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Steuerung der Einkaufswertschöpfung durch Einkaufscontrolling

von Berit Ziesmer (Autor)

Seminararbeit 2013 18 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Einkaufscontrolling
2.1 Allgemeine Bedeutung und Rahmenbedingungen
2.2 Funktionen des Einkaufscontrollings
2.3 Aufgaben im Einkaufscontrolling

3. Steuerung der Einkaufswertschöpfung.
3.1 Strategische und operative Einkaufscontrolling
3.2 Das Regelkreislauf.
3.3 Preise, Lieferanten und Qualität

4. Wertschöpfungsmessung
4.1 Periodenvergleichsmethode
4.2 Marktpreis-Index-Verfahren
4.3 Return-on-Investment
4.4 Economic Value Added

5. Fazit.

14 Quellenverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Differenzierung zwischen Erfolg und Einsparung ….. 8 Abbildung 2: Schematische Darstellung der Ermittlung des ROIs. 12 Abbildung 3:Schematische Darstellung EVA-Konzept

1. Einleitung

Ein Mensch braucht um leben zu können Nahrung, denn der Körper kann die Vitamine und Mineralien nicht selbst herstellen. Deshalb ist der regelmäßige Verzehr von Nahrung notwendig. Das Essen gelangt in unserem Körper von außen, also sind wir von Gemüse, Obst oder Getreide abhängig, um unseren Hunger stillen zu können. Diese kaufen wir entweder in einem Einkaufsladen oder Wochenmarkt, das natürlich einen Preis hat den wir bezahlen müssen. Doch sollen wir unser Brot beispielsweise lieber beim Bäcker kaufen, wo vielleicht nicht zu viele Zusatzstoffe enthalten sind oder vom Discounter in einer Fertigverpackung, der wesentlich günstiger ist? Diese Frage hängt vom Budget ab, der zur Verfügung steht. Außerdem spielen die persönlichen Vorlieben und die Wertlegung auf Qualität eine Rolle. Als Endergebnis versorgt sich der Körper mit Nährstoffen und hat Energie und Kraft um weiter arbeiten zu können.

Genauso sieht es in einem Unternehmen aus. Es benötigt für die Herstellung seiner Produkte Rohstoffe oder Dienstleistungen. Denn es ist fast unmöglich alles selber zu erzeugen. Es wird danach geschaut, was für die Herstellung eines Produkts vom Unternehmen benötigt wird. Dieses wird „einfach“ hinzugekauft. Doch es stellen sich vielerlei Fragen. Zum einen muss überlegt werden, von welchem Lieferanten die Rohstoffe oder Dienstleistungen bezogen werden soll. Außerdem sind die Qualität und der Preis in Betracht zu ziehen. Demnach muss das zur Verfügung stehende Budget optimal genutzt werden, um effizient einkaufen und als Endergebnis die Produkte wie gewünscht herstellen zu können. Um den Einkauf als Kostenführungsebene leiten zu können ist ein Einkaufscontrolling notwendig. Durch gezielte Maßnahmen und Tätigkeiten kann es zur Wertschöpfung des Einkaufs im Unternehmen führen. Dazu müssen einige Informationen zur Verfügung stehen, sowie viele Aspekte beachtet werden. Um letztendlich messen zu können, ob eine Wertschöpfung durch das Einkaufscontrolling stattgefunden hat, stehen verschiedene Systeme beziehungsweise Methoden zur Verfügung.

2. Das Einkaufscontrolling

2.1 Allgemeine Bedeutung und Rahmenbedingungen

In der Vergangenheit wurde vieles in Eigenleistung mit entsprechend großer Leistungstiefe und -breite erstellt. Eine dominante Verhandlungsposition bei den Preisverhandlungen, geringe Konkurrenzdichte und stabile LieferantenAbnehmer-Beziehungen vereinfachten die Aufgabenstellung des Beschaffers. Der Einkauf war nur ein „Erfüllungsgehilfe“ diverser Bedarfsträger. Doch veränderte Rahmenbedingungen für den Einkauf führen zu einem neuen Aufgabenprofil des Einkaufscontrollers.1

Die Konkurrenzdichte ist höher geworden und die Lieferantenstruktur hat sich stark verändert. Durch das turbulente, dynamische Umfeld sind schnelle Änderungen im Beschaffungsmarkt möglich, welches als ein Vor- oder Nach- teil zu beurteilen ist. Es werden langfristige partnerschaftliche Bindungen hergestellt, sowie mit den Lieferanten intensiv zusammengearbeitet. Deshalb ist das Beschaffungscontrolling in der Gegenwart und Zukunft als Methoden- und Prozessspezialist anzusehen. Es versorgt ein Unternehmen mit einer breiten Palette zugekaufter Leistungen, Produktionsmaterialien, Handelsware, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Dienstleistungen. Die steigende Anteile fremdbezogener Leistungen, zunehmende Globalisierung der Beschaffungs- märkte oder technologische und strukturelle Veränderungen führen zu einer Erweiterung des Aufgabenumfangs in der Beschaffung. Auch die Liquiditäts- und Kostenbeeinflussung des Einkaufs steigt, da das Kostenvolumen zunimmt.2

An dieser Stelle greift der Einkaufscontroller ein, denn nachfolgend müssen Einsparpotenziale realisiert werden. Dies erfordert intensive inner- und außer- betriebliche Kooperationen. Die Entwicklungstrends im Einkaufscontrolling tragen somit eine gesteigerte Bedeutung des Einkaufs in Rechnung, die zum Unternehmenserfolg führen kann. Deshalb muss das Einkaufscontrolling eng mit der Unternehmenscontrolling arbeiten, um dadurch die Geschäftsziele erreichen zu können. Wenn die Einbindung des Einkaufscontrollings in das Unternehmenscontrolling fehlt, ist eine effiziente Abbildung des Wertbeitrags des Einkaufs nicht möglich.3

Wer ein erfolgreicher Einkaufscontroller sein möchte, muss die Werkzeuge des strategischen Einkaufs und deren Wirkungsweise verstehen und ausüben. So kann es einem gelingen, die internen und externen Kunden zu beraten, sie kritisch zu begleiten und für strategieorientierte Rationalität im Einkauf zu sorgen. Außerdem sollte ein Einkaufscontroller, neben sein spezifisches Wissen über das Controlling, ein fundiertes Einkaufs- und Technik Know-how verfügen, um sich in wertschöpfenden Prozessen einbringen zu können. Wirtschaftsingenieure sind beispielsweise am besten für das Einkaufs- controlling geeignet. Sie verfügen meistens über ein gutes Grundlagenwissen in der Betriebswirtschaftslehre, in der Technik und häufig auch im Bereich der Informatik, das recht schnell um weiteres controllingspezifisches Wissen ergänzt werden kann.4

2.2 Funktionen des Einkaufscontrollings

Unterschiedliche Erklärungen des Controllingbegriffs erschweren die einheit- liche Definition des Einkaufscontrollings. Einerseits kann ein Controller als Unterstützungsfunktion gelten. Dazu gehört die Ermittlung und Aufbereitung der erforderlichen Informationen wie die Wettbewerbs- und Technologie- entwicklung oder die Stärken und Schwächen des Unternehmens. Andererseits hat es die Funktion eines Organisators. Beispielsweise finden im Unternehmen Planungsrunden statt, die einberufen und vorbereitet werden müssen. Diesbezüglich gehört auch die Einleitung eines kreativen Ideen- findungsprozess.5 Das Gedankenspiel, was im Unternehmen hergestellt oder nach außen vergeben werden soll, ist fast immer vorhanden, denn kaum eine Unternehmensfunktion kann ohne das Engagement externer Wertschöpfungs- partner erfolgreich entzogen werden. Daraufhin stellt sich die Frage, wie die Kooperation mit den Lieferanten und die Arbeitsteilung zwischen interner und externer Wertschöpfungen zu gestalten sind.6

Deshalb müssen Einkaufscontroller in der Lage sein, kompetent zu kommunizieren. Möglicherweise müssen sie herausfinden, welchen Beitrag der Einkauf leisten kann, um bestimmte Strategien erfolgreich zu unterstützen. Aber nur wenn das Team Vision und Mission des Unternehmens kennt, wird er auch in der Lage sein, eine schlüssige und konsistente Einkaufsstrategie abzuleiten und umzusetzen. In gleicher Weise sind die Wettbewerbssituation oder Markt- und Kundenerwartungen zu berücksichtigen.7 Die Fokussierung auf den Zielfindungsprozess und der laufende Bericht von Abweichungen zu den vereinbarten Einkaufszielen gehören ebenso dazu. So übernimmt das Einkaufscontrolling im Planungsprozess eine bedeutsame Koordinations- funktion, indem es ausdrücklich als wesentlicher Wertehebel in die Unter- nehmensplanung einbezogen wird.8

2.3 Aufgaben im Einkaufscontrolling

Bei all diesen Funktionen steht eine ganze Palette vielfältiger Aufgaben dem Einkaufscontrolling zu. Als eine wesentliche Kernaufgabe gehört die Begleitung der Prozesse bei der Strategiefindung und -umsetzung.9 Demnach ist es erforderlich, dass sich der Einkauf intensiv mit der Unternehmens- strategie auseinandersetzt, um dies danach konsequent in die Einkaufs- strategien und -ziele umsetzen zu können. Unterstützung durch das Einkaufscontrolling für das Management gelangt erst dann, wenn die Ziele so aufbereitet sind, dass die Handelnde im Einkaufssystem diese verstehen und in konkrete Einkaufsaktivitäten einsetzen können.10 Ein weiterer Aspekt ist es, Kostenvorteile aufzufinden und konsequent auszuschöpfen. Folglich ver- schafft der Einkauf Wettbewerbsvorteile durch Kostenführerschaft. Neben den Kosten ist auch der Kundennutzen, sowie Aspekte des Zeitwettbewerbs in den Fokus zu nehmen.11

Ein Einkaufscontroller unterstützt aktiv die Unternehmensfunktionen mit zu gestalten. Diese Rolle setzt voraus, dass der Beitrag des Einkaufs zum Unternehmensprofit messbar und für die Entscheidungsträger sichtbar ist.

Dieses lässt sich durch die sogenannten Key Performance Indicators, kurz KPI, bemessen. Zu ihnen gehören zum einen die Lieferanten. Das Lieferantenmanagement gehört zu den wichtigsten Mitteln, um durchgehend Leistungen oder Produkte zu erhalten. Drei Ziele sind vor allem zu verfolgen: die Verbesserung der Leistung der bestehenden Lieferanten durch gezielte Qualifizierung, Verbesserung der Kosten durch Identifikation eventueller neuer Lieferanten und die Verbesserung der Effektivität durch standardisierte, strukturierte und qualifizierte Bewertung der Lieferanten. Eine verbesserte Lieferanteninformation und erhöhte Transparenz im Bewertungsprozess führen ebenfalls zum Erfolg. Hier stellt sich auch die Frage, ob man mit den „richtigen“ Lieferanten arbeitet im Hinblick auf Qualität, Kosten, Logistik und Technologie. Denn wenn der Lieferant wie erwünscht ist, können Fehlerkosten vermieden werden. Auch das Wissen über das Einkaufsvolumen des Unternehmens und dessen Struktur ist wichtig, um Kosten einsparen und über die Liquidität des Unternehmens berichten zu können.12 Sicherungsziele wie hohe Lieferbereitschaft, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität sollten angesehen werden. Dadurch kommen geringe Terminabweichungen, Einstandspreise und Wiederbeschaffungszeiten zu Stande.13

3. Steuerung der Einkaufswertschöpfung

Ein Einkäufer hat also nicht nur das „bloße“ Einkaufen im Blickfeld, sondern muss auf vielerlei Aspekte im Unternehmen achten. Das Einkaufscontrolling hilft dabei, die Wertschöpfung des Einkaufs zu steuern. Dies gelingt durch mehrere Punkte.

3.1 Strategische und operative Einkaufscontrolling

Zum einen trägt das strategische Beschaffungscontrolling zur Verbesserung des Unternehmensergebnisses bei und reduziert die Gesamtversorgungs- kosten. Zum anderen leistet es Qualitätsstandards, die an den Unternehmens- zielen angebunden werden. Hier spielt die „Effektivität des Einkaufs“ eine Rolle. Um eine strategische Beschaffungspolitik leiten zu können braucht der Einkauf jedoch viele Informationen.

[...]


1 Vgl. Hug; Weber 2011, S.11

2 Vgl. Hug; Weber 2011, S. 4; 8-9

3 Vgl. Wildemann 2008, S. 18

4 Vgl. Hug; Weber 2011, S. 81

5 Vgl. Wildemann 2008, S. 37

6 Vgl. Hug; Weber 2011, S. 14

7 Vgl. Hug; Weber 2011, S.20

8 Vgl. Hug; Weber 2011, S. 53

9 Vgl. Hug; Weber 2011, S. 19

10 Vgl. Hug; Weber 2011, S.20-21

11 Vgl. Hug; Weber 2011, S.17

12 Vgl. Vetter,D: Die richtigen Messgrößen für den Einkauf

13 Vgl. Wildemann (Einkaufspotenzialanalyse) 2008, S. 445

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668245310
ISBN (Buch)
9783668245327
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334760
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Note
1,7
Schlagworte
Einkaufswertschöpfung Einkaufscontrolling Einkauf Controlling

Autor

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    Berit Ziesmer (Autor)

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