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Instandhaltungsstrategien im Technischen Gebäudemanagement. Problematiken der Wirtschaftlichkeitsberechnung unter Berücksichtigung unsicherer Ereignisse

Hausarbeit 2014 32 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Erläuterung des Gebäudemanagements
2.1 Definition
2.2 Ziele

3 Technisches Gebäudemanagement
3.1 Instandhaltung
3.2 Ziele der Instandhaltung
3.3 Aufgaben der Instandhaltung
3.3.1 Inspektion
3.3.2 Wartung
3.3.3 Instandsetzung
3.3.4 Erneuerung
3.3.5 Verbesserung
3.4 Instandhaltungsbeteiligte
3.5 Instandhaltungspläne
3.6 Instandhaltungskosten

4 Instandhaltungsstrategien im Technischen Gebäudemanagement
4.1 Präventive Instandhaltungsstrategien
4.1.1 Strategie der vorausbestimmten Instandhaltung
4.1.2 Strategie der voraussagenden Instandhaltung
4.1.3 Strategie der zustandsbestimmten Instandhaltung
4.2 Korrektive Instandhaltungsstrategien
4.2.1 Strategie der ausfallbedingten Instandhaltung
4.2.2 Strategie der aufgeschobenen Instandhaltung
4.3 Problematiken der Wirtschaftlichkeitsberechnung unter Berücksichtigung unsicherer Ereignisse
4.4 Bestimmung von Instandhaltungsstrategien

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Struktur des Facility- und Gebäudemanagements

Abbildung 2: Gebäudemanagement nach DIN 32736

Abbildung 3: Beispielentwicklung des Abnutzungsvorrates einer Immobilie

Abbildung 4: Vorschlag für ein Zielsystem zur Instandhaltung von Gebäuden

Abbildung 5: Grundmaßnahmen der Instandhaltung nach DIN 31051

Abbildung 6: Abnutzungsvorrat, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung

Abbildung 7: Überblick über die Instandhaltungsbeteiligten

Abbildung 8: Charakteristik einer Instandhaltungsstrategie

Abbildung 9: Vorbeugende Instandhaltungsstrategie

Abbildung 10: Voraussagenden Instandhaltungsstrategie

Abbildung 11: Zustandsorientierte Instandhaltungsstrategie

Abbildung 12: Übersicht der Strategien und eingesetzten Maßnahmenarten der Instandhaltung

Abbildung 13: Ausfallorientierte Instandhaltungsstrategie

Abbildung 14: Optimum der Instandhaltungskosten

Abbildung 15: Ablaufschema einer Planung der Instandhaltung

Abbildung 16: Struktur der Entscheidungshilfe zur Bestimmung einer geeigneten Instandhaltungsstrategie

Abbildung 17: Vorgehen zur Bestimmung eines Prinzips zur Strategieentscheidung für Instandhaltungsobjekte

1 Einleitung

Die angespannte wirtschaftliche Lage im globalen Wettbewerb von Unternehmen macht ein optimales Gebäudemanagement als Teil des Facility Managements bedeutender als je zuvor. Aspekte bzgl. Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz, Werterhalt, flexible Nutzungsfähigkeiten bei Verwaltung und Bewirtschaftung von Immobilien stehen im Fokus der Betrachtung.

Neben dem operativen Ansatz der Instandhaltung spielen vermehrt strategische Überlegungen eine wesentliche Rolle. Beim strategischen Gebäudemanagement stehen Aspekte hinsichtlich der Standortwahl, der Nutzungsart, der Funktionalität, der Sicherheit und dauernden Verfügbarkeit, des mittel- und langfristigen Flächenbedarfs, der organisatorischen Einbindung in der jeweiligen Organisation im Vordergrund.[1] Das strategische Facility Management umfasst die Beratung, Entwicklung und Planung, hingegen sich das operative Facility Management (Gebäudemanagement) mit dem Betreiben, Optimieren, Verwalten, Instandhalten, Sanieren, Umbauen und Umnutzen befasst. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die Struktur des Facility- und Gebäudemanagements.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Struktur des Facility- und Gebäudemanagements[2]

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

Ein wesentlicher Anteil der Gesamtlebenszykluskosten einer Immobilie und deren technische Gebäudeausrüstung (TGA) basieren auf der Instandhaltung und demzufolge auf dem organisatorischen Instandhaltungsmanagement. Steigt der Anteil der Instandhaltungskosten an den beeinflussbaren Kosten in Unternehmen, sollte das vorrangige Ziel sein, Instandhaltungsprozesse in Unternehmen möglichst kostengünstig und mit geringem Zeitaufwand zu erbringen, um eine negative Beeinflussung des Kerngeschäfts zu vermeiden. Relevante Ziele der Instandhaltung sowie zweckdienliche Kriterien für das Ableiten einer geeigneten Instandhaltungsstrategie, werden in dieser Arbeit vorgestellt. Eine besondere Betrachtung erfährt die Problematik von unsicheren Ereignissen in der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in 5 Kapitel unterteilt. Nach der Einleitung folgt eine Erläuterung des Gebäudemanagements. Daran schließt sich der Teil über das Technische Gebäudemanagement, mit dessen Zielen, Aufgaben und Inhalt an. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Instandhaltungsstrategien des Technischen Gebäudemanagements und den Problematiken der Wirtschaftlichkeitsberechnung unter Berücksichtigung von unsicheren Ereignissen. Im Fazit werde ich die ausgearbeiteten Fakten zusammen führen.

2 Erläuterung des Gebäudemanagements

2.1 Definition

Das Gebäudemanagement ist in die Bereiche Technisches Gebäudemanagement (TGM), Infrastrukturelles Gebäudemanagement (IGM) und Kaufmännisches Gebäudemanagement (KGM) unterteilt und umfasst alle Leistungsbereiche, die zum Betreiben und Bewirtschaften von Immobilien erforderlich sind. Das Flächenmanagement (FLM) wird als unterstützender Leistungsbereich definiert.[3] Die Abbildung 1 zeigt die Untergliederung des Gebäudemanagements nach DIN 32736, in der es wie folgt heißt: „Das Gebäudemanagement ist die Gesamtheit aller Leistungen zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden einschließlich der baulichen und technischen Anlagen auf der Grundlage ganzheitlicher Strategien.“[4] Eine vergleichbare Definition ist auch in der GEFMA 100-1 zu finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gebäudemanagement nach DIN 32736[5]

Die Din 32736 unterscheidet nach Leistungscharakter zwischen folgenden Leistungstypen:[6]

- Strategische Leistungen mit dem Schwerpunkt Führung und Entscheidung
- Administrative Leistungen mit dem Schwerpunkt Handhabung, Organisation und Planung
- Operative Leistungen mit dem Schwerpunkt Umsetzung und Ausführung

2.2 Ziele

Das Ziel des Gebäudemanagements ist, eine optimale Nutzung und Rentabilität der Immobilie in der Nutzungsphase zu erreichen und die Marktfähigkeit und die Werterhaltung langfristig zu sichern.

3 Technisches Gebäudemanagement

Das technische Gebäudemanagement ist dafür verantwortlich, die Gebäude und Anlagen funktionsfähig zu halten. Das betrifft Aufgaben, wie die Betriebsführung, Umbau und Sanierung, Versorgung sowie das Umweltmanagement.

3.1 Instandhaltung

Die Instandhaltung beinhaltet Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden an Produktionsanlagen, die deren Nutzung beeinträchtigen können und erfasst die Reparatur oder den Austausch von Baugruppen und einzelnen Anlagenteilen. Die Begriffe Instandhaltung und Instandsetzung sind nicht deckungsgleich mit dem Begriff der DIN 31051 Instandhaltung. Unter Instandhaltung im Wohnungseigentumsrecht versteht man die Summe aller Maßnahmen, die geeignet sind, um normale und verbrauchsbedingte Abnutzungserscheinungen zu beseitigen.[7] Die vorbeugende Instandhaltung umfasst die Planung und Abwicklung von Instandhaltungsmaßnahmen vor Eintritt eines schadensbedingten Anlagenzustandes. Die Maßnahmen der vorbeugenden Instandhaltung sind Inspektion, Wartung, vorbeugende Reparatur und vorbeugender Austausch oder sonstige vorbeugende Maßnahmen.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Beispielentwicklung des Abnutzungsvorrates einer Immobilie[9]

Abgesehen von den Finanzierungskosten ist das technische Gebäudemanagement innerhalb des Lebenszyklus von Immobilien, der auschlaggebende Kostenpunkt. Die Häufigkeit und Intensität der Instandhaltungsmaßnahmen wirkt sich entscheidend auf die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes aus. So ergeben sich unterschiedliche Strategien bei der Instandhaltungsplanung. Bei der Instandhaltungsplanung aus rein wirtschaftlicher Sicht, wird jährlich das zur Verfügung stehende Instandhaltungsbudget rechnerisch aus der Renditebetrachtung ermittelt. Den Mieteinnahmen stehen die Kosten aus der Finanzierung, der nicht umlegbaren Nebenkosten und dem Bauunterhalt gegenüber.[10]

Die Abbildung 3 verdeutlicht den Abnutzungsvorrat einer fiktiven Beispielimmobilie, jeweils mit- und ohne Instandhaltung.

3.2 Ziele der Instandhaltung

Ziel des technischen Gebäudemanagements ist es, einen Ansatz zum energiesparenden Betrieb einer Immobilie zu schaffen und nachhaltig den Werterhalt der Gebäudetechnik zu bewirken. Hinsichtlich der technischen Anforderungen sind die ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Aspekte zu berücksichtigen.

Dies beinhaltet das Erreichen folgender Ziele:[11]

- Verfügbarkeit der Flächen
- Werterhaltung und Wertsteigerung
- Erhaltung der Objektsicherheit
- Erhaltung der Funktionsfähigkeit der bewirtschafteten Gebäude
- Kostenoptimierung
- Nachhaltige Sicherung der Wirtschaftlichkeit
- Technische Betreuung bei Bereitstellungsalternativen
- Menschengerecht gestaltete Arbeitsplätze

Die nachfolgende Abbildung zeigt die wesentlichen Ziele der Instandhaltung und deren technische Anforderungen an das Gebäudemanagement

.Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Vorschlag für ein Zielsystem zur Instandhaltung von Gebäuden[12]

3.3 Aufgaben der Instandhaltung

Die Aufgaben des technischen Gebäudemanagements umfassen Betriebsführung, Umbau, Sanierung, Versorgung, sowie das Umweltmanagement. Diese Aufgaben und Tätigkeiten stellen den entscheidenden Teilbereich innerhalb des Gebäudemanagements dar, weil sie die technische Funktion und Verfügbarkeit eines Gebäudes fortwährend und nachhaltig sicherstellen.[13] Infolge fortschreitender Technisierung und Forderung nach effizienten technischen Anlagen, Betriebsabläufen und Instandhaltung erhöht sich die Bedeutung des technischen Gebäudemanagements kontinuierlich. Das technische Gebäudemanagement enthält gemäß DIN 32736 sämtliche Leistungen, die zum Betreiben der baulichen und technischen Anlagen eines Gebäudes entscheidend sind.

Die Teilleistungen des technischen Gebäudemanagements sind der anschließenden Abbildung 5 zu entnehmen und werden in den folgenden Kapiteln beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Grundmaßnahmen der Instandhaltung nach DIN 31051[14]

3.3.1 Inspektion

Die Inspektion beschäftigt sich mit der Feststellung und Beurteilung des Ist- Zustandes einer Immobilie, einschließlich Ursachenbestimmung der Abnutzung und dem Ableiten notwendiger Konsequenzen zukünftiger Nutzung.[15]

Die Arbeitsschritte einer Inspektion sind folgende:

1. Begehung
2. Sichtkontrolle
3. Funktionskontrolle
4. Zustandsermittlung

Bei der Begehung, die unter anderem auch zur Kontrolle der Verkehrssicherungspflicht dient, entstehen während des laufenden Betriebs ein grober Überblick und eine Beurteilung des Gesamtzustandes der baulichen und technischen Anlagen.[16] Anhand von Sichtkontrollen werden Zustand der Einrichtungen aufgezeichnet, einzelne Zustandsgrößen kontrolliert und offensichtliche Funktionsmängel erfasst. Die Funktionskontrolle dient dazu, bauliche und technische Anlagen dahingehend zu überprüfen, ob sie in der Lage sind, die Funktionen zu erfüllen. Mit Hilfe der Zustandsermittlung erfolgen eine detaillierte Bewertung des Ist-Zustandes sowie eine Ableitung eventuell erforderlicher Konsequenzen.

3.3.2 Wartung

Der Begriff Wartung beschreibt die Maßnahmen, die zur Bewahrung des Soll-zustandes dienen.[17] Es werden vorbeugende Leistungen erbracht, um zu verhindern, dass Bau- und Anlagenteile ihre jeweilige Funktion nicht mehr erfüllen können. Unter Wartung versteht man auch die Maßnahmen zur Verzögerung des Abnutzungsvorrates.[18] Wartungsleistungen werden auf Basis einer projektspezifischen Wartungsplanung von ausgebildetem Fachpersonal regelmäßig durchgeführt. Die Erbringung von Wartungsleistungen steht in einem engen Zusammenhang mit Gewährleistungsfristen, die oft nur dann eingegangen werden können, wenn ein entsprechender Wartungsvertrag abgeschlossen wurde.[19] Der Ausfall von Betriebseinrichtungen steht häufig im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Wartung und Bedienung.

Die nachstehende Abbildung stellt das Wartungsintervall einer fiktiven Immobilie grafisch dar und zeigt den Abnutzungsvorrat im Zusammenhang mit der Nutzungsdauer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Abnutzungsvorrat, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung[20]

3.3.3 Instandsetzung

Die Instandsetzung beinhaltet Maßnahmen zur Wiederherstellung des Soll-Zustandes einer baulichen oder technischen Anlage mittels Einbau von Ersatzteilen oder Ersatzanlagen.[21] Diese Maßnahmen können durch den Ausfall von Bau- oder technischen Elementen erforderlich oder das Ergebnis einer Inspektion sein. § 177 Baugesetzbuch definiert Instandsetzung wie folgt: „Instandsetzung definiert Tatbestände, die eine Instandsetzung notwendig machen, als „Mängel“, im Gegensatz zu Missständen, die durch Modernisierung zu beseitigen sind.“[22]

3.3.4 Erneuerung

Erneuerungen fallen an, wenn eine bauliche oder technische Anlage nach Erreichen der technischen Lebensdauer entsprechend dem Ausbauzustand wiederhergestellt wird.[23] Zum Zeitpunkt der erreichten technischen Lebensdauer muss die abgenutzte, bauliche oder technische Anlage durch eine neue mit gleichen technischen Eigenschaften ersetzt werden. In Abgrenzung zur Instandsetzung enthält die Erneuerung wesentliche Teile einer Anlage, die ersetzt und überarbeitet werden müssen. Eine präzise Bestimmung des Erneuerungszeitpunktes im Zuge der Instandhaltungsplanung ist kompliziert, weil folgende Punkte berücksichtigt werden müssen:

- Errichtungsindividuelle Einflussfaktoren
- planungsspezifische Einflussfaktoren
- bauteil- und anlagenspezifische Einflussfaktoren
- nutzungsspezifische Einflussfaktoren
- umgebungsspezifische Einflussfaktoren und
- strategische Einflussfaktoren

3.3.5 Verbesserung

Die Verbesserungen nach DIN 31051, beinhalten die Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Gebäudemanagements zur Erhöhung der Funktionssicherheit des Gebäudes, ohne dabei ihre Funktion zu ändern.

3.4 Instandhaltungsbeteiligte

Die Beteiligten der Instandhaltung können in zwei Gruppen unterteilt werden, wie die Abbildung 7 verdeutlicht. Die erste Gruppe umfasst alle Personen und Institutionen, welche an der Nutzungsphase einer Immobilie beteiligt sind und somit unmittelbar Einfluss auf die Instandhaltung nehmen. Dazu zählen die Nutzer, Mieter, Eigentümer und Betreiber von Immobilien, sowie involvierte Facility Manager, Objektmanager und Dienstleister.[24] Die zweite Gruppe betrifft den Objektplaner, Fachplaner, Berater, das ausführende Unternehmen und Lieferanten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Überblick über die Instandhaltungsbeteiligten[25]

3.5 Instandhaltungspläne

„Die Instandhaltungspläne sind eine wichtige Grundlage für die Finanzplanung zur Verwendung der pauschaliert kalkuliert und im Rahmen der Miete eingenommenen Instandhaltungskosten.“[26] Diese müssen laufend korrigiert und mit dem Soll- und Ist-Zustand verglichen werden. Vorbeugende Maßnahmen zur Instandsetzung von bereits im Ansatz erkennbaren, technischen Schäden etc. sind zu berücksichtigen. Des Weiteren enthalten Instandhaltungspläne neben dem Arbeitsplatz und der Vorgabezeit auch die benötigten Ersatzteile sowie die erforderliche Qualifikation des Personals. Für jede Komponente einer Anlage können individuelle Instandhaltungspläne angewandt, jedoch auch übergreifend für die Instandhaltung der ganzen Anlage ein Plan angefertigt werden. Bei jedem Arbeitsschritt eines Plans kann analysiert werden, ob dieser durch externe oder interne Mitarbeiter durchgeführt werden soll. Das Ablaufschema einer Planung der Instandhaltung (auf das ich später noch detaillierter zu sprechen komme) ist der Abbildung 15 zu entnehmen.

3.6 Instandhaltungskosten

„Instandhaltungskosten, sind die Kosten, die während der Nutzungsdauer zur Erhaltung des bestimmungsmäßigen Gebrauchs aufgewendet werden müssen, um die durch Abnutzung, Alterung und Witterungseinwirkung entstehenden baulichen oder sonstigen Mängel ordnungsgemäß zu beseitigen.“[27] Instandhaltungskosten dienen auch zur Deckung der Kosten von Instandsetzungen, jedoch nicht der Kosten von Baumaßnahmen, wenn durch diese eine Modernisierung vorgenommen oder Wohnraum neu geschaffen wird.

4 Instandhaltungsstrategien im Technischen Gebäudemanagement

Instandhaltungsstrategien stellen übergeordnete Regeln zur Erreichung der Instandhaltungsziele dar. Dabei handelt es sich um Grundsätze zur Festlegung von Maßnahmen der Instandhaltung, in welcher Quantität, Qualität und zu welchem Zeitpunkt diese an dem jeweiligen Objekt vorzunehmen sind, wie der Abbildung 8 zu entnehmen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Charakteristik einer Instandhaltungsstrategie[28]

Grundsätzlich sind zwei Gruppen von maßnahmenbezogenen Instandhaltungsstrategien zu unterscheiden:

1. Die präventiven Instandhaltungsstrategien
2. Die korrektiven Instandhaltungsstrategien

Die präventiven Instandhaltungsstrategien kennzeichnen sich dadurch, dass Instandhaltungsmaßnahmen bereits vor Ausfall des Instandhaltungsobjektes durchgeführt werden, damit eine eingeschränkte Funktionserfüllung vermieden wird.[29]

Die korrektiven Instandhaltungsstrategien werden erst nach Unterschreitung der Abnutzungsgrenze initiiert und durchgeführt.

4.1 Präventive Instandhaltungsstrategien

Bei den präventiven Instandhaltungsstrategien steht die permanente Funktionstüchtigkeit des Gebäudes im Vordergrund. Durch vorbeugende Maßnahmen soll der Abnutzungsvorrat die Abnutzungsgrenze nicht unterschreiten. Daher soll bei Anwendung dieser Strategie ein Ausfall stets vermieden werden. Die Vorteile der präventiven Instandhaltungsstrategien sind folgende:[30]

- Regelmäßige, vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen steigern die Zuverlässigkeit der Objekte und gestatten eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes.
- Die Begrenzung und Vermeidung von Ausfallzeiten minimiert die Ausfallkosten.
- Vorbeugend durchgeführte Instandhaltungsmaßnahmen verhindern Folgeschäden und damit auch Folgekosten.

Die Nachteile der präventiven Instandhaltungsstrategien betreffen den enormen Planungsaufwand und die daraus entstehenden Planungskosten.

4.1.1 Strategie der vorausbestimmten Instandhaltung

Die Strategie der vorausbestimmten Instandhaltung, auch als Vorbeugungsstrategie oder Präventivstrategie bekannt, besteht aus der Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen, unabhängig vom aktuellen Zustand des Objektes. Der Zeitpunkt zur Umsetzung der Strategie wird mit Beginn der Nutzung bestimmt. Regelmäßige Wartungen senken somit die Wahrscheinlichkeit von Schäden am betroffenen Objekt und verhindern im Idealfall Ausfälle, da der potenzielle Schaden vorbeugend behoben wurde. Die Basis dieses Vorgehens ist die Annahme, dass das Alterungsverhalten und der mögliche Zeitpunkt eines Ausfalles bekannt sind oder ermittelt werden können. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Abnutzungsvorrat in Abhängigkeit von der Schadensgrenze, an der eine Instandhaltung erfolgen muss.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Vorbeugende Instandhaltungsstrategie[31]

Die Anwendung der Strategie der vorausbestimmten Instandhaltung beinhaltet folgende Vorteile:

- Instandhaltungsmaßnahmen können aufgrund von vorausbestimmten Instandhaltungszeitpunkten systematisch geplant werden.
- Systematische Instandhaltungsplanung, ohne eine vorliegende Dringlichkeit, erleichtert eine geordnete Ausschreibung und Vergabe der Leistungen.
- Systematische Instandhaltungsplanung unterstützt die sachgerechte Arbeitsverteilung.

Demgegenüber stehen folgende Nachteile der Strategie:

- Instandsetzungen mit einer vollen Ausschöpfung des Abnutzungsvorrats und der technischen Lebensdauer werden vermieden.
- Der Austausch von Instandhaltungsobjekten, unabhängig vom tatsächlichen vorliegenden Zustand, zieht vermehrt Kosten nach sich.
- Erhöhte Zahl an Instandsetzungs- und Verbesserungsereignissen.
- Kenndaten bzgl. der Alterung der Instandhaltungsobjekte sind schwer oder gar nicht ermittelbar.
- Nicht vorhandene Lebensdauerdaten erschweren eine systematische Instandhaltungsplanung.

4.1.2 Strategie der voraussagenden Instandhaltung

Die voraussagende Instandhaltung oder vorausschauende Instandhaltung ist eine Weiterentwicklung aus der vorausbestimmten Instandhaltung und setzt sich aus vorausschauenden Instandhaltungsmaßnahmen zusammen, die abhängig von einer Prognose eingeleitet werden.[32] Die Prognosen basieren entweder auf Trendanalysen oder auf der Auswertung der jeweils nötigen Parameter. Ein wesentlicher Inhalt der Strategie ist es, für einen bestimmten Zeithorizont Instandhaltungsmaßnahmen und die zugehörigen Termine auf der Grundlage von Inspektionsergebnissen festzulegen.[33]

Folgende Vorteile lassen sich bei Anwendung der voraussagenden Instandhaltungsstrategie festhalten:

- Der Abnutzungsvorrat wird ab einem Ausgangszustand mit der Zeit verkleinert, bis die Abnutzungsgrenze erreicht wird.
- Eine Instandsetzung vergrößert den Abnutzungsvorrat wieder.
- Instandhaltungszeitpunkte können festgelegt und verändert werden.
- Art, Umfang und Qualität der Instandhaltungsmaßnahmen können bestimmt werden.
- Systematische Planung gestattet eine Instandhaltung, die an den Zustand des Gebäudes angepasst ist.

Den Vorteilen stehen folgende Nachteile gegenüber:[34]

- Regelmäßige Inspektionen führen zu erhöhten finanziellen und personellen Kosten.
- Kurzfristige notwendige zusätzliche Instandhaltungen können nicht systematisch geplant werden.
- Nicht vorhersehbare Ausfälle eines Instandhaltungsobjektes finden bei dieser Strategie keine Berücksichtigung.

Die Abbildung 10 zeigt den Abnutzungsverlauf, bis hin zur Ausgangssituation nach einer Schwachstellenbeseitigung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Voraussagenden Instandhaltungsstrategie[35]

4.1.3 Strategie der zustandsbestimmten Instandhaltung

Die zustandsbestimmte Instandhaltungsstrategie benötigt ein andauerndes Überwachen des Abnutzungsvorrats. Bei Erreichen eines definierten Zustandes des Instandhaltungsobjektes werden Instandhaltungsmaßnahmen veranlasst. Für Anwendung dieser Strategie ist das ständige Wissen um den tatsächlichen Zustand des Instandhaltungsobjektes notwendig.[36] Dies kann durch Messen und Auswerten von instandhaltungsrelevanten Betriebsdaten, den Einsatz moderner Bauwerkinformationssysteme oder anhand einer Sichtkontrolle erfolgen. Dadurch können zeitnah, mit dem Erreichen der Abnutzungsgrenze, Instandhaltungsmaßnahmen umgesetzt werden, wie aus der Abbildung 11 ersichtlich ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Zustandsorientierte Instandhaltungsstrategie[37]

Die Anwendung der zustandsbestimmten Instandhaltungsstrategie weist folgende Vorteile auf:[38]

[...]


[1] Vgl. Braun (2013), S. 81

[2] Ebenda, S. 82

[3] Vgl. Nävy (2003), S. 12

[4] Krimmling (2013), S. 69

[5] Nävy (2003), S. 13

[6] Vgl. ebenda, S. 69

[7] Vgl. Kippes / Sailer (2005), S. 257

[8] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2014)

[9] Eigene Darstellung

[10] Vgl. ebenda, S. 424

[11] Vgl. Gondring / Wagner (2012), S. 141 ff.

[12] Klingenberger (2007), S. 130

[13] Vgl. Hirschner / Hahr / Kleinschrot (2013), S. 11

[14] Eigene Darstellung

[15] Vgl. Kippes / Sailer (2005), S. 424

[16] Vgl. Hirschner / Hahr / Kleinschrot (2013), S. 13

[17] Vgl. Kippes / Sailer (2005), S. 223

[18] Vgl. Hirschner / Hahr / Kleinschrot (2013), S. 13

[19] Vgl. ebenda, S. 13

[20] Hirschner / Hahr / Kleinschrot (2013), S. 14

[21] Vgl. Kippes / Sailer (2005), S. 424

[22] Vgl. Murfeld (2010), S. 947

[23] Vgl. Hirschner / Hahr / Kleinschrot (2013), S. 15

[24] Vgl. Klingenberger (2007), S. 49

[25] Klingenberger (2007), S. 49

[26] Murfeld (2010), S. 944

[27] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2014)

[28] Klingenberger (2007), S. 138

[29] Klingenberger (2007), S. 139

[30] Vgl. Klingenberger (2007), S. 141

[31] Müller (2009), S. 1

[32] Vgl. I-care Deutschland GmbH (2014)

[33] Vgl. Klingenberger (2007), S. 144

[34] Vgl. Klingenberger (2007), S. 144

[35] Vgl. I-care Deutschland GmbH (2014)

[36] Vgl. Klingenberger (2007), S. 145

[37] Müller (2009), S. 1

[38] Vgl. Klingenberger (2007), S. 146

Details

Seiten
32
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668282001
ISBN (Buch)
9783668282018
Dateigröße
3.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338518
Institution / Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
2,3
Schlagworte
Instandhaltungsstrategien Facility Management FM Technische Gebäudemanagement Wirtschaftlichkeitsberechnung immobilie

Autor

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