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Kirchengeschichte

Hausarbeit 2002 10 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhalt:

1. Vorwort

2. Die Alte Kirche

3. Die Kirche im Mittelalter

4. Die Kirche im Zeitalter der Reformation

5. Die Kirche in Neuzeit und Gegenwart

6. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Kirchengeschichte – Geschichte der Kirche – eingebettet in den allgemeinen historischen Prozess, beeinflusst und mit hohem Einfluss. Ein Machtspiel zwischen weltlicher und geistlicher Obrigkeit.

Doch wo verlaufen die Grenzen der Kirchengeschichte?

Was sind die jeweils treibenden Kräfte?

Welche äußeren Umstände beeinflussen die Entwicklungen?

Ein weitreichendes Gebiet von der Urgemeinde bis in die Neuzeit und Gegenwart hinein.

In dieser Arbeit will ich Licht in das Dunkel der Vergangenheit und Klarheit in die Wirren von 2000 Jahren Kirchengeschichte bringen.

2. Die Alte Kirche

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“(Mt18, 20) so lautet der Auftrag Jesu an seine Jünger. Es entstehen die ersten Hauskirchen und um 30 mit Einsetzen der „Apostolischen Zeit“[1] die Urgemeinde von Jerusalem, markiert durch das „Pfingstwunder“. 20 Jahre später auf dem Apostelkonzil in Jerusalem trafen die Apostel die erste wichtige Entscheidung für die noch junge Kirche: Die Heidenchristen sollten grundsätzlich vom jüdischen Gesetz frei sein. Die Ausbreitung des Christentums wurde vor allem durch die drei Missionsreisen des Apostels Paulus (45-58) geprägt. Die christliche Botschaft breitet sich im ganzen Mittelmeerraum aus. Im Jahr 64 beginnen die systematischen Christenverfolgungen, die erst unter Galerius um 312 beendet werden. Sie werden vorwiegend mit der zu erhaltenden inneren Stabilität und Sicherheit des römischen Reichs begründet und erlangen ihren Höhepunkt unter dem Kaiser Diokletian im Jahr 303. In dieser Zeit entsteht das Märtyrertum, welches viel dazu beiträgt, dass die Verfolgungen ihr Ziel, das Christentum auszulöschen, verfehlen, da die Märtyrer zunehmend geachtet werden. Durch die mehr und mehr schwächelnde altrömische Religion entsteht ein neuer Platz, den das Christentum unter Konstantin I. (306-337) einnimmt. Dieser legt im „(Toleranz-)Edikt von Mailand“[2] die offizielle Gleichstellung des Christentums gegenüber den anderen Religionen fest. Im Jahr 325 findet das „1. Ökumenische Konzil von Nizäa“ statt, bei dem die Wesensgleichheit von Gott und Sohn beschlossen wird. Unter Kaiser Theodosius I. (347-395) wird das Christentum zur alleinigen Staatsreligion ernannt, dem folgt 395 die Teilung des römischen Reichs. In dieser Situation schreibt Aurelius Augustinus (354-430) sein „De civitate Dei“[3]. Seine Idee beeinflusst die mittelalterliche Vorstellung vom christlichen Kaisertum. Bei dem „4. Ökumenischen Konzil von Chalzedon“ (451) wird die Gleichrangigkeit des Bischofs von Konstantinopel (=Ost-Rom) neben dem römischen Bischof festgestellt. Dies stößt auf massive innertheologische Meinungsverschiedenheiten, was schließlich zur Trennung von West- und Ostkirche im Jahr 1054 führt.

3. Die Kirche im Mittelalter

Nach der Katholisierung der germanischen Stämme nördlich der Alpen kann sich die katholische Kirche im germanisch - romanischen Abendland voll entfalten. Unter Chlodwig I.[4] (482-511) bekannten sich die Franken als erster germanischer Stamm zur römisch – katholischen Kirche. Chlodwig I. ließ sich im Jahr 498 katholisch taufen und ist somit der erste christliche Großkönig. Auf der „Synode von Orléans“[5] (511) werden zur Bestandssicherung und Konsolidierung des Reiches unter Chlodwig Aufzeichnungen eines Gesetzkodex und die Festlegung der Kirche als Staats- und Reichskirche vorgenommen. Bei Fragen und Beschwerden wenden sich aber die fränkischen Herrscher und die Bischöfe des Reiches immer noch an den Papst in Rom. Gefährlich für Rom ist das „Eigenkirchenwesen“[6], da das geistliche Amt so in die Abhängigkeit politischer Potentaten gerät. Papst Gregor I. (Amtszeit: 590-604) gewinnt an Ansehen in der römischen Bevölkerung, da er ein gutes Verhandlungsgeschick mit den Langobarden beweist und sie zur katholischen Kirche bekehrt. Er sorgt für eine weitere Verbreitung des Christentums mit der „Angelsachsen – Mission“ (600). Die päpstliche Missionspolitik verfolgt auch das Ziel, die Bindungen des Frankenreiches an Rom weiter zu festigen. Bonifatius (672/675-754)[7] missioniert 719 unter dem Auftrag Gregor II. (Amtszeit: 715-731) Germanien, man spricht auch von ihm als dem „Apostel der Deutschen“. Nach 739 führt er die Organisation der bairischen Kirche durch, die Reform der gesamten fränkischen Reichskirche findet allerdings erst 741 statt, als deren entschiedener Gegner Karl Martell (Regierungszeit: 714-741) stirbt. Beim ersten „Deutschen Konzil“ (742) leisten die Bischöfe den Treueid auf den Papst. Im Jahr 751/752 wird Pippin I. (Regierungszeit bis 768) Frankenkönig und lässt sich zur Sicherung seiner Position zum König salben (Amtszeit: 752-755). Er erkennt dem Papst somit besondere Autorität zu und durch die päpstliche Salbung erhält das Königtum eine besondere Weihe. Dafür verspricht er Rom und das Papsttum zu schützen. 756 tritt er Gebiete, die er von den Langobarden erobert hat an den Papst ab. Dies nennt man die „Pippinische Schenkung“[8], woraus der Kirchenstaat entsteht, der bis 1870 bestehen bleibt und 1929 von der Vatikanstadt abgelöst wird. Durch die „Pippinische Schenkung“ ist der Papst nun auch weltlicher Herrscher und die Kirche wird ein politischer Machtfaktor.

Im Jahr 768 übernimmt Karl der Große (Regierungszeit bis 814) die Regierung seines Vaters Pippin I.. Er übernimmt die außenpolitischen Ziele Chlodwigs, nämlich ein fränkisches Großreich zu errichten. Im Zuge dessen erweitert er das Frankenreich im Süden und im Norden. Die Zukunftssicherung der Kirche geschieht durch die Vergabe von hinzugewonnenen Gebieten an Bistümer, oder durch neue Bistümer. An der Spitze steht je ein Bischof und ihnen übergeordnet sind die Erzbischöfe. Außerdem sorgt Karl der Große für eine reiche Entfaltung kirchlich – religiösen und wissenschaftlichen Lebens. Am 25.12.800 lässt er sich in der Peterskirche in Rom zum Kaiser krönen und erhält sogleich den Titel „imperator Romanorum“, also auch förmlich die Hoheit über den Kirchenstaat. Damit stellt sich der derzeitige Papst Leo III. (Amtszeit: 795-816) bewusst gegen Ost – Rom, auch indem er Rom als Ort der Handlung nimmt. Es ist die Geburtsstunde des „Heiligen Römischen Reiches“. Nach dem Tod Karl des Großen (814) zerbricht die Einheit des Reiches und des Staatskirchentums und es entsteht ein west- und ein ostfränkischer Teil. Die Stammesfürsten erstarken wieder und es entwickelt sich ein „Stammesfürstentum“. Durch den Niedergang der Karolingerherrschaft ist die katholische Kirche in einer tiefen Krise, aus der sie erst unter Otto dem Großen (Regierungszeit: 962-973) heraustritt. Die päpstliche Autorität schwindet, weil sich der Kaiser in kirchliche Angelegenheiten einmischt. 1054 findet der endgültige Bruch zwischen Rom und Byzanz, zwischen römisch – katholischer und griechisch – orthodoxer Kirche statt. Die erste Spaltung[9] (=Schisma) in der Kirchengeschichte.

[...]


[1] Uwe Herrmann: Kirchengeschichte, Gütersloh 2001, 10.

[2] Ebd., 24.

[3] Ebd., 32, Der „Gottesstaat“ (Kirche) dominiert letztlich über jedes Staatsgefüge.

[4] Uwe Herrmann: Kirchengeschichte, Gütersloh 2001, 37.

[5] Ebd., 40.

[6] Ebd., 41, Derjenige, dem der Grund und Boden gehört, auf dem eine Kirche oder ein Kloster steht, oder derjenige, der ein solches Gebäude stiftet, ist auch der Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten.

[7] Ebd., 43.

[8] Ebd., 45.

[9] Uwe Herrmann: Kirchengeschichte, Gütersloh 2001, 50,

Details

Seiten
10
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638337625
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33237
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
2
Schlagworte
Kirchengeschichte Einführung Theologie

Autor

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Titel: Kirchengeschichte