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"Le Fettnapf" von Tanja Kuchenbecker. Ein typischer interkultureller Ratgeber?

Hausarbeit 2014 14 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VORSTELLUNG DER RATGEBERLITERATUR
2.1. RATGEBER DEFINITIONEN
2.1.1. Definitionsversuch nach Heimerdinger
2.1.2. Definitionsversuch nach Umlauf
2.1.3. Definitionsversuch nach Hiller und Füssel

3. INTERKULTURELLE RATGEBER
3.1. DEFINITIONSVERSUCH NACH POERNER

4. TEXTANALYSE DES VORLIEGENDEN RATGEBERSLE FETTNAPF NACH NORD
4.1. TEXTEXTERNE FAKTOREN
4.2 TEXTINTERNE FAKTOREN

5. PRÜFUNG VONLE FETTNAPF

6. ZUSAMMENFASSUNG DER ANALYSEERGEBNISSE

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Bei der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich bei dem ausgewählten Buch von Tanja KuchenbeckerLe Fettnapfum einen typischen interkulturellen Ratgeber handelt.

Den Untersuchungsgegenstand der Arbeit bildet die deutsche Originalfassung des Buches Le Fettnapf Wie ich lernte mich in Frankreich nicht zum Horst zu machen, das ich aufgrund des anstehenden Auslandssemesters, das ich gerne in Frankreich verbringen würde, ausgewählt habe.

Ziel ist es anhand von bereits existierenden Definitionen, die sich auf allgemeine und speziell auf interkulturelle Ratgeber beziehen und mithilfe der Textanalyse nach Christiane Nord zu überprüfen, inwiefern das von mir ausgesuchte Buch ein typischer interkultureller Ratgeber ist. Da es sich bei interkulturellen Ratgebern um eine Sonderform handelt, muss zuerst die Frage geklärt werden, was man unter einem Ratgeber an sich versteht. Mit dem Thema „interkulturelle Ratgeberliteratur“ hat sich z.B. Poerner1 beschäftigt, während Autoren wie Hiller und Füssel2, Heimerdinger3 und Umlauf4 Ratgeberliteratur im Allgemeinen untersucht haben. Im zweiten und dritten Kapitel werde ich diese Definitionsversuche zuerst präsentieren und im Verlauf meiner Arbeit überprüfen, inwiefern sie auf meinen Ratgeber zutreffen. Darauf folgt der Hauptteil, indem zuerst die Textanalyse mit ihren textinternen und textexternen Faktoren auf Le Fettnapf angewendet werden. Im Anschluss wird die Untersuchungsfrage „Handelt es sich bei dem ausgewählten Buch von Tanja Kuchenbecker um einen typischen interkulturellen Ratgeber?“ beantwortet, indem Definitionen aus dem zweiten und dritten Kapitel hinzugezogen und anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Buch belegt werden.

Während ich meine Hausarbeit geschrieben habe, hatte ich Kontakt zu der Autorin Tanja Kuchenbecker aufgenommen und sie bezüglich ihrer Einschätzung ob es sich um einen interkulturellen Ratgeber handelt oder nicht gefragt. Ihre Antwort fließt in die Zusammenfassung der Ergebnisse ein.

2. Vorstellung der Ratgeberliteratur

Da Ratgeberliteratur sich großer Popularität erfreut, existiert ein breit gefächertes Themenspektrum von Ratgebern (vgl.Heimerdinger 2008:98).

„Der Marktanteil der ‚praktischen Ratgeber’ lag in den vergangenen zehn Jahren stets zwischen 16 und 20 %“ (ebd.) und seit April 2007 kann die Ratgeberliteratur einer eigenen Hauptwarengruppe (4) in der Warengruppen-Systematik des Buchhandels zugeordnet werden (vgl. Heimerdinger 2008:97). Dies deutet auf eine starke gesellschaftliche Akzeptanz hin (vgl. Poerner 2011:110).

Da es sich um ein relativ junges Phänomen handelt, gibt es, trotz der hohen Anzahl von Ratgebern, vergleichsweise wenig Literatur, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit Ratgebern auseinandersetzt.

Bei genauerer Untersuchung der Ratgeberliteratur-Merkmale der verschiedenen Definitionsversuche, unterscheiden sie sich zwar in ihren Hauptcharakteristika, haben jedoch einen Kerngedanken gemein: Rat erteilen.

2.1. Ratgeber Definitionen

2.1.1. Definitionsversuch nach Heimerdinger

Für den Zweck der hier vorliegenden Arbeit soll zuerst Ratgeberliteratur nach Heimerdinger definiert werden:

Die Vermittlung von lebenspraktischem Wissen ist also das Programm der Ratgeber. In Bezug auf denkbar unterschiedliche thematische Zusammenhänge behauptet die Ratgeberliteratur per se, mediale Handreichung für gelebtes Leben sein zu können. Die Überwindung des Hiatus zwischen Text und Praxis, also den Brückenschlag zwischen Medialität des Lebens und Lebensvollzug, setzt sie als Konstitutivum ihrer selbst. (Heimerdinger 2008:97)

Heimerdinger definiert Ratgeberliteratur als praxisnah und „handlungsund nutzenorientiert für den privaten Bereich“. Zugleich benennt er aber auch ihre wichtige Funktion, nämlich den Anspruch zu haben, in ein Leben einzudringen und somit „die Kluft zwischen Text und Praxis“ zu überwinden (2008:97-100). Diese Funktion wird von ihm kritisch gesehen. Ziel ist aber auch den Ratsuchenden eine Hilfestellung bei ihren Problemen zu geben. Heimerdinger grenzt Ratgeber zudem von Fachund Sachbüchern ab und räumt gleichzeitig ein, dass sie in der Praxis nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Steht auf dem Buchcover explizit „Ratgeber“ drauf, so sei es auch einer, fügt er hinzu (vgl. Heimerdinger 2008:98).

2.1.2. Definitionsversuch nach Umlauf

Typische Merkmale der Ratgeberliteratur sind nach Konrad Umlauf folgende:

Er grenzt den Leserkreis ein, indem er sagt, dass sich Ratgeber an Laien also an Menschen, die auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse haben, richten. Der Ratgeber soll außerdem in beinahe allen Fällen nicht über einen Band hinausgehen und eine überschaubare Seitenzahl haben (vgl. Umlauf 1996:76).

Laut Umlauf soll ein Ratgeber eine strukturierte Gliederung aufweisen und somit kein Fließtext sein. Des Weiteren geht er auf nonverbale Textelemente wie z.B. „Hervorhebungen, Gliederungsmarkierungen, Umrahmungen, Schattierungen“ (ebd.) ein, die das Verständnis des Ratgeberinhalts für den Leser erleichtern sollten. Zuletzt „spiegelt die Vielzahl von Ratgeberthemen die Komplexität der modernen Gesellschaft wider“ (Umlauf 1996:76).

2.1.3. Definitionsversuch nach Hiller und Füssel

Anders als Heimerdinger oder Umlauf, definieren Hiller und Füssel Ratgeber sehr kurz als „Bücher mit Anleitungen für praktische Tätigkeiten“ (Hiller; Füssel 2002: 257).

[...]


1Poerner, Michael (2011). Chinesisch in der Fremde. Interkulturelles Rezeptwissen, kollektive Identitätsentwürfe und die internationale Expansion chinesischer Unternehmen. S.110-111

2Hiller, Helmut; Füssel, Stephan (2002): Wörterbuch des Buches: S. 257

3Timo Heimerdinger (2008): „Der gelebte Konjunktiv. Zur Pragmatik von Ratgeberliteratur in alltagskultureller Perspektive“: S.97-108

4Umlauf, Konrad (1996): Moderne Buchkunde: S.76-77

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668311114
ISBN (Buch)
9783668311121
Dateigröße
779 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v339978
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln – ITMK
Note
1,0
Schlagworte
interkulturelle Ratgeber Textanalyse interkulturelle Kommunikation

Autor

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