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Rahmenlehrplananaylse zur politischen Bildung in brandenburger Grundschulen

Ausarbeitung 2016 3 Seiten

Politik - Didaktik, politische Bildung

Leseprobe

Rahmenlehrplananaylse: Politische Bildung in der Grundschulevon Sandra Koplin

Im Folgenden wird der aktuelle Rahmenlehrplan: Politische Bildung in der Grundschule[1] für Berlin und Brandenburg nach ausgewählten Kriterien analysiert.

Der vorliegende Rahmenlehrplan ist in sechs Kapitel gegliedert, die folgendermaßen eingeteilt sind:

- Bildung und Erziehung in der Grundschule
- Der Beitrag des Faches zur Bildung und Erziehung in der Grundschule
- Standards
- Gestaltung von Unterricht – fachdidaktische Ansprüche
- Inhalte
- Leitungsermittlung, Leistungsbewertung und Dokumentation.

Die Analyse wird sich an dieser Struktur orientieren.

Einleitend werden auf den ersten zehn Seiten die allgemeinen Ziele und der Bildungsauftrag der Grundschule erläutert. Es wird auf die Grundlegende Bildung, Handlungskompetenz, Standards, die Gestaltung von Unterricht, Inhalte, Leistungsermittlung sowie die Qualitätsentwicklung und –sicherung eingegangen. Leitziel des Lernens in der Grundschule ist das Erreichen von Handlungskompetenz, diese wird in drei verbindliche Aufgaben der grundlegenden Bildung gegliedert:

- Stärkung der Persönlichkeit,
- Anschlussfähigkeit und lebenslanges Lernen,
- Mitbestimmungs- und Teilhabefähigkeit[2].

Dies wird durch vielfältige Methoden sowie verschiedenen Sozial-, Arbeits- und Lernformen unterstützt. Die Grundschule ist verpflichtet alle Schülerinnen und Schüler* entsprechend ihrer Leistungen zu fördern und zu fordern. Alle sollen in ihrer Grundschulzeit unterschiedliche Kompetenzen erwerben, wie Sachkompetenz, Methodenkompetenz, soziale Kompetenz und Personale Kompetenz. Diese einzelnen Kompetenzen werden später im Fachlehrplan nochmals spezifischer aufgegriffen. Die Leistungsbewertung können in mündlicher, praktischer oder schriftlicher Form erbracht werden, dabei sollen die Schülerinnen und Schüler in den Prozess mit einbezogen werden, um sie zu befähigen ihre eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und artikulieren zu können.

Leitziel des Faches Politische Bildung ist das Schaffen eines politischen Bewusstseins und einer politischen Mündigkeit bei den Schülerinnen und Schülern. Für die Grundschule wurden 24 verschiedene Standards[3] festgelegt und unterschiedliche Kompetenzen formuliert um dieses Leitziel zu definieren und Handlungsanweisungen zu geben. Die 24 Standards gliedern sich in die drei Themenfelder: Demokratie, Kinderrechte und Friedenssicherung. Die verbindlichen Ziele des Faches Politische Bildung werden nicht nur durch die inhaltliche Vermittlung der drei Themenfelder erreicht, vielmehr muss der Unterricht der politischen Bildung sowie die Grundschule im Allgemeinen die Möglichkeit bieten Demokratie zu leben, sei es durch eine Wahl der Klassensprecher und Klassensprecherinnen oder die Möglichkeit der Vertretung der eigenen Interessen. Schule soll als Lebensort wahrgenommen werden, der Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten bietet. Die Zusammenarbeit mit Experten, wie zum Beispiel Jugendverbänden oder wichtigen Personen aus der Kommune bereichert den Unterricht und bringt eine Verknüpfung zur Alltagswelt außerhalb der Schule.

Die zu erreichenden Sachkompetenzen sind vielfältig und werden durch die Inhalte unterstützt, dies gilt ebenfalls für die zu erwerbenden Methodenkompetenzen, die stark auf das Fach bezogen sind.

Die Leistungsermittlung hat dieselbe Funktion wie in allen Fächern der Grundschule. Im speziellen umfasst sie folgende Bereiche:

- die Wiedergabe von Kenntnissen,
- die Anwendung und Reflexion und Methoden und Arbeitstechniken des Politikunterrichts,
- selbständiges und eigenverantwortliches Lernen
- Analyse von politischen Problemen[4]

Die Leistungsbewertung kann mündlich oder schriftlich erbracht werden, dabei sollte allerdings beachtet werden, dass sowohl produktorientiert wie auch prozessorientiert bewertet wird.

Anhand der vorhergehenden Informationen lässt sich nun der Charakter des Rahmenlehrplans beschreiben. Bei dem vorliegendem Rahmenlehrplan handelt es sich um den Rahmenlehrplan für die Grundschule, da es allerdings auch an den Gymnasien die Möglichkeit einer 5. und 6. Jahrgangsstufe gibt, lässt es sich nicht eindeutig festlegen ob es sich um einen Schulform- oder Schulstufenrahmenlehrplan handelt. Bezieht man die 5./6. Jahrgangsstufe an den Gymnasien mit ein, handelt es sich um einen Stufenplan, lässt man diese allerdings außer Acht, handelt es sich um einen Schulformrahmenlehrplan. Der Rahmenlehrplan ist kompentenzorientiert. Es werden allgemeine sowie Fachspezifische Handlungskompetenzen formuliert, diese werden unterteilt in Sachkompetenz, Methodenkompetenz, soziale und personale Kompetenz. Das Erreichen der jeweiligen Kompetenzen ist an verbindliche Inhalte gekoppelt.

Die Inhalte und die Anforderungen sind in einer Tabelle angeordnet, daher handelt es sich hier um einen Horizontalcurriculum.

Es werden 60% der Stunden eines Schuljahres bzw. der Schulstufe mit Inhalten verplant, die obligatorisch für alle Grundschulen im Land Brandenburg und im Land Berlin gelten. Die verbleibenden 40% stehen den Lehrkräften frei zur Verfügung[5]. Diese Zeit kann zur Festigung und Vertiefung eines Themas sowie zum Aufgreifen aktueller und lokaler Themen genutzt werden. Durch diesen Aufbau weißt der Rahmenlehrplan ein gewisses Maß an Offenheit auf. Mit Hinblick auf die zeitliche Gewichtung der einzelnen Inhalte, handelt es sich hier um einen Minimalplan, da obligatorische Anforderungen vorgegeben sind, die durch fakultative ergänzt werden können. Es wird nicht die gesamte Stundenzahl eines Schuljahres verplant und lässt den Lehrkräften so ein gewisses Maß an inhaltlicher, pädagogischer sowie didaktischer Freiheit, die sie verantwortungsbewusst auszuführen haben.

In der Tabelle zu den einzelnen Themenbereichen werden in Kursivschrift fakultative Beispiele und Inhalte markiert. Des Weiteren werden Verweise auf andere Fächer geboten, mit denen sich die Inhalte überschneiden und somit die Möglichkeit zum fächerverbindenden bzw. fächerübergreifenden Unterricht anbieten.

Es gibt eine genaue Handreichung darüber welche Methoden und Arbeitsweisen gelehrt werden sollen, um den Schülerinnen und Schülern die benötigten Kompetenzen zu vermitteln. Mit Blick auf die Anforderungen des Faches und die inhaltliche Gestaltung wird deutlich, dass hier viel Orientierung geboten wird. In einem Fließtest, ergänzend zur Tabelle, werden die einzelnen Themenfelder und die Anforderungen sowie Kompetenzen ausführlich dargestellt. Den fachdidaktischen Ansprüchen wird im Rahmenlehrplan ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem Vorschläge für Unterrichtsgestaltungen gemacht werden. Es werden Hinweise auf einen abwechslungsreichen Politikunterricht gegeben, der stark handlungs- bzw. projektorientiert gestaltet werden sollte. Die Lehrkräfte haben darauf zu achten im Unterricht kontroverse Positionen aufzuzeigen, um dadurch eine eigene Meinungsbildung bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern. Es ist stets darauf zu achten, den Unterricht an den Interessen der Schülerinnen und Schüler zu orientieren und andere Meinungen – unabhängig der eigenen – zuzulassen und nicht die eigene Meinung als Maßstab zu nutzen[6].

[...]


[1] LISUM Brandenburg (2004): Rahmenlehrplan Politische Bildung Grundschule. Nummer: 202011.04. Wissenschaft und Technik Verlag. Berlin → abgekürzt: RLP

* Das Sternchen wird verwendet da im gesamten Text nicht nur die männliche und die weibliche Form gemeint ist, sondern alle Identitäten dazwischen und darüber hinaus mit einbezogen werden.

[2] Vgl. RLP S. 7

[3] RLP S.19

[4] vgl. RLP S. 30

[5] vgl. RLP S. 13

[6] vgl. RLP S. 20 ff.

Details

Seiten
3
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668282483
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338534
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
unbenotet
Schlagworte
rahmenlehrplananaylse bildung grundschulen

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