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Einsatz von Kurzfilmen im Unterricht zur Förderung sozialer Kompetenzen. „Zero“ von Christopher Kezelos (Deutsch Klasse 4 Grundschule)

Unterrichtsentwurf 2015 13 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Informationen zum Kurzfilm „Zero“

3. Allgemeines zum Stop-Motion-Animationsfilm

4. Begriffsklärungen
4.1 Der Kompetenzbegriff
4.2 Soziales Lernen

5. Der Einsatz von „Zero“ im Grundschulunterricht
5.1 Inhalt des Kurzfilms „Zero“
5.2 Unterrichtsbeispiel: Schreiben innerer Monologe
5.3 Unterrichtsbeispiel: Rollenspiel

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Seitdem im Jahr 2009 in der Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechts- konvention in Kraft getreten ist, in welcher bestimmte Zielsetzungen vorgegeben sind, um Menschen mit Behinderungen die Partizipation am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern und deren Diskriminierung zu verhindern1, gewinnt das Thema „Inklu- sion“ auch im Kontext Schule immer mehr an Bedeutung. Insbesondere im Primarbe- reich lassen sich zunehmend neue Maßnahmen und Konzepte für die Umsetzung des Inklusionsgedankens erkennen. Nach Alfred Sander bezieht sich ein inklusiver Ansatz dabei allerdings nicht nur auf Behinderungen bzw. auf spezielle sonderpäda- gogische Förderbedarfe, sondern grundsätzlich auf alle Heterogenitätsdimensionen2, wozu neben der Behinderung auch der Migrationshintergrund, das Geschlecht sowie der sozio-ökonomische Status gehören3. Ein hohes Maß an Heterogenität findet sich demzufolge in allen Klassengemeinschaften - unabhängig davon, ob Kinder mit son- derpädagogischem Förderbedarf inkludiert sind oder nicht. Natürlich stellt diese He- terogenität eine Herausforderung für den Unterricht und für das Zusammenleben und -lernen in der Schulgemeinschaft dar, weshalb insbesondere für den Umgang der Schülerinnen und Schüler miteinander bestimmte soziale Verhaltensweisen vermittelt werden sollten. Besondere Bedeutung sollte also dem sozialen Lernen in der Grund- schule beigemessen werden, was natürlich insbesondere auch vor dem Hintergrund eines inklusiven Schulsystems immer stärker ins Zentrum rücken sollte. Ziel des so- zialen Lernens ist nämlich die Förderung und Entwicklung sozialer Kompetenzen, indem die Kinder bereits von Anfang an auf „unverzichtbare Werte [des] menschli- chen Zusammenlebens“4 aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert werden. Natürlich kann man den Kindern soziale Kompetenzen nicht auf diese Weise vermit- teln, wie man es beispielsweise bei der Einführung von Rechtschreibregeln im Deutschunterricht tun würde. Soziales Lernen findet häufig spontan statt, wenn es zum Beispiel auf dem Pausenhof zu Streitigkeiten gekommen ist und in der anschließenden Stunde über die Konflikte im offenen Gespräch gesprochen wird. Den Kindern werden in solchen Gesprächen also unbewusst soziale Kompetenzen und Verhaltensweisen näher gebracht. Dies wirft allerdings auch die Frage auf, wie man mit Schülerinnen und Schülern gezielt über bestimmte Verhaltensweisen sprechen kann ohne auf eine spontane Konfliktsituation warten zu müssen oder ein bestimmtes Thema zwanghaft behandeln zu müssen.

Für dieses Problem bietet sich der Einsatz von Kurzfilmen im Unterricht sehr gut an, da Kurzfilme zum einen wegen ihrer Länge bzw. Kürze ein optimales Medium für die Schule darstellen und zum anderen eben auch spezielle Themenbereiche anhand des Filmes leicht aufgegriffen und diskutiert werden können.

Wie diese Verknüpfung zwischen dem Einsatz eines Kurzfilms und dem sozialen Lernen in der Grundschule konkret aussehen kann, soll in der vorliegenden Arbeit anhand des Kurzfilms „Zero“ aufgezeigt werden. Zu Beginn der Arbeit werden dafür einige Informationen über den Film selbst sowie über die Technik der Stop-Motion- Animation gegeben. Im Anschluss daran erfolgt eine kurze Klärung der Begriffe „Kompetenz“ und „Soziales Lernen“, welche für den weiteren Verlauf der Arbeit von Bedeutung sind. Im Mittelpunkt der Ausarbeitung steht anschließend der Einsatz von „Zero“ in der Grundschule mit besonderem Blick auf die Förderung sozialer Kompe- tenzen. Hierfür soll zunächst eine kurze Inhaltsangabe erfolgen, um das Verstehen der darauffolgenden Unterrichtsbeispiele mit deren konkreten Zielsetzungen zu er- leichtern. Das erste Unterrichtsbeispiel stellt eine Schreibaufgabe dar, in der die Kin- der innere Monologe für einige Charaktere aus dem Film verfassen sollen. Im zwei- ten Beispiel sollen sich die Schülerinnen und Schüler anhand von verschiedenen Rollenspielen in die Gefühlslagen von Zero hineinversetzen und exemplarisch einige Verhaltensweisen kennenlernen, die in Konfliktsituationen hilfreich sein können. Am Ende der Arbeit soll ein kurzes Fazit über die Eignung des Kurzfilms „Zero“ für eine vierte Grundschulklasse gezogen werden.

2. Allgemeine Informationen zum Kurzfilm „Zero“

Der Kurzfilm „Zero“ ist eine Puppenanimation in Stop-Motion-Technik, der von Chris- topher und Christine Kezelos - einem australischen Filmemacherehepaar - produ- ziert worden ist. Der Film, der im Jahr 2009 erschienen und 12:32 Minuten lang ist, ist bereits auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt worden und hat 14 Aus- zeichnungen und Preise erhalten, wie zum Beispiel die Auszeichnungen Best Anima- tion auf dem LA Shorts Fest 2010 und Best Sound Design auf dem Flickerfest 2010. Aufgrund seines Erfolges wurde er bisher in 39 verschiedene Sprachen übersetzt, wobei sich die jeweilige Übersetzung dabei allerdings nur im Untertitel des Original- films wiederfindet.5

3. Allgemeines zum Stop-Motion-Animationsfilm

Das Stop-Motion-Verfahren stellt die wichtigste Technik im Bereich der Animations- filme dar. Der Begriff Animationsfilm stammt dabei aus dem Lateinischen und bedeu- tet Belebung oder Beseelung, und meint somit nicht „ein Abfilmen von Aktionen vor der Kamera, sondern die schrittweise Erzeugung von Einzelbildern“6, welche schnell hintereinandergereiht den Eindruck eines Bewegungsablaufs erzeugen. Beim Stop- Motion-Animationsfilm wird - im Gegensatz zum computergenerierten Animationsfilm - jedes Bild einzeln abfotografiert, nachdem man die Motive des Bildes immer wieder leicht verändert hat. Den Stillstand zwischen diesen Einzelbildern, den sogenannten Frames, nimmt das menschliche Auge aufgrund der Trägheit des Auges im Film nicht wahr, dennoch sollten die Unterschiede zwischen den Einzelaufnahmen relativ gering sein. Für eine Sekunde Laufzeit genügen prinzipiell schon acht verschiedene Aufnahmen, die jeweils dreimal wiederholt werden. Häufiger zum Einsatz kommen allerdings die „Double-Frame-Techniken“, bei denen der Animationsfilm aus zwölf Frames pro Sekunde (12 fps) besteht, von denen jeder zweimal gezeigt wird. Grund- sätzlich können Stop-Motion-Animationsfilme mit jeder Art von Motiven und Materia- lien produziert werden, allerdings stellen Puppen-, Sach- oder Knetanimationen so- wie Legetricks, Brickfilme oder Pixilationen die Mehrheit der Stop-Motion- Animationsfilme dar. Das wohl bekannteste Beispiel für einen Stop-Motion- Animationsfilm ist die Filmreihe „WALLACE AND GROMIT“, bei der die Figuren aus Plastilin auf Drahtgestellen modelliert wurden.7

[...]


1 vgl. Klemm, K., Preuss-Lausitz, U. (2011): Auf dem Weg zur schulischen Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Empfehlungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der allgemeinen Schulen. S. 8. Unter:http://www.dgfe.de/fileadmin/OrdnerRedakteure/Sektionen/Sek06_SondPaed/Studie_Klemm_Preuss- Lausitz_NRW_Inklusionskonzept_2011.pdf [aufgerufen am 31.01.15].

2 vgl. Frühauf, T. (2010): Von der Integration zur Inklusion - ein Überblick. In: Hinz, A., Körner, I., Nie- hoff, U. (Hrsg.): Von der Integration zur Inklusion. Grundlagen - Perspektiven - Praxis. 2. Aufl. Mar- burg, S. 21 f.

3 vgl. Jahreis, D. (2014): Bausteine inklusiver Bildung. In: dies. (Hrsg.): Basiswissen Inklusion. Bausteine einer Schule für alle. Berlin, S. 2.

4 Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hrsg.) (2000): Kapitel II A Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben. S. 15. Unter: https://www.isb.bayern.de/download/8880/lp_gs_kapitel-2.pdf [aufgerufen am 31.01.15].

5 vgl. http://www.zeroshortfilm.com/about/ [aufgerufen am 31.01.15].

6 Klant, M. (2012): Grundkurs Film 3 - Die besten Kurzfilme. Braunschweig.

7 vgl. ebd.

Details

Seiten
13
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668375642
ISBN (Buch)
9783668375659
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v345396
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Note
1,0
Schlagworte
Kurzfilm Grundschule Zero Soziales Lernen Inlusion

Autor

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