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Die Abfallwirtschaft in der Stadt Duisburg. Gebührenstruktur und Diskussionen in der Presse

Hausarbeit 2016 12 Seiten

Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie

Leseprobe

Gliederung

0. Einleitung

1. Abfallwirtschaft in Duisburg
1.1 Duisburg
1.2 Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AÖR
1.2.1 Leistungen des Betriebes
1.2.2 Beteiligungen des Wirtschaftsbetriebes
1.3 Personelle Verknüpfung Betrieb und Politik
1.4 Bewertung aus ökonomischer Sicht
1.5 Privatisierung versus Rekommunalisierung

2. Gebührenstruktur

3. Diskussionen in der Presse
3.1 „Kläger fordert Transparenz bei Duisburger Abfallgebühren“
3.2 „Halbe Million für Chefs der Duisburger Wirtschaftsbetriebe“

I. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Nachdem im 19. Jahrhundert die Zusammenhänge zwischen fehlender Stadthygiene und weitverbreiteten Krankheiten wie bspw. Cholera immer deutlicher wurden, legte man immer mehr Wert auf eine gut funktionierende und geordnete Entwässerung sowie Abfallentsorgung. Dementsprechend traf man auf kommunaler und regionaler Ebene die notwenigen Vorkehrungen. 1972 schuf man, mit dem Erlass des Abfallbeseitigungsgesetztes, die erste bundeseinheitliche rechtliche Regelung. Durch Überarbeitungen und Anpassungen, von einer Beseitigungswirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft, wurde dieses zum geltenden Kreislaufwirtschaftsgesetz weiterentwickelt, welches seit Oktober 1996 rechtskräftig ist.

Heute, ist es für die Mehrheit, der in Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger, nahezu eine Selbstverständlichkeit, dass ihre Abfälle, gegen die entsprechende Gebühr, wöchentlich vor Ihrer Haustür abgeholt werden. Sie sehen es als einen elementaren Bestandteil der Daseinsvorsorge. Die jeweiligen Müllentsorgungsbetriebe haben die tragende Rolle das Ziel unserer zunehmend globalisierten Welt, in der der Umweltschutz und die nachhaltige Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes sowie Ressourceneffizienz immer mehr in den Vordergrund stehen, umzusetzen (Umweltbundesamt.de).

Das Hauptziel dieser Hausarbeit besteht darin, die Abfallwirtschaft in Duisburg vorzustellen.

Im ersten Abschnitt wird zunächst die Stadt Duisburg quantitativ vorgestellt. Anschließend wird auf das Abfallwirtschaftsunternehmen eingegangen. Hierbei werden die Aufgaben, Gewerke, Beteiligungen sowie die Rechts- und Organisationsformen ausgearbeitet. Abschließend werden die gesammelten Informationen aus ökonomischer Sicht bewertet.

Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Zusammensetzung der Gebührenstruktur und dessen Auswirkungen.

Im letzten Abschnitt wird der Abfallwirtschaftsbetrieb auf Auffälligkeiten hinsichtlich der

Medienwelt untersucht. Einige Diskussionen, welche es in den letzten Jahren in die Medien schafften, werden vorgestellt.

1. Abfallwirtschaft in Duisburg

Der nächste Abschnitt befasst sich mit der Stadt Duisburg und stellt im Weiteren das

Abfallwirtschaftsunternehmen der Stadt vor. Die Aufgaben, Gewerke, Beteiligungen sowie die Rechts- und Organisationsformen werden veranschaulicht und die gesammelten Informationen werden aus ökonomischer Sicht bewertet.

1.1 Duisburg

Die kreisfreie Stadt Duisburg mit 485.500 Einwohnern (Stand 2014) verteilt auf einer Fläche von 286,81km² liegt im Herzen der Metropolregion Rhein-Ruhr mit 10.000 Millionen Einwohnern. Duisburg gehört der Region Niederrhein und dem Ruhrgebiet an und ist nach Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen die fünftgrößte Stadt des Landes Nordrhein- Westfalen. Seit dem 19. Jahrhundert wächst Duisburg, aufgrund der guten Flusslage mit den Häfen und der Nähe zu den Kohlelagerstätten auf Basis der Eisen und Stahl erzeugenden Industrien, zu einem bedeutenden Industriestandort. Im Jahre 2010 war die Stadt Duisburg als Teil des Ballungsraums Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas. In der Liste der Großstädte liegt sie aktuell auf dem 15. Platz. Die Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 32.452 Einwohner (Stand Dezember 2015) und bildet somit 1/7 der gesamten Arbeitslosigkeit von ca. 717.000 Einwohnern für Nordrhein- Westfalen(statistik.arbeitsagentur.de). In Duisburg wurden im Jahre 2013 243.600 Haushalte verzeichnet. Knapp über 20% dieser Haushalte sind Familien mit Kindern (Sozialbericht 2012 Stadt Duisburg: Seite 16).

1.2 Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AÖR

Im Jahre 2001 wurden aus den Entsorgungsbetrieben, Teilen des Amtes für öffentliches Bauen und Grün und des Sportamtes die Wirtschaftsbetriebe Duisburg gegründet. Im Jahre 2007 wurde der Eigenbetrieb in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg gehören zu den größten kommunalen Unternehmen in Duisburg. Im Juni 2015 wurden 1.600 Mitarbeiter verzeichnet (duisburg.de).

1.2.1 Leistungen des Betriebes

- Abfallentsorgung

2013 eröffnete das neue Recyclingzentrums DuisburgNord. Dieser umfasst eine Fläche von 9.000m². Getrennte Zu- und Ausfahrten für Kunden und Betriebsfahrzeuge, dreispuriger Kundenzufahrtsbereich mit ausreichender Rückstaulänge, separater Rangierbereich für die Containerfahrzeuge und höher gelegte Ebene zur Entsorgung der Abfälle durch die Kunden sind gegeben. Neben dieser Erneuerung eröffnete im Oktober 2013 der neue Umladebereich des Recyclingzentrums Duisburg-Nord. Dieser erstreckt sich auf eine Betriebsfläche von 6.000m² und bietet die Möglichkeit die, durch die eigenen Fahrzeuge gesammelten Abfälle, umzuladen und zu optimierten Transporteinheiten zusammenzustellen um sie anschließend zu den entsprechenden Verwertungs- und Entsorgungsanlagen zu fahren. Im Bereich der Umlade sind zwei überdachte Boxentrakte mit je 40 m Breite sowie eine Fahrzeugwaage vorhanden.

Das Thema Abfall behandelt der Wirtschaftsbetrieb zudem auf einer anderen Ebene. Sie führt eine „Abfallberatung“ im pädagogischen Bereich. Mit Bastel- und Malbüchern und anderen Aktionen, wie das Sammeln von Elektrokleingeräten an Schulen, verbessert der Betrieb das Bewusstsein der Kinder für die Notwendigkeit von Recycling und Schadstoffentfrachtung. Von 160 Schulen sammelten 80 von Februar - Juni 2013 Elektrogeräte. 30.000 Schüler sammelten 16 Tonnen Elektroschrott, d.h. 0,5 Kilogramm pro Schüler. Die Schulen erfassten Elektroschrott in 240-Liter- Elektroschrotttonnen und bekam für jedes Kilogramm 0,19€. Die 10 besten Sammler erhielten zudem einen Bonus von 100€.

Vorzugsweise an Samstagen wird eine entsprechende Anzahl Sperrgutkolonnen mit Fahrzeugen zur Verfügung gestellt, welche nach Absprache mit Wohnungsgesellschaften, sperrige Abfälle und Elektronikschrott mitnehmen, was von den Bewohnern herausgetragen wird. Analog dazu wird die Sammelaktion mit einer Hüpfburg und weiteren Kinderspielen unterstüzt, sodass möglichst alle Mieter und Kinder den Weg nach draußen finden und bei der Reinigungsaktion mitmachen (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 16 & 2013: 28).

- Stadtreinigung

Neben der Unterstützung von der Offensive für ein sauberes Duisburg e.V. sind 180 Mitarbeiter für die Beseitigung des Staubs im Sommer, des Laubs im Herbst und des Schnees im Winter verantwortlich. 6.000 Papierkörbe werden regelmäßig geleert und Grafitti sowie Kaugummireste werden regelmäßig entfernt.

Um bei Wintereinbrüchen unabhängiger reagieren zu können, d.h. nicht von der Salzindustrie abhängig zu sein, wurde eine deutliche Erhöhung der Streusalzreserven vorgenommen. Die Eigenproduktion von Sole mit zwei modernen Solemischanlagen ist ein bedeutender Schritt zur Unabhängigkeit. Im Winter 2012/2013 wurden 6.000 Tonnen Salz auf die Straßen gestreut. Die Gesamtstreulänge belief sich auf 1.126 km (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 18 & 2013: 32).

- Stadtentwässerung

Ein 1.483 km langes Kanalnetz wird ständig gewartet und stetig verbessert. Im Jahre 2008 bis 2013 wurden ca. 103.842.000€ in das Kanalnetz und die Kläranlagen investiert (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 20 & 2013: 33).

- Planung und Unterhaltung der Spielplätze

Als Eigentümer von ca. 300 öffentlichen Kinderspielplätze steht der Betrieb in Verbindung mit dem Jugendamt kompetenter Ansprechpartner in Duisburg. 2012 wurden in Duisburg zwölf Spielplätze und im Jahr darauf 14 Spielplätze überarbeitet und mit neuen Spielgeräten

modernisiert (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 26& 2013: 37).

- Betrieb der städtischen Friedhöfe und des Krematoriums

Das Denkmal Böninger-Gruft sowie Parktoiletten wurden im Jahre 2012 mithilfe von Sponsoren und Eigenleistungen des Betriebes saniert. Die Arbeiten wurden von Mitarbeitern des Betriebes ausgeführt. Im November wurde ein zweiter Memoriam Garten eröffnet. Errichtet wurde diese Anlage von einer Arbeitsgemeinschaft der Friedhofsgärtner und den Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau der Wirtschaftsbetriebe (Duisburg.de Geschäftsbericht 2012: 28 & 2013: 39).

- Pflege der Grünflächen, Parks und Botanischen Gärten

Im Auftrag der Stadt liegt die Pflege und Unterhaltung der Grünflächen und Parks beim Wirtschaftsbetrieb. Im Jahre 2013 wurden die beiden ehemaligen Botanischen Gärten in Hamborn und Duissern umgebaut. Die Umbauarbeiten wurden hauptsächlich durch Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg ausgeführt. Die Kontrolle und den Schnitt der rund 50.000 Straßenbäume sowie die Unterhaltung der Außenanlagen an Schulen und Kindergärten liegt, im Auftrag des IMD (Immobilien Management Duisburg), in der Hand des Wirtschaftsbetriebes (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 26& 2013: 41).

- Pflege der gesamten städtischen Infrastruktur wie Straßen, Wege, Plätze, Brückenbauwerke, Parkleitsysteme und Verkehrssignalanlagen

Die gesante Straßenunterhaltung liegt bei den Wirtschaftsbetrieben. Darunter fallen:

Fahrbahnreparaturen ausführen , Markierungen aufbringen und die rund 70.000 städtischen Verkehrsschilder sowie 120 Parkscheinautomaten in Duisburg instand halten, die Planung, das Betreiben und Unterhalten der Lichtsignalanlagen und des Parkleitsystem. Das sind 529 Ampelanlagen, davon sind 480 Eigentum des Betriebes (Duisburg.de - Geschäftsbericht 2012: 30 & 2013: 41).

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Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668267381
ISBN (Buch)
9783668267398
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337234
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – Wirtschaftswissenschaften
Note
2,7
Schlagworte
abfallwirtschaft stadt duisburg gebührenstruktur diskussionen presse

Autor

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