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Strategieübungen des Hörverstehens und Auswahl eines Hörtextes (DaF Niveau B1+)

Unterrichtsentwurf 2013 20 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhalt

0.Einleitung

1.Der gewählte Hörtext
1.1. Beschreibung des gewählten Hörtextes
1.2. Bestimmung des Lernerniveaus
1.3. Begründung der Textauswahl

2. Phasen der Textarbeit und Strategieübungen zur Förderung des Hörverstehens im DaF-Unterricht

3. Entwurf einer exemplarischen Unterrichtseinheit
3.1. Hinführungsphase
3.2. Präsentations- und Erarbeitungsphase
3.3. Anschlussphase

4. Zusammenfassung

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

0.Einleitung

Die folgende in mehreren Kapiteln strukturierte Arbeit, befasst sich mit der rezeptiven Fertigkeit Hören.

„Hörverstehen ist einerseits eine sprachliche Aktivität, die in engem Zusammenhang mit dem Sprechen steht. In der direkten Kommunikation ist es Bestandteil des fremdsprachlichen Interaktionsvorgangs. Andererseits kann Hörverstehen eine isolierte Aktivität sein: in der indirekten Kommunikation, vermittelt durch Medien wie Radio und Fernsehen, ist es eine eigenständige Fertigkeit, die die Teilnahme an der fremden Kultur ermöglicht“[1].

Ziel der Arbeit ist es, die Kriterien der Textfreundlichkeit in Anlehnung auf einen von uns gewählten Hörtext zu beschreiben, eine Unterrichtseinheit damit zu planen und die Rolle die die Strategieübungen beim Trainieren des Hörverstehens haben, darzulegen.

Die Arbeit beginnt mit der Beschreibung des Hörtextes. Es folgt die Beschreibung der Lerngruppe und der Lehrinstitution. Im weiteren Verlauf wird die Textauswahl mit Hilfe der Kriterien zur Textfreundlichkeit, begründet. Danach werden das Drei-Phasen-Modell von Storch und die Strategieübungen einiger Theoretiker thematisiert. Anschließend wird eine Unterrichtseinheit geplant.

In Bezug auf die Literatur ist anzumerken, dass Fachbücher und das Internet als Quelle gedient haben.

1.Der gewählte Hörtext

1.1. Beschreibung des gewählten Hörtextes

Bei dem Hörtext mit dem Titel „Tag der Deutschen Einheit“ von Annik Rubens, wird wie auch vom Titel des Hörtextes zu entnehmen ist, der deutsche Nationalfeiertag thematisiert.

Der 3. Oktober, der die Wiedervereinigung der BRD und der DDR markiert, ist ein relativ junger Feiertag. Es gibt ihn seit 1990 und es handelt sich dabei um den einzigen staatlichen Feiertag. Alle anderen Feiertage sind von den einzelnen Bundesländern festgelegt. Früher, also vom Jahre 1954-1990, war der 17. Juni der Tag der Deutschen Einheit. Auch der 9. November, der Tag an dem die Mauer fiel, wird mit dem Tag der Deutschen Einheit in Verbindung gebracht. Man überlegte diesen Tag zum Nationalfeiertag zu machen, allerdings war das Datum das gleiche mit dem der Reichsprogromnacht, daher war der 9.November kein Datum, das man feiern wollte. Man einigte sich auf den 3. Oktober. Aber auch diesen Tag fanden nicht alle Politiker gut, da fast niemand arbeiten würde und dadurch für diesen Tag keine Steuer an den Staat bezahlt werden würde. Die Regierung überlegte den Tag der Deutschen Einheit auf den ersten Sonntag im Monat Oktober zu verlegen, allerdings wurde dieser Plan nicht umgesetzt. Der 3. Oktober wird wie folgt gefeiert: Es gibt in einer Stadt in Deutschland ein Bürgerfest. Auch in Berlin wird an diesem Tag gefeiert. Die meisten Menschen feiern diesen Tag allerdings nicht wirklich. Sie freuen sich nur, dass sie nicht arbeiten müssen.

Beim Text handelt es sich um einen didaktischen und landeskundlichen Text. Didaktische Texte werden von Muttersprachlern für Fremdsprachler hergestellt. Die Landeskunde soll das Interesse an Informationen über das Land und die Menschen der Zielsprache befriedigen und wecken. Darüber hinaus soll die Motivation erhöht werden, die Zielsprache zu erlernen.[2]

1.2. Bestimmung des Lernerniveaus

Bei der Lerngruppe handelt es sich um fünf Erwachsene im Alter von 21-25 Jahren. Drei davon sind weiblich, zwei männlich. Die Teilnehmer sind alle griechischer Herkunft, das Sprachniveau ist B1+. Sie haben Lernerfahrung aus dem Kindergarten, dem muttersprachlichen Unterricht in der Grundschule, dem Gymnasium, dem Lyzeum und der Universität. Sie haben Englisch als erste Fremdsprache und mehrere Jahre DaF- Erfahrung. Bei der Institution handelt es sich um ein Sprachenzentrum in Thessaloniki. Das Sprachenzentrum bietet das Erlernen von Deutsch, Englisch und Französisch an (je nach Sprache Niveau A1-C1/C2- Teilnahme gegen Gebühr). Im Sprachenzentrum sind insgesamt sechs Fremdsprachenlehrer bzw. Kursleiter eingestellt und 65 Lernende eingeschrieben. Folgende Medien sind vorhanden: Beamer, Interaktiver Whiteboard, Laptop, CD-Player, OHP, Fernseher. Die curricularen Vorgaben schreiben vor, dass am Ende des Jahres B2 erreicht werden muss.

Zum Lernerprofil: Die Teilnehmer sind Deutschland, der deutschen Kultur und der deutschen Sprache gegenüber positiv gestimmt. Sie möchten die Sprache so gut wie möglich beherrschen. Zwei Teilnehmer möchten als Erasmus-Studenten nach Deutschland gehen, zwei weitere möchten ein Postgraduiertenstudium in Deutschland absolvieren. Der fünfte Teilnehmer will das B2-Sprachdiplom als Zusatzqualifikation für seine Arbeitsstelle erwerben.

Zu der Gruppendynamik ist folgendes festzuhalten: Es gibt ein gutes Verhältnis zwischen den Kursteilnehmern und es herrscht eine angenehme Atmosphäre.

1.3. Begründung der Textauswahl

„Hörtexte sind zur Schulung des Hörverstehens von Lehrwerkautoren zusammengestellt bzw. aus originalen Hörbeiträgen entnommen worden“.[3] „Sie dienen der Kommunikation und tragen einen Informationsgehalt mit sich, den es zu vermitteln gilt“ (Eggers 1996:34).

Das Training des Hörverstehens ist ein aktiver und konstruktiver Prozess, der ein breites Repertoire an Strategien und Techniken erfordert. Es baut an vorhandenem Wissen auf, verarbeitet neue Sinneseindrücke und ist deshalb im FSU von unbedingter Relevanz[4].

Ein Hörtext muss immer dem Lernniveau der Teilnehmer entsprechen.

Theisen differenziert zwischen freundlichen und unfreundlichen Texten und meint, dass im FSU das Hörverstehen in der Regel mit freundlichen Texten trainiert wird (Vgl. Theisen 1999:12). Freundliche Hörtexte werden von ihm wie folgt definiert: Freundliche Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Hörer das Hören und Verstehen leicht machen. Sie sind deutlich gesprochen, ungestört durch Nebengeräusche, können aber von Begleitgeräuschen gestützt werden. Sie sind nicht langweilig und nicht zu komplex, sie lassen dem Hörer Zeit zum Verständnis und kauen nicht alles vor. Sie wecken vielmehr Interesse und laden den Hörer zum Mitmachen ein, sind anregend, informativ, unterhaltsam (Ebd.: 53).

Er stellt folgende Kriterien mit deren Hilfe die Kommunikatibilität und die sprachlichen Schwierigkeiten eines mündlichen Textes bestimmt werden können auf: 1. Textlänge 2. Kontext 3. Textanfang 4. Vortragsweise 5. Grammatik 6. Syntax 7. Lexik. Diese sieben Kriterien sollen bei der Auswahl von Hörtexten berücksichtigt werden.

Folgende Aufgabenstellung sollte von uns bearbeitet werden: „Wählen Sie zunächst einen geeigneten Hör-(Seh)-Text für ihre Lerngruppe aus den angegebenen Podcast-Quellen aus. Begründen Sie kurz Ihre Entscheidung, indem Sie sich anhand von konkreten Beispielen aus dem ausgewählten Text auf die Kriterien zur Textfreundlichkeit beziehen (Theisen 1999, Band B, Kap. 4 und 5)“.

Textlänge: Die Lesung des Textes dauert exakt vier Minuten und vierundvierzig Sekunden. Das scheint mir persönlich nicht viel zu sein. Der Hörtext ist leicht überschaubar, weckt das Interesse, ist nicht anstrengend und ermüdend.

Kontext: Den Teilnehmern wird bei der Vorentlastungs- bzw. Einführungsphase ein Bild gezeigt. Jenes erleichtert das eigentliche Verstehen, schränkt den Erwartungshorizont der Teilnehmer ein und aktiviert das Vor-und Weltwissen. Die Teilnehmer gewinnen einen Vorsprung gegenüber der Wirklichkeit. Das gleiche bewirkt auch der Titel des Hörtextes. Alles in allem: Sowohl Bild als auch Titel schaffen Klarheit für das was noch folgen wird.

Textanfang: Der Titel des Textes „Tag der Deutschen Einheit“[5] teilt den Teilnehmern mit, worum es sich im Text handelt. Sowohl der Titel als auch die ersten Zeilen[6] des mündlichen Textes schränken den Erwartungshorizont der Teilnehmer ein, wecken das Interesse, sind also nicht abschreckend sondern verlockend und meiner Ansicht nach sprachlich nicht zu schwierig.

Vortragsweise: Der Text wird von Annik Rubens vorgetragen. Es wird sehr ruhig, leicht, unaufgeregt, langsam, laut und deutlich gesprochen; vielleicht etwas zu langsam. Hinzukommend wird richtig betont. Pausen werden an den richtigen Stellen gemacht.

Die Vortragsweise ist meines Erachtens angemessen und beeinflusst das Interesse und die Motivation der Teilnehmer positiv.

Grammatik: Der Text enthält grammatische Phänomene die dem Niveau der Lerner entsprechen. Schwierigkeiten bei der Erfassung und dem Verständnis dieser, gibt es meines Erachtens keine.

Die Tempora bzw. Tempusformen die im Hörtext herauszuhören sind, sind das Präsens Bsp.: „Am 3. Oktober feieren wir…“ (siehe Anhang S. I Zeile 1), „Es ist also…“ (siehe Anhang S. I Zeile 2), „Er markiert die Wiedervereinigung…“ (siehe Anhang S. I Zeile 3), „Den 3. Oktober feiert man…“ (siehe Anhang S. I Zeile 7) und das Präteritum Bsp.: „…der 17. Juni war…“ (siehe Anhang S. I Zeile 10), „Als Kind hatte ich…“ (siehe Anhang S. I Zeile 11), „…fiel die Berliner Mauer“ (siehe Anhang S. I Zeile 14), „Also überlegte man…“ (siehe Anhang S. I Zeile 15).

Auch Infinitivkonstruktionen sind vorhanden: Bsp.: „Also überlegte die Regierung, den Tag der Deutschen Einheit zu verlegen…“ (siehe Anhang S. I Zeile 25).

Ein weiteres grammatisches Phänomen das im Text vorhanden ist, ist das Passiv (Präsens-Präteritum). Beispiele für das Passiv Präsens: „…an den Staat bezahlt wird.“ (siehe Anhang S. I Zeile 23), „Auch in Berlin wird an diesem Tag gefeiert.“ (siehe Anhang S. I Zeile 29-30). Beispiele für das Passiv Präteritum: „…wurden über 1400 Synagogen… zerstört...“ (siehe Anhang S. I Zeile 11-18), „…viele Juden wurden umgebracht…“ (siehe Anhang S. I Zeile 18-19).

Hinzukommend sind Modalverben herauszuhören: „…ich musste nicht in die Schule gehen.“ (siehe Anhang S. I Zeile 12), „… sollen dem Staat durch diesen Feiertag fehlen.“ (siehe Anhang S. I Zeile 24).

Die Präpositionen die vorhanden sind, sind zum größten Teil temporaler und lokaler Bedeutung: „Am 3. Oktober…“ (siehe Anhang S. I Zeile 1), „…am 17. Juni…“ (siehe Anhang S. I Zeile 10), „…zeitgleich übrigens mit dem Oktoberfest.“ (siehe Anhang S. I Zeile 29), „…in Deutschland…“ (siehe Anhang S. I Zeile 1).

Darüber hinaus wird neben den Personalpronomen das Indefinitpronomen „man“ sehr oft benutzt: „…feiert man…“ (siehe Anhang S. I Zeile 7), „…kein Datum, das man feiern möchte.“ (siehe Anhang S. I Zeile 19).

Auch Demonstrativpronomen wie „Dieser Tag ist…“ (siehe Anhang S. I Zeile 2), „Dieser 3. Oktober…“ (siehe Anhang S. I Zeile 4) und Reflexivpronomen Bsp.: „Für mich persönlich…“ (siehe Anhang S. I Zeile 9) sind vorhanden.

Alles in allem: Die grammatischen Phänomene die im Hörtext vorhanden sind, entsprechen dem Niveau der Teilnehmer und stellen beim Verständnis des Textes keine Barriere dar.

Syntax: Der Text enthält sowohl kurze als auch lange Sätze. Die Sätze die vorhanden sind, sind ein- und zweistufig. Beispiele für einstufige Sätze: „Am 3. Oktober feiern wir in Deutschland den Tag der Deutschen Einheit.“ (siehe Anhang S. I Zeile 1), „Dieser Tag ist der deutsche Nationalfeiertag.“ (siehe Anhang S. I Zeile 2), „Und zwar seit 1990.“ (siehe Anhang S. I Zeile 2).

Beispiele für zweistufige Sätze: „Dieser 3 Oktober…“ (siehe Anhang S. I Zeile 4-6), „Das bedeutet: Den 3. Oktober…“ (siehe Anhang S. I Zeile 6-8). Dreistufige Sätze sind nicht vorhanden.

In vielen Sätzen steht das Verb am Ende, die Aufmerksamkeit wird somit bis zum Ende gespannt, da das Verb den Schlüssel zum Verständnis bietet.

[...]


[1] Vgl. Ina, Schreiter „Hören und Verstehen“. In: Gert Henrici/Claudia Riemer (Hrsg.): Einführung in die Didaktik des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache mit Videobeispielen. Band I S.32

[2] http://www.hueber.de/wiki-99-Stichwoerter/index.php/Landeskunde

[3] Vgl. Jenkins, Eva-Maria „Hörtext, der“. In Barkowski, Hans/Krumm, Hans-Jürgen (Hrsg.): Fachlexikon

Deutsch als Fremdsprache und Zweitsprache. S.119

[4] Kanz, Ingeborg: http://www.russischlehrer-nds.de

[5] siehe Anhang S. I

[6] siehe Anhang S. I Zeilen 1-3

Details

Seiten
20
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668325401
ISBN (Buch)
9783668325418
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337505
Note
Schlagworte
strategieübungen hörverstehens auswahl hörtextes niveau

Autor

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