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Das Dinggedicht im fremdsprachigen Literaturunterricht. Eine Untersuchung

Forschungsarbeit 2016 12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Zum Dinggedicht

Der Fragebogen
Charakterisierung der Stichprobe
Konzipierung und Durchführung der Umfrage
Rücklauf und Repräsentativität
Auswertung der Ergebnisse

Literatur

Das Dinggedicht im fremdsprachigen Literaturunterricht. Eine Untersuchung

Abstract

Die vorliegende Untersuchung wendet sich dem Dinggedicht im fremdsprachigen Literaturunterricht zu. Das Anliegen der Arbeit hierbei ist es, die Einstellung der Studenten über das Dinggedicht zu ermitteln. Für diesen Zweck wurde eine Befragung durchgeführt. Diese empirische Untersuchung versteht sich als Überlegung zur Ergänzung der Theorien zum Dinggedicht.

Zum Dinggedicht

Das Dinggedicht ist als eine lyrische Form angesehen, die im fremdsprachigen Literaturunterricht eingesetzt werden könnte. In diesem Sinne wird dieser lyrischen Form nachfolgend gewidmet. Bei SPÖRL, U. (2006, 179) findet sich die folgende Auffassung über das Dinggedicht:

„…Poetische Gestaltung von Gegenständen und ihrer Wahrnehmung. „[1]

Das Dinggedicht gilt laut SPÖRL, U. (2006, 179) als Klasse von lyrischen Texten. Bei HOMBERGER, D. (2013, 61) findet sich folgende Definition zum Dinggedicht:

„Besondere Art von Lyrik, bei der ein Gegenstand (im weitesten Sinne ein Ding, oft ein Gegenstand der bildenden Kunst, oder ein Lebewesen) von einem lyrischen Sprecher distanziert und ohne gefühlhafte Beteiligung dargestellt wird, wie er „wirklich“ ist. Der Begriff Dinggedicht ist allerdings umstritten, da die Beispiele jeweils auch als höchst subjektive Einfühlung in einen Gegenstand ausgelegt werden können.“[2]

Beim Dinggedicht handelt es sich laut HOMBERGER, D. (2013, 61) um eine sinnbildhafte Bedeutung für einen Gegenstand.

Bekannte Autoren sind laut HOMBERGER, D. (2013, 61):

- CF Meyer Der römische Brunnen 1882

- RM Rilke Der Panther 1906

Zum Dinggedicht äußert sich DRÜGH, H., et al. (2012, 335) Folgendes:

„Im Blick auf Rilkes (1875-1926) Neue Gedichte (1907) sind vor allem die so genannten Dinggedichte hervorzuheben. Diese sind weder auf ein Ich als lyrische Aussageeinsatz noch als auf vermeintlich objektive Erfassung gegenständlicher Realität bezogen, sondern vielmehr als poetische Wahrnehmungsexperimente zu betrachten. “[3]

Im 19. Jh. finden sich laut EHLERS, S. (2011, 247)[4] Mörike und Meyer. Rilke hat eine Sammlung von Gedichten „Neue Gedichte 1907-1908“. Hier erlebt das Dinggedicht seinen Höhepunkt. So EHLERS, S. (2011, 247).

Objekte sind EHLERS, S. (2011, 247) laut zum Beispiel:

- Gegenstände wie Brunnen und Kunstobjekte
- Pflanzen wie Hortensie
- Tiere wie Flamingos

R. M. Rilke hat 1905 ein Dinggedicht „Der Panther“ verfasst. So EHLERS, S. (2011, 247).

Bei EHLERS, S. (2011, 247) finden sich des Weiteren folgende Überlegungen zum Dinggedicht:

„Bei der Untersuchung des Redegegenstandes muss zum einen die Inhaltsebene (Wirklichkeitsbezüge, Raum, Zeit) eines Gedichtes erschlossen werden, zum anderen die Einbettung oder Nicht-Einbettung in eine Kommunikationssituation überprüft werden. Für die Erarbeitung von lyrischen Texten sind in dieser Perspektive drei Fragestellungen leitbildend:

1. Wovon ist die Rede?
2. Was wird darüber ausgesagt?
3. Ist der Redegegenstand an eine explizite Redesituation in Form der Personalpronomina der ersten und zweiten Person (Sprecher-Adressat) gebunden oder nicht?“[5]

In Dinggedichten werden laut FELSNER, K.; HELBIG, H.; MANZ, T. (2012, 201)[6] Gegenstände oder Tiere, die im Alltag auftauchen, behandelt, z.B. Eduard Mörike (Auf eine Lampe 1846), Rauner Maria Rilke (Der Panther 1907).

Bei KÖHNEN, R. (2007, 158f.) finden sich die folgenden Ausführungen zum Dinggedicht:

„Lyrischer Text, der ein sinnlich konkretes Objekt zum Gegenstand hat. Dieser Gegenstand wird in einer Reihe von ‚Standbildern‘ in seinen verschiedenen Ansichten möglichst distanziert und unpersönlich dargestellt. Darin unterscheidet sich das Dinggedicht von jener Formen der Beschreibungslyrik, die an Gegenständen moralische Lehrsätze, philosophische Ideen oder bewegte Stimmungen ausführen.“[7]

Dinggedicht thematisiert laut KÖHNEN, R. (2007, 158f.) Alltagsdinge, Pflanzen, Lebewesen oder Kunstwerke wie Artefakt.

Laut ELIT, S. (2008, 158)[8] überträgt Rilke das menschliche Gefühl durch ihre Dinggedichte auf Dinge.

Nachdem nun die theoretischen Grundlagen zum Dinggedicht aufgezeigt sind, gilt es im Folgenden eine schriftliche Befragung zur Einstellung der Studenten zum Dinggedicht durchzuführen.

Der Fragebogen

Charakterisierung der Stichprobe

Die schriftliche Befragung wurde im Januar 2016 an der Universität Sidi Bel Abbes durchgeführt. An der Umfrage beteiligten sich 100 Germanistikstudenten. Die befragten Studierenden befanden sich zur Zeit der Befragung im ersten Jahr Masterstudium. Das Durchschnittsalter der Untersuchungsgruppe betrug 24 Jahre. Unter den Befragten waren 15% männlich und 85% weiblich.

Konzipierung und Durchführung der Umfrage

Die Befragung wurde anonym in Form eines Fragebogens im Januar 2016 durchgeführt. Der Fragebogen besteht aus 24 Fragen, die Auskunft über die Einstellung der Studenten über die lyrische Form Dinggedicht geben sollten. Die erste Frage klärt, wie die Studierende das Dinggedicht im fremdsprachigen Literaturunterricht finden und warum. Die zweite beleuchtet, welche Dinggedichte sie kennen. Die dritte Frage soll darüber Auskunft geben, wie oft sie Dinggedichte lesen. Die nächste Frage klärt, was sie mit Dinggedichten lieber machen. Weiterhin sollte erörtert werden, wie oft sie Dinggedichte im fremdsprachigen Literaturunterricht behandelt haben. Die Einschätzung erfolgt auf einer vierteiligen Skala (selten, manchmal, oft, sehr oft). Danach sollen die Befragten angegeben, ob sie möchten, dass Dinggedichte im Unterricht behandelt werden und wie oft. Anschließend sollte ermittelt werden, wie die Befragten die Dinggedichte im fremdsprachigen Literaturunterricht lernen möchten. Danach sollte untersucht werden, welche Dinggedichte sie gelesen haben. Die nächste Frage befasst sich damit, welche Dinggedichte ihnen gefallen haben. Die darauf folgende Frage ermittelt, was ihnen besonders an diesen Dinggedichten gefallen hat. Die nächste Frage beschäftigt sich damit, was sie an Dinggedichten nicht mögen. Anschließend wird untersucht, ob die Befragten vorhaben, eigene Dinggedichte zu schreiben. Die nächste Frage thematisiert, wie schwierig die Befragten das Verstehen von Dinggedichten finden. Die darauf folgende Frage untersucht, ob ein einmaliges Lesen ausreicht, um ein Dinggedicht zu verstehen. Anschließend sollte ermittelt werden, ob die Sprache oder Ausdrucksweise der Dinggedichte schwer verständlich ist, z.B. Lexik, Satzbau…Die nächste Frage untersucht, aus welchen Quellen die Befragten diese Dinggedichte gelesen haben. Ferner wird eruiert, ob die Befragten schon Dinggedichte in einem Lehrwerk behandelt oder gelesen haben. Nachfolgend wird darauf eingegangen, welche Vorteile die Dinggedichte im fremdsprachigen Literaturunterricht haben. Die nächste Frage thematisiert, welche Nachteile die Dinggedichte im fremdsprachigen Literaturunterricht haben. Die nächste Frage sollte klären, welche Figuren häufiger in den Dinggedichten auftauchen. Die darauf folgende Frage sollte ebenfalls klären, welche allgemeine Struktur ein Dinggedicht hat. Danach sollen die Befragten angeben, welche neuen Wörter die Befragten durch Dinggedichte gelernt haben. Darüber hinaus wird eruiert, ob Dinggedichte aus Sicht der Befragten für den fremdsprachigen Literaturunterricht geeignet sind und wieso. Die letzte Frage untersucht, ob die Befragten Dichter von Dinggedichten kennen.

[...]


[1] SPÖRL, UWE (2006): Basislexikon Literaturwissenschaft. 2. Auflage. Paderborn, u.a. Schöningh/ UTB

[2] HOMBERGER, DIETRICH (2013): Fachlexikon Deutschunterricht. Schneider Verlag Hohengehren

[3] DRÜGH, HEINZ (Hrsg.), et al. (2012): Germanistik. Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schlüsselkompetenzen. Metzler Verlag, Stuttgart

[4] EHLERS, SWANJERS (2011): Studienbuch zur Analyse und Didaktik literarischer Texte. 2. Auflage. Baltmannsweiler. Schneider Verlag Hohengehren

[5] EHLERS, SWANJERS (2011): Studienbuch zur Analyse und Didaktik literarischer Texte. 2. Auflage. Baltmannsweiler. Schneider Verlag Hohengehren

[6] FELSNER, KRISTIN; HELBIG, HOLGER; MANZ, THERESE (2012): Arbeitsbuch Lyrik. 2. Aktualisierte Auflage. Berlin. Akademie Verlag

[7] KÖHNEN, RALPH (2007): Dinggedicht. In: Metzler-Literatur-Lexikon: Begriffe und Definitionen/ Hrsg. von Burdorf, Dieter/ Fabender, Christoph und Moennighoff, Burkhard. 3., überarb. Aufl. – Stuttgart/ Weimar: Metzler, 158-159

[8] ELIT, STEFAN (2008): Lyrik. Formen-Analysetechniken-Gattungsgeschichte. Paderborn. Wilhelm Fink

Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668281455
ISBN (Buch)
9783668281462
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
University of Oran – Fremdsprachen
Erscheinungsdatum
2016 (August)
Note
Keine
Schlagworte
Dinggedicht Fremdsprachen Unterricht Pädagogik

Autor

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Titel: Das Dinggedicht im fremdsprachigen Literaturunterricht. Eine Untersuchung