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Qualität und Evaluation in der Erwachsenenbildung

Einsendeaufgabe 2014 11 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einsendeaufgabe 1

Einsendeaufgabe 2

Einsendeaufgabe 3

Einsendeaufgabe 4

Literaturverzeichnis

Einsendeaufgabe 1

Was kann in einer Organisation das Handeln im Sinne des von Zech und Tödt beschriebenen Qualitätsethos befördern, was kann es behindern?

Zu Beginn erläutere ich den Begriff Qualitätsethos. Qualitätsethos bedeutet, dass die in der Erwachsenenbildung tätigen Personen auch Verantwortung für institutionelle Bedingungen übernehmen und so dafür Sorge tragen, dass die lernenden Individuen eine gelungene Bildung erfahren. Die Philosophie des Gelungenen steht im Vordergrund. Dies ist ein lebendiger Prozess, da sich Werte Wandeln, wandeln sich auch die Formen der Werte. (vgl. Zech/Tödt, 2012, S. 23)

Förderlich für das Handeln im Sinne des beschriebenen Qualitätsethos ist eine Haltung der Erwachsenenbildner, welche sich der Wichtigkeit von Qualität und Professionalität bewusst ist. Dies ist ein subjektiver Prozess in welchem das Gelingen der pädagogischen Arbeit des Erwachsenenbildners im Mittelpunkt steht. Wenn der Erwachsenenbildner ständig bemüht ist um die Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung der Institution, seines Unterrichts sowie der Reflexion seiner eigenen Haltung, so ist dies für den beschriebenen Qualitätsethos befördernd. Das Handeln kann befördern, wer sich mit seiner Weiterbildungsinstitution und seinen eigenen Aufgaben identifizieren kann. Ebenso ist es förderlich, wenn er sich der Verantwortung gegenüber den lernenden Subjekten bewusst ist und sich selbst regelmäßig reflektiert oder von außen Feedback geben lässt. Erforderlich ist es, dass dem Erwachsenenbildner der Zweck und das Ziel seines Tuns klar sind und er Handlungen gefunden hat, welche zum Ziel führen können. Die Haltung gegenüber der Qualität in der Institution hängt vor allem von persönlichen Einstellungen zur eigenen Arbeit sowie der Einschätzung der Wichtigkeit des Qualitätshandelns ab. (vgl. Zech/Tödt, 2012, S. 23)

Wenn Bedarfsanalysen durchgeführt werden kann nahe an der Zielgruppe gearbeitet werden. Förderlich ist es, die Abläufe und Strukturen der Einrichtung an den Bildungsbedürfnissen der Lernenden auszurichten. Dies bedeutet nicht, dass diese starr festgeschrieben sind – dies würde wieder bremsend wirken – sondern, dass Strukturen und Regeln jederzeit so flexibel gehandhabt werden können, dass diese sich neuen Umweltanforderungen anpassen können. Vorteilhaft ist es ebenso, wenn sich der Erwachsenenbildner zum Ziel gesetzt hat, sich persönlich und seine Arbeitsleistung weiterzuentwickeln. (vgl. Zech/Tödt, 2012, S. 24)

Seine Mitarbeiter vom Nutzen qualitativer Arbeit zu überzeugen ist wichtig, denn dann ist die Bereitschaft größer, Anstrengungen auf sich zu nehmen. Qualität als Haltung realisiert sich auf der Ebene der Interaktion und der Ebene der Organisation. Von Bedeutung ist hier ein gelingendes Lernen, bei welchem der Lehr-Lern-Prozess im Mittelpunkt steht. Das Lernen ist dann qualitätvoll gelungen, wenn es der Lernende für erfolgreich einschätzt und sein selbst gesetztes Ziel erreicht hat. Regelmäßiges Feedback von Lernenden ist also hilfreich, seine eigene Arbeitsleistung als Erwachsenenbildner zu evaluieren.

Behindernd kann es sein, wenn genau das Gegenteil des oben im Text erwähnten Inhalts der Fall ist. Dem Erwachsenenbildner die Institution, eine qualitative Unterrichtspraxis sowie Qualität und eigene Reflexion egal sind. Außerdem kann es bremsend sein, wenn die professionellen Kompetenzen der Erwachsenenbildner auf Grund äußerer Bedingungen nicht weiterentwickelt werden können. Gute äußere Bedingungen können durch finanzielle Kürzungen, steigende Konkurrenz und Zeitdruck bedroht sein, was sich wiederum negativ auf den beschriebenen Qualitätsethos auswirken kann. Auf der Ebene der Organisation kann es bremsend sein, wenn Zielgruppen und Lernziele/-interessen nicht genau definiert und berücksichtigt werden – es also an Kundenorientierung fehlt. Nachteilig kann es auch sein, wenn nur ein Teil der in der Organisation tätigen Erwachsenenbildner den Qualitätsethos für wichtig halten und die restlichen Kollegen nicht. Denn die Beteiligung aller durch die demensprechende innere Haltung ist wichtig für den Qualitätsentwicklungsprozess. (vgl. Zech/Tödt, 2012, S. 24)

Einsendeaufgabe 2

Entwickeln Sie praktische Vorschläge, wie freiberuflich beschäftigte Lehrende in die Qualitätsentwicklung eingebunden werden können. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Lehrenden meist nur punktuell in der Organisation tätig sind und daher nur geringe zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Vorerst möchte ich den Begriff Qualitätsentwicklung definieren.

„Qualitätsentwicklung beschreibt einen Prozess, der auf die kontinuierliche Verbesserung von Qualität zielt. Qualitätsentwicklung zielt auf kontinuierliche Reflexion der Bedingungen für Qualität. Dies bedeutet auch, die sich ständig verändernden Umweltbedingungen und –anforderungen, z. B. in Bezug auf Kundenbedürfnisse, im Blick zu behalten.“ (Zech/Tödt, 2012, S. VII Glossar)

Dies bedeutet, dass alle relevanten Personengruppen in den Prozess der Qualitätsentwicklung miteinbezogen werden sollen. Hier kann eine stakeholder Analyse eingesetzt werden. In vielen Bildungseinrichtungen sind über die Hälfte der Lehrenden auf Honorarbasis freiberuflich tätig. (vgl. Beywl/Balzer, 2014, S. 49)

Eine Möglichkeit, freiberuflich beschäftigte Lehrende in die Qualitätsentwicklung miteinzubeziehen ist die Erstellung eines Fragebogens für diese Mitarbeitergruppe. Dies bedeutet bezüglich der Erstellung und der Auswertung einen Aufwand, ist jedoch für die betreffende Personengruppe zeitlich und örtlich frei ein teilbar indem der Fragebogen mitgegeben und zu einem festen Datum im Sekretariat oder anonym wieder abgegeben wird – beispielsweise in einer Urne. Hier können die Wertvorstellungen und Erfahrungen der freiberuflich Tätigen sowie weitere Informationen erhoben werden.

Ebenso können Fragebögen per Mail weitergeleitet werden. Nach einer festgelegten Frist kann an alle eine Erinnerungsmail gesendet werden.

Des Weiteren kann ich mir die Einführung eines „Ideenmanagements“ vorstellen. Dieses würde ich jedoch für alle Mitarbeiter, festangestellte und freiberufliche, einführen um einer Gleichbehandlung gerecht zu werden. Dabei handelt es sich um ein System, welches nach festen Regeln permanent die Ideen der Mitarbeiter fördert. Ich habe dies in meiner vorhergehenden Bildungseinrichtung, in welcher ich tätig war, als gewinnbringend erlebt. Es wurde hierfür ein Formular erstellt, in welchem jeder Mitarbeiter seine kreativen Ideen eingebracht und regelmäßig bis zu einem festgelegten Zeitpunkt abgegeben hat. Wichtig ist die Gleichbehandlung bei der Bewertung der Ideen. Dieses Instrument fördert die reflexive Haltung der Mitarbeiter, indem sich diese Gedanken bezüglich Verbesserungen im Unternehmen und somit auch bezüglich der Qualität machen. Die Mitarbeiter lernen auch von der „Kundenseite“ aus zu denken. Die Ideen dienen sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern, da es, abhängig vom Nutzen der eingebrachten Ideen, eine Prämie oder Anerkennung gibt. Dies steigert auch den Reiz für freiberufliche Mitarbeiter, sich daran zu beteiligen.

Stärkung der kollegialen Kommunikationsstrukturen zwischen freiberuflichen und festanagestellten Mitarbeitern. Beispielsweise durch das Angebot gemeinsamer Fortbildungen. Dies kann dazu führen, dass freiberufliche Mitarbeiter eher bereit sind, mehr Zeit und Energie in ihre Tätigkeit am Bildungsinstitut zu investieren sowie die Bereitschaft zur Mitarbeit in Bezug auf die Qualitätsentwicklung steigert. Ebenso fördert dies die Einbindung in die Gesamtorganisation und somit evtl. auch die Identifikation mit dem Bildungsinstitut.

Regelmäßige aber nicht zu häufige gemeinsame Treffen (freiberufliche und festangestellte Mitarbeiter), vor allem zu Beginn der Qualitätsentwicklung oder bei Neuerungen, zum Informationsaustausch und Mitteilung des Qualitäts-entwicklungsstandes. Die Teilnahme an diesen Treffen soll als Arbeitszeit gelten und dementsprechend Honorierung finden. Dies fördert die Motivation der freiberuflich Tätigen daran teilzunehmen und die Transparenz aller Mitarbeiter, damit alle einen gleichen Wissensstand besitzen. Nur so ist es möglich gemeinsam und erfolgreich die gesetzten Ziele/Veränderungen zu verfolgen.

Die freiberuflich Tätigen Mitarbeiter sollen am Ende ihrer Lehrveranstaltung einen von der Bildungseinrichtung erstellten Feedbackbogen anonym von den Lernenden ausfüllen lassen und zur Auswertung im Sekretariat abgeben. Hierbei ist es wichtig, den freiberuflich Tätigen mitzuteilen, dass dieses Instrument zur Qualitätsentwicklung nicht zur Kontrolle, sondern zur Steigerung der Qualität dienen soll. Da dies beispielsweise die letzten 15 Minuten vor Lehrgangsende durchgeführt werden kann, entsteht dem freiberuflich Tätigen kein zeitlicher Zusatzaufwand.

Auch die Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses kann ich mir vorstellen. Dies kann ein Formular sein, welches für alle Mitarbeiter zugänglich ist und in welches jeder Mitarbeiter bei Bedarf seinen möglichen Verbesserungsvorschlag einbringt und im Sekretariat abgibt. Anschließend erfolgt durch die zuständige Person/-en eine Auswertung und Rückmeldung an den einreichenden Mitarbeiter.

Ein weiteres Instrument sind regelmäßige Referentenbewertungen. Dies wurde in meiner vorhergehenden Bildungseinrichtung, in welcher ich tätig war, ebenso angewendet. Vierteljährlich besuchte die Seminarleitung die jeweils eingesetzten Dozenten für eine Stunde im Unterricht, füllte ein passendes Qualitäts-managementformular hierzu aus und besprach dies nach Unterrichtsende mit dem Dozenten. Die Seminarleitungen, welche die Bewertung durchführten erhielten hierzu vorher eine Fortbildung. Die personenzentrierte Gesprächsführung welche die Variablen Echtheit, Empathie und Wertschätzung beinhaltet, war hier sehr hilfreich. Der Dozent konnte dann noch selbst schriftliche Anmerkungen auf dem Formular vornehmen. Die Gespräche dauerten von ca. 15 -45 Minuten, ein vertretbarer Zeitaufwand.

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Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668352575
ISBN (Buch)
9783668352582
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v344976
Note
Schlagworte
Qualität Evaluation EB Erwachsenenbildung Beratung Didaktik Methodik Auswertung Psychologie Lernen Lehren Uni Kaiserslautern Fernstudium Unternehmen Bildung Erwachsene Anleitung Bildungsmanagement

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Titel: Qualität und Evaluation in der Erwachsenenbildung