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Is the association between depression and blunted cardiovascular stress reactions mediated by perceptions of stress

Artikel - Zusammenfassung

Rezension / Literaturbericht 2015 5 Seiten

Psychologie - Diagnostik

Leseprobe

Is the association between depression and blunted cardiovascular stress reactions mediated by perceptions of stress?

Brindle, R. C., Ginty, A. T., Conklin, S. M. (2013). International Journal of Psychophysiology, 90, 66-72.

Theoretischer Hintergrund

- Depressionen können einen vorzeitigen Tod auslösen, nicht nur aufgrund erhöhter Suizid- und Unfallraten, sondern auch aufgrund der erhöhten Anfälligkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen.
- Bisherige Untersuchungen zum Zusammenhang von Depressionen mit kardiovaskulärer Reaktivität lieferten unterschiedliche Ergebnisse. Die Autoren der vorliegenden Studie erklären dies mit dem uneinheitlichen Erscheinungsbild von Depressionen.
- In der jüngeren Literatur gibt es eine vermehrte Befundlage für reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität bei Depressiven in psychischen Stresssituationen.
- Es gibt noch Aufklärungsbedarf bezüglich der Faktoren, die diese Beziehung mediieren und bezüglich der Frage, ob die reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität bei Depressiven auch bei anderen Formen von Stress (z.B. physischem Stress) auftritt.

Hypothesen

1. Bei Depressiven ist die kardiovaskuläre Reaktivität in mentalen Stresssituationen niedriger, als bei Nicht-Depressiven.
2. Es gibt keinen Unterschied in der kardiovaskulären Reaktivität zwischen Depressiven und Nicht-Depressiven in einer physischen Stresssituation.
3. Die reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität bei Depressiven in einer mentalen Stresssituation tritt aufgrund dessen auf, dass Depressive im alltäglichen Leben mehr Stressoren ausgesetzt sind.
4. Die reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität bei Depressiven in einer mentalen Stresssituation tritt aufgrund einer höheren Wahrnehmung von Stress auf.

(Wahrnehmung von Stress -> 2 Aspekte wurden berücksichtigt: Wahrnehmung von Laborstress und Wahrnehmung von Alltagsstress)

Methode

Stichprobe (beim Screening):

119 Studentinnen und Studenten

81 weiblich, 38 männlich

Alter: 18-22 Jahre

Gruppenzuteilung:

Aufgrund der Ergebnisse im BDI wurde vor der Hauptuntersuchung folgende Gruppenzuteilung durchgeführt:

- 10 oder mehr Punkte im BDI: Depressionsgruppe – 26 Personen
- unter 10 Punkte im BDI: nicht depressive Kontrollgruppe – 26 Personen (eine Person brach die Hauptuntersuchung vorzeitig ab, daher bestand die Kontrollgruppe in den statistischen Auswertungen aus 25 Personen)

Versuchsablauf

Screening:

1. Beck Depression Inventory (BDI)
2. Center for Epidemiological Studies-Depression Scale (CES-D)
3. Perceived Stress Scale (PSS)
4. Undergraduate Stress Questionnaire (USQ)

Hauptuntersuchung:

1. Threat Appraisal measures (TA)
2. Messung von Größe und Gewicht – BMI errechnet (Gewicht (kg) / Größe² (m))
3. Acute stress tasks: 1.) postural change (Änderung der Körperposition) 2.) PASAT (Kopfrechenaufgabe)
4. Post task stress questionnaire
5. Kardiovaskuläre Parameter (gemessen während den acute stress tasks): Herzrate (HR), systolischer Blutdruck (SBP) und diastolischer Blutdruck (DBP)

Ergebnisse der Messungen der kardiovaskulären Parameter in der mentalen und in der physischen Stressbedingung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ergebnisse - mentale Stresssituation

(PASAT)

Die Depressionsgruppe hatte eine signifikant niedrigere Herzrate in der akuten Stresssituation.

F(2,98) = 5.26, p = .010, η2 = .097

Die Depressionsgruppe hatte einen signifikant geringeren systolischen Blutdruck in der akuten Stresssituation.

F(2,98) = 6.47, p = .008, η2 = .117

Ergebnis - physische Stresssituation

(Orthostatic challenge)

Die Depressionsgruppe hatte eine signifikant niedrigere Herzrate in allen 3 Phasen.

F(1,49) = 5.1, p = .028, η2 = .072

Ergebnisse in Bezug auf die Mediatorvariable „Wahrnehmung von Stress“:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sowohl die erhöhte Wahrnehmung von Alltagsstress (PSS Score), als auch die erhöhte Wahrnehmung von Laborstress (TA Score) bei Depressiven sind Mediatorvariablen, die die Beziehung zwischen Depressionen und reduzierter Herzratenreaktivität sowie reduziertem systolischen Blutdruck in einer mentalen Stresssituation aufklären.

Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse:

- Die Beziehung zwischen Depressionen und reduzierter kardiovaskulärer Reaktivität in Stresssituationen konnte in der vorliegenden Studie bestätigt werden.
- Reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität bei Depressiven zeigte sich nur bei mentalem Stress, nicht bei physischem Stress.
- Die Beziehung zwischen Depressionen und reduzierter kardiovaskulärer Reaktivität kann (unter Anderem) auf Unterschiede zwischen Depressiven und nicht Depressiven in der Wahrnehmung von Stress zurückgeführt werden. Depressive haben eine erhöhte Wahrnehmung von Stress.

Kritikpunkte

- Keine kausale Bewertung möglich – reduzierte kardiovaskuläre Reaktivität x Depression
- Keine Generalisierbarkeit der Ergebnisse für ältere Personen möglich
- Kleine Untersuchungsgruppe – geringe Effektstärken

Vorschläge für Folgestudien

- In diesem Zusammenhang wäre es interessant noch weitere Aspekte von kardiovaskulärer Reaktivität zu untersuchen. z.B. cardiac output, Herzratenvariabilität, TPR
- Was könnten weitere mögliche Mediatorvariablen, die die Beziehung zwischen Depressionen und reduzierter kardiovaskulärer Reaktivität in mentalen Stresssituationen aufklären sein?

Details

Seiten
5
Jahr
2015
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v340603
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Institut für Psychologie
Note
1,00
Schlagworte
Depression kardiovaskuläre Reaktivität Stress Stresswahrnehmung

Autor

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Titel: Is the association between depression and blunted cardiovascular stress reactions mediated by perceptions of stress