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Rezension eines Buches über den assistierten Suizid. "Vom Guten Sterben. Warum es keinen assistierten Suizid geben darf" von Robert Spaemann, Gerrit Hohendorf und Fuat S. Oduncu

Rezension / Literaturbericht 2016 10 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zusammenfassung

2 Stellungnahme

A Literaturverzeichnis

Einleitung

Durch den medizinischen Fortschritt können Menschen heute länger, aber auch ihr Leben vorzeitig beenden. Bei Letzterem sind sie von verschiedenen Motiven geprägt: Sie wollen ihr Leben selbstbestimmt beenden. Sie möchten nicht an einer unheilba- ren Krankheit leiden, haben Angst vor dem Altwerden, der Vereinsamung, von der Abhängigkeit von anderen und dadurch den Verlust der Würde. Oder sie be nden sich in einer seelisch negativen Lage, bei der sie keinen Ausweg sehen. Wer jedoch von Selbstmord absehen möchte, denkt sehr schnell über assistierten Suizid nach.

Die Monographie Vom guten Sterben. Warum es keinen assistierten Suizid geben darf behandelt dieses Thema. Am Inhalt dieses Buches waren Gerrit Hohen- dorf (Medizinethiker und Psychiater), Fuat Shamoun Oduncu (Palliativmediziner) und Robert Spaemann (Philosoph) beteiligt. Ersterer gibt einen Einblick in mehrere Länder in Europa und in den US-Staat Oregon, der Zweite stellt die Palliativmedizin ausführlich dar, Letzterer untersucht die Argumente der Sterbehilfedebatte genauer. Das Buch behandelt die Debatte Selbstbestimmt sterben , die 2014 und 2015 den Deutschen Bundestag beschäftigte. Das Ziel der Autoren ist es zu zeigen, warum es keine gesellschaftlich akzeptierte und propagierte Form der Suizidbeihilfe geben darf und wie ein guter Umgang mit Todeswünschen aussehen kann.

Im Buch wird deutlich, dass die Verfasser sich ausdrücklich gegen den assistierten Suizid aussprechen und es gerechtfertigt nden, darüber im Deutschen Bundestag zu diskutieren.

1 Zusammenfassung

Das Buch beginnt mit drei Fallgeschichten. Im ersten Beispiel aus der Onkologie möchten die Autoren aufzeigen, dass Todeswünsche nicht immer gradlinig verlau- fen. Sie sind oft mit einem gleichzeitigen Ich will leben und Ich will sterben verknüpft. Das zweite Beispiel stammt aus der Vergiftungsstation und handelt von einer Frau, die bei ihrem Suizidversuch gerettet wurde. Viele Gerettete sind froh, überlebt zu haben. Das letzte Beispiel stammt aus der Psychiatrie. Dort wollen die Autoren beweisen, dass das Umfeld einen starken Ein uss auf den Patienten haben kann, der sich das Leben nehmen möchte. In diesem Beispiel nehmen die Autoren auch deutlich Stellung, dass assistierter Suizid nicht die richtige Lösung für Men- schen mit körperlichen und seelischen Erkrankungen sein kann.

Anschlieÿend werden notwendige Begri e erläutert. Bei der aktiven (direkten) Sterbehilfe handelt es sich um eine schmerzlose Tötung eines Menschen zur Leidens- minderung. Hierbei injiziert der Arzt meist ein tödliches Medikament. Geschieht diese Handlung auf Wunsch des Patienten, so wird oft auch von Tötung auf Ver- langen gesprochen. Die aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten und wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.3 Die passive Sterbehilfe bezeichnet den Verzicht oder Abbruch lebensverlängernder Maÿnahmen. Der Arzt ist also passiv. Dadurch wird der natürliche Tod ermöglicht, weil der Pati- ent an seiner Grunderkrankung stirbt. Diese Handlung wird mit dem tatsächlichen, zum Beispiel in Form einer Patientenverfügung, oder dem mutmaÿlichen Willen des Patienten gerechtfertigt.4 Die indirekte Sterbehilfe auch bekannt als Therapie am Lebensende nimmt eine mögliche Lebensverkürzung in Kauf. Diese Art von Ster- behilfe ist in Deutschland erlaubt, weil sie durch Absichten und Intentionen der Handlung gerechtfertigt wird.5 Der ärztlich assistierte Suizid wird häu g auch als Beihilfe zur Selbsttötung bezeichnet. Hier besorgt ein Sterbehelfer ein tödliches Mit- tel, jedoch nimmt der Sterbewillige dieses Medikament selbst ein. Laut Ÿ 217 des Strafgesetzbuches ist diese Handlung nicht stra os, wenn sie nicht geschäftsmäÿig, das bedeutet regelmäÿige Angebote von Sterbehilfe und auch dessen Werbung da- für, geschieht.6 Um unfreiwillige Sterbehilfe handelt es sich, wenn ein Patient aus Angst, seinen Angehörigen zur Last zu fallen zum assistierten Suizid greift oder wenn unzulängliche medizinische und menschliche Betreuung gegeben war.

[...]


1 Zit. Spaemann, Hohendorf und Oduncu 2015, 12.

2 Vgl. Spaemann, Hohendorf und Oduncu 2015, 14 - 24.

3 Vgl. ebd., 28, 31, 57.

4 Vgl. ebd., 29 . + 57.

5 Vgl. ebd., 33f. + 57.

6 Vgl. ebd., 34.

7 Vgl. ebd., 28 + 132.

Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668340466
ISBN (Buch)
9783668340473
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342972
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Philosophisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Sterbehilfe Palliativmedizin assistierter Suizid Spaemann Oduncu Medizinethik Selbstmord Bundestag Suizid Euthanasie Hohnendorf Ethik Debatte

Autor

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Titel: Rezension eines Buches über den assistierten Suizid. "Vom Guten Sterben. Warum es keinen assistierten Suizid geben darf" von Robert Spaemann, Gerrit Hohendorf und Fuat S. Oduncu