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Politische und wirtschaftliche Einflussnahme zur Sicherung ökonomischer Interessen. Das "Electric Vehicle 1"

Hausarbeit 2012 15 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung
Vorgehen
Mobilitätsanforderungen und Einflussfaktoren
Antriebssysteme
Elektromotor: Vorteile und Nachteile

II. Die Entwicklung des EV-1
Zero Emission Vehicle Mandate
Markteintritt
Marktbeeinflussung
Aussetzen des ZEVM und Rückruf

III. Analyse
Einflussfaktoren auf die Entwicklung des EV-1
General Motors
Ölindustrie
Bundesregierung
Batterietechnologie und Brennstoffzelle

IV. Fazit

Literaturverzeichnis:

I. Einführung

Vorgehen

Im Folgenden soll am Beispiel des "General Motors Electric Vehicle-1" (EV-1) aufgezeigt werden, wie gezielte Manipulation und Einlussnahme genutzt werden, um auf Entwicklungen Einfluss zu nehmen, die den eigenen wirtschaftlichen Interessen widerstreben. Nach der Vorstellung der Ereignisse sollen in einem Fazit sowohl die Hauptverantwortlichen als auch die Konsequenzen für selbige erarbeitet werden.

Mobilitätsanforderungen und Einflussfaktoren

Im Zuge der sich ändernden Anforderungen an Technologie, insbesondere durch die wachsende Verknappung des Erdöls sowie die globalen Erwärmung, ist die ökologische Verträglichkeit besonders bei Automobilen in den Fokus gerückt. Daneben sind der Preis und der Energieverbrauch

zwei weitere wichtige Kriterien. Da bis heute der Verbrennunngsmotor, von einer bisher zu vernächlassigenden Zahl von alternativen Antriebssystemen abgesehen, den größten Teil der benutzten Automobile antreibt, ist der steigende Ölpreis ein zunehmend wichtiger Anreiz für Verbraucher sich über alternative Antriebssysteme zu informieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung des Rohölpreises, 1960-2011

Der Ölpreis ist seit dem Jahr 2000 rapide gestiegen und durchbrach im Jahr 2011 die Grenze von 100 $/Barrel (siehe Abbildung 1). Ein Barrel entspricht hierbei ca. 159 Litern.[1] Da der Rohölpreis mit den Benzinpreisen korreliert, resultiert der hohe Rohölpreis zwangläufig in einem stark steigenden Benzinpreis. Dadurch verteuern sich die Betriebskosten für ein Auto mit Verbrennungsmotor deutlich.

Antriebssysteme

Neben den etablierten Otto- und Dieselmotoren, die beide auf dem Verbrennungsprinzip basieren, sind die wichtigsten Alternativantriebe die gasbetriebenen (Autogas und Erdgas) sowie elektrisch unterstützten Verbrennungsmotoren (Hybrid) und reinelektrische Antriebe. Des Weiteren wird bereits seit geraumer Zeit an der Nutzung von Brennstoffzellen als Antriebssystem geforscht, die bisher aber in der Großserienproduktion nicht vertreten ist. Dabei gibt es jeweils spezifische Nachteile, die bisher einer flächendeckenden Verbreitung und damit Substition der traditionellen Verbrennungsmotoren gegenüberstehen.

Nachfolgend wird die Entwicklung des Elektromotors in den USA exemplarisch beschrieben, um aufzuzeigen welche Hürden bei der Einführung und Etablierung einer innovativen Technologie bewältigt werden müssen. Insbesondere der reine Elektromotor soll hier mit dem herkömmlichen Verbrennungsmotor verglichen werden.

Elektromotor: Vorteile und Nachteile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Die Entwicklung des EV-1

Zero Emission Vehicle Mandate

Im September 1990 wurde durch das "California Air Resources Board"(CARB)[2], eine Regierungskommission zur Überwachung der Luftreinheit, das sogenannte

"Zero Emission Vehicle Mandate"(ZEVM) implementiert. Dieses besagte, dass der Anteil von Fahrzeugen, die über emissionsneutrale Antriebssysteme verfügen im Jahr 1998 2% und schrittweise bis zum Jahr 2003 10% der verkauften Automobile ausmachen sollte.[3] Die Regelung sollte für alle Autohersteller gelten, die im Raum Kalifornien Autos in einer Menge von über 35,000 verkauften. Davon eingeschlossen waren General Motors (GM), Ford, Toyota, Honda, Chrysler und Nissan.[4] Gerade in den USA, in denen traditionell eher große, leistungsstarke Verbrennungsmotoren mit entsprechend hohem Verbrauch dem Kundenwunsch entsprechen, löste der Gesetzesentwurf unter den Autoherstellern großen Unmut aus. Als Folge des Entwurfs wurden jedoch mehrere reinelektrisch betriebene Automobile entwickelt, darunter auch das "Electric Vehicle 1" (EV-1) von GM, welches das erste Auto mit elektrischem Antrieb in Serienproduktion darstellt.

Markteintritt

Das EV-1 wurde als Reaktion auf das ZEVM entwickelt und kam 1996 auf den amerikanischen Markt. Die Automobilindustrie erreichte jedoch mehrere Kompromisse mit dem CARB und konnte das ZEVM mehrfach schwächen. Letztendlich wurde die Verordnung gänzlich zurückgezogen und der EV-1 wurde bis 2006 sowohl aus der Produktpalette als auch durch eine Rückholaktion vom Markt entfernt und alle Exemplare deaktiviert und verschrottet. Im Folgenden wird die genaue Ereigniskette skizziert und die Gründe für das Verschwinden des Elektroautos EV-1 erörtert.

Abbildung 2: EV-1 der ersten Generation, 1996

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der EV-1 in der ersten Version erreichte eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h.

GM gab eine Reichweite von 90 km (Stadtverkehr) bis 140 km (bei 100km/h) für den Elektromotor an. Beim Modell von 1996 kamen noch 26 Bleibatterien der Firma Delco zum Einsatz, die insgesamt 16,3 kWh zur Verfügung stellten. Die Aufladung der Batterie wurde durch ein Ladegerät realisiert, das bei einer Ladeleistung von 6,6 kW ca. 3 Stunden zum vollständigen Laden benötigte.

[...]


[1] Business Dictionary 2012

[2] Vgl. Air Resources Board 2012

[3] Vgl. Collantes 2005, Seite 7

[4] Vgl. Collantes 2005, Seite 31

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668237186
ISBN (Buch)
9783668237193
Dateigröße
917 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334012
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Lobbyismus Markteingriff Elektromobilität Ölindustrie

Autor

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