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Die Problematik der Teilprivatisierung der Bundeswehr

von Nina Reich (Autor)

Hausarbeit 2016 21 Seiten

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Bundeswehr als „Unternehmen“
1.1 Geschichte der Bundeswehr
1.2 Struktur der Bundeswehr

2. Beschreibung des Logistikbataillons 467 in Volkach
2.1 Geschichte des Logistikbataillons 467
2.2 Auftrag des Logistikbataillons
2.2.1 Die Transportkompanie

3. Identifizierung eines betrieblichen Problemfeldes
3.1 Die Teilprivatisierung der Bundeswehr
3.1.1 Schließung der Standorte und Truppenübungsplätze
3.1.2 Der BwFuhrparkService
3.1.3 Die LHBw Bekleidungsgesellschaft
3.1.4 Der BWI Leistungsverbund
3.2 Lösungsansatz

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

Privatisierung der Bundeswehr Fluch oder Segen für die Truppe?

Die Bundeswehr ist als Exekutive des deutschen Staates unerlässlich für unsere Gesellschaft. Aus diesem Grund ist die Bundeswehr neustrukturiert worden. Die Neustrukturierung soll die Einsatzfähigkeit der Truppe unter den sich ständig wandelnden Umständen sowohl erhalten, als auch erhöhen. „Zugleich sollen die Strukturen der Bundeswehr demografiefest und ihre Fähigkeiten dauerhaft finanzierbar gemacht werden.“(Bundeswehr 2013)

Diese bietet neue Aufgabengebiete, die nicht immer optimal zu bewältigen sind. Aufgrund der wirtschaftlichen Ineffizienz der letzten Jahrzehnte werden Organisationsbereiche privatisiert, um die Wirtschaftlichkeit der Bundeswehr zu erhöhen. Trotz der betriebswirtschaftlichen Vorteile gibt die Bundeswehr hierdurch einen Teil ihrer Befehlsgewalt in wirtschaftsorientierte Unternehmen, die nicht immer die politische Zielstellung, sondern die wirtschaftliche Effizienz im Auge haben.

Deshalb erörtert diese Hausarbeit das betriebliche Problemfeld zwischen der Teilpri- vatisierung der Bundeswehr und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Truppe.

Hierzu wird zuerst die Geschichte der Bundeswehr mit Hinblick auf das Logistikbataillion 467 in Volkach dargestellt. Weiterhin die Organisationsstruktur der Bundeswehr, besonders die Transportkompanie des Logistikbataillons. Anschließend wird das betriebliche Problemfeld behandelt.

Aus Gründen der Vereinfachung wird ausschließlich die männliche Form genutzt und die Harvard-Zitierweise verwendet.

1. Die Bundeswehr als „Unternehmen“

1.1 Geschichte der Bundeswehr

Aufgrund des Bündnisses der Bundesrepublik Deutschland mit der NATO im Jahre 1955 ist die Bundesrepublik verpflichtet eine Armee zum Verteidigungsbeitrag aufzustellen. Diese muss sich bewusst von den früheren Streitkräften unterscheiden. Das Konzept „Innere Führung“ soll die die Soldatenpflichten durchsetzen und dem Staatsbürger in Uniform seine Rechte gewähren.

101 Freiwillige haben am 12. November 1955 Ernennungsurkunden vom Verteidigungsminister Theodor Blank erhalten. Die Streitkräfte haben die Bezeichnung Bundeswehr im April 1956 mit dem Soldatengesetz bekommen.

Weiterhin erhält die Bundeswehr ehemalige Offiziere der Wehrmacht. Diese haben sich zuerst einem Personalgutachtenausschuss zu unterziehen, da die Bundeswehr vom Nationalsozialismus belastetes Personal verhindern möchte.

9.500 Bundesgrenzschutzangehörige werden am 01.07.1956 zu Soldaten. Diese bil- den den Grundbestandteil für drei Grenadierdivisionen und weitere kleine Verbände. Durch die Einführung der Wehrpflicht sind 10.000 Grundwehrdienstleistende zum 01.04.1957 in die Kasernen eingerückt.

Trotzdem erreicht die Bundeswehr ihr Aufbauziel von 400.000 Soldaten erst 1963 einigermaßen.

Nach Ende des Ostblocks umfasst die Bundeswehr im Jahr 1989 rund 500.000 Sol- daten, sowie 170.000 zivil Angestellte. Der größte Erfolg war bis zu diesem Zeit- punkt, dass sie gemeinsam mit den Verbündeten Freiheit und Frieden erhalten konn- te ohne Schusswaffengebrauch machen zu müssen. (Fritsch 2013) Nach Ende des Ost-West-Konflikts steht die Bundeswehr vor neuen Herausforde- rungen. Zum einen muss die Bundeswehr die Hinterlassenschaften der Nationalen Volksarmee (NVA) bewältigen, zum andern sich auf neue Aufgabengebiete in inter- nationalen Einsätzen einstellen.

Aufgrund der großen ideologischen Unterschiede zwischen der NVA und der Bundeswehr wird diese am Vorabend der Wiedervereinigung aufgelöst. Für diese Menschen, sowie die Ausrüstung und die Kasernen ist nun die Bundeswehr verantwortlich. So tragen die ehemaligen NVA Soldaten ab dem 03.10.1990 nato-oliv.

Weiterhin werden „Militärbezirke […] zu Divisionen und Wehrbereichskommandos, Divisionen zu Brigaden, Regimenter zu Bataillonen.“ Die Umschulung ehemaliger NVA Vorgesetzter beginnt und der Abbau der Grenzanlagen.

Durch die Zeitwende 1989/1990 entstehen neue sicherheitspolitische Herausforderungen. (Fritsch 2013) Deshalb ist die Bundeswehr nun durch neue Reformen als Mobilmachungsarmee ausgerichtet.

Die Streitkräfte und ihre Einsatzfähigkeit müssen sich den globalen Ereignissen an- passen. Zu den größten Gefahren zählen nun, Terrorismus, Sabotageakte und Mas- senvernichtungsmittel, sowie die Unterbrechung des Zugangs zu lebensnotwendigen Ressourcen. Weiterhin bieten politische, soziale, ethnische und wirtschaftliche Strei- tigkeiten die Gefahr internationaler bewaffneter Auseinandersetzungen. Deshalb wurde die Truppe in Krisenreaktionskräfte, Hauptverteidigungskräfte und eine Grundorganisation umgegliedert. Noch vor Abschluss dieser Reform erzwingen knapper werdende finanzielle Mittel eine Reduzierung der Streitkräfte. Die Zahl der Soldaten sinkt auf 340.000.

Die neuen zu erwartenden Aufträge führen im Herbst 2000 zur Neugliederung der traditionellen Teilstreitkräfte in Heer, Luftwaffe, Marine, sowie den Organisationsbereichen Streitkräftebasis und Sanitätsdienst.

Weiterhin unterteilt die Bundeswehr ihre Soldaten 2004 in Eingreifkräfte, Stabilisierungskräfte und Unterstützungskräfte für künftige Einsätze.

2011 setzt die Bundeswehr auf ausschließlich Freiwillige durch Absetzung der Wehrpflicht. Somit liegt die Stärke der Truppe bei höchstens 185.000 Uniformierten. Weiterhin sollen bestimmte Aufgaben weiter privatisiert werden, um die knapper werdenden finanziellen Mittel ökonomisch effizienter zu nutzen. (Fritsch 2013)

1.2 Struktur der Bundeswehr

Art. 87 a GG: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben“ (Grundgesetz: Art. 87a)

Quelle: Organisationsbereiche Bundeswehr, https://commons.wikimedia.org/wiki/File% 3AOrganisationsbereiche_Bundeswehr.PNG, by Redonebird [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/ licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

In der soeben gezeigten Abbildung ist die Struktur der Bundeswehr dargestellt. Die Bundeswehr gliedert sich in den militärischen und den zivilen Teil.

Zum militärischen Teil gehören die Streitkräfte der Bundeswehr. Diese untergliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe. Weiterhin zählen dazu die Streitkräftebasis (SKB), sowie der Zentrale Sanitätsdienst dazu.

Zu den zivilen Organisationsbereichen gehört hingegen die Bundeswehrverwaltung. Diese unterteilt sich in die Bereiche Personal, Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung und Infrastruktur, Unfallschutz und Dienstleistungen. Weiterhin gehört die Rechtspflege und die Militärseelsorge dazu.

Neben diesen beiden Organisationsbereichen existieren noch drei weitere bereichsübergreifende Kommandos und Ämter. Diese lauten Einsatzkommando der Bundeswehr, Planungsamt der Bundeswehr und Luftfahrtamt der Bundeswehr. Sie sind direkt dem Bundesministerium der Verteidigung und somit dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstellt.

Die Bundeswehr ist in verschieden Führungsebenen unterteilt. Zur ersten Führungs- ebene gehören Bundesoberbehörden, höhere Kommandostellen, sowie selbststän- dige Dienststellen, die dem Bundesministerium der Verteidigung direkt unterliegen.

Die Ausnahme hierbei ist die Militärseelsorge, die aufgrund einer Vereinbarung mit dem Bundesministerium der Verteidigung nicht an die jeweils zuständige Instanz ge- bunden ist.

Die Kommandos und Ämter, die der zweiten Führungsebene zuzuordnen sind, sind an das jeweils höhere Kommando gebunden und diesem somit unterstellt. Im militärischen Organisationsbereich haben die unterstellten Kommandos eine unterschiedliche Kommandoebene. Bei Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst gibt es zwei Kommandoebenen, im Heer noch eine Dritte. Diese nennt sich bei Heer, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst Divisionsebene. Die dritte Führungsebene im Heer wird nochmals in 9 Brigaden untergliedert. Bei der Marine nennt sich diese Brigadeebene, bei der Luftwaffe Korpsebene.

2. Beschreibung des Logistikbataillons 467 in Volkach

2.1 Geschichte des Logistikbataillons

1960 wurde das Versorgungsbataillon 366 in Walldürn gegründet. Dieses wurde 1966 nach Bad Mergentheim auf den Trillberg verlegt.

Daraufhin wurde es 1972 zuerst in Versorgungsbataillon 12, 1975 dann in Nachschubbataillon 12 umgenannt.

1994 wurde das Nachschubbataillon nach Veitshöchheim verlegt.

In den Jahren 1984, sowie 1994 leistet das Nachschubbataillon Unterstützung bei Hochwasserkatastrophen.

Im Jahre 2003 wurden große Teile dem Logistikregiment unterstellt, so dass 2003 die Umgliederung und Umbenennung in das Logistikbataillon 467 stattfand. Mit dieser Umgliederung folgte auch ein Unterstellungswechsel vom Logistikregiment 10 zur Logistikbrigade 200.

2006 wurde das gesamte Bataillon nach Volkach in die Mainfrankenkaserne verlegt. (Logistikbataillon 467 2015)

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Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668360730
ISBN (Buch)
9783668360747
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v344286
Institution / Hochschule
Hochschule Wismar
Note
1,7
Schlagworte
Bundeswehr Teilprivatisierung Neustrukturierung Problematik

Autor

  • Nina Reich (Autor)

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