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Entwicklungsaufgaben in Kindheit und Jugend nach Robert J. Havighurst

Ausarbeitung 2013 12 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einblick in das Leben des Havighurst
1.2. Definition Kindheit
1.3. Definition Jugend
1.4. Definition Entwicklungsaufgaben

2. Hauptteil
2.1. Quellen der Entwicklungsaufgaben
2.2. Charakteristika der Entwicklungsaufgaben
2.3. Entwicklungsaufgaben in Kindheit und Jugend
2.3.1. Entwicklungsaufgaben in der Kindheit
2.3.2. Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
2.4. Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
2.5. Anwendung in der sozialen Arbeit

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Einblick in das Leben des Havighurst

Robert James Havighurst, Erziehungswissenschaftler und Soziologe (1900-1991), wurde in DePere, Wisconsin, USA geboren. Er war ursprünglich Lehrer der Naturwis- senschaften, entwickelte Ende der 1920er Jahre aber zunehmend Interesse an den Er- ziehungswissenschaften und arbeite u.a. als Direktor der Pädagogik des Gremiums für Allgemeinbildung der Rockefeller Stiftung und später auch als Professor der Pädago- gik an verschiedenen Untersuchungen und Forschung zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit. Von 1948 bis 1953 begründete Havighurst in Anlehnung an Erikson1, die für ihn bekannten Entwicklungsaufgaben, die Gegenstand dieser Ausar- beitung sind und veröffentlichte das Buch „Human Development and Education“. Ha- vighurst untersuchte noch bis zu seinem Tod (1991) die Entwicklung der Menschen aller Altersgruppen. Verstärkt untersuchte er in den 60er und 70er Jahren die Bildung durch das Schulsystem und deren Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Ju- gendlichen (Anderson 2013, http://education.stateuniversity.com).

1.2. Definition Kindheit

„Kindheit bezeichnet den Lebensabschnitt eines Menschen, der sich von der Geburt bis zum Beginn der Geschlechtsreife erstreckt. […] Die Kindheit wird stark von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen bestimmt, die auf die körperliche, geistige und seelische Reife abzielen. […]. Die möglichst ungestörte Entwicklung der Kinder ist die wesentliche Voraussetzung für die spätere körperliche, seelische, geistige und charakterliche Entwicklung des reifen Menschen (Lexikon-Institut Bertelsmann, Band 10, 1972, S. 10 f.).“ (Unger 2007, http://www.grin.com/de/e-book/87226/kindheit-und-jugend-im-wan- del-der-zeit).

1.3. Definition Jugend

„Mit dem Begriff „Jugend“ wird i.d.R. die Phase im Leben eines Menschen bezeichnet, die zwischen  Kindheit und Erwachsenenalter angesiedelt ist. […] Häufig erfolgt die Definition der Lebensphase J. über das Alter und die damit verbundenen Anforderungen, Erwartungen Möglichkeiten und Grenzen. Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) gehört zur Jugend, wer das 14. Lebensjahr, aber noch nicht die  Volljährigkeit mit 18 Jahren erreicht hat; volljährige Jugendliche sind nach dem SGB Personen/Heranwachsende zwischen 18 und 27 Jahren.“ (Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.), 2011, S. 469) „Der Lebensabschnitt Jugend oder Adoleszenz hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte kontinuierlich verlängert und variiert zudem wegen unterschiedlich langer Ausbildungszeiten.“ (Rickers 2006, S. 40)

1.4. Definition Entwicklungsaufgaben

Für Havighurst bedeutet Entwicklung lernen. Entwicklungsaufgaben stellen demnach Lernaufgaben für den Menschen dar (vgl. Rickers 2006, S. 41). „Eine Entwicklungsauf- gabe ist eine Aufgabe, die in oder zumindest ungefähr zu einem bestimmten Lebensab- schnitt des Individuums entsteht, deren erfolgreiche Bewältigung zu dessen Glück und zum Erfolg bei späteren Aufgaben führt, während das Misslingen zu Unglücklichsein, zu Missbilligung durch die Gesellschaft und zu Schwierigkeiten mit späteren Aufgaben führt.“ (Havighurst 1976, S. 2, zit. n. Rothgang 2009, S. 97). Es handelt sich bei Entwick- lungsaufgaben also um ans Lebensalter gebundene Anforderungen, mit denen jedes Indi- viduum im Laufe seines Lebens konfrontiert wird und welche sich über die gesamte Le- bensspanne erstrecken. Durch die erfolgreiche Auseinandersetzung mit für das Lebensal- ter typischen Aufgaben werden Fertigkeiten und Kompetenzen ausgebildet, die für die Persönlichkeitsentwicklung förderlich sind und die Lösung weiterer Entwicklungsaufga- ben erleichtern (vgl. Wirtz 2013, https://portal.hogrefe.com/dorsch/entwicklungsaufga- ben). Grunder/Schänzlin/Moser (2011, S. 31) sprechen von einem Regulationsbegriff zur Bewältigung lebenstypischer Veränderungen. Weiter noch heißt es bei ihnen: „Biogra- fisch gesehen stellen sich […], für alle Menschen mit jeweils ähnlichen Lebenssituation die weitgehend vergleichbaren Entwicklungsaufgaben (Hericks, 1998; Grob & Jaschin- ski, 2003). […] Deshalb bezeichnen mehrere Autoren in Erweiterung des Grundkonzepts von Havighurst Entwicklungsaufgaben als unhintergehbare Anforderungen (Kordes, 1998; Hericks, 1998 und 2006, Keller-Schneider, 2010), […].“

2. Hauptteil

2.1. Quellen der Entwicklungsaufgaben

Nach Havighurst entstehen Entwicklungsaufgaben in einem Zusammenspiel der inneren Ressourcen (physische Reifung, Wachstum), den äußeren Kräften (Anforderungen der Gesellschaft) und den persönlichen Werten und Zielen eines Individuums (vgl. Trautmann 2004, S. 23 f.). Man kann demnach drei Quellen der Entwicklungsauf- gaben definieren (vgl. Grunder/Kansteiner-Schänzlin/Moser 2011, S. 32, 75 und Roth- gang 2009, S. 97, 101 f. und Schick 2012, S. 35 und Trautmann 2004, S. 23 f.):

- biologischer Reifungsprozess: Der biologische oder physische Reifungsprozess ist universell und kulturunabhängig, d.h. diese Quelle ist bei jedem Individuum weitestgehend homogen (z.B. Wachstum, Laufen lernen) und variiert nur auf Grund unterschiedlicher Leistungsfähigkeiten.
- kultureller Druck bzw. gesellschaftliche Erwartungen: Hierbei handelt es sich um Aufgaben, die von der Gesellschaft bzw. dem Sozialsystem definiert werden. Die Erfüllung dieser ist Voraussetzung, um Teil der jeweiligen Gesellschaft zu werden (z.B. Lesen, Rechnen, Berufswahl). Diese Aufgaben sind also kulturabhängig. Auf Grund z.B. neuer Techniken können sich die Erwartungen einer Gesellschaft und somit auch die Entwicklungsaufgaben verändern. Rothgang (2009, S. 101 f.) stellt hierzu fest: „Entwicklungsaufgaben können also einem historischen Wandel unterliegen, die Frage ist nur, wie groß der Wandel ist und inwieweit neue Entwicklungsaufgaben hinzukommen und alte weg allen.“
- individuelle Ziele und Einstellungen: Werte, Ziele und Einstellungen sind Teil der Persönlichkeit und vom einzelnen Menschen bedingt. Gemäß ihrer Ziele, ihres Selbstkonzeptes und ihrer Wünsche, stellen sich Individuen demnach selbst Auf- gaben, die sie als Herausforderungen bewältigen wollen. Sie sind weitestgehend kulturunabhängig, obzwar viele automatisch aus der eigenen Kultur übernommen werden, sie sich aber auch fernab dieser Normen individuell entwickeln können.

[...]


1 Erik Homburger Erikson (1902-1994) gilt als Vertreter der sog. Ich-Psychologie (Conzenz, 2010) und begründete die Theorie der psychosozialen Krisen (Erikson, 1980, 1888), (Hella Schick 2011, S. 32).

Details

Seiten
12
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668294547
ISBN (Buch)
9783668294554
Dateigröße
836 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v339471
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
2,0
Schlagworte
Havighust Entwicklungsaufgaben Theorie Kindheit Jugend Soziale Arbeit

Autor

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Titel: Entwicklungsaufgaben in Kindheit und Jugend nach Robert J. Havighurst