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Neidhart von Reuental. Die Person und Werke des Minnesängers

Ausarbeitung 2016 9 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zur Person Neidharts

3. Neidharts Werke

3.1 Die Problematik der überlieferten Handschriften

3.2 Sommer- und Winterlieder

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die nachfolgende Ausarbeitung stützt sich auf das im Seminar gehaltene Referat „Neidhart von Reuental“. Neidhart von Reuental lebte im 13. Jahrhundert und war ein sehr bekannter Minnesänger. Betrachtet man die Informationslage, ist es schwierig gesicherte Aussagen über den Lyriker zu treffen. Auf diese Problematik wird im späteren Verlauf eingegangen.

In der Ausarbeitung werden zunächst in Kapitel zwei nähere Daten zur Person Neidharts aufgeführt. Seine ungefähre Lebenszeit wird genannt. Es wird ebenfalls analysiert, wo der Dichter beheimatet war. Dabei wird berücksichtigt, welche Informationen über ihn als gesichert gelten und wovon diese abgeleitet werden. Worauf stützen sich die Aussagen, die über ihn als Person gemacht werden?

Desweiteren wird in Kapitel drei ein Überblick darüber gegeben, wo und in welchem Umfang Werke des Dichters überliefert sind. Ebenfalls wird erläutert, warum seine Lieder Aufsehen zu seiner Zeit erregten. Was war das Besondere an den Liedern?

Das Kapitel „Die Problematik der überlieferten Handschriften“ thematisiert die Echtheit von Neidharts Handschriften und die Probleme, die es bei der Zuordnung der Werke gibt. Sind Handschriften von Neidhart persönlich erhalten?

Schließlich werden Neidharts Werke, die sich in Sommer- und Winterlieder gliedern lassen, näher betrachtet und ihre Eigenschaften herausgearbeitet. Gleichzeitig wird der Unterschied zwischen hoher Minne und den Tanzliedern Neidharts verdeutlicht.

Im Fazit werden die wichtigsten Fakten über Neidhart festgehalten.

2. Zur Person Neidharts

Es ist nicht möglich, die exakten Lebensdaten von Neidhart zu bestimmen. Vermutlich wurde er vor 1190 geboren. Es gibt Anhaltspunkte, die uns Hinweise darauf geben, zu welcher Zeit der Dichter gelebt hat. Er wird 1217 von Wolfram von Eschenbach in einem Werk erwähnt, zu dieser Zeit war er bereits ein bekannter Dichter. Sich selbst beschreibt er in einem Lied, das im Winter zwischen 1227 und 1228 entstand, als grauhaarig. Wird angenommen, dass er zu diesem Zeitpunkt etwa 40 Jahre alt war, träfe das geschätzte Geburtsdatum vor 1190 zu. Unumstritten ist es, dass Neidhart von adeliger Herkunft war.[1]Für Adelige war es zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich, dass sie in ihrer Freizeit sangen. Die Dichtung eigener Minnelieder gehörte dazu. In seinem Fall, nutzte Neidhart den Minnesang, um sich bei der Hofgesellschaft am Herzoghof zu etablieren.[2]Es ist schwierig, etwas Gesichertes über den Lyriker Neidhart, zu sagen, da Aussagen über ihn nur auf Grundlage eigener Texte oder der Erwähnung bei anderen Autoren dieser Zeit, getroffen werden können. Vermutlich stammt Neidhart aus Bayern. Später arbeitete er ab ca. 1230 für Herzog Friedrich II. in Wien.[3]Sein Umzug von Bayern nach Österreich fand wahrscheinlich Ende 1231, spätestens drei Jahre später, statt. Dorthin nahm er seine Familie mit. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren sowohl Neidhart als auch seine Frau und Kinder Edelfreie, die Niemandes Leibeigene waren, denn sonst wäre eine Übersiedlung nach Österreich unmöglich gewesen.[4]

Der NameNithart, wie die ursprüngliche Schreibweise des Namens ist, lässt sich deuten als „Neidling“ oder „Teufel“. Neidhart trägt den Beinamenvon Riuwental, es ist zwar möglich, aber umstritten, dass dieser Beiname einen Wohnort wiedergibt.[5]Nach Reinhard Bleck war das DorfRiuwental, Geburts- und Wohnort des Dichters. Vermutlich erbte Neidhart in diesem Dorf ein Hofgut mit einem kleinen Dorf. Diese Erkenntnisse leitet Bleck aus Liedern Neidharts und Liedern anderer Dichter ab. Heutzutage müsste der Ort Reinthal heißen. Zehnmal gibt es diesen Ortsnamen heute in Bayern. Zunächst arbeitete Neidhart ungefähr zwanzig Jahre lang in Bayern für Herzog Ludwig I., zwischen dessen Hof und seinem Heimatort er hin und her reiste.[6]

Nach Hans-Dieter Mück ist es falsch, aus Neidharts Liedern Rückschlüsse auf den Verfasser selbst zu ziehen. Er arbeitet besonders heraus, dass Neidhart in den Winterliedern nur als Figur dient, welche mit dendörpernaneinander gerät, nicht jedoch von Neidhart als historische Figur.[7]

3. Neidharts Werke

25 Handschriften überliefern Werke von Neidhart. Besonders viele Melodien und Texte überliefern die folgenden Handschriften: DieRiedegger Handschriftenthält nebenIweinvon Hartmann von Aue auch mehrere Werke von Neidhart. Sie liegt in der Berliner Staatsbibliothek. Desweiteren enthält dieRiedsche Handschrift, die in derselben Bibliothek liegt, Schriften von Neidhart. Neben 139 anderen Lyrikern des 12. und 13. Jahrhunderts überliefert dieManessescheoderGroße Heidelberger Liederhandschrifteinige Seiten mit Neidharts Werken. Diese Liederhandschrift befindet sich in der Universitätsbibliothek Heidelberg.[8]

„Die Besonderheit der Neidhartschen Lieddichtung besteht in der Übertragung der Grundsituation des höfischen Minnesangs in ein ihr gänzlich unangemessenes Milieu.“[9]Klassischerweise spielen Minnelieder am Hofe, Neidhart ändert die Umgebung in eine bäuerliche und bricht so mit der Tradition. Zwar bleibt der Dichter der Form der hohen Minne treu, indem er die Sprachgestaltung wie in der klassischen hohen Minne beibehält, jedoch parodiert er seine Lieder, indem er den Schauplatz in ein Dorf oder eine Schänke verlegt und Bauern eine tragende Rolle zugeschreibt, die äußere Form der Minne jedoch wahrt. Seine unkonventionellen Lieder waren sehr erfolgreich, fanden bei anderen Dichtern wie Walter von der Vogelweide jedoch keinen Zuspruch. Geschrieben wurden sie zum Vortrag vor höfischem Publikum, beziehungsweise um als Tanzlieder auf höfischen Festen gespielt zu werden. Die Lieder lassen sich in zwei Kategorien einordnen. Einerseits in Sommerlieder, die den Sommer erfreut begrüßen, andererseits in Winterlieder, die diese Jahreszeit beklagen. Bei beiden findet sich ein Natureingang.[10]

[...]


[1]Vgl. Bleck, Reinhard, Neidhart. Leben und Lieder, Göppingen 2002, 6.

[2]Vgl. Bleck, Reinhard, Neidhart. Leben und Lieder, Göppingen 2002, 18.

[3]Vgl. Hamm, Joachim, Neidhart. http://www.mediaevum.de/autoren/neidhart.pdf, zuletzt aufgerufen 30.07.2016.

[4]Vgl. Bleck, Reinhard, Neidhart. Leben und Lieder, Göppingen 2002, 7-9.

[5]Vgl. Hamm, Joachim, Neidhart. http://www.mediaevum.de/autoren/neidhart.pdf, zuletzt aufgerufen 30.07.2016.

[6]Vgl. Bleck, Reinhard, Neidhart. Leben und Lieder, Göppingen 2002, 10-11.

[7]Vgl. Mück, Hans-Dieter, Fiktiver Sänger Nithart / Riuwental minus Fiktion = Realer Dichter des Neidhart-Liedtyps?. In: Birkhan, Helmut (Hrsg.), Neidhart von Reuental. Aspekte einer Neubewertung, Wien 1983, 74.

[8]Vgl. Bleck, Reinhard, Neidhart. Leben und Lieder, Göppingen 2002, 183-184.

[9]Hamm, Joachim, Neidhart. http://www.mediaevum.de/autoren/neidhart.pdf, zuletzt aufgerufen 30.07.2016.

[10]Vgl. Hamm, Joachim, Neidhart. http://www.mediaevum.de/autoren/neidhart.pdf, zuletzt aufgerufen 30.07.2016.

Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668327399
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342733
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
Schlagworte
Minnesänger Neidhart von Reuental Sommerlieder Winterlieder Minnesang

Autor

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Titel: Neidhart von Reuental. Die Person und Werke des Minnesängers