Lade Inhalt...

Entwicklungspsychologie. Bindungsstörungen im Kindes- und Jugendalter und ihre Konsequenzen für das Erwachsenenalter

Ausarbeitung 2015 9 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Entwicklungspsychologie

3. Theorien in der Entwicklungspsychologie

4. Entwicklungsaufgaben und -wege
4.1. Entwicklungsaufgaben
4.2. Entwicklungswege

5. Ansatzpunkte der Entwicklungspsychologie für die Soziale Arbeit

6.Fallbeispiel für die Entwicklungspsychologie
6.1. Klassifikation
6.2. Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
6.3. Therapie
6.4. Vorschlag zur Lösung des Fallbeispiels

7. Mein Vorschlag für eine Studie

8. Fazit
9.1. Quellenverzeichnis
9.2. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Prüfungsleitung für Psychologie werde ich mich mit dem Teilgebiet „Entwicklungspsychologie“ und dem Schwerpunkt Bindungsstörungen im Kinder- und Jugendalter beschäftigen. Mich interessiert vor allem das Thema „Bindungsstörung“ und welche Konsequenzen Bindungsstörungen im Erwachsenenalter verursachen können.

Zuerst werde ich die Grundlagen der Entwicklungspsychologie erklären, danach werde ich den Kontext zur Sozialen Arbeit darstellen und zum Schluss werde ich mich mit einem Fallbeispiel und einer Forschungsfrage beschäftigen.

2. Definition der Entwicklungspsychologie

Der Bereich beschäftigt sich mit der lebenslangen Entwicklung eines Menschen. Hierbei werden die Umgebung und die damit vorhandenen Einflussfaktoren mit einbezogen, d.h. die Personen, die genetischen Dispositionen, aber auch die unterschiedlichen Umweltbedingungen. Diese Faktoren sind wichtig, um die Entwicklung des menschlichen Denkens, des Fühlens und das Verhalten nachvollziehen zu können.

Selbstverständlich ist auch, dass Menschen mit gewissen genetischen Voraussetzungen auf die Welt kommen. Das hierbei vorhandene Potential wurde vererbt. Dennoch kann das Potential erst nach Erfahrungen und Auseinandersetzungen genutzt werden. (vgl. G.Raab et al, 2010)

3. Theorien in der Entwicklungspsychologie

In der Entwicklungspsychologie gibt es viele verschiedene Theorien, die u.a. von Freud oder auch Piaget entwickelt wurden. Ich möchte mich dennoch hauptsächlich mit der Bindungstheorie beschäftigen, da ich diesen Bereich als meinen Schwerpunkt gewählt habe. Diese Theorie wurde von John Bowlby entwickelt und bezieht sich auf das Bindungsverhalten eines Kindes zu seinen Bezugspersonen (meistens die Eltern). Auch wenn ein Säugling seit der Geburt auf Trost und Schutz von den Eltern angewiesen ist, entwickelt sich das Bindungsverhalten des Säuglings („Attachment“) erst im Laufe des kommenden Jahres. Diese Bindung entsteht durch Berührungen, Anlächeln und andere positive Effekte, die Eltern bei dem Kind anwenden können. Es wurde noch nicht wissenschaftlich bestätigt, dass z.B. wiederkehrende Berührungen einen Erinnerungseffekt bei einem Säugling auslösen können, dennoch haben manche Forschungen ergeben, dass ein früher Kontakt von Eltern mit den Säuglingen einen positiven Effekt auf die Weiterentwicklung des Kindes verursachen. Daher wird bestätigt, dass das Rooming-In in Krankenhäusern eine gute Rahmenbedingung für die Eltern-Kind-Beziehungen schafft.

Bowlbys Theorie besagt, dass das Bindungsverhalten von der Geburt bis zum ersten Lebensjahr gestärkt wird. Der Säugling sucht seine Bindungsperson durch weinen, festklammern, nachlaufen und durch Protest, Ärger und Trauer, aber auch durch Resignation beim Verlassenwerden. Aktiviert wird dieses Verhalten bei Angst, Gefahr und Schmerz. Die wichtigste Aufgabe der Bezugsperson ist dem Säugling bei einer Gefahr Schutz zu bieten und ihm emotionale und reale Sicherheit zu geben. Deaktiviert wird die Angst durch die Bezugsperson, welche ihm in der gefährlichen Situation Schutz bietet. Erst wenn das Bindungsbedürfnis des Säuglings durch die Bezugsperson gefestigt wurde, beginnt ein Säugling die Umwelt zu erkunden. Der Drang die Umwelt erkunden zu müssen, nimmt im Alter von zwei Jahren. Aber auch in diesem Lebensabschnitt hat die Bindung einen hohen Stellenwert bei dem Kleinkind. Jeden Schritt, den es macht, lässt es sich von der Mutter/dem Vater, durch zwischenzeitlichen Blickkontakt, bestätigen. Somit findet eine Rückversicherung zu der Bezugsperson statt, welche nur durch eine gute Bindung von dem Kleinkind getätigt wird. (vgl. Susanne Stegmeier, 2010)

4. Entwicklungsaufgaben und -wege

4.1. Entwicklungsaufgaben

Entwicklungsaufgaben sind je nach Lebensphase unterschiedlich. Ein Kleinkind befasst sich anfangs mit dem Aufbau einer Bindung zu den Eltern, aber auch mit Autonomie und der Regulation von Verhalten. Diese Aufgaben werden von den Kindern und ihren Bezugspersonen im Laufe der Zeit entwickelt. Die Bindung wird schon in einer frühen Zeit geschaffen. Das Baby merkt, dass es durch Lachen und glucksen eine positive emotionale Beantwortung und dass es durch weinen und quengeln Nähe und Wärme von seiner Bezugsperson erhält. Sollte die Bezugsperson das Bedürfnis des Säuglings bzw. Kleinkindes emotional nicht richtig beantworten, kann dies zu einer Bindungsstörung zwischen dem Kleinkind und der Bezugsperson führen.

Zudem besteht seit der Geburt eines Kindes das Bedürfnis nach Erkundung und Autonomie. Das Bedürfnis wird befriedigt, wenn das Kind merkt, dass es durch Ereignisse, Gegenstände und Geräusche kontrollieren kann und so eine Reaktion verursacht wird. Aber auch hierbei ist eine gute Bindung zu der Bezugsperson von großer Bedeutung. Wenn keine gute Bindung vorliegt, kann sich das Neugeborene nicht rechtmäßig entfalten und das Bedürfnis kann nicht positiv befriedigt werden.

Um Erkundungen ausführen zu können, muss ein Kind erlernen, die Aufmerksamkeit regulieren zu können. Nur durch eine regulierte Aufmerksamkeit kann ein Kind das Wahrgenommene rechtmäßig abspeichern und wieder im Gedächtnis abrufen. (vgl. T.Schumacher, 2011; S. 49ff)

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668244214
ISBN (Buch)
9783668244221
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334305
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklungspsychologie Bindungstheorie Bindungsstörung Entwicklungsstörung John Bowlby

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Entwicklungspsychologie. Bindungsstörungen im Kindes- und Jugendalter und ihre Konsequenzen für das Erwachsenenalter