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Mobile-Learning in der betrieblichen Weiterbildung von systemgastronomischen Unternehmen

Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich für selbstgesteuerte Lerneinheiten?

Hausarbeit 2016 26 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Zuordnung und Nutzung mobiler Endgeräte

3. Begriffsklärung Mobile-Learning
3.1 Differenzierung E-Learning – Mobile-Learning
3.1.1 Beispiele Learning-Apps
3.2 Alleinstellungsmerkmal Mobile-Learning
3.2.1 Social Learning
3.2.2 Game Based Learning
3.3 Grenzen von Mobile-Learning

4. Kurzüberblick Selbstgesteuertes Lernen Erwachsener
4.1 Wie Lernen funktioniert
4.1.1 Theoretische Annahmen selbstgesteuerten Lernens
4.1.2 Didaktische Grundlagen selbstgesteuerte Lernprozesse

5. Selbstgesteuertes Lernen im Kontext zu Mobile-Learning – Anwendungsmöglichkeiten – Lernkonzepte – pädagogische Herausforderungen
5.1 Mobile-Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
5.2 Selbstgesteuerte Lernkonzepte mittels mobiler Endgeräte nach de Witt
5.3 Anforderungen an mobile Lehr-Lern-Situationen auf Basis eines E-Learning-Prozesses

6. Gestaltungsmöglichkeiten von Mobile-Learning-Arrangements in einem systemgastronomischen Unternehmen
6.1 Definition Systemgastronomie
6.2 Gestaltungsmöglichkeiten mobiler, selbstgesteuerter Lernszenarien für Mitarbeiter eines systemgastronomischen Unternehmens
6.2.1 Kontextualisiertes Lernen mittels Standard-App
6.2.2 Micro-Learning
6.2.3 Weitere Lernszenarien

7. Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Im Zuge von Globalisierung, einer sich stetig verändernder Arbeitswelt und dem schleunigen Abschlag von Wissensexplosion und -veralterung sehen sich Unternehmen wachsenden Bildungsanforderungen und Bildungsherausforderungen gegenüber gestellt. Betriebliche Weiterbildung soll - nach Möglichkeit permanent - vorhandene Kompetenz,- Qualifizierungs- und Wissensdefizite von Mitarbeitern ausgleichen.[1] Um der raschen Wissensveralterung entgegen zu wirken, ist die Forderung an den Einzelnen, eigeninitiativ und kompetent (Selbst-)Lernprozesse zu gestalten.[2]

Das Internet ist zu einem festen Bestandteil gesellschaftlicher, so auch arbeitsplatzbezogener Informations- und Kommunikationsstrukturen geworden. Die nahezu universelle Verfügbarkeit des Internets hat zur nachhaltigen Veränderungen in diesem Kontext beigetragen und das Kommunikationsverhalten deutlich verändert. Entsprechend haben sich mit diesen multimedialen Veränderungen neben traditionellen Lern-Arrangements neue Lernformen etabliert: Digitale Lernarrangements wie E-Learning und Blended Learning sind mittlerweile fester Bestandteil betrieblicher Aus- und Weiterbildung geworden.[3]

Seit der Einführung von Smartphones und Tablet-Computern (im weiteren Verlauf kurz Tablets genannt) steht Mobile-Learning, also das Lernen mittels mobiler Endgeräte, im Trend und wird dementsprechend auch in didaktisch-pädagogischen Überlegungen und Annahmen der Berufspädagogik diskutiert.[4]

Diese Studienarbeit widmet sich den Umsetzungsmöglichkeiten mobiler Lerneinheiten mittels Mobile-Learning in systemgastronomischen Unternehmen. Dazu werden im Verlauf dieser Arbeit zunächst die Begrifflichkeiten Mobile-Learning und Selbstgesteuertes Lernen Erörterung finden. Zusätzlich wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, in dessen Kontext dann in Kap. 6 die Gestaltungsmöglichkeit von mobilen Lernszenarien diskutiert werden.

Zunächst werden aber im Verlauf und unter Berücksichtigung der gewonnen Erkenntnisse weitere mögliche praxisbezogenen Bedingungen Erörterung finden.

Abschließen werden die Ergebnisse dieser Untersuchung im Fazit dieser Arbeit bewertet und mögliche Aussichten benannt werden.

2. Zuordnung und Nutzung mobiler Endgeräte

Ob der großen Vielfalt mobiler Endgeräte und diverser Interpretationsmöglichkeiten dieser Begriffskonstellation – denn wie weitreichend ist eigentlich mobil? –, die in Gänze nur in umfangreicher Form definierbar wären, beschränkt sich die Definition mobiler Endgeräte in der vorliegenden Studienarbeit auf Smartphones und Tablets.[5]

Smartphones und Tablets zeichnen sich gleichermaßen dadurch aus, dass sie leicht portabel (Gewicht und Größe) und unabhängig von Stromquellen (relativ langer Akkubetrieb) sind, Netzunabhängigkeit (Mobiles-/Datennetz) bieten, entsprechend multimediafähig sind und im Wesentlichen über einen Touchscreen, also über den Bildschirm, bedient werden. Die Größe dieser Geräte reicht dabei von handtellergroß (Smartphones) bis zum DIN A4-Format (Tablets).[6] Bei letzteren können zusätzlich flexible, größere, mobile (Voll-)Tastaturen angebracht werden.

Die Leistungsfähigkeit dieser Geräte ermöglicht neben wichtigen Kommunikationsfunktionen (Telefonieren, E-Mail-Verkehr) u.a. auch das Abrufen allgemeiner Informationen (Nachrichten, Wetter, Börse, u.v.m.), die Inanspruchnahme von Bankdienstleistungen sowie die Bearbeitung und Verwaltung von Dokumenten.[7]

Neben Tablets (7,7 Millionen verkaufte) wurden im Jahr 2014 allein auf dem deutschen Markt ca. 24 Millionen Smartphones und im Folgejahr 2015 weitere 25 Millionen Smartphones verkauft.[8]

Entsprechend der vorliegenden BITKOM-Studie nutzen 89% der 14-19 jährigen, 82% der 30-40 jährigen sowie 65% der 50-64 jährigen ein Smartphone als universell einsetzbares Gerät. Es wird gleichermaßen zum Telefonieren (100%) und Internetsurfen (93%), des Weiteren auch als Kalender, für die Terminplanung (83%) oder für Anwendungen via Apps (74%) bzw. zum Lesen und Schreiben von Emails (55%) genutzt.[9]

Nach Wächter überstieg die Anzahl der in Deutschland 2015 geschlossenen Mobilfunkverträge die Einwohnerzahl dieses Landes um 40%.[10] Das Smartphone wird demnach vor allen anderen mobilen Medien am häufigsten genutzt und gestaltet den Alltag – somit auch den beruflichen Alltag – maßgeblich. Tablets belegen in dieser Auswertung Platz zwei.[11]

3. Begriffsklärung Mobile-Learning

Blickt man auf die Entwicklung des Mobile-Learning, so ist dies nach Stoller-Schai keine besonders neue „Erfindung“: mobiles Lernen findet nach Stoller-Schai bereits mit Einführung des Buchdrucks (15. Jahrhundert) Anwendung. Bücher erlauben zeit- und ortsunabhängiges Lernen, sind Wissensspeicher, überall mithinnehmbar und damit nach wie vor ein „sehr effizientes Medium des mobilen Lernens“[12].[13]

Im Zuge der technischen Entwicklungen und Errungenschaften, also mit Entwicklung mobiler Endgeräte, hat Mobile-Learning heutzutage ein neues Gesicht bekommen und wird als Lernen und Informieren mittels mobiler, portabler Endgeräte (Smartphones, Tablets, E-Book-Reader, Netbooks) verstanden, die einen unmittelbaren, zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf Wissen und Informationen durch permanenten Netzzugang erlauben.[14] Lernen erfolgt dementsprechend über und mit „mobilen,…drahtlos operierenden Geräten“[15].

3.1 Differenzierung E-Learning – Mobile-Learning

Dabei ist Mobile-Learning vom klassischen E-Learning zu differenzieren, obwohl beide Lernformen gleichermaßen kennzeichnet, dass Lernprozesse – wenn auch auf unterschiedlichen Endgeräten[16] – technologische Unterstützung finden: Während E-Learning das zeit- und ortsunabhängige Lernen mittels digitaler und elektronischer Medien bezeichnet, offeriert Mobile-Learning u.a. gesondert die Nutzung von Apps (Applikationen).

Solche Apps unterscheiden sich von herkömmlicher PC-Software insofern, als dass sie strukturiert in Stores abrufbar, sofort verfügbar, simpel und schnell installierbar und intuitiv bedienbar sind, und unter anderem auch das Lernen via mobilem Endgerät erlauben.[17] So haben auch Learning-Apps Einzug in die App-Stores erhalten.

3.1.1 Beispiele Learning-Apps

Eine öffentlich zugängliche Learning-App, wie die seit 2008 im Web platzierte sprachenlehrende App „Babbel“, sei hier nur beispielhaft benannt. Dem Lernenden wird durch Nutzung der App angeboten, sich im Lesen, Schreiben, Hörverstehen und Sprechen einer fremden Sprache via mobilem Vokabeltrainer und Wiederholmanager in einem individualisierten Lernarrangement zu üben.[18]

Aber auch Hochschulinterne Apps, wie beispielsweise die „moBiwi kompakt“-App der Fernuniversität Hagen, die es Studierenden ermöglicht, über Frage und Antwortkarten – die frei erweiterbar sind – ihr Wissen zu ergänzen, neues Wissen zu erwerben oder Informationen abzurufen, veranschaulichen, dass Mobile-Learning sich als neues Lernformat etabliert hat.[19]

3.2 Alleinstellungsmerkmal Mobile-Learning

Mobile-Learning bietet ferner eine Art der Mobilität, die Lernen unterwegs ermöglicht und - fast nebenbei - passieren lassen kann: Das Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmal mobilen Lernens konstatiert de Witt als „Kontextualisierung“[20].

Unter dieser Begrifflichkeit ist zu verstehen, dass mobile, vernetzte Endgeräte es dem Lernenden erlauben, nahezu alle Fragestellungen kontextbezogen und unmittelbar zu beantworten, so dass „Lernen also im Kontext realer Aufgaben“[21] – entsprechend (arbeits-)prozess- oder problembezogen – erfolgen und damit situationsbezogenes Lernen ermöglicht – Lernen auf Abruf (learning on demand).[22]

Die durch technische (Akkulaufleistung) und infrastrukturelle (W-LAN-Verbreitung/Mobilfunkdichte) Standards gegebene Unabhängigkeit, lässt Lernen so in völlig neuen situationsbedingten Kontexten stattfinden:

Wissen und Informationen können jederzeit selbsttätig über mobile Endgeräte - quasi á la minute - abgerufen werden und direkt im „Lern- und Arbeitskontext“[23] des Individuums Anwendung finden.[24]

Durch diesen unmittelbaren Bezug auf die Lebenswelt des Lernenden stellt Mobile-Learning damit erstmals den Lernenden selbst in den Focus. Im Kontext dessen müssen sich auch konzeptionelle und theoretische Überlegungen verstärkt auf das lernende Individuum bzw. dessen Bedürfnisse konzentrieren.[25]

Wo früher also das Buch als transportabler Wissensspeicher und Informationsträger fungierte, übernehmen heute ergänzend unter anderem auch Smartphones und Tablets diese Aufgabe und bieten über die Wissensvermittlung und -speicherung sowie die Informationsabfrage hinaus die Möglichkeit, praktisch jederzeit an fast jedem Ort zusätzliches Wissen bzw. neue Informationen zu erwerben und abzurufen. Mobile Endgeräte erlauben nicht nur zeit- und – in Gänze – ortsunabhängig zu lernen, sondern eben auch, das Lernen entsprechend situativer bzw. aktueller und individueller Bedürfnisse des Lernenden anzupassen.

Entsprechend können Smartphones und Tablets auch eine wichtige Rolle in der betrieblichen Weiterbildung übernehmen, indem sie Kommunikationsmöglichkeiten, Wissensvermittlung und Informationsabfrage beschleunigen und in Arbeitsprozesse integrieren können.[26]

Der Vollständigkeit halber, sollen hier auch kurz die Begriffe Social-Learning und Game-Based-Learning Erklärung finden.

3.2.1 Social Learning

Social Learning meint das Lernen in sozialen Strukturen und Netzwerken via Web oder App, auf sozialen, internetgestützten Plattformen wie bspw. YouTube, Facebook oder Xing – auch Social Media genannt.[27] Hier können persönliche Profile erstellt oder Interessengruppen gebildet werden in den man sich online austauschen kann. Des Weiteren können über die Videoplattform YouTube Lernvideos, bspw. Gitarrentutorials, aufgerufen werden und die Inhalte im eigenen Tempo gelernt werden.

Das markanteste Merkmal von Social Media ist dabei die Partizipation und Kollaboration.[28] An dieser Stelle sei Beispielhaft „WikiWebs“ erwähnt, die das einfache Einstellen, Bearbeiten und Veröffentlichen sowie das verknüpfen von Texten, Grafiken, Fotos oder Videos ermöglichen. Hier steht das kollaborative Er- und Bearbeiten von Inhalten im Vordergrund. Weitere Funktionen wie Micro-Blogging (z.B. Twittern) erweitern Social Media an dieser Stelle. Im Kontext zu Lernprozessen kann Micro-Blogging einen informellen, zeitnahen Austausch, zwischen den Mitgliedern einer Lerngruppe ermöglichen und zu Diskussionen und Informationsaustausch anregen.[29]

3.2.2 Game Based Learning

Auch hier steht der Aspekt des sozialen Lernens im Vordergrund. Mittels digitaler Spiele, die bspw. teamorientiertes Arbeiten, kooperatives Arbeiten oder Konfliktbewältigung zum Ziel haben, werden entsprechende – auch in der Arbeitswelt relevante - Kompetenzen gefördert.[30] Didaktisierte Lernarrangements können hier eingebettet werden, wenn im Zuge des Spiels Regeln angewandt bzw. neues Wissen generiert werden muss (zitiert nach de Witt).[31]

3.3 Grenzen von Mobile-Learning

Grenzen zeigen sich beim mobilen Lernen durch die Anwenderfreundlichkeit. Das mitunter vergleichsweise kleine Display (vgl. Kap. 2 dieser Studienarbeit) und die damit verbundenen, erschwerten Lese- bzw. Schreibmöglichkeiten, schränken Lernen in komplexen Lernsituationen sehr ein.[32]

Mobile-Learning kann aber – im Sinne der Kontextualisierung – einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung von Lernen und Arbeit beisteuern, fordert aber auch entsprechend didaktische aufbereitete Lernsituationen.[33]

Es kann hier kein einfacher Transfer von E-Learning-Arrangements auf mobile Endgeräte vollzogen werden. Vielmehr ist die Forderung eine „Lernarchitektur“[34] zu gestalten, um die Stärken von Mobile-Learning im Zusammenhang mit Arbeitsprozessen oder im „Kontext eines Studiums“[35] zu nutzen und den jeweiligen Lernanforderungen entsprechend passende Lernangebote zu offerieren.[36]

4. Kurzüberblick Selbstgesteuertes Lernen Erwachsener

Zunächst soll in diesem Kapitel eine kurze Übersicht theoretischer Grundlagen selbstgesteuerten Lernens und entsprechender Lernprozesse gegeben werden. Im Folgenden werden pädagogische Konsequenzen Erläuterung finden.

4.1 Wie Lernen funktioniert

Generell ist Lernen ein Prozess, welcher der Logik der eigenen Biografie folgt und immer dann geschieht, wenn etwas für die eigene Lebenswelt bedeutsam scheint bzw. sich auf das bezieht, was bereits als Möglichkeit bzw. Potenzial im Lernenden angelegt ist. Das betrifft auch das kognitive und emotionale Sein eines Individuums: Es bewegt sich in der Welt zu seinen eigenen Bedingungen, interpretiert diese nach seinem eigenen Selbst und verknüpft jedweden Input entweder mit seinen eigenen Erfahrungswerten, Bedürfnissen und Vorprägungen - oder sondert ihn eben auch aus. In der systemisch-konstruktivistischen Didaktik gilt deshalb, dass ein Individuum zwar lernfähig, zugleich aber auch unbelehrbar ist.[37] Lernen ist also ein Prozess, der streng in die Biographie des Lernenden eingebettet ist und sich auf und in ihr begründet.[38]

4.1.1 Theoretische Annahmen selbstgesteuerten Lernens

Neben selbstgesteuertem Lernen werden auch Begriffe wie selbstständiges, selbstorganisiertes, selbstreguliertes, autonomes, informelles, implizites und selbstverantwortliches Lernen im Kontext zu diesem Lernprozess bemüht.

Straka (et al.) beschreiben selbstgesteuertes Lernen wie folgt (zitiert nach Konrad):

„Selbstgesteuertes Lernen zeichnet sich durch ein dynamisches Zusammenwirken von Wollen, Wissen und Können aus. Es impliziert, dass der Lernende über gut organisierte Wissensbestände verfügt und bereit und fähig ist, sein Lernen eigenständig und eigenverantwortlich zu planen, zu organisieren, umzusetzen zu kontrollieren und zu bewerten…“[39]

Ähnlich ist nach Arnold unter selbstgesteuertem Lernen ein selbstorganisierter, aktiver Aneignungsprozess zu verstehen, bei dem der Lernende selbständig über sein Lernen bzw. das zu Erlernende entscheidet.[40] Diese Studienarbeit wird sich im Wesentlichen an den Überlegungen Arnolds orientieren.

Grundlegende Voraussetzungen für selbstgesteuertes Lernen sind verschiedene Kernkompetenzen des Lernenden, die im Folgenden Erläuterung finden und im weiteren Verlauf dieser Arbeit zusammengefasst als Methodenkompetenz bezeichnet werden.

Zentrale Schlüsselkompetenz des Lernenden in selbstgesteuerten Lernprozessen ist zunächst die Fähigkeit dessen, sein eigenes Lernen zu organisieren.[41]

Nach Arnold ist dies als „Selbstlernkompetenz“[42] definiert. Danach sollte der Lernende in der Lage sein, (1.) seine individuellen Lernbedürfnisse bzw. seinen Lernbedarf zu erkennen, (2.) relevante menschliche und materielle Ressourcen, wie Lernberatung und -begleitung bzw. Lernangebote und -hilfen auszuwählen und einzusetzen, (3.) sein Lernen hinsichtlich der Lernziele, der Lerninhalte und der Lernumgebung zu strukturieren, (4.) geeignete Lernmethoden auszuwählen und (5.) seinen Lernprozess bzw. das Lernergebnis/den Lernerfolg zu evaluieren.[43]

Zusätzliche Kompetenzanforderungen deklariert Arnold wie folgt:

- Wissenskompetenz, d.h. die Handhabung und die Organisation von Recherche, von Wissensaneignung bzw. -auswertung und von Informationsmitteilung[44]
- Kommunikationskompetenz, also die Möglichkeit zu haben, zielorientiert „kooperative und kommunikative Prozesse…konfliktfrei und wirksam zu gestalten“[45]
- Emotionale Kompetenz, d.h. selbstreflexiv um die innere und äußere Wirkung (Selbst(un)wirksamkeit) und die Besonderheiten eines Selbst wissen und entsprechende Reaktionen des Außen steuern können[46]

Der Lernende tritt in der selbstgesteuerten Lernkultur demnach als selbstbestimmter Akteur auf, der durch Reflexion seiner eigenen (Lern)Bibliographie seinen Werdegang und seine Ist-Situation begreifen, analysieren und durch passende Maßnahmenergreifung modifizieren bzw. im Verlauf des Lernprozesses ggf. verändern und erneut den individuellen Bedürfnissen anpassen kann.[47] Inhalte selbstgesteuerter Lernprozesse müssen entsprechend variierbar sein.[48]

Ein methodenkompetenter Lerner, so konstatiert Arnold weiter, kann sogar im Idealfall auf „Lehre, Beratung und Begleitung“[49] verzichten, da er selber über das nötige Wissen zur Organisation seines Lernens verfügt.[50]

4.1.2 Didaktische Grundlagen selbstgesteuerte Lernprozesse

Entsprechend den vorgenannten Ausführungen zu selbstgesteuertem Lernen, liegt der Focus nicht mehr, wie in klassischen Lehr-Lern-Arrangements, auf der Vermittlung starrer Curricular und konkreter Inhaltsanforderungen, sondern vielmehr auf dem Lernenden selbst. Ihm obliegt die Entscheidung über das Was, Wie, Wo, Wann und Womit des Lernens.

[...]


[1] Vgl. Severing, E. 2014: 8-9

[2] Vgl. Salle, A. 2014: 91

[3] Vgl. Sauter, W./ Sauter, S. (2013): 1

[4] Vgl. Arnold, R. (et al.) (2002): 32

[5] Vertiefende Literatur zur Definitionen der Begriffskonstellation „mobile Endgeräte“ findet sich beispielsweise in Jan Hommes „Mobile Device Management Strategin – Wie Unternehmen dem Consumerization-Trend begegnen können“ erschienen im Diplomica Verlag Hamburg, 2013

[6] Vgl. de Witt (2013): 14

[7] Vgl. Sauter, W. / Sauter, S. (2013): 165

[8] Vgl. BITCOM 2015: 13

[9] Vgl. Ebd.: 14

[10] Vgl. Wächter, M. (2016): 5

[11] Vgl. Wächter, M. (2016): 3

[12] Stoller-Schai, D. 2010: Kap. 5.20

[13] Vgl. Ebd.: Kap. 5.20

[14] Vgl. De Witt, C. (2013): 15

[15] Ebd.: 15

[16] Vgl. Ebd.: 15

[17] De Witt, C. (2013): 15

[18] Vgl. Lesson Nine GmbH. Online im Internet: www.babbel.com/mobile (zugegriffen am 22.03.2016)

[19] Fernuniversität Hagen: „moBiwi kompakt (v1) Grundlagen Allgemeine Bildungswissenschaften … Mit über 50 wissenswerten Frage & Antwortkarten, die jederzeit durch Ihre eigenen erweitert werden können, liefert moBiwi kompakt Ihnen mobiles Grundlagenwissen … direkt auf Ihr Smartphone. Die audiovisuell dargebotenen Lerninhalte dieser interaktiven Learning-App sprechen insbesondere Studierende … der Fernuniversität Hagen an. moBiwi kompakt ist kostenlos erhältlich und auf vielen Smartphones nutzbar. …“ Online im Internet: www.mobiwi.fernuni-hagen.de (zugegriffen am 22.03.2016)

[20] De Witt (2013): 16

[21] Ebd.: 18

[22] Vgl. Ebd.: 18

[23] De Witt, C. (2013): 15

[24] Vgl. Ebd.: 14-15

[25] Vgl. Rohs, M. (2013): 78

[26] Vgl. Sauter, W. / Sauter, S. (2013): 164

[27] Vgl. De Witt, C. (2012): 8

[28] Vgl. Ebd.: 8

[29] Vgl. Ebd.: 8

[30] Vgl. Ebd.: 8

[31] Vgl. Ebd.: 8

[32] Vgl. De Witt, C. (2013): 16

[33] De Witt, C. (2013): 16

[34] Ebd.: 16

[35] Ebd.: 16

[36] Vgl. Ebd.: 16

[37] Vgl. Arnold, R. (2012): 46

[38] Vgl. Ebd.: 48

[39] Konrad, K. (2013): 137

[40] Vgl. Arnold, R. (2002): 33

[41] Vgl. Konrad, K. (2013): 136

[42] Vgl. Arnold, R. (2002): 33

[43] Vgl. Ebd.: 34

[44] Vgl. Arnold, R. (2013): 17

[45] Ebd.: 17

[46] Vgl. Ebd.: 17

[47] Vgl. Ebd.: 15

[48] Vgl. Arnold, R. (2002): 33-34

[49] Arnold, R. (2013).: 16

[50] Vgl. Ebd.: 16

Details

Seiten
26
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668341784
ISBN (Buch)
9783668341791
Dateigröße
887 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343928
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern – DISC
Note
2
Schlagworte
Mobile-Learning E-Learning

Autor

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Titel: Mobile-Learning in der betrieblichen Weiterbildung von systemgastronomischen Unternehmen