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Feminismus in Peru. Gesellschaftliche Entwicklung und die Arbeit der Asociación de Desarrollo Comunal

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 25 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die gesellschaftliche Situation der peruanischen Frauen
2.1 Annäherung an die Lage in Peru
2.2 Zur Entstehung der Ungleichheit
2.2.1 Folgen der Kolonialisierung
2.2.2 Das traditionelle Familienmodell und die gesellschaftlichen Konsequenzen
2.2.3 Folgen des bewaffneten Konflikts

3. Verbesserungsansätze
3.1 Staatliche Initiativen
3.2 NGOs als Katalysator für gesellschaftlichen Wandel

4. Die Asociación de Desarrollo Comunal (ADC)
4.1 Ziele, Strategie, Wirkungsfelder
4.2 Arbeit und Programme

5. Das Seminar zum Thema Weibliche Führung
5.1 Teilnehmerinnen und Organisation
5.2 Ziele und Methode
5.3 Die Durchführung des Seminars
5.4 Bewertung und Nachhaltigkeit

6. Schluss

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Im April 1833 brach die französische Feministin Flora Tristan mit dem Schiff nach Peru auf um dort eine Erbangelegenheit zu klären. Während ihres knapp einjährigen Aufenthaltes im dortigen Hochland verfasste sie ihr erstes Buch mit dem Titel Les pérégrinations d’une paria1 (vgl. Abosch 1988: 18), in dem sie die Sklaverei und die Unterdrückung der Frau durch die peruanische Gesellschaft kritisiert (vgl. Thurner 2006: 171). Die von ihr beschriebenen Beobachtungen stellten den ersten publizierten Versuch einer Beschreibung der Mechanismen dar, welche die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen in Peru begründen. Mit diesem Werk wurde der Grundstein für eine soziale Bewegung gelegt, die allerdings nur langsam an Fahrt gewann. So sollte nach Tristans Peru-Reise beinahe ein Jahrhundert vergehen, bevor der Feminismus in Peru im Jahr 1914 mit der Gründung des Movimiento Evolución Feminina institutionalisiert wurde (vgl. Rojas Benavente 2007: 149). Immerhin blickt Peru damit aber auch auf eine beinahe einhundertjährige Geschichte von engagierten Feministinnen zurück. Während in den vergangenen Jahrzehnten sich sowohl die Arbeitssituation der Frauen, ihre politische Partizipationsfähigkeit als auch die öffentliche Wahrnehmung von gesellschaftlichen Mechanismen der Benachteiligung von Frauen deutlich verbessert hat (vgl. Bastidas Aliaga 2009: 9), bleiben jedoch alte geschlechtsabhängige Ungleichheiten bestehen: Armut, Analphabetismus, niedrigere Gehälter und häusliche Gewalt stellen einige der Probleme dar, mit denen sich vor allem Frauen in Peru konfrontiert sehen (vgl. Naranjo Morales 2009: 9). Um dieser Problematik entgegenzutreten, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten besonders in der Hauptstadt Lima eine Vielzahl an Organisationen angesiedelt, die für eine Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft eintreten.

Eine dieser Organisationen ist die NGO Asociación de Desarrollo Comunal2 (ADC), die sich in erster Linie der Arbeit mit Frauen in Gewerkschaften, mit Arbeiterinnen im informellen Sektor und dem Gender-Mainstreaming verschrieben hat (vgl. ADC o.J.a: o.S.). Die ADC wurde im Jahr 1995 in der Provinz Huaura, nördlich von Lima gegründet, bevor im Jahr 1998 die neue Zentrale in Lima eröffnetet wurde (vgl. ADC o.J.b: o.S.). In den Folgejahren wurden enge Partnerschaften mit der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO), der Friedrich Ebert Stiftung und verschiedenen in Spanien ansässigen Organisationen gebildet (vgl. ADC o.J.c: o.S.). Neben einem Überblick über die peruanische Gender- Problematik stellt die vorliegende Arbeit die theoretischen Ansätze und die praktische Arbeit der ADC durch die Beschreibung eines durchgeführten Seminars zu weiblicher Führung aus dem Jahr 2009 vor.

2. Die gesellschaftliche Situation der peruanischen Frauen

2.1 Annäherung an die Lage in Peru

Zwischen Männern und Frauen existiert in Peru nach wie vor im beruflichen wie im privaten Raum eine deutliche soziale Schieflage. Viele Peruanerinnen leben mit den Konsequenzen von in der Gesellschaft verankerten patriarchalen Strukturen, die eine Einschränkung an Lebensqualität und Entfaltungsmöglichkeiten für sie mit sich bringen (vgl. Naranjo Morales 2009: 85). Diese Problematik besteht in ganz Peru, in den ländlichen Regionen stellt sich das Ungleichgewicht jedoch als besonders ausgeprägt dar (vgl. ebenda: 9). Dadurch entsteht neben dem an das Geschlecht gebundenen Gefälle in der peruanischen Gesellschaft eine weitere Schieflage zwischen den Frauen im urbanen und denen im ländlichen Raum. So beziehen Frauen in sämtlichen Teilen Perus geringere Einkommen als Männer. Die Frauen der peruanischen Landbevölkerung verfügen jedoch zusätzlich über einen deutlich geringeren Bildungsgrad als die in der Hauptstadt ansässigen Frauen. (vgl. Bastidas Aliaga 2001: 35). Eine von der UN Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten im Jahr 2010 veröffentlichte Studie zur weltweiten sozialen Situation der Frauen bestätigt die problematische Situation bezüglich der Gewalt gegen Frauen im ganzen Land und führt wiederum die besonders prekäre Situation der Frauen in den ruralen Gebieten vor Augen. So wurde laut der Studie die Hälfte der Frauen in peruanischen Städten schon einmal Opfer von häuslicher Gewalt, in den ländlichen Gegenden Perus beträgt der Wert sogar über 60% (vgl. UN DESA 2010: 132). Dabei kommt es zu Gewalt gegen Frauen unabhängig von deren kulturellem Hintergrund oder ihrer ökonomischen Situation (vgl. Naranjo Morales 2009: 97).

Bezüglich der sozialen Schicht lässt sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied erkennen, was die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau betrifft. Dies lässt sich durch einen Vergleich der ökonomischen Situation von Frauen und Männern veranschaulichen: So verfügen Frauen in Peru schichtunabhängig über geringeren Landbesitz, Kapitalbesitz und Unternehmensbesitz als Männer (vgl. ebenda: 10). Jedoch unterscheiden sich die Folgen der Ungleichheit deutlich für arme und reiche Peruanerinnen. So stellt sich die Lage unter den Besitzlosen Perus als äußerst prekär dar, da der derzeitige wirtschaftliche Aufschwung, den das Land erlebt, gerade nicht bei den Armen des Landes ankommt (vgl. BMZ 2012a: o.S.). 70% der als „arm“ eingestuften Menschen sind Frauen. Zudem bleiben sie in der Regel auch arm, wenn sie sich einmal unterhalb der Armutsgrenze befinden, da sie über eine deutlich geringere soziale Mobilität als Männer verfügen (vgl. ebenda: 9f). Das bereits angesprochene Stadt-Land-Gefälle existiert in Peru ebenfalls bezüglich der Armut. So beträgt die Armutsrate in den urbanen Gebieten Perus unter 25%, während sie in den ländlichen Gebieten bei fast 60% liegt (vgl. BMZ 2012b: o.S.). Damit wird offensichtlich, dass die peruanischen Frauen, die außerhalb der urbanen Zentren leben, die am stärksten marginalisierte Gruppe innerhalb der peruanischen Bevölkerung darstellen, da sie neben ihrem Geschlecht mit ihrem Wohnort einem weiteren Faktor unterworfen sind, der ihre Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg und freie Entfaltung verringert.

2.2 Zur Entstehung der Ungleichheit

Dass peruanische Frauen einer problematischen Situation ausgesetzt sind, ist unstreitig. Die Kluft zwischen Männern und Frauen bezüglich Armut, ungleicher Bezahlung und Analphabetismus ebenso wie die Problematik der häuslichen Gewalt sind trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren gewaltig (vgl. Naranjo Morales 2009: 9). Obwohl eine ähnliche Tendenz auch in anderen Ländern der Welt beobachtet werden kann, besteht die Frage, ob in Peru besondere Faktoren existieren, die diese Situation verstärken oder gar begründet haben.

2.2.1 Folgen der Kolonialisierung

Laut der peruanischen Feministin Maritza Villavicencio liegt der Ursprung für die heutige Problematik in den Veränderungen, die nach der Eroberung Perus durch die Spanier seit dem Jahr 1536 eintraten. Laut Villavicencio existierte im Inkareich zwar eine Trennung der Arbeitsbereiche zwischen Männern und Frauen, in deren Rahmen den Frauen bestimmte Arbeitsbereiche zugewiesen wurden, die den heutigen als traditionell weiblich geltenden Bereichen ähneln, jedoch zog diese Aufteilung keine Ungleichheit nach sich, da in der präkapitalistischen Gesellschaft keine Vergütung üblich war, und Arbeiten in erster Linie für das Allgemeinwohl übernommen wurden. Weiter erkennt Villavicencio in der partiellen Möglichkeit der Übernahme von Regierungsämtern von Frauen sowie der Anbetung verschiedener weiblicher Göttinnen Indizien für die Wertschätzung von Frauen im Inkareich (vgl. Cerna Barba; Estrada Perez de Martos; Godoy Serpa de Fonseca 1997: 24). Mit der spanischen Invasion wurde ein sozioökonomisches System auf dem Gebiet des heutigen Peru installiert, das eine kleine Gruppe an die Spitze des Landes stellte, deren oberstes Ziel die Anhäufung von Reichtum darstellte. Früher vorherrschende Werte, Glauben und Traditionen wurden systematisch durch die Spanier verdrängt, was einen radikalen Wandel für die indigene Bevölkerung bedeutete und somit eine neue Definition der Rollen in der Gesellschaft mit sich brachte. Durch Erziehung und Religion der Spanier wurden auf diesem Wege die im Europa der Zeit geltenden Normen in der peruanische Gesellschaft installiert, die der Frau die Rolle als Ehepartnerin, liebende Mutter und Hausfrau zuschreiben (vgl. ebenda: 25). Die siegreiche Eroberung durch die Spanier brachte zudem eine beinahe komplette Nivellierung der indigenen Gesellschaft zu Sklaven mit sich, deren Hauptarbeit im Abbau natürlicher Ressourcen in den Minen bestand. Da diese Arbeit, die bis an die äußersten physischen Belastungsgrenzen ging, einen Großteil des Lebensinhaltes der indigenen Bevölkerung darstellte, wurde laut Villavicencio auf diesem Wege der Grundstein für eine höhere Bewertung der Arbeit von Männern geschaffen, die einer größeren körperlichen Belastung standhielten (vgl. ebenda: 29). Es wurde eine neue hierarchische Gesellschaftsordnung implementiert, die die Gesellschaft nach sozialem Status, Ethnizität und Geschlecht einteilte und in der die indigene Frau die niedrigste Position einnahm. Indigene Frauen wurde durch diesen Prozess zum Hauptopfer von Unterdrückung, sexueller Ausbeutung und Diskriminierung (vgl. ebenda: 24). Als Folge dieser Entwicklungen, verfügten Frauen, besonders in ärmeren Bevölkerungsschichten über ein sehr begrenztes Angebot an Arbeiten, die sie übernehmen konnten, was in dem neu formierten kapitalistischen Wirtschaftssystem eine starke Abhängigkeit ihrerseits erzeugte, die bis heute besteht (vgl. ebenda: 26).

2.2.2 Das traditionelle Familienmodell und die gesellschaftlichen Konsequenzen

In vielen Teilen der peruanischen Gesellschaft hat nach wie vor ein traditionelles Familienbild Bestand, das dem Mann die Rolle des Versorgers der Familie zuschreibt und für die Frau die Pflicht zur Erziehung der Kinder und die Erledigung häuslicher Aufgaben vorsieht. Dass dieses weit verbreitete Modell mit der peruanischen Realität tatsächlich jedoch wenig zu tun hat, zeigt das Ergebnis des Zensus von 2007, laut dem nur 36% der peruanischen Haushalte dem Bild der klassischen Kernfamilie mit zwei Elternteilen und deren Kindern entspricht, während die Zahl der Haushalte, die eine Frau als Familienoberhaupt und Hauptversorgerin haben, stark anstieg (vgl. Naranjo Morales 2009: 10). Problematisch ist hierbei, dass die Aufgabe der alleinigen Versorgung der Familie nicht die Erledigung häuslicher Pflichten ersetzt, sondern dass beide Aufgaben gleichzeitig von einer Person übernommen werden müssen. In diesem Familienmodell wird somit zwar einerseits die Autonomie und Entscheidungsfreiheit der Frauen gestärkt, aber auch Selbstausbeutung und Überbelastung der Weg geebnet (vgl. ebenda: 10). Diese Tendenz wird durch die unterschiedlichen Lohnniveaus von Männer und Frauen noch verstärkt.

Indem das traditionelle Familienmodell die Erledigung häuslicher Pflichten den Frauen zuschreibt, erwachsen für sie zudem Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt. So erschwert die Ausübung der familiären Pflichten und Aufgaben im Haushalt die schulische bzw. akademische Ausbildung sowie die Teilnahme an beruflich wichtigen Fortbildungen und Lehrgängen, da für die vermeintlich weniger wichtigen Aktivitäten kaum Zeit bleibt (vgl. ebenda: 10). Zudem behindert die Doppelbelastung vieler Frauen eine engagierte gewerkschaftliche Partizipation sowie die Gründung eigener Interessenvertretungen (vgl. Bastidas Aliaga 2009: 9). Um Möglichkeiten zu schaffen, die es erlauben das Arbeitsleben und familiäre Verpflichtungen besser verbinden zu können, bedarf es jedoch gerade der Schaffung und Förderung von Möglichkeiten zur Durchsetzung eigener Interessen. Es entsteht ein Kreislauf, in dessen Rahmen sich der Status Quo reproduziert.

Im Jahr 2010 wurde von der ADC eine Reihe Experteninterviews, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Gewerkschaften des öffentlichen Sektors in führenden Positionen zur Partizipation von Frauen in ihren Organisationen durchgeführt, in deren Rahmen die Befragten ebenfalls die Problematik der Doppelbelastung der Frauen in den Gewerkschaften in den Vordergrund stellen. Auf die offen gestellte Frage, welche Faktoren eine aktivere Partizipation von Frauen in den Gewerkschaften erschwerten, machten zehn der zwölf Interviewten den Spagat zwischen häuslichen Pflichten und gewerkschaftlichen Aktivitäten als eine der Ursachen aus. Die Verpflichtung der Frauen gegenüber ihren Familien ist jedoch keine Position, die ausschließlich von außen an sie herangetragen wird. Die enge Verbindung der Frauen und Mütter mit ihren Familien ist Teil eines historisch gewachsenen, gesamtgesellschaftlichen Familienbildes, aus der ein Zwiespalt für engagierte Frauen erwächst, den die 39jährige Ines Salazar Charri im Interview mit der ADC beschreibt:

„Eine Einschränkung die ich erkenne und die mich in einen Konflikt bringt ist mit meinen Töchtern verbunden, da die Zeit, die ich mit meinen Töchtern verbringe die Zeit ist, in der ich mich nicht der Gewerkschaft widmen kann (…) Für mich besteht das Hauptproblem darin, dass ich nicht mit meinen Töchtern zusammen sein kann, nicht weil sie es von mir fordern, sondern weil es mir Leid tut, weil ich es manchmal bedauere nicht bei ihnen sein zu können.“3

Die Familie ist keine isolierte Institution, ihre Organisation ist vielmehr eng mit anderen sozialen Bereichen verknüpft. Neben der beschriebenen Verbindung mit dem Arbeitsmarkt stellt sie einen wichtigen Teil sozialer Netzwerke dar und sind über Thematiken wie Geburtenrate oder Altersversorgung an soziale, kulturelle und ökonomische Prozesse geknüpft und somit Teil der peruanischen Tagespolitik. Als soziale Basisinstitution ist sie ebenfalls in einer gegenseitigen Abhängigkeit eng an die Entwicklung von gesellschaftlichen Werten gekoppelt (vgl. Naranjo Morales 2009: 43).

2.2.3 Folgen des bewaffneten Konflikts

Zwischen den Jahren 1980 und 2000 kam es in Peru zu einem bewaffneten Binnenkonflikt zwischen der autoritär geführten Regierung unter Präsident Alberto Fujimori und der Guerilla Gruppierung Sendero Luminoso sowie der kleineren Movimiento Revolucionario Túpac Amaru. Als Folge von gesellschaftlichen Spannungen, enttäuschten Hoffnungen und extremen sozialen Unterschieden im Land erhielten die terroristisch agierenden Organisationen besonders in den ärmsten Regionen im Hochland großen Zulauf durch die indigene Bevölkerung. Ziel des Sendero Luminoso war der Sturz der Regierung und die gewaltsame Einführung eines kommunistischen Systems maoistischer Prägung in Peru (vgl. Drha 2007: 13). Etwa 69.000 Personen verloren ihr Leben (vgl. ebenda: 63) als direkte Folge des Konflikts, in dessen Rahmen besonders die Landbevölkerung, unter dem Terror der Guerillaorganisationen wie auch unter dem der Militärs zu leiden hatte (vgl. Naranjo Morales 2009: 104). Unter den Opfern des Konflikts stellen die Frauen eine besondere Gruppe dar, da sie auf spezielle Weise Opfer des Konflikts wurden und in besonderem Maße unter den Konsequenzen der jahrelangen Gewalt leiden müssen.

Die sexuelle Gewalt gegen Frauen stellte ein Mittel der Kriegsführung dar. Sie richtete sich in erster Linie gegen junge Frauen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 29 Jahren und wurde durch die Armee des Staates, die für ca. 83% der sexuellen Übergriffe verantwortlich ist gezielt zur Bestrafung und Erniedrigung des vermeintlichen Feindes eingesetzt (vgl. Drha 2007: 64). So gab beinahe die Hälfte der von der peruanischen Menschenrechtskommission befragten Frauen an, im Rahmen einer Verhaftung Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein (vgl. ebenda: 66).

Eine besondere Problematik entstand ebenfalls als Folge der Vergewaltigungen während des Konflikts. So wurden 18% der weiblichen Opfer in Folge der Vergewaltigungen schwanger und in manchen Fällen alleinerziehende Mütter. Auch wenn sie nicht verstoßen wurden, wurde es den Betroffenen besonders in der Dorfgemeinschaft erschwert, soziale Kontakte zu pflegen (vgl. ebenda: 60).

[...]


1 Deutscher Titel: Meine Reise nach Peru: Fahrten einer Paria

2 Vereinigung für kommunale Entwicklung

3 “Otra limitación que yo veo y me hace entrar en un conflicto, está relacionado con mis hijas, porque el tiempo que yo estoy con mis hijas es el tiempo que yo le estoy quitando al sindicato (...) Para mi el problema fundamental es no estar con mis hijas, no porque ellas me lo pidan sino porque yo lo siento, sino porque yo a veces siento que no estoy con ellas.”

Details

Seiten
25
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668236103
ISBN (Buch)
9783668236110
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v333955
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,7
Schlagworte
Ethnologie Peru Feminismus Lateinamerika NGO Gender Führungsfähigkeiten

Autor

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Titel: Feminismus in Peru. Gesellschaftliche Entwicklung und die Arbeit der Asociación de Desarrollo Comunal