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Planung, Durchführung und Evaluation von Unterrichtseinheiten im Rahmen der OTA- Ausbildung. Reflektierende Dokumentation eines Praktikums

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 20 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Praktikumsstelle
2.1 Die Praktikumsstelle
2.2 Die Projektidee
2.3 Rahmenbedingungen des Projekts
2.4 OTA Kurs

3. Bildungstheoretische Rahmung
3.1 Berliner Modell
3.2 Durchführung
3.3 Auswertung

4. Projektmanagement

5. Qualitätssicherung

6. Reflexion des Blogs

7. Evaluation

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen (eigene Darstellung, 2014)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Berliner Modell

URL: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/66/BerlinerModell1.jpg
[07.01.2015]

Abbildung 2: Berliner Modell der konkreten Praktikumssituation (eigene Darstellung, 2014)

Abbildung 3: 10 Merkmale guten Unterrichts nach Meyer URL: http://www.fachdidaktik-einecke.de/images/h_meyer1.jpg [07.01.2015]

1. Einleitung

Diese reflektierende Dokumentation fasst ein dreiwöchiges Unterrichtspraktikum zusammen. Die Aufgabe während des Praktikums besteht in der Planung, Durchführung und Evaluation von gefäßchirurgischen Unterrichtseinheiten im Rahmen der Ausbildung zum/r Operationstechnischen Assistenten/in (OTA).

Anschließend an diesen Überblick über die Reflektierende Dokumentation wird die Praktikumsstelle vorgestellt. Dazu werden die Struktur der Einrichtung, die Rahmenbedingungen des Praktikums und die Analyse der Zielgruppe näher erläutert. So kann sich der Leser einen Eindruck über die institutionellen Rahmenbedingungen schaffen.

Im darauf folgenden Kapitel der bildungstheoretischen Rahmung wird beschrieben, auf welche Art und Weise die Planung des Unterrichts abläuft. Neben erläuternden Worten zu Unterrichtshospitationen, Materialrecherche und Zusammenarbeit mit der Bezugslehrerin wird die Planung anhand des Berliner Modells dargestellt. Zudem kann die Durchführung und Evaluation der Unterrichtseinheiten nachvollzogen werden.

Daran anschließend wird erörtert, was man unter Projektmanagement versteht und welchen Stellenwert dieses für die konkrete Praktikumssituation einnimmt. Im weiteren Verlauf der Reflektierenden Dokumentation wird auf die Qualitätssicherung innerhalb des Praktikums eingegangen. Dabei wird u.a. erläutert, wie eine Qualitätssicherung zu erzielen ist.

Parallel zum dreiwöchigen Praktikum wir ein WordPress-Blog in Form eines Lerntagebuchs geführt. Die Erfahrungen und Eindrücke dieses Blogs werden im weiteren Verlauf dargestellt.

Zuletzt beschäftigt sich die reflektierende Dokumentation mit der Evaluation des Projekts, ehe das Fazit, welches sich mit der bildungswissenschaftlichen Profession im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis beschäftigt, einen Abschluss dieser Ausarbeitung bildet.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der Reflektierenden Dokumentation die männliche Form der Anrede verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

2. Praktikumsstelle

2.1 Die Praktikumsstelle

Die Praktikumstelle ist eine Schule im Gesundheitswesen, welche einem Krankenhausverbund angehört. Das Bildungszentrum fasst drei Schulzweige unter einem Dach zusammen, eine Altenpflegeschule, eine Kinderkrankenpflegeschule und als dritten Schulzweig das Bildungszentrum mit den Ausbildungsgängen Gesundheits- und Krankenpflege, Operationstechnische Assistent/in, Pflegeassistenz, sowie die verschiedenen Fachweiterbildungen und Fortbildungen. Zudem wird in Kooperation einer Hochschule der Bachelor-Studiengang Pflege für die Fachbereiche Altenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege ausgebildet. Jedem Schulzweig steht ein Schulleiter vor. Die einzelnen Fachbereiche der jeweiligen Schultypen werden durch Fachbereichsleiter verwaltet. Diese sind für die Umsetzung der curricularen Vorgaben und organisatorischen Rahmenbedingungen zuständig. Der Unterricht in der OTA- Ausbildung fällt in den Fachbereich OP, welchem ein eigenes Lehrerkollegium zur Verfügung steht. Die Zusammenarbeit findet diesbezüglich in erster Linie innerhalb dieses Personenkreises statt. Jedoch gibt es gelegentlich einen Austausch für bereichsübergreifende Themenschwerpunkte. Die Teamkultur der einzelnen Fachbereiche ist sehr wertschätzend.

Im Bereich der OTA fungiert das Bildungszentrum hingegen als Dienstleister. Die Schüler/innen sind an den jeweiligen Krankenhäusern angestellt und diese zahlen für die theoretische Ausbildung Schulgeld. Die einzelnen Krankenhäuser schicken ihre Schüler in Form des Blockunterrichts an das Bildungszentrum.

Die Unterrichtsräume sind alle mit einer Tafel und einem Overheadprojektor (OHP) ausgestattet. Teilweise befinden sich auch Flipcharts in den Klassenräumen, die jedoch weniger in die Unterrichtsgestaltung eingebunden werden. Die größeren Klassenräume sind teilweise mit einem Decken-Beamer und Whiteboard bestückt. Zudem gibt es noch sechs mobile Beamer/Laptop-Anlagen. Die hauptsächliche mediale Umsetzung des Unterrichts findet mittels Tafel, OHP oder Power-Point Präsentation statt. Die räumliche und materielle Ausstattung ist für eine Schule in erforderlichem Maße ausreichend, jedoch im medialen Kontext ausbaufähig. Teilweise gibt es Überschneidungen im Bereich der Beamer/Laptop Ressourcen, so dass der Unterricht aufgrund der begrenzten medialen Möglichkeiten kurzfristig umstrukturiert werden muss.

2.2 Die Projektidee

Im Rahmen der neuen „DKG-Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistenten“ ist das mediale Lernen in das Ausbildungscurriculum integriert worden. Somit erfolgt nach und nach eine Umstrukturierung der Lernfelder und Verortung des medialen Lernens in die jeweiligen Unterrichtseinheiten. Dabei bezieht sich der Begriff „mediales Lernen“ nicht nur auf digitale Medien. Allerdings sollte verstärkt darauf geachtet werden auch diese digitalen Medien mit in den Unterricht einfließen zu lassen. Somit beschäftigt sich das Aufgabenfeld des Praktikums mit der Planung, Durchführung und Evaluation von gefäßchirurgischen Unterrichtseinheiten im Hinblick auf die Integration digitaler Medien. Zum besseren Verständnis dieser Unterrichtseinheit ist ein allgemeines operatives Grundwissen nötig. Deshalb wird diese im dritten Lehrjahr verortet und der entsprechende OTA- Kurs für die Umsetzung ausgewählt. Für den dreiwöchigen Zeitraum der Planung, Durchführung und Evaluation wird seitens der Schule ein Büro zur Verfügung gestellt, so dass eine Erarbeitung der Unterrichtseinheiten vor Ort stattfinden kann. Ebenso wird eine Begleitdozentin seitens der Schule benannt, die bei organisatorischen Fragen zur Seite steht.

2.3 Rahmenbedingungen des Projekts

Grundlage für die Erstellung neu strukturierter Unterrichtseinheiten ist das OTA- Curriculum vom 01.01.2014. Darin wird die OTA- Ausbildung in drei Lernbereiche unterteilt. Jedes Lernfeld umfasst verschiedene Lernbereiche mit unterschiedlicher Gewichtung. Lernbereich I beschäftigt sich mit den „Kernaufgaben der OTA's“. Lernbereich II thematisiert die „Speziellen Aufgaben der OTA's“ und Lernbereich III charakterisiert die „Ausbildungs- und Berufssituation von OTA's“( DKG- Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistentinnen/Assistenten, 2013). Der fachspezifische Unterricht zum Thema „Gefäßchirurgie“ ist dem Lernbereich II „Spezielle Aufgaben der OTA's“ zugeordnet. Anhand dieser curricularen Vorgaben sind folgende Themen in den durchzuführenden Unterrichtseinheiten zu vermitteln: „Arterienverletzungen, akute Arterielle Verschlusskrankheit, chronische Arterielle Verschlusskrankheit inkl. grundsätzlicher Therapiemöglichkeiten und gefäßchirurgischer Materialien, Aneurysma und Bauchaortenaneurysma“. Für die Umsetzung werden insgesamt 12 Schulstunden seitens des Bildungszentrums zur Verfügung gestellt. Somit werden drei Unterrichtseinheiten a vier Schulstunden geplant. Die erste Unterrichtssequenz beschäftigt sich mit den Themen „Arterienverletzungen, akute Arterielle Verschlusskrankheit“, die zweite Unterrichtseinheit enthält die Schwerpunkte „chronische Arterielle Verschlusskrankheit, grundsätzliche Therapiemöglichkeiten und gefäßchirurgische Materialien“ und die dritte Unterrichtseinheit vermittelt die Themenkomplexe „Aneurysma, Bauchaortenaneurysma“.

Um zu Beginn des Praktikums einen Einblick in die Unterrichtsstruktur und -organisation des Bildungszentrums zu erlangen, liegt der Schwerpunkt in der ersten Praktikumwoche neben der Unterrichtsplanung in der Unterrichtshospitation. Dazu sind vier Unterrichtshospitationen in unterschiedlichen Ausbildungsgängen terminiert worden, so dass verschiedene didaktische Ansätze und Methoden im Schulleben beobachtet werden können. Diese verschiedenen Unterrichtsmodelle bilden eine grundlegende Basis für die eigentliche Planung. Jede Lehrperson verfolgt einen anderen didaktischen und methodischen Ansatz, um dem jeweiligen Klientel das Wissen adäquat zu vermitteln. Dabei ist sofort aufgefallen, dass das Schülerklientel in jedem Ausbildungsgang individuell charakterisiert ist. Dies ist unter anderem durch die unterschiedlichen schulischen Voraussetzungen für die jeweiligen Ausbildungszweige zu erklären, so dass Schüler der jeweiligen Ausbildungsgänge unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen.

2.4 OTA Kurs

Der für das Praktikum zugeordnete Kurs OTA ist ein sehr ruhiger Kurs und zugleich durch eine heterogene Klassenstruktur bestimmt. Der Ausbildungskurs umfasst 31 Auszubildende, welche durch 27 Frauen und vier Männer charakterisiert sind. Diese verfügen teilweise über eine Berufsausbildung, meist zur Arzthelferin bzw. Zahnarzthelferin.

Die Struktur ist neben ruhigen introvertierten Schüler/innen durch lernstarke Schüler bestimmt. Die Altersstruktur umfasst die Jahrgänge 1982-1995, also eine Altersspanne von 19-32 Jahren. Zur Betreuung des Kurses steht eine Kursleitung zur Verfügung.

In der Klasse herrscht eine angenehme Grundstimmung, so dass die lernstarken Schüler nicht als solche hervorstechen und sich in den Mittelpunkt stellen, sondern die gesamte Klasse durch konstruktive Beiträge fördern und den Unterrichtsablauf im Wesentlichen auflockern.

Im Bereich der Gefäßchirurige ist nur bei einigen Schülern/innen Vorwissen vorhanden, so dass der Unterricht am Basiswissen anknüpfen muss. Die Schüler verfügen über sozial-kommunikative Kompetenzen, die unter anderem durch ein bereits abgeleistetes Kommunikationsseminar gewährleistet sind. Methodische Kompetenzen im Bereich des Lernens sind in ausreichendem Maße vorhanden. Im Bereich des medialen Lernens sind methodische Kompetenzen durch eine moodle-Umgebung bedingt vorhanden. Dieser wird mit unterstützenden Lernangeboten zur Verfügung gestellt, aber nicht von allen Schülern adäquat genutzt. Somit ist dieser Bereich des medialen Lernens ausbaufähig und Ansatzpunkt für die Unterrichtsgestaltung.

3. Bildungstheoretische Rahmung

3.1 Berliner Modell

Die Bildungstheoretische Rahmung der Unterrichtsgestaltung wird anhand des Berliner Modells vorgenommen. Das Berliner Modell ist in den 1960er-Jahren von Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz im Rahmen der Lerntheoretischen Didaktik entwickelt worden. „Dabei zielt Paul Heimann auf einen erfahrungswissenschaftlich begründeten Theorie-Entwurf für didaktische Planung und Analyse von Unterricht ab“ (Kron, 2008, S.92). Planung und Analyse von Unterricht bilden ein wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis. Faktoren die der Unterrichtsplanung zugrunde liegen werden zur Strukturanalyse zusammengefasst. Diese steht der Faktorenanalyse zur Seite, welche die Elemente der Strukuranalyse aufgreift und diese verstärkt (Kron, 2008, S.92-93).

Die Strukturanalyse ist Kern der Lerntheoretischen Didaktik und setzt sich aus sechs Konstanten zusammen. Die Rahmung dieser sechs Konstanten zu einem Modell wird anhand der Abbildung 1 deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Abbildung zeigt, dass die Strukturanalyse aus vier Entscheidungsfeldern und zwei Bedingungsfeldern besteht. Die Bedingungsfelder setzen sich aus den Konstanten „anthropogene Voraussetzungen“ und „soziokulturelle Voraussetzungen“ zusammen. Anthropogene Voraussetzungen können nicht verändert werden, wohingegen soziokulturelle Voraussetzungen wandelbar sind. Diese Bedingungsfelder müssen in jedem Schritt von der Planung über die Durchführung bis zur Analyse immer beachtet werden, da durch diese Bedingungen Intentionen ausgelöst werden. In Tabelle 1 sind die Bedingungsfelder für die konkrete Praktikumssituation dargestellt.

Tabelle 1Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen (eigene Darstellung, 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu den Entscheidungsfeldern gehören die Konstanten „Intentionalität“, „Thematik“, „Methodik“ und „Medienwahl“. Unter dem Begriff „Intentionalität“ versteht man die Ziele, die eine Lehrkraft verfolgen will. Desweiteren beschreibt der Begriff der „Thematik“ eine genaue Themenauswahl für eine Unterrichtseinheit. Unter der Konstanten „Methodik“ versteht man die Art und Weise wie Schülern die Themenkomplexe vermittelt werden. Die Konstante „Medienwahl“ bezieht sich auf das Einbinden von Medien in den Unterricht. Dabei wird darauf geachtet, welche Medien zur visuellen oder akustischen Wahrnehmung eingesetzt werden und so den Lernprozess der Schüler/innen unterstützen (Oelke, U. & Meyer, H., 2013, S.94.). Diese vier Entscheidungsfelder stehen in Interdependenz zueinander. Damit ist gemeint, dass die Felder in einer gegenseitigen Abhängigkeit zueinander stehen und jedes gleich wichtig für die Unterrichtsplanung und -analyse ist. Bezieht man dieses Modell nun auf die konkrete Praktikumssituation, lassen sich die jeweiligen Entscheidungsfelder mit Inhalt füllen, was in der Abbildung 2 deutlich wird.

Nach der Strukturanalyse, die sich auf der ersten Reflexionsebene verortet und ausschließlich empirisch und wertfrei ist, folgt die Faktorenanalyse auf der zweiten Reflexionsebene. Die Faktorenanalyse ist ebenfalls auf wertfreie empirische Forschung angewiesen, bezieht aber auch ideologiekritische Aspekte mit ein. Die Faktorenanalyse unterscheidet die Normenkritik, die Faktenbeurteilung und die Formenanalyse (Oelke, U. & Meyer, H., 2013, S.96). Durch die Faktorenanalyse ist es möglich, die Qualität und Quantität des Unterrichts, sowie didaktische Entscheidungen der Lehrperson zu beleuchten. Dadurch kann ein Erkenntnisgewinn verzeichnet werden, der es ermöglicht die Strukturen beizubehalten oder abzuwandeln. Unter Normenkritik versteht man die Auswahl der zugrundeliegenden Quellen oder Rechtsgrundlagen. Im Bezug auf die Planung und Durchführung des gefäßchirurgischen Unterrichts liegt das OTA-Curriculum zugrunde, sowie Literatur aus dem OP-Handbuch und dem Kurzlehrbuch Chirurgie. Somit spiegelt sich in der Normenkritik wider auf welcher Basis der Unterricht gestaltet wird, ob dieses ausreicht oder verändert werden muss.

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Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668349872
ISBN (Buch)
9783668349889
Dateigröße
920 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v344554
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Schlagworte
OTA. Operationstechnische Assistenten Gefäßchirurgie Unterrichtsentwurf

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Titel: Planung, Durchführung und Evaluation von Unterrichtseinheiten im Rahmen der OTA- Ausbildung. Reflektierende Dokumentation eines Praktikums