzes fand ab Anfang 2003 statt. Es wurde folgender Zeitplan festgelegt:

- 31. Januar: Stichtag zur Veröffentlichung der finalen Rangliste aller Primestandardunternehmen[4]
- 11. Februar: Entscheidung über Indexzusammensetzung[4]
- 11. März: Umstellung der Indizes nach Handelsschluss[4]
- 24. März: Handelstart der neuen Indexfamilie[4]
- Ende 2003: Neuer Markt und SMAX werden voraussichtlich
endgültig eingestellt [4]
- Ende 2004: Voraussichtliches Ende NEMAX50[4]

Zur Vereinfachung der Struktur und zur Erhöhung der Transparenz wird der deutsche Aktienmarkt in zwei neue Marktsegmente, den Prime Standard und den General Standard geteilt.

Für beide Segmente gelten die strengen Bestimmungen des Börsengesetzes zum Amtlichen und Geregelten Markt. Darüber hinaus gelten für den Prime Standard weiterführende internationale Voraussetzungen. Die November AG notiert im Prime Standard und erfüllt somit die strengen internationalen Richtlinien.

[...]


[1] Vgl. Bundesministerium der Finanzen Monatsbericht 08/02 Seite 65

[2] Vgl. Rolf Beike (1999): Finanznachrichten lesen-verstehen-nutzen, Schäfer Pöschel, S. 52-62

[3] Vgl. Deutsche Börse AG, Neuer Markt, 22.04.2003 http://deutsche-boerse.com

[2] Vgl. Rolf Beike (1999): Finanznachrichten lesen-verstehen-nutzen, Schäfer Pöschel, S. 52-62

[3] Vgl. Deutsche Börse AG, Neuer Markt, 22.04.2003 http://deutsche-boerse.com

[4] Vgl. Deutsche Börse AG (2003), Leitfaden zu den Aktienindizes der Deutschen Börse, S. 4

Details

Seiten
16
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638336789
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33117
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1,0
Schlagworte
Neuordnung Segmente Deutschen Börse Fallstudien Finanzen

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