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Mangelernährung bei Diabetes mellitus

Mikronährstoffe, Mangelerscheinungen und Mangelernährung bei Diabetes mellitus

Wissenschaftlicher Aufsatz 2016 7 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Mangelerscheinungen bei Diabetes mellitus

Mangelern ä hrung, Mangelerscheinungen bei Diabetes mellitus

von Sven-David Müller

Bei Mangelerscheinungen denkt man in erster Linie an Untergewicht und ausgezehrte

Menschen. Vor diesem Hintergrund ist kaum vorstellbar, dass es auch sehr viele Diabetiker gibt, die unter Mangelerscheinungen leiden, ohne es zu ahnen. Damit ist nicht in erster Linie das Körpergewicht gemeint. Natürlich gibt es auch untergewichtige Diabetiker - aber das ist außerordentlich selten und trifft auf weniger als zwei von einhundert Diabetikern zu. Mindestens 80 Prozent der Diabetiker sind übergewichtig. Mangelerscheinungen treten bei Diabetiker im Bereich bestimmter Nahrungsinhaltsstoffe auf. Einerseits kann die Zufuhr zu gering sein und andererseits der Bedarf erhöht sein. Folgende Nahrungsinhaltsstoffe sind bei Diabetikern häufig betroffen:

- Omega-3-Fettsäuren
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
- Ballaststoffe
- Zink
- Chrom
- Magnesium
- Antioxidantien
- Antientzündliche Mikronährstoffe

Das Kardinalsymptom des Diabetes mellitus sind erhöhte Blutzuckerwerte. Ab einem Blutzuckerspiegel von 150 bis 200 mg/dl wird die sogenannte Nierenschwelle für Traubenzucker (Glukose) überschritten. Damit kommt es zur Ausscheidung von Glukose über den Urin. Bei diesem Prozess gehen neben Flüssigkeit und Traubenzucker auch wasserlösliche Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und bestimmte Vitamine (wasserlösliche Vitamine: C, B-Gruppe). Zudem kann der Bedarf erhöht sein, da Diabetes mellitus einen erhöhten Antioxidantienbedarf hervorruft und es im Rahmen der Erkrankung zu chronischen entzündlichen Reaktionen kommen kann. Nicht vergessen werden darf, dass sich Diabetiker durchschnittlich nicht gesünder ernähren als die Normalbevölkerung. Daher kommt es bei Diabetikern eben zu vielfältigen suboptimalen Versorgungssituationen. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass eine optimale Versorgung mit oben genannten Nahrungsinhaltsstoffen durchaus in der Lage ist, die Blutzuckereinstellung zu optimieren. Orale Antidiabetika (Tabletten zur Regulation des Blutzuckers) oder Insulin können durch eine gezielte Nährstofftherapie oder auch die Gabe von Zimt-Extrakten nicht ersetzt werden. Es kann aber zu den Maßnahmen der adjuvanten - also zusätzlichen/ergänzenden - Therapie gehören. Bedauerlicherweise stemmen sich viele Diabetologen gegen solche Maßnahmen, die keine schädlichen Nebenwirkungen haben und die Blutzuckereinstellung verbessern können. In der Orthomolekularen Medizin gehören zu den oben genannten Inhaltsstoffen unter anderem auch L-Carnithin, Vitamin C und E, Coenzym Q10, Selen und Alpha-Liponsäure zu den Mitteln der Wahl bei Diabetes mellitus. Nicht nur in der Naturheilkunde nimmt der Stellenwert von bestimmten sekundären Pflanzenstoffen - beispielsweise aus Zimt- Extrakten - immer mehr an Bedeutung zu (10, 11).

Therapiekonzept bei Diabetes mellitus

Neben Bewegung und medikamentöser Therapie spielen insbesondere die essentielle (lebenswichtigen) Spurenelemente Zink und Chrom sowie Magnesium eine wichtige Rolle in der Blutzuckerregulation von Diabetikern. Wissenschaftlich anerkannte Studien zeigen aber auch, dass beispielsweise die Gabe von Zimt-Extrakten bei Typ 2 Diabetikern den Blutzucker um bis zu 30 Prozent senken kann, ohne Unterzuckerungen hervorzurufen. Bei der Zinkversorgungsproblematik ist zu beachten, dass organische Zinkverbindungen wie Zinkorotat oder Zinkhistidin anorganischen wie Zinksulfat überlegen sind, da ihre Bioverfügbarkeit höher ist. Daher wird Zink aus tierischen Lebensmitteln wie Rindfleisch besonders gut aufgenommen. Rindfleisch enthält die Aminosäure Histidin und ist reich an Zink. Der Konsum von Cola-Getränken verhindert hingegen eine gute Zinkversorgung!

Diabetiker verlieren reichlich Zink und Chrom über den Urin

Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Diabetiker bis zu zehnmal mehr Zink und Chrom über den Urin verlieren als Gesunde. Daher leiden viele Diabetiker unter einem Zink Chrom-Mangel und das lässt das Insulin schlecht wirken. Da Zink, Zimt und Chrom insbesondere die Wirkung des Insulins verstärken, indem sie die Insulinresistenz vermindern und die Wirkung des Hormons an den Zellen verbessern, eignen sie sich zur Stoffwechseloptimierung bei Typ 1 und Typ 2 Diabetikern. Studien zufolge liegt bei Diabetikern beispielsweise der Zinkverlust über den Urin um das zwei- bis dreifache oberhalb der Norm. Zink hat eine bedeutende Rolle in der Kontrolle des Kohlenhydratstoffwechsels, der Blutzuckerregulation und der Insulinwirkung. Diabetiker haben ein hohes Risiko einen Zinkmangel zu entwickeln (1). Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Chrom stehen im Zusammenhang mit einer Insulinresistenz und ihrer Behandlung (2). Die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Diabetiker können zu einem Zinkmangel führen, da eine ballaststoffreiche und relativ eiweißarme Ernährung eher zinkarm und die Bioverfügbarkeit des enthaltenen Zinks gering ist. Pflanzliche Lebensmittel weisen eine schlechtere Bioverfügbarkeit für Zink auf als tierische. Bestimmte Eiweißbausteine (= Aminosäuren) wie Histidin verbessern die Zinkverfügbarkeit entscheidend, so Müller.

Zink - ein lebenswichtiges Spurenelement

Zink ist neben Eisen mengenmäßig das zweithäufigste Spurenelement im menschlichen Organismus. Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa zwei bis drei Gramm Zink, das vor allem in den Haaren, Hoden, Knochen, Muskeln, Ovarien, Prostata und in den insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse in hoher Konzentration vorkommt. Diabetiker leiden stärker unter oxidativem Stress als Gesunde. Daher ist ihr Antioxidanzienbedarf erhöht. Die antioxidativen Effekte von Zink bei Diabetikern konnten in verschiedenen Studien gezeigt werden (3). In der Schwangerschaft verlieren Diabetikerinnen vermehrt Zink. Ein Zinkdefizit in der Schwangerschaft kann zu einem zu niedrigen Geburtsgewicht führen (4). Diabetiker leiden oftmals unter Wundheilungsstörungen und sind infektanfällig. Durch seine entzündungshemmenden und abwehrkräftesteigernden Effekte ist Zink für Diabetiker ein besonders wichtiges Spurenelement. Zink ist entscheidend an der Blutzuckerregulation, der Insulinbildung sowie -wirkung an den Zellen beteiligt. Im Tierversuch führt ein Zinkmangel sogar zu diabetesähnlichen Symptomen. Zinkmangel erschwert die Kontrolle der Blutzuckerregulation. Bei Serum-Zinkwerten unter 90 Mikromol pro Liter oder Zinkmangelsymptomen muss die Zinkzufuhr erhöht werden.

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Details

Seiten
7
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668334830
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343253
Note
Schlagworte
Diabetes mellitus Mangelernährung Mangelzustände Zimt Zink Chrom Diätetik Ernährungstherapie

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Titel: Mangelernährung bei Diabetes mellitus