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Kindeswohlgefährdung und Schutzbeauftragte. Definition, Rechtsanspruch und Hilfearten

Hausarbeit 2016 15 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Auftragserklärung
1.2 Erkenntnisinteresse

2 Hauptteil
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Rechtsanspruch
2.3 Hilfearten
2.4 Verfahren
2.5 Besonderheiten
2.6 Beteiligte Institutionen und Fachkräfte

3 Schlussteil
3.1 Pädagogische Schlussfolgerung

4 Quellenverzeichnis
4.1 Buchliteratur
4.2 Internetverzeichnis
4.3 Bilder

1 Einleitung

1.1 Auftragserklärung

In meiner Hausarbeit werde ich die beiden Begriffe des Kinderwohls und der Kindeswohlgefährdung definieren. Diese beiden Begriffe hat jeder schon einmal gehört. Was aber genau im Einzelnen zählt zum Kindeswohl und wann und wodurch ist dieses gefährdet? Des Weiteren befasse ich mich mit dem Rechtsanspruch und den möglichen Hilfearten, die es zu diesem Thema gibt.

Im Schlussteil werde ich meine gewonnenen Erkenntnisse analysieren und pädagogische Schlussfolgerungen ziehen.

1.2 Erkenntnisinteresse

Kinder brauchen Geborgenheit, Sicherheit, Zuneigung und Liebe, um sich zu einem selbstbewussten Menschen entwickeln zu können.

Dass es in Familien nicht immer glatt und reibungslos verläuft ist bekannt. Mitunter geraten Eltern aus verschiedenen Gründen an ihre Grenzen und können dann das Wohl ihres Kindes aus eigener Kraft nicht mehr gewährleisten. In den Medien ist es nicht selten, dass wir schwerwiegende Fälle von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung sehen, die die Öffentlichkeit erschüttern und wachrütteln. Nach Schätzungen des Kinderschutzbundes werden jährlich 300.00 - 400.00 Kinder in Deutschland misshandelt/und oder sexuell missbraucht. Immer wieder kommt es zu öffentlichen Diskussion über das Verständnis zwischen Kontrolle und Hilfemaßnahmen. Es gibt eine Vielzahl an Hilfsangeboten zur Unterstützung zur Erziehung.

Dies ist ein Thema, mit dem wir und alle befassen sollten. Für meine berufliche Praxis aber auch für meine private Zukunft ist es mir sehr wichtig, für dieses Thema sensibilisiert zu sein, um Hinweise auf eine mögliche Gefährdung rechtzeitig zu erkennen und helfend eingreifen zu können.

2 Hauptteil

2.1 Begriffsbestimmungen

Was ist Kindeswohl?

Der Begriff „Kindeswohl“ ist im Grundgesetz nicht genau und im Einzelnen definiert. Kulturelle, historisch-zeitliche oder ethnische „Menschenbilder“ prägen ebenso das Kindeswohl, wie auch die elterliche Erziehung. Es gilt dass ein Kind von Geburt an, Grundbedürfnisse und Grundrechte hat1. Maslow beschreibt diesen Vorgang über die Bedürfnisse eines Menschen in seine Pyramide.

In der untersten Stufe müssen die existentiellen Grundbedürfnisse zur Lebenserhaltung, wie zum Beispiel Essen, Trinken und Schlafen erfüllt werden. Zudem hat die unterste Stufe keine soziale Komponente. In der zweiten Stufe sollte das Bedürfnis nach Sicherheit befriedigt werden.

Dazu zählen z.B. Geborgenheit, Sicherheit,Frieden und Stabilität. Die 2 dritte Stufe bezieht sich auf die sozialen Bedürfnisse, unter anderem nach Zuneigung, Liebe und Zugehörigkeit. Auf der vierten Stufe befindet sich das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Wertschätzung, das sind unter anderem Selbstvertrauen, Selbstachtung und die Wertschätzung. In der fünften und höchsten Stufe, geht es um Selbstverwirklichung.Das Wohl eines Kindes beinhaltet seine physische und psychische Gesundheit3.

Aus diesen Bedürfnissen resultieren die entsprechenden Rechte für jedes Kind. Somit hat jedes Kind das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit4, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit5 und auch ein Rechtauf Schutz des eigenen Vermögens6.Ein Kind ist von Geburt an auf andere angewiesen. Dem Kind steht ein Recht auf individuelle und soziale Entwicklungsförderung, Pflege, Elternverantwortung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu7. " Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und ihre zuvorderst obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft“8.

Was ist Kindeswohlgefährdung?

Auch bei dem Begriff Kindeswohlgefährdung handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der nicht definiert ist und somit jeder Einzelfall separat betrachtet und interpretiert werden muss.

Eine Kindeswohlgefährdung kann in den unterschiedlichsten Formen und Intensitäten auftreten. Kindeswohlgefährdung bedeutet die Vernachlässigung des Kindes in verschiedenen Bereichen. Von Kindeswohlgefährdung sprechen wir, wenn:

- problematische Aspekte oder Ereignisse von hoher Intensität die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden
- wenn die schädigenden Bedingungen nicht nur einmalig oder selten auftreten, sondern ein Strukturmuster dahintersteht
- wenn aufgrund der problematischen Bedingungen eine Schädigung des Kindes in seiner Entwicklung absehbar oder bereits eingetreten ist9.

Unter einer Kindeswohlgefährdung versteht man jede Form von Handeln und Unterlassen, die vorhersehbar zu erheblichen physischen oder psychischen Beeinträchtigungen des Kindes oder des Jugendlichen führen kann beziehungsweise ein hohes Risiko solcher Folgen mit sich bringen kann. Dazu gehören:

1. Die Vernachlässigung

- ist die andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns durch Sorgeberechtigte (Eltern oder ihnen autorisierte Betreuungspersonen), welche zur Sicherstellung der seelischen und körperlichen Versorgung des Kindes notwendig sind
- dies umfasst körperliche, kognitive, emotionale Bedürfnisse des Kindes sowie unzureichende Beaufsichtigung
- Vernachlässigung weist auf eine gravierende Beziehungsstörung zwischen Eltern oder sorgeberechtigte Personen und Kindern hin
- es gibt aktive und passive Vernachlässigung.

Aktive Vernachlässigung:

- wissentliche Verweigerung von Handlungen (Schutz, Versorgung, Essen, Trinken, Körperhygiene ect.)
- Eltern erkennen selbst die Unterlassung - schaffen keine Abhilfe, nehmen keine Hilfe an; führen teilweise die Vernachlässigung selbst herbei

Passive Unterlassung:

- ist oft Resultat von Überforderung und Unkenntnis
- entsteht durch mangelnde Einsicht, Nichterkennen von Bedarfssituationen (Mangelernährung, unangemessenes Alleinlassen des Kindes, unzureichende Pflege ect.) oder unzureichende Handlungsmöglichkeiten der Sorgeberechtigten

2. Die Misshandlung

- ist das Zufügen von jeglicher Gewalt (physisch, psychisch)10
- für Kindesmisshandlungen gibt es kein typisches "Misshandlungssyndrom" (tritt meist mit Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch auf)
- es gibt physische und psychische Misshandlung

Physische Misshandlung:

- körperliche Verletzungen, die nicht unfallbedingt sind (Verletzung und Beschreibung der Verletzung stimmen nicht überein)
- gewalttätiges Verhalten als Grundsatz der Erziehung
- begründeter Verdacht oder Eingeständnis - Verletzung wiurde absichtlich herbeigeführt (von sorgeberechtigten Personen)
- Verletzungsformen, wie - das Zufügen von Verbrennungen, Erfrierungen, Verätzungen; versuchtes Ersticken, Ertränken, Vergiften ect.

Psychische Misshandlung:

- abweisendes oder feindliches, ablehnendes oder ignorierendes Verhaltensweisen der Sorgeberechtigten gegenüber dem Kind (Isolierung, Ablehnung, Terrorisierung, Beschimpfen, Verspotten, Bedrohen, Erniedrigen, Verängstigung)
- Verhaltensauffälligkeiten wie Weglaufen, Aggression ( meist bei älteren Kindern oder Jugendlichen

Suchtverhalten:

- Langfristige Verminderung von Selbstvertrauen und Selbstkontrolle
- Probleme in sozialen Beziehungen

3. Sexueller Missbrauch

- sexuelle Gewalt/ sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung, die von Erwachsenen an oder mit Kindern unter 14 Jahren unternommen oder gefördert wird (unabhängig von der Intensität des sexuellen Missbrauchs oder der vermeintlichen Absicht)11
- sexuelle Handlungen werden entweder gegen den Willen des Kindes oder Jugendlichen vorgenommen oder sie können aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen

[...]


1 vgl. Alle, Friederike, Kindeswohlgefährdung - Das Praxishandbuch, Lambertus-Verlag, 2010, Freiburg im Breisgau, S. 7-12

2 Bild: https://www.uni-due.de/edit/lp/motivation/maslow.jpg, stand: 22.05.2016

3 vgl. http://www.abraham-maslow.de, Gawlick,Ramona: Biografie, in: Alles über den Psychologen Abraham Maslow vom 22.05.2016

4 Vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html, Vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG

5 Vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html, Vgl. Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG, stand 22.05.2016

6 Vgl.https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html, Vgl. Art. 14 Abs. 1 GG

7 Jugendrecht, SGB VIII: Kinder- und Jugendhilfe, JugendschutzG, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, JugendarbeitsschutzG, BAföG, BerufsausbildungG (Auszug), 37. Auflage 2016, dtv VerlagsgesellschaftmbH&Co.KG., in Nördlingen, Vgl. S.1, § 1 SGB VIII

8 Vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html, Vgl. Art. 6 Abs. 6 Satz 2 GG, stand:22.05.2016

9 Vgl. http://www.vogtlandkreis.de/formulare/Notfall%202.pdf, stand, 22.05.2016

10 Vgl. http://www.vogtlandkreis.de/formulare/Notfall%202.pdf, stand, 22.05.2016

11 Vgl. http://www.vogtlandkreis.de/formulare/Notfall%202.pdf, stand, 22.05.2016

Details

Seiten
15
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668318359
ISBN (Buch)
9783668318366
Dateigröße
847 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342614
Institution / Hochschule
Fachschule für Sozialpädagogik, tjfbg gGmbH
Note
1
Schlagworte
kindeswohlgefährdung schutzbeauftragte definition rechtsanspruch hilfearten

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Titel: Kindeswohlgefährdung und Schutzbeauftragte. Definition, Rechtsanspruch und Hilfearten