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Die Verbindung zwischen Christi Himmelfahrt und Herrentag

Ist der Herrentag an Christi Himmelfahrt ein Fest ohne die Erinnerung an den christlichen Ursprung?

Hausarbeit 2014 18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Christi Himmelfahrt in Bibel und Geschichte

3 Brauchtum des Himmelfahrtfestes
3.1 Brauchtum bis zum Mittelalter
3.2 Brauchtum zu Zeiten des Barock
3.3 Das Fest Christi Himmelfahrt in der Zeit der Aufklärung

4. Der Tag der Himmelfahrt Christi im 19. und 20. Jahrhundert
4.1 Himmelfahrtsfeiern der Kirche
4.2 Christi Himmelfahrt als Herrentag

5 Christi Himmelfahrt zwischen Fest und Feier
5.1 Christi Himmelfahrt als ein Fest
5.2 Christi Himmelfahrt als Feier

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung

1 Einleitung

Am vierzigsten Tag nach Ostern wird Christi Himmelfahrt gefeiert. Oder nicht? Christi Himmelfahrt ist weiträumig nur noch bekannt unter dem Namen „Herrentag“.

Gesetzlich geregelt ist dieser Tag frei von Arbeit oder Schule. Die Männer verabschieden sich schon früh morgens, ziehen raus ins Grüne, sind mit Freunden unterwegs, meist nicht nur mit einem oder zwei Bier im Gepäck.

Die Frauen haben bei diesen Touren nichts zu suchen. Wenn sich die Männer in Gemeinschaft mit dem „Bollerwagen“, mit der Kutsche, auf dem Fahrrad oder mit Traktoren und Anhängern auf den Weg durch Feld und Flure machen, dann feiern sie Herrentag. Dieser freie Tag ist allerdings offiziell ein gesetzlicher Feiertag unter dem Namen „Christi Himmelfahrt“ - nicht „Herrentag“.

Christi Himmelfahrt ist ein christliches Fest. Der Herrentag weniger. Das denkt man zumindest. Man könnte sich fragen, wieso ausgerechnet an diesem Tag die Männer ein solches Fest feiern, was auf den ersten Blick keinerlei religiöse Wurzeln trägt.

Ist der Herrentag am Tag der Auffahrt Jesu in den Himmel tatsächlich ein Fest, ohne Bezüge zur christlichen Tradition oder doch eine Feier, die an die biblisch überlieferte Himmelfahrt Christi erinnert?

Diese Frage stellte ich mir und werde mich mit der vorliegenden Hausarbeit näher damit befassen. Zu Beginn möchte ich die Himmelfahrt Christi aufgreifen, wie sie in der Bibel erzählt wird. Danach werde ich frühe Bräuche dieses kirchlichen Festes beschreiben und wie dieser Tag in Kirche und Gemeinde begangen wurde bis zum heutigen Herrentag auch außerhalb der Gemeinde. Damit möchte ich feststellen, welche Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen den Himmelfahrtsfeiern und schließlich der Herrentagsfeiern zur Himmelfahrt Christi bestehen, um abschließend der Frage nachzugehen, ob der Herrentag damit viel mehr als ein Fest oder doch als eine Feier zu verstehen ist.

2 Christi Himmelfahrt in Bibel und Geschichte

Herrentag wird gefeiert am Tag Christi Himmelfahrt. Doch was ist Christi Himmelfahrt eigentlich für ein Tag?

Am vierzigsten Tag nach Ostern erinnert die christliche Kirche an die Auffahrt Jesu in den Himmel. Diese Himmelfahrt Jesu wird in der Theologie jedoch nicht wörtlich als eine Reise in den Himmel verstanden. Der Himmel steht im christlichen Verständnis nicht für den Himmel als ein geographischer Ort, sondern der Himmel steht sinnbildlich für den Herrschaftsbereich und das Reich Gottes. Christi Himmelfahrt bedeutet, der auferstandene Christus ist, nachdem er in den Himmel aufgehoben wurde, bei seinem Vater, das heißt bei Gott. So heißt es auch im Glaubensbekenntnis: Jesus ist „Aufgefahren in den Himmel; [und] sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.[1]

An mehreren Stellen des Neuen Testaments wird auf die Himmelfahrt Christi hingewiesen. Besonders eindrücklich beschreibt es der Evangelist Lukas an zwei Stellen. Einmal am Ende seines Evangeliums in Kapitel 24, Vers 50 bis 53 und ein zweites Mal zu Beginn der Apostelgeschichte in Kapitel eins, Vers eins bis vierzehn.[2] Ferner berichten die Stellen in Markus Kapitel 16 Vers 19, 1. Petrus 3, 22 oder auch Hebräer 4, 14 sowie 9, 24 von der Auffahrt Jesu in den Himmel. Obwohl auch im Matthäusevangelium Kapitel 28, Vers 16 bis 20 und bei Johannes Kapitel 3, 13 sowie 20, 17 im Neuen Testament von der Himmelfahrt Jesu berichtet wird, hat die Apostelgeschichte demgegenüber nahezu immer Vorrang.[3] In der Apostelgeschichte heißt es: nach seinem Leiden als der Lebendige ist Jesus seinen Jüngern „vierzig Tage hindurch [...] erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“[4]

Und „Als die [Jünger] nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er aber sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen. Dann kehrten sie vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.“[5]

Ähnlich steht es auch im Lukasevangelium. Jesus führte laut Lukas seine Jünger „hinaus bis in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“[6]

Jesus begegnet seinen Jüngern nach seiner Auferstehung mehrere male und spricht mit ihnen über die Ausbreitung des Gottesreiches und die Herrschaft Gottes. Die Himmelfahrt „Jesu markiert den endgültigen Abschied Jesu von seinen Anhängern.“[7] Zurück bleiben die Jünger als seine „Zeugen“, die „das mit Jesus Erfahrene als gute und befreiende Botschaft (Evangelium) verkünden“[8] sollen. Mit der Auffahrt in den Himmel werden nach vierzig Tagen die Ostererscheinungen Jesu beendet.[9] Das kirchliche Fest Christi Himmelfahrt erinnert folglich daran, dass Jesus, nach seiner Auferstehung mit seinen Jüngern vom zukünftigen Gottesreich spricht und schließlich in den Himmel auffährt, um ganz bei Gott zu sein, sein Dasein auf der Erde damit beendet und seine Jünger darauf hin seine Botschaft verkünden.[10] Sowohl bei Lukas als auch in der Apostelgeschichte wird davon berichtet, dass die Jünger nach der Auffahrt Jesu auszogen, um von dem Reich Gottes zu berichten und vom Glauben an Jesus zu predigen.[11]

Was bleibt, ist die „Bedeutung des gekreuzigten und auferstandenen Jesus für die Anfänge und den Fortbestand der christlichen Gemeinde.“[12]

3 Brauchtum des Himmelfahrtfestes

3.1 Brauchtum bis zum Mittelalter

Laut des Lukasevangeliums findet die Himmelfahrt Christi bereits unmittelbar nach seiner Auferstehung und einigen Begegnungen vor seinen Jüngern statt, nicht erst am 40. Tag nach Ostern, wie es in der Apostelgeschichte berichtet wird.[13] Aufgrund der Tatsache, dass die Erscheinungen Jesu vierzig Tage nach Ostern endgültig beendet wurden, war Christi Himmelfahrt ursprünglich noch eine Ostergeschichte[14], so dass Christi Himmelfahrt sehr eng mit dem Osterfest in Verbindung gebracht wurde.[15]

In der Himmelfahrtkapelle in Jerusalem, an der Stelle erbaut, von wo Jesus „der Überlieferung nach […] in den Himmel erhoben worden war“[16], fanden deswegen auch in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag und in der Woche nach Ostern mehrere Gottesdienste statt.

Es wurde also nicht schon immer am 40. Tag nach Ostern der Himmelfahrt Christi gedacht.[17] Erst etwa im „vierten Jahrhundert datierte man das Fest [Christi Himmelfahrt] gemäß [der] Apostelgeschichte 1,3 auf den 40. Tag“[18] nach Jesu Auferstehung. „Ein frühes Zeugnis [dafür] […] ist eine Predigt des damaligen Bischofs [von Konstantinopel Johannes] Chrysostomus[19] aus dem Jahre 386“[20], die deutlich macht, dass seit dieser Zeit der 40. Tag nach Ostern als Tag der Himmelfahrt Christi begangen wird.[21] In der Alten Kirche wurde bis zum vierten Jahrhundert nach Ostern eine 50 tägige Festzeit begangen, das heißt bis Pfingsten.[22] Die Predigt des Johannes Chrysostomus ist gleichzeitig eines der frühesten Zeugnisse dafür, dass diese fünfzig tägige Zeit untergliedert wurde und somit Christi Himmelfahrt nicht mehr nur einen Teil einer 50 tägigen Festzeit ausmachte, sondern als eigenständiger Feiertag begangen wurde.[23] Ab dem folgenden Jahrhundert breitete sich das Fest der Himmelfahrt Christi folglich als eigenständiges Fest - über Konstantinopel hinaus - weitreichend aus.[24]

Da der Himmelfahrtstag besonders dazu geeignet war, den nach der Kreuzigung wieder auferstandenen Jesus in „majestätischer Gestalt darzustellen“[25], ist die Bedeutung des Festes Christi Himmelfahrt zunehmend gewachsen, hat jedoch erst nachvollziehbar ab dem frühen Mittelalter besonders an Bedeutung gewonnen. Im 11. Jahrhundert wurde dem Fest der Himmelfahrt schließlich sogar eine vollständige Woche - eine Festwoche zum Gedenken der Himmelfahrt Jesu - gewidmet.[26]

Nach Lukas wurde Jesus von einer Wolke emporgehoben. Aus diesem Grund entstand im Spätmittelalter der Brauch, dass zwei Priester im Festgottesdienst die Weihrauchfässer so lang geschwungen haben, bis eine in der Kirche deutlich sichtbare Wolke entstand.[27]

Zum Brauchwesen vieler Bistümer gehörten auch seit dem Mittelalter die so genannten Flurumgänge. Im Lukasevangelium 24, 50 wird von dem Gang der Jünger mit Jesus nach Betanien berichtet[28], das an der Ostseite des Ölberges liegt.[29] Flurumgänge, wie sie im Mittelalter weit verbreitet waren, sollten ursprünglich diesen Gang der Jünger zum Ölberg nachvollziehen.[30]

Auch die Jerusalemer Urgemeinde, folglich „die erste Gemeinde der Jünger [und] Anhänger Jesu in Jerusalem“[31], soll bereits den Gang der Jünger am Tag der Himmelfahrt Christi mit feierlichen Prozessionen zum Ölberg regelmäßig nachempfunden haben, um dadurch auch die Erinnerung an die Himmelfahrt Jesu aufrechtzuerhalten.[32]

3.2 Brauchtum zu Zeiten des Barock

Mit der Zeit des Barocks wurde sich an das Thema der Himmelfahrt Christi zunehmend angenähert. Im Zuge dieser Epoche entstanden zahlreiche Bräuche, vor allem aufgrund der „Vorliebe“ des Barocks für besonders theatralische Vorstellungen und Inszenierungen.[33] Eine in dieser Zeit entstandene und damals weit verbreitete Himmelfahrtzeremonie - die heute lediglich nur noch an sehr wenigen Orten, wie zum Beispiel in Viehbach im Landkreis Freising existiert - war das Heraufziehen einer Christusfigur an Stricken, hinauf durch eine Luke des Kirchendaches. Der Grund für eine solche Inszenierung liegt auf der Hand. Die Besucher des Gottesdienstes sollten mit den Augen der Christusfigur folgen und sich in die Situation hineinversetzen, in der sich die Jünger befanden, als Christus in den Himmel aufgenommen wurde.[34] In manchen Gemeinden fielen Blumen oder auch Heiligenbilder, manchmal auch Äpfel oder andere süße Dinge aus der Luke herab, nachdem die Christusfigur verschwunden war.[35]

In manchen Gemeinden wurden auch Oblaten von oben herunter fallen gelassen, das verdeutlichen sollte, dass der „erhöhte Herr im Abendmahlsbrot allgegenwärtig ist“.[36] Ebenso kam es auch vor, dass eine Teufelspuppe oder ein Bild des Teufels herab geworfen wurde, die dann von den Jungen in der Kirche geschlagen werden durfte. Nachdem also die Figur des Christus durch die Luke verschwunden war, solle ein Poltern auf dem Kirchenboden eingesetzt haben, um den Kampf Jesu nach seiner Ankunft im Himmel mit dem Teufel zu verdeutlichen. Dass die Teufelsdarstellung hinabgeworfen wurde, sollte Zeichen des Sieges Jesu sein.[37] Über diesen Brauch schrieb Sebastian Franck im „Weltbouch“ im Jahr 1534:

Am Fest „ der Auffahrt Christi (daran yederman voll ist/ vnd eyn gef[l]ügel essen muoß / weiß nit warumb) da zeucht man das erstanden bild [= das Bild des Auferstandenen] / so diese zeit auff dem altar gestanden ist / vor allem volck zuo dem gewelb hinein / vnd würfft den teüfel eyn scheützlich bild an statt herab / in den schlagen die vmbstenden knaben mit langen gerten biß sy in vmbringen. Daruff wirfft man oblat[en] von hymel herab / zuo bedeuten das hymel brot.“[38]

Besonders der Brauch Oblaten herabzuwerfen hat sich lange Zeit gehalten. Was im genannten Zitat ebenfalls bereits erwähnt wurde, ist ein weiterer Volksbrauch, der besonders in Niederbayern oder dem Bayrischen Wald verbreitet war: An Christi Himmelfahrt wurde nur Geflügel gegessen.[39] Schon hier ist deutlich, wie „sehr [vielerorts bereits damals] ein solides theologisches Fundament“ des Brauchs fehlt.[40] Zur Himmelfahrt Christi ist Jesus zwar in den Himmel aufgefahren, eine klare theologische Begründung dafür, dass nur Geflügel an diesem Tag gegessen werden sollte, bleibt jedoch aus. Im Gegensatz zu dem Brauch des Geflügelessens gibt es für den Teufelssturz aus der Dachluke einen eindeutigen biblischen Beleg. In Jesaja wird davon berichtet, dass der „Sohn der Morgenröte“ zum Himmel aufsteigen wollte, um dem „Allerhöchsten“ gleich zu sein. Er jedoch wird zur Hölle hinabgestürzt, „zur tiefsten Grube.“[41]

Flurumgänge und Bittprozessionen, wie sie von Papst Leo dem Dritten (795-816) bereits viel früher eingeführt wurden, die immer Montag, Dienstag und Mittwoch vor Himmelfahrt stattfanden (vgl. 3.1.), kamen in veränderter Form auch noch im 16. Jahrhundert vor. Vielerorts sollen diese Umgängen bereits damals - ähnlich der Himmelfahrtstimmung heute - von heiterer Stimmung gekennzeichnet gewesen sein.[42] So liegt ein Schreiben von Sebastian Franck aus dem Jahr 1534 über einen solchen Flurumgang vor:

“Auf diß fest [=Ostern] kumpt die creutzwoch / da gehet die gantz statt mit dem creutz wallen auß der statt / ettwan inn eyn dorff z eynem heyligen / das er das treyd [= Getreide] wil bewaren / […] Das geschicht drei tag an eynander / da isset man eyer vnd was man guots hat im grünen graß auff dem kirchoff / vnd ermanen sich die leüt wol. [sic!]“[43]

Schon hier fällt auf, dass die Bräuche am Himmelfahrttag, zwar damals noch verbunden mit Bitten für das eigene Land und die Ernte, aber dennoch, wie heute hauptsächlich im Freien stattfanden. Meist waren es Ausflüge aus der Stadt heraus aufs Land und zugleich begleitet von guter Stimmung.

Flurumgänge und Ausflüge ins Grüne solcher Art sind eine ganz eindeutige Verbindung zur biblischen Überlieferung des Himmelfahrtsgeschehens. Diese mittelalterlichen Bräuche und auch teilweise die Bräuche in der Zeit des Barock, orientieren sich sehr an der Überlieferung des Ganges der Jünger zum Ölberg.

3.3 Das Fest Christi Himmelfahrt in der Zeit der Aufklärung

Mit der Aufklärung galt die Vorstellung von einer Auffahrt in den Himmel „vernunftswidrig […] und mit dem modernen Denken unvereinbar.“[44] Deshalb schaffte Friedrich von Preußen der Zweite im Jahr 1773 den Feiertag ab, im Zuge dessen zahlreiche Bräuche weiträumig verschwanden.[45]

1835 wird vom damaligen Passauer Generalvikar Adalbert Freiherr von Pechmann berichtet, dass „die Himmelfahrts-Ceremonie mittelst Aufziehens einer […] Christus-Statue […] gemäß Allerhöchster Verordnungen gänzlich aufgehört.“[46] hat.

Kirchliche Bräuche, wie die des Barock oder des Mittelalters, verloren zunehmend an Bedeutung oder überlebten nur „in einer stark säkularisierten Form.“[47]

Folglich wurden „christliche Inhalte […] durch allgemeine, oft gefühlsbetonte Vorstellungen ersetzt, die mit dem Ursprung der Feste nicht mehr viel gemeinsam [hatten]. Sehr massiv betrifft dieses Phänomen [eben auch] den 'Himmelfahrtstag'“[48]

4. Der Tag der Himmelfahrt Christi im 19. und 20. Jahrhundert

4.1 Himmelfahrtsfeiern der Kirche

In der kirchlichen Praxis fanden volkstümlich Bräuche – besonders den Himmelfahrtstag im Freien zu feiern – später wieder zunehmend Resonanz. Deshalb wurden auch Himmelfahrtfeiern der Kirche immer häufiger mit Hinwendung zum Ort der biblisch überlieferten Himmelfahrt Jesu zelebriert. Die Auffahrt Jesu in der Bibel wird von einer Naturerscheinung begleitet. Apg. 1,9 erzählt, wie Jesus von einer Wolke aufgenommen und in den Himmel getragen wurde.[49] Damit ist der Ort des Geschehens verbunden. Jesu Auffahrt in den Himmel ist auf einem Berg, also im Freien lokalisiert. Sowohl Apg.1,12[50] als auch Lukas 24, 50 berichten davon.[51] Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden in Anlehnung an diese biblische Überlieferung zahlreiche Himmelfahrtfeiern auf einem Berg gefeiert oder zumindest im Freien begangen um so eine Verbindung zum Ort des Geschehens, dem Ölberg, herzustellen. So gab es beispielsweise eine Anweisung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das zwischen 1962 und 1965 stattgefundenen hatte[52], dass die nach der Frühmesse stattfindenden Lobgesänge an Christi Himmelfahrt auf einem Berg stattfinden sollen. An diesen Lobgesängen sollten nur männliche Gemeindeglieder teilnehmen.

[...]


[1] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland. Christi Himmelfahrt. Unter: http://ekd.de/glauben/feste/himmelfahrt/himmelfahrt_in_kuerze.html. [29.09.2014].

[2] Vgl. Everding, Willi: Von Advent bis Zuckerfest. Feste und Brauchtum im Jahresverlauf. Bielefeld, 1996: 52.

[3] Vgl. Moser, Dietz-Rüdiger: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr. Herder, Freiburg im Breisgau, 2002: 164.

[4] Apg 1, 3.

[5] Apg 1, 4-12.

[6] Lk 24, 50-51

[7] Herzer, Jens: Ostern. Himmelfahrt. Pfingsten. Weihnachten. Was wissen wir über die Ursprünge des Christentums? Erfurt, 2000: 82.

[8] Ebd.

[9] Vgl. Ebd.

[10] Vgl. Ebd.

[11] Vgl. Ebd.

[12] Ebd.

[13] Vgl. Ebd.: 81.

[14] Vgl. Everding 1996: 52.

[15] Vgl. Herzer 2000: 68.

[16] Bieritz, Karl-Heinrich: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart. Berlin, 1996: 134.

[17] Vgl. Vincon, Herbert: Die Feste des Christentums: woher sie kommen – wie sie gefeiert werden. Gütersloh, 1997: 88.

[18] Vgl. Everding 1996: 52.

[19] Vgl. Herzer 2000: 68

[20] Bieritz 1996: 134.

[21] Ebd.

[22] Vgl. Kirchhoff, Hermann: Christliches Brauchtum. Feste und Bräuche im Jahreskreis. München, 1995: 138.

[23] Vgl. Herzer 2000: 68

[24] Vgl. Bieritz 1996: 134.

[25] Vincon 1997:87.

[26] Vgl. Ebd.

[27] Vgl. Ebd.: 88.

[28] Lk 24, 50

[29] Rienecker, Fritz/ Maier, Gerhard/ Schick, Alexander/ Wendel, Ulrich: Lexikon zur Bibel. Witten, 2013: 165. Stichwort: Betanien.

[30] Vgl. Moser 2002: 166.

[31] Hauck/ Schwinge: Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch. Göttingen, 201011: 203. Stichwort: Urgemeinde.

[32] Vgl. Vincon 1997: 88.

[33] Vgl. Everding 1996: 52

[34] Vgl. Moser 2002: 164.

[35] Vgl. Kirchhoff 1995: 139.

[36] Everding 1996: 52.

[37] Vgl. von Gynz- Rekowski, Georg: Der Festkreis des Jahres. Berlin, 1981: 142.

[38] Moser 2002: 165.

[39] Vgl. Ebd.: 139.

[40] Ebd.

[41] Jes 14, 12 ff.

[42] Vgl. Moser, Dietz-Rüdiger: Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf. Brauchformen der Gegenwart in

kulturgeschichtlichen Zusammenhängen. Graz, 1993: 232.

[43] Moser 1993: 232 f.

[44] Vincon 1997: 88.

[45] Vgl. Ebd.

[46] Moser 1993: 232.

[47] Moser 2002: 166.

[48] Herzer 2000: 68.

[49] Vgl. Apg 1, 9

[50] Vgl. Apg 1,12

[51] Vgl. Lk 24, 50

[52] Vgl. Deutsche Bischofskonkurrenz: Das Zweite Vatikanische Konzil. Unter: http://www.dbk.de/themen/zweites-vatikanisches-konzil/. [29.09.2014].

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668331969
ISBN (Buch)
9783668331976
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Soziologie
Erscheinungsdatum
2016 (Oktober)
Note
1,3
Schlagworte
Soziologie Fest Feier Herrentag Männertag Christi Himmelfahrt christlicher Ursprung; vierzigster Tag nach Ostern

Autor

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Titel: Die Verbindung zwischen Christi Himmelfahrt und Herrentag