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Das Thema "Ernährung" im Sachunterricht. Eine didaktische Ausarbeitung

von Anja Giffey (Autor) Marei Merbach (Autor)
Ausarbeitung 2009 16 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Sachanalyse
1.1 Geschichte der Ernährung
1.2 Gesunde Ernährung
1.3 Fastfood
1.4 Vom Korn zum Brot
1.5 Schadstoffe in Lebensmitteln

2. Didaktische Analyse
2.1 Naturwissenschaftliche Perspektive
2.2 Technische Perspektive
2.3 Historische Perspektive
2.4 Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektive
2.5 Raumbezogene Perspektive

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Wer kennt sie nicht, die gut gemeinten Weisheiten über das Thema Ernährung. Sprüche wie „ Frühstücke wie ein Kaiser, esse mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann!“ zieren die Titelblätter diverser Magazine. Unumgänglich ist daher, dass sich viele Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen. Fragen wie: „Was ist gesund?“ oder „Wie sinnvoll sind Diäten?“ treten in diesem Zusammenhang vermehrt auf. Ausgehend von einem neuen Gesundheitsbewusstsein, gewinnt vor allem das Wissen um die gesunde Ernährung zunehmend an Bedeutung. Ihr Einfluss auf den menschlichen Gesundheitszustand ist sehr groß. Gemäß einer Definition ist die Ernährung für „unser körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden“ (http://lexikon.calsky.com/de/txt/e/er/erna_hrung.php) verantwortlich. Auch wenn für die meisten Erwachsenen das Thema Ernährung einen großen Stellenwert besitzt, so muss dies bei Kindern nicht unbedingt der Fall sein. Häufig besitzen sie nur ein geringes Gesundheitsbewusstsein und sind nicht bereit beliebte Ernährungsgewohnheiten abzulegen, „nur weil sie zu einer Gesundheitsgefährdung führen, die sich erst langfristig auswirkt“ (Dallmann; Meißner; Meißner 1998, S. 4). Dies wird in der Fachliteratur als so genannte „Ich-Ferne“ bezeichnet (ebd.).

In der Grundschule haben die Kinder die Möglichkeit im Fach Sachunterricht sich mit dem Thema Ernährung intensiv auseinanderzusetzen. Vor allem wichtige Ernährungsregeln werden hierbei durch die Lehrperson vermittelt. Darüber hinaus ermöglichen die verschiedenen Perspektiven[1] eine genauere Betrachtung des Themas. So können beispielsweise Fragen wie: „In welchen Ländern werden unsere Lebensmittel angebaut“ oder „Wie haben sich die Menschen damals ernährt?“ eingehend behandelt werden. Zusätzlich kann das Interesse der Kinder durch die Fülle an Unterrichtsmaterialen geweckt werden. Mit ihrer Hilfe sollte es gelingen das Thema Ernährung für die Kinder anschaulich sowie zugänglich zu machen und den lebensweltlichen Bezug herzustellen. …

In der folgenden Ausarbeitung soll die Wichtigkeit des Themas Ernährung für das Fach Sachunterricht verdeutlicht werden. Zu diesem Zweck wurde zunächst eine Sachanalyse zu exemplarisch ausgewählten Aspekten angefertigt. Im zweiten Teil der Arbeit wird dann eine didaktische Analyse vorgestellt. Hierbei wird ausführlich auf die verschiedenen Perspektiven des Sachunterrichts eingegangen. Am Ende erfolgt eine Stellungsnahme zur Umsetzung des Themas Ernährung im Sachunterricht.

1. Sachanalyse

1.1 Geschichte der Ernährung

Nie zuvor hatte sich die Ernährung so grundlegend verändert wie in dem Zeitraum von 1800 bis 1900. Im Folgenden soll daher diese Epoche thematisiert werden.

Ernährung im Zeitraum von 1800 bis 1900

Die Ernährung der vorindustriellen Zeit veränderte sich über Jahrhunderte hinweg wenig. Abhängig von den Jahreszeiten, war die Kost nur wenig abwechslungsreich. Das Getreide galt zunächst als Hauptnahrungsmittel, das später durch die Kartoffel abgelöst wurde. Vor allem Großfamilien mit einem geringen Einkommen konsumierten diese Nutzpflanze. Das lag in erster Linie daran, dass die Kartoffel stets billig und vielseitig in der Zubereitung war. Auch Hülsenfrüchte waren fast täglich auf dem Speiseplan zu finden. Pflanzliche Nahrungsmittel bildeten somit die Grundlage der vorindustriellen Nahrung (vgl. Dallmann; Meißner; Meißner 1998, S. 76).

Nach 1850 erweiterte sich das Nahrungsmittelangebot durch neue industrielle Fertigungsmethoden und den Einsatz von chemischen Zusätzen erheblich. Neue Produkte kamen auf den Markt, die den Bedürfnissen eines Haushaltes um 1900 entsprachen (vgl. Hirschfelder 2005, S. 187f.). Besonders die Palette der Fertigprodukte wurde ständig erweitert. Motor dieser Veränderungen war die Industrialisierung, die allmählich Eingang in sämtliche Bereiche der Lebens- und Arbeitswelt fand. Die rasche Technisierung und Modernisierung der Wirtschaft prägten den neuen Alltag. Es war nun nicht mehr möglich die neuen industriell gefertigten Massengüter in Heimarbeit oder in kleinen Handwerksbetrieben zu produzieren. Deshalb entstanden innerhalb weniger Jahrzehnte zahlreiche Fabriken und Industriebetriebe, die neue Anforderungen an die Arbeitsweise stellten (vgl. Condrau 2005, S. 49f.). Auch in der Landwirtschaft vollzog sich ein deutlicher Wandel. Durch den Einsatz von Mineraldünger und zugekauften Futtermitteln war die Bestandsgröße der Tiere nicht mehr an die zur Verfügung stehende Weidefläche gebunden. Die Anzahl der Schweine und Rinder nahm daher erheblich zu. Im Mittelpunkt stand nun nicht mehr die traditionelle Agrarstruktur, sondern die Intensivbewirtschaftung mit Vieh- und Milchwirtschaft (vgl. ebd., S. 88f.).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Ernährung in dem angegebenen Zeitraum von einer ursprünglich ballaststoff- und kohlehydratreichen Nahrung zu einer protein- und fettreichen Kost veränderte. Der Verbrauch von Zucker, Fleisch und Eiern stieg beträchtlich, während der Anteil von Hülsenfrüchten, Getreide und Kartoffeln stark abnahm. (vgl. Hirschfelder 2005, S. 207f.)

1.2 Gesunde Ernährung

Eine vollwertige Ernährung ist die Grundvoraussetzung für einen gesunden und leistungsfähigen Organismus (vgl. Dallmann, Gerhard; Meißner, Gisela; Meißner, Klaus 1998, S. 9). Bereits in der Kindheit werden die Ess- und Trinkgewohnheiten entscheidend geprägt und oft ein Leben lang beibehalten. Deshalb ist es die Aufgabe aller Erziehenden, das Ernährungsverhalten bei Kindern positiv zu fördern. Als Orientierungshilfe kann hierbei der Ernährungskreis dienen, der beständig von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. weiterentwickelt wird (vgl. Dr. Jarausch; Kannenberg; Kiesel; Simmat; Sudeik; Toledo; Wrba, Zierfuß 2005, S. 56). Dieser veranschaulicht, welche Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung wichtig sind. Die Grundnahrungsmittel werden dabei in folgende sieben Gruppen eingeteilt: (1) Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln; (2) Gemüse und Salat; (3) Obst; (4) Milch und Milchprodukte; (5) Fleisch, Wurst, Fisch und Eier; (6) Fette und Öle und (7) Getränke (vgl., ebd.). Für eine vollwertige Ernährung ist es wichtig, täglich aus diesen sieben Bereichen auszuwählen und auf das richtige Mengenverhältnis der einzelnen Nahrungsmittelgruppen zueinander zu achten. Anhand der unterschiedlichen Segmentgrößen im Kreis ist dies gut nachvollziehbar. Demnach stehen im Mittelpunkt einer gesunden Ernährung pflanzliche Naturalien wie Getreideprodukte, Gemüse und Obst. Lebensmittel aus den Bereichen Fisch, Fleisch und Eier sowie Fette und Öle sollten dagegen weniger auf dem Speiseplan vorhanden sein. Unerlässlich ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Vor allem kalorienarme und -freie Getränke sind in diesem Zusammenhang zu bevorzugen (ebd.).

Die Nahrungsbestandteile, die der Körper aus den Lebensmitteln verwerten kann, werden als Nährstoffe bezeichnet. Diese Stoffe werden unterteilt in: (1) Kohlenhydrate; (2) Fette; (3) Eiweiße; (4) Vitamine; (5) Mineralstoffe; (6) Spurenelemente und (7) Ballaststoffe. Während die Hauptfunktion der Brenn- und Baustoffe[2] darin besteht Energie für den Körper bereitzustellen, dienen die Vitamine und Mineralstoffe als Schutz- und Reglerstoffe. Nährstoffe sind also für ein normales Wachstum und die Aufrechterhaltung der Gesundheit unerlässlich (vgl. Niedermeier 1999, S. 42).

1.3 Fastfood

Der Trend zum Essen nebenher und auf die Schnelle verstärkt sich. Burger, Döner, Pizza und Pommes frites werden immer beliebter. Dies trifft auch auf Softdrinks und gesüßte Erfrischungsgetränke wie Cola oder Limonade zu. Überall – in Stadien, in Zoos, auf Flughäfen, in Schnellrestaurants, in Schulen und Universitäten – wird Fastfood serviert (vgl. Schlosser 2003, S. 11). Für viele Kinder und Erwachsene ist es heute das Essen für zwischendurch. „Es gilt als schnell verfügbar, schmackhaft und unkompliziert.“ (http://www.kindergesundheit-info.de/1699.0.html) Allerdings enthalten diese Gerichte jede Menge Fett und liefern darüber hinaus kaum wertvolle Nährstoffe. „Essen Kinder zu viel und zu häufig davon, besteht die Gefahr, dass sie kaum noch merken, wann sie satt oder hungrig sind, und sie schnell ungewollt zunehmen.“ (ebd.) Es jedoch gänzlich abzulehnen, würde es wahrscheinlich für Kinder nur noch verlockender machen. Daher ist es sinnvoll, andere Mahlzeiten als Ausgleich zu nutzen. Ein Fast-Food-Gericht als Mittagessen kann mit einem gesunden Frühstück und Abendessen wieder ausgeglichen werden, zum Beispiel mit Gemüse und Obst. Weiterhin lässt sich mit einer vernünftigen Auswahl leicht einiges an Kalorien einsparen. „Ein Hamburger hat zum Beispiel nur halb so viele Kalorien wie ein größerer Burger und schmeckt vielen Kindern genauso gut.“ (ebd.) Bei Pommes frites oder gar einem ganzen Menü ist es empfehlenswert immer die kleinere Portion zu bestellen (vgl. ebd.). In der Regel ist eine solche Mahlzeit für Kinder immer eine Hauptmahlzeit. Daher sollte es diese Speisen in Ruhe und ganz bewusst genießen. Die hohe Aufnahme an Kalorien kann das Kind wieder wettmachen, indem es sich anschließend viel bewegt.

1.4 Vom Korn zum Brot

Bis aus den Getreideähren auf dem Feld ein Brotlaib wird, ist es ein langer Weg. Im Folgenden sollen die einzelnen Schritte vom Getreideanbau bis hin zum Brotbacken erläutert werden.

[...]


[1] Hierzu zählen die naturwissenschaftliche, technische, historische, sozial-kulturwissenschaftliche und raumbezogene Perspektive.

[2] Hierzu zählen die Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783668313217
ISBN (Buch)
9783668313224
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht
Erscheinungsdatum
2016 (Oktober)
Schlagworte
Sachunterricht Ernährung Grundschule Unterrichten didaktik didaktische Analyse

Autoren

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