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Sportanlagen- und Sportstättenbau. Kommunale Entwicklungsplanung, Betrieb und Vermarktung

Einsendeaufgabe 2015 20 Seiten

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Sportanlagen- und Sportstättenbau

2 Kommunale Sportentwicklungsplanung
2.1 Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs
2.2 Berechnung des Sportstättenbedarfs
2.3 Förderinteressenten

3 Betrieb von Sportanlagen
3.1 Betreibermodelle
3.2 Auslastungsanalyse einer Sportanlage
3.3 Auslastungsoptimierung
3.4 Nachhaltigkeit von Sportstätten
3.4.1 Lösungen ökologischer Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen
3.4.2 Phase 1: Bewerbung und Konzept

4 Vermarktung von Sportanlagen und Sportstätten
4.1 Vermarktung von Sportanlagen und Sportstätten
4.2 Bedeutung der Aspekte

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Formelverzeichnis

1 Sportanlagen- und Sportstättenbau

Nachfolgend werden die einzelnen Schritte beim Bau einer Sportstätte in Form eines PLANNET-Diagramms und einer Netzplantechnik visualisiert. Vorab sollte erwähnt werden, dass Sportanlagen- und Sportstättenbau in die Projektsparte einzuordnen sind. Nach DIN 69901-1 ist ein Projekt durch seine Einmaligkeit, einer genauen Zielvorgabe und einem vordefinierten Zeitraum charakterisiert(Deutsches Institut für Normung e.V., 2009).Ein Projekt hat im Wesentlichen folgende Merkmale die sich trotz verschiedener Definitionen wiederholen: Definition, Einmaligkeit, Dauer, Umfang, Risiken, Organisation und Innovation.

Zudem teilt man Projekte in vier Phasen ein, wobei die Begrifflichkeiten und die Reihenfolge Branchenabhängig variieren können (Kuster, et al., 2011). Zu den vier Phasen gehört zu Beginn die Projektdefinition, welche die Basis für alles Darauffolgende bildet. Man gliedert diese Phase zusätzlich in die Vorbereitung, die genauere Zieldefinierung und das Design des Projekts (Burghardt, 2013). In der nächsten Phase ist das Augenmerk auf die Projektplanung gelegt. Systematische Analysen und ein klarer Strukturaufbau für ein Projekt sind hierbei gefragt (Bea, Scheurer, & Hesselmann, 2011). Struktur- bzw. Aufgabenplanung, Personalplanung, Terminplanung und ergänzende Planungen gehören als Teilplanung in die Phase der Projektplanung (Olfert, 2012). Als nächster Schritt ist die Projektdurchführung zu nennen, welche als kosten- und zeitintensivste Phase angesehen wird (Dillerup & Stoi, 2013). Der zuvor festgelegte Projektplan wird hier realisiert (Schlaffke & Plünnecke, 2015). Als Kernaufgabe der vierten und letzten Phase, Projektkontrolle und -abschluss, zählt das Projektcontrolling (Dillerup & Stoi, 2013). Beim Projektcontrolling unterteilt man in die Beurteilung, die Kontrolle und die Steuerung eines Projekts (Kuster, et al., 2011).

PLANNET-Technik und Netzplantechnik ordnet man der Projektplanung zu. Die PLANNET-Technik gehört den Balkendiagrammen an und erweitert die Gantt-Technik um deren Defizite. Diese sind das verdeutlichen von Zeitreserven und der Abhängigkeit der Vorgänge untereinander (Olfert, 2012). Bei der Netzplantechnik werden Arbeitsgänge komplexerer Projekte veranschaulicht (Wöhe & Döring, 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: PLANNET - Diagramm des Sportstättenbaus (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Netzplantechnik des Sportstättenbaus (eigene Darstellung)

Aus obigen Abbildungen wird ersichtlich, dass der frühestmögliche Zeitpunkt zur Inbetriebnahme der Sportanlage ab dem 37. Monat stattfinden kann. Alle notwendigen geplanten Baumaßnahmen sind mit dem 36. Monat abgeschlossen.

2 Kommunale Sportentwicklungsplanung

2.1 Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs

Anhand des Sportentwicklungsplans der Stadt Aschaffenburg von Rütten et. al, soll die Grundformel zur Bedarfsermittlung des Sportstättenbaus dargestellt werden (Rütten, Ziemainz, & Hartwig, S. 160).

Formel 1: Formel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um den Sportbedarf zu ermitteln, muss die ursprüngliche Formel von Rütten et. al. dargestellt und deren Parameter erklärt werden:

Formel 2: Formel zur Berechnung der Anlageneinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Parameter Einwohner, Aktivenquote und Präferenzfaktor werden zum Parameter Sportler zusammengefasst, dieser wiederrum mit dem Parameter Häufigkeit und Dauer. Zusammen gelten diese Parameter als Sportbedarf(Rütten, Ziemainz, & Hartwig, S. 158).

Sportler sind in diesem Fall alle sportaktiven Einwohner der Stadt, welche eine Hauptsportart ausüben. Es werden sowohl unorganisierte als auch organisierte Sportler gewertet. Die Dauer beschreibt die durchschnittliche aktive Zeitspanne in Stunden pro Woche und die Häufigkeit die Anzahl der Sportausübungen pro Woche.

Als weiterer Parameter gilt der Zuordnungsfaktor. Dieser ermittelt den Wert der jeweiligen Anteile der Sportaktivitäten einer Sportart innerhalb einer bestimmten Sportanlagenart. Unter der Belegungsdichte ist die Anzahl der Sportler, die zeitgleich dieselbe Sportart auf einer Sportanlage ausüben können, zu verstehen.Mit der Nutzungsdauer wird der zeitliche Umfang zur Nutzung einer Sportanlage für Sportzwecke in Stunden pro Woche ermittelt. Als letzter Parameter ist der Auslastungsfaktor zu nennen. Mit diesem berechnet man das Verhältnis der tatsächlichen zur maximalen Auslastung einer Sportanlage(Rütten, Ziemainz, & Hartwig, S. 155 ff.).

2.2 Berechnung des Sportstättenbedarfs

Die Formel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs, wie sie in der vorherigen Aufgabe abgebildet wurde, muss nun zum errechnen des Auslastungsfaktors umgestellt werden, da der Sportstättenbedarf bereits mit einem Wert von 80 vorgegeben wurde.

Formel 3: Formel zur Berechnung des Sportbedarfs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgenden Werte der einzelnen Parameter wurden der vorgegebenen Tabelle entnommen:

Formel 4: Formel zur Berechnung des Auslastungsfaktors

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach umstellen der Grundformel lässt sich ein gerundeter Wert von 0,59 für den Auslastungsfaktor ermitteln. Werte > 0,75 entsprechen einer hohen und Werte < 0,3 einer niedrigen Auslastung der Sportanlage. Somit ist der ermittelte Wert von 0,59 im mittleren Auslastungssegment.

2.3 Förderinteressenten

Als die drei Förderinteressenten von Sportstätten sind der Bund, die Bundesländer und Kommunen, die privaten Investoren und Public Private Partnership zu nennen.

Sportanlagen deutscher Spitzensportler/-innen können sich die Unterstützung des deutschen Staates zuziehen. Der Bund hilft bevorzugt der Sparte des Spitzensports auf Grund der Möglichkeit die Außenpräsenz vom Staat zu steigern (Bundesministerium des Inneren, 2014b).

Breitensport beschreibt den Behinderten- und Freizeitsport, dem alle Altersklassen unterliegen. Der eben genannte Breitensport wird von den jeweiligen Bundesländern und Kommunen bezuschusst. Dies hat den Grund, dass Breitensport jeglicher Art ein unabdingbarer Aspekt in der Förderung der Bewegung, sozialer Kompetenzen und der Gesundheit ist (Ministerium für Familie, Kinder, Jugendliche, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, 2012).

Private Investoren bzw. Public Private Partnerships sind ebenfalls wichtige Förderinteressenten. Diese richten sich nach der Art der Sportstätte - kommunal oder gewerblich. Auf kommunaler Ebene sind Public Private Partnerships (PPP) oder öffentlich private Partnerschaften von großer Bedeutung. Grundgedanke einer PPP ist, in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Wirtschaft, Ziele gemeinsam besser zu erreichen, in dem Ressourcen und Stärken beider Parteien eingesetzt und genutzt werden (Juraforum Wiki-Redaktion, 2013). Im Gegenzug dazu stehen die privaten Investoren. Unterschieden wir hier in Anleger, welche lediglich Kapital beisteuern und Geldgeber, welche sowohl Kapital als auch Know-How beisteuern können (Investorenmagazin24 Redaktion, 2015).

3 Betrieb von Sportanlagen

3.1 Betreibermodelle

Sportanlagen wurden bis zum Ende des 20.[1] Jahrhunderts noch von Kommunen gebaut und betrieben und von Vereinen oder Schulen genutzt (Kähler, 2011, S. 129). Mit dem Wandel der Zeit, änderte sich auch dieser Blickpunkt. Unterschieden werden die Betreibermodelle anhand ihres Verhältnisses zwischen Eigentümer und Betreiber von Sportstätten, aber auch der Investitions- und Folgekosten betreffend den Eigentümer, Betreiber und Nutzer (Bach, 2011). Man unterteilt die Modelle in öffentlich-rechtliche Betreiber, Kooperationsformen und private Betreiber.

Nachfolgend soll das zu recherchierende Modell grafisch dargestellt und erläutert werden.

Das Modell der Gemeinde Halstenbek lässt sich demnach dem öffentlich-rechtlichen Betreibermodell zuordnen. Halstenbek als Gemeinde schließt einen Public-Private-Partnership (PPP) Vertrag mit der GOLDBECK Public Partner GmbH für den Sporthallenbau und -betrieb. Sowohl Planung, Finanzierung als auch Er- und Einrichtung der Sporthalle läuft über den privaten Investor (Bundesministerium der Finanzen). Somit sichert sich die GOLDBECK GmbH das Betreiberrecht über eine Laufzeit von 25 Jahren. Hinzu kommen Zusatzaufgaben wie Hausmeisterdienste, Reparaturen, Reinigung und Weiteres.

Dennoch ist die Gemeinde Halstenbeck der Besitzer der Sporthalle. Diese bezahlt die monatlichen vereinbarten Raten bei der GOLDBECK Public Partner GmbH mit den Einnahmen der Nutzung der Sporthalle in Form von Vereinen und Schülern. Aber auch die GOLDBECK Public Partner GmbH hat monatliche Raten an die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank (DG HYP) zu entrichten. Zudem wurde einem Einrede- und Einwendungsverzicht zugestimmt. Die GOLDBECK Public Partner GmbH kaufte die Forderungen aus dem PPP-Vertrag der DG HYP ab.

Nachstehend ist das Modell visuell veranschaulicht worden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: 3-Feld-Sporthalle Halstenbek, Betreibermodell (DG HYP, 2015)[2]

3.2 Auslastungsanalyse einer Sportanlage

Die Auslastungsanalyse vergleicht den Nutzenumfang mit der möglichen Maximalnutzung (Schlaffke & Plünnecke, 2015, S. 78). Nach Bach (2004a, S. 104) werden sowohl die Belegungsdichte, als auch die tatsächliche Nutzungszeit außer Acht gelassen. Dafür werden die Ist- und Soll-Nutzungsdauer und die Ist- und Soll-Belegungsdichte beachtet. Anhand dieser Faktoren ist es möglich eine Auslastung einer Sportanlage zu kalkulieren. Die optimale Auslastung ist erreicht, wenn beide Ist-Werte den dazugehörigen Soll-Werten entsprechen. Abweichungen bedeuten eine Unter- bzw. Überbelastung (2004a, S. 104).

Im Folgenden soll nun eine Auslastungsanalyse, mit vorgegebenen Werten einer Sportanlage mit programmierter Nutzung, berechnet werden.

[...]


[1] Beschreibung basierend auf DG HYP 2015, https://www.dghyp.de/de/nc/download/oeffentliche-finanzierungen.html?download=Projektbeschreibung_3-Feld-Sporthalle_Halstenbek.pdf&did=23

[2] DG HYP 2015, https://www.dghyp.de/de/nc/download/oeffentliche-finanzierungen.html?download=Projektbeschreibung_3-Feld-Sporthalle_Halstenbek.pdf&did=23

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668277687
ISBN (Buch)
9783668277694
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337900
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,4
Schlagworte
sportanlagen- sportstättenbau kommunale entwicklungsplanung betrieb vermarktung

Autor

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Titel: Sportanlagen- und Sportstättenbau. Kommunale Entwicklungsplanung, Betrieb und Vermarktung