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Erwerbslosigkeit und Gesundheit

Die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit Betroffener

Seminararbeit 2004 20 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zahlen und Fakten
1.1 Erwerbslosigkeit in Deutschland

2 Erkrankungen als Folge von Arbeitslosigkeit
2.1 Arbeitslosigkeit und physische Gesundheit
2.1.1 Männer
2.1.2 Frauen
2.2 Arbeitslosigkeit und psychische, psychosomatische Störungen
2.3 Arbeitslosigkeit und psychiatrische Erkrankungen
2.3.1 Männer
2.3.2 Frauen
2.4 Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum
2.4.1 Alkohol
2.4.2 Nikotin

3 Arbeitslose und ihr Befinden durch Selbsteinschätzung

4 Fazit

5 Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Literatur

Einleitung

Nahezu jeder Mensch strebt nach einem angenehmen Leben, nach Ansehen, Einfluss und existenzieller Sicherheit. Verfügt man nicht über Einkünfte aus eigenem Vermögen, so kann man sich diese Wünsche in unserer Gesellschaft nur mit einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit finanzieren.

Was genau geschieht aber, wenn man zu der Gruppe der Erwerbs- losen gehört? Als unumstritten gilt, dass jene Menschen ihren Platz in dieser Gesellschaft verlieren, in die Isolierung und an den Rand gedrängt werden. Arbeitslosigkeit kann den Menschen zerstören - wirtschaftlich, sozial, seelisch und körperlich.

Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen dem Thema Ar- beitslosigkeit und Gesundheit diskutiert werden. Ziel ist es, her- auszufinden, inwieweit Arbeitslosigkeit die Gesundheit von Er- werbslosen tatsächlich verändert. Schwerpunktmäßig soll auf die Veränderung des Gesundheitszustands dieser Personengruppe ein- gegangen werden, bezugnehmend auf physische, psychosomati- sche und psychiatrische Störungen. Leben Betroffene gesundheit- lich riskanter? Wie schätzen Arbeitslose ihren Gesundheitszu- stand eigentlich selber ein? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken?

1 Zahlen und Fakten

1.1 Erwerbslosigkeit in Deutschland

Seit ungefähr zwanzig Jahren scheint der Trend zu mehr Arbeitslosigkeit nach wie vor ungebrochen zu sein. Selbst konjunkturelle Aufwärtsbewegun- gen brachten kaum Besserung. In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl derer, die sich dazu gezwungen sahen, dem Arbeitsmarkt den Rücken zuzu- kehren, mit steigender Tendenz. Konjunkturbedingt mußten sich auch die- jenigen eines besseren belehrt sehen, die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zahl der Erwerbslosen in 1.000; 1992-2002 (Quelle: Bundesanstalt für Arbeit)

glaubten, ihr Arbeitsplatz sei nicht gefähr- det. Ein genauer Überblick über die Zahl der erwerbslosen Deutschen im Zeitraum zwischen 1992 und 2002 liefert Abbildung 1. Waren im September des Jahres 1992 noch rund 2.979.000 Deutsche arbeitslos, so waren es im gleichen Zeitraum, aber zehn Jahre später, bereits rund 4.060.000. Die Arbeitslosigkeit hat einen neuen Stellen- wert in unseren modernen Industriegesell- schaften eingenommen. Durch die u.a. zü- gig voranschreitende Automatisierung wur- den Beschäftigte aus den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Dienst- leistungsbranche zu gunsten preiswerterer Technik geopfert. Die Zahl der Konzerne die heute noch in Europa Produktionsstätten betreiben, dürfte sich in den kommenden Jahren sicherlich noch weiter verringern. Für eine Beant- wortung der Frage, nach der ursächlichen Problematik dieses Phänomens, fühlt sich die vorliegende Arbeit allerdings nicht verantwortlich.

Aber was bedeutet eigentlich der Begriff „arbeitslos“? Im §16 SGB III findet man dazu:

“(1) Arbeitslose sind Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeitslo- sengeld

1. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältniss stehen,
2. eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und
3. sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. item ...“

2 Erkrankungen als Folge von Arbeitslosigkeit

„Arbeitslosigkeit verursacht individuell finanzielle und psychosoziale Belas- tungen. Sie können zur Veränderung gesundheitsrelevanter Verhaltenswei- sen wie z.B. der Ernährung, regelmäßiger sportlicher Aktivitäten oder des Alkohols- oder Drogenkonsums führen, von denen zumindest mittelfristige Auswirkungen auf Erkrankungsrisiken anzunehmen sind.“ (Grobe, Dörning, Schwartz 1999) Im folgenden soll näher auf gesundheitswissenschaftliche Befunde u.a. durch Krankenkassenstatistiken in Deutschland, insbesondere auf physische, psy- chosomatische aber auch psychische Normabweichungen eingegangen werden.

2.1 Arbeitslosigkeit und physische Gesundheit

In der einschlägigen Literatur bis vor 1991 sind Studien zu diesem Typ nur spärlich vorfindbar. Diese älteren Untersuchungsergebnisse berichten von ei- nem höheren Aufreten insbesondere der Krankheitsbilder Bronchitis, Steno- kardien und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. (vgl. Stößel, 1991) Ein Vergleich mit jüngerem stationären Leistungsgeschehen (Abbildungen 4, 5) und der subjektiven Selbstwahrnehmung Betroffener, fundieren die alten Erkenntnisse.

In diesem Zusammenhang eignet sich das stationäre Leistungsgeschehen inso- fern als Indikator der gesundheitlichen Situation, als dass bei allen Versicher- ten (auf den Anteil derjenigen Personen, die überhaupt von keinem Versiche- rungssystem erfaßt werden, soll hier nicht näher eingegangen werden) von „einer vollständigen Erfassung der Aufenthalte einschließlich Angabe einer Diagnose ausgegangen werden kann.“ (vgl. Grobe, Dörning, Schwartz 1999)

„Die Häufigkeit von Aufenthalten in Akut-Krankenhäusern lag 1998 unter arbeitslosen Männern im Mittel um 63% und unter arbeitslosen Frauen um 37% über der Häufigkeit bei Berufstätigen insgesamt. Die Differenzen waren im Hinblick auf die Leistungstage mit 103% (arbeitslose Männer) und 55% (arbeitslose Frauen) sogar noch ausgeprägter.“ (Grobe, Dörning, Schwartz, 1999)

Es wird deutlich, dass erhebliche geschlechterspezifische Differenzen hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen bedingt durch Erwerbslosigkeit existieren. Fortlaufend wird versucht Männer und Frauen getrennt zu betrachten. In den Abbildungen 2 und 3 finden sich altersstandardisierte Gegenüberstellungen der stationären Leistungstage von Arbeitslosen und Nicht-Arbeitslosen 1998 in einer Aufgliederung nach Diagnoseklassen.

2.1.1 Männer

Abbildung 2: Krankenhaustage nach ausgewählten Diagnoseklassen Männer, Arbeitslose vs. Nicht-Arbeitslose (Quelle: GEK-Gesundheitsreport 1999)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
20
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638337854
ISBN (Buch)
9783638749022
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33266
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Erwerbslosigkeit Gesundheit Medizinsoziologie

Autor

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Titel: Erwerbslosigkeit und Gesundheit