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Kundenkarten der FOM-Studenten. Empirische Untersuchung und Auswertung zur Nutzung von Kundenkarten

Projektarbeit 2016 56 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Management Summary

3. Gang der Untersuchung
3.1 Untersuchungsanlass & -gegenstand
3.2 Sekundärrecherche

4. Forschungsmethode
4.1 Stichprobe
4.2 Datenerhebung
4.3 Methode der Datenanalyse

5. Analyse der Ergebnisse
5.1 Probandenstruktur
5.2 Bekanntheit, Besitz und Nutzung der Kundenkarten
5.3 Wichtige Gründe für und gegen Kundenkarten
5.4 Die optimale Kundenkarte
5.5. Test der Hypothese

6. Handlungsempfehlung

Anhang
Anhang I: TNS-Studie
Anhang II: Onlinefragebogen q-set
Anhang III: Auswertung R
Anhang IV: Ausgabedatei Chi-Quadrat R

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Geschlechterverteilung

Abb. 2: Alterstruktur

Abb. 3: Monatliches Nettoeinkommen

Abb. 4:Zusammenhang Bekanntheit und Besitz von Kundenkarten

Abb. 5:Zusammenhang Besitz und Nutzung von Kundenkarten

Abb. 6: Nutzungshäufigkeit von Kundenkarten

Abb. 7: Gründe für die Nutzung von Kundenkarten

Abb. 8: Gründe gegen die Nutzung von Kundenkarten

Abb. 9:Optimale Kundenkarte

1. Einleitung

Im Rahmen der Veranstaltung Markt & Wettbewerbsforschung erstellten die Studenten eine Marktanalyse zum Thema „Kundenkarten der FOM-Studenten Nürnberg“. Das Hauptaugenmerk sollte hierbei auf die meistverbreiteten und somit wesentlichsten Kundenkarten gelegt werden.

Die zugrundeliegende Zielsetzung dieser Arbeit ist die Erarbeitung neuer Informationen für eine explizite Ziel- bzw.- Nutzergruppe, im Speziellen die FOM-Studenten des Standortes Nürnberg.

Um diese zu identifizieren wurde zunächst eine Sekundärstudie erstellt. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen, wurde durch die Studenten des Kurses sowohl die Zielgruppe als auch das Studiendesign genau festgelegt. Im Laufe der vorbereitenden Arbeiten wurde als Befragungsart der Onlinefragebogen festgelegt, da dieser für die Anforderungen ideal geeignet war.

Die Ergebnisse wurden anschließend sowohl qualitativ als auch statistisch ausgewertet.

2. Management Summary

In der Marktanalyse wurden die Studenten der FOM Nürnberg zum Thema Kundenkarten online befragt. Zentrale Punkte hierbei waren u.a. welche Kundenkarten die Studenten kennen, besitzen und nutzen und wie oft sie diese einsetzen. Darüber hinaus wurden wichtige Aspekte für und gegen den Einsatz von Kundenkarten abgefragt, und erörtert wie die perfekte Kundenkarte für die Probanden aussehen könnte.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Befragung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

30% der Probanden, die von der Existenz einer bestimmten Kundenkarte wissen, besitzen diese auch.

Der Besitz einer entsprechenden Karte führt bei 74% der Probanden auch zu deren Benutzung.

Hierbei ist festzustellen, dass etwa 30 % der Probanden ihre Karte mehrmals monatlich, etwa 20% sogar mehrmals wöchentlich einsetzen.

Den größten Anreiz für den Erwerb einer Kundenkarte bieten, absteigend nach Relevanz, finanzielle Anreize, der Wunsch nach zusätzlichem Service und/oder die Aussicht auf Prämien.

Zu viele Informationen bzw. zu häufige Werbekontakte seitens der Unternehmen wirken dagegen hemmend auf den Erwerb von Kundenkarten.

Beim Thema „optimale Kundenkarte“ gibt es eine große Bandbreite an Wünschen und Vorstellungen. Am häufigsten genannt wurden dabei die Kategorien exklusive Vorteile und der Wunsch nach einer Karte, die unternehmensübergreifend eingesetzt werden kann. Darüber hinaus ist der Datenschutz der von den Kunden angegebenen und durch die Nutzung erhobenen Daten für einen Großteil der Probanden obligatorisch.

Der Hypothesentest hat gezeigt, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Höhe des Nettoeinkommens und der Nutzungshäufigkeit von Kundenkarten gibt.

Auf eine konkrete Handlungsempfehlung wird aufgrund der fehlenden Problemstellung verzichtet. Allerdings können allgemeine Empfehlungen zur Gestaltung einer Kundenkarte für die Zielgruppe getroffen werden:

Den größten Anreiz an einem Bonusprogramm teilzunehmen bieten finanzielle Vorteile, Prämien und zusätzliche Services. Abschreckend wirken dagegen mangelnder Datenschutz und eine zu hohe Informationsflut.

3. Gang der Untersuchung

3.1 Untersuchungsanlass & -gegenstand

Die zugrundeliegende Aufgabe dieser Marktanalyse war die Erarbeitung neuer Informationen für die spezifische Zielgruppe der FOM-Studenten am Standort Nürnberg.

Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf dem Thema meistverbreitete Kundenkarten. Um einen entsprechenden Rahmen zu schaffen, wurde zunächst eine Sekundärrecherche erhoben. Diese sollte Aufschluss über die gängigsten Kundenkarten in Deutschland geben und somit das Gerüst für die spätere Bearbeitung schaffen.

Konkret wurden den Probanden sowohl Fragen zu den Themen Bekanntheit, Besitz und Benutzung bestimmter Kundenkarten gestellt als auch zur Häufigkeit der Nutzung. Außerdem sollten Gründe für und gegen Kundenkarten bewertet, sowie die optimale Bonuskarte beschrieben werden.

3.2 Sekundärrecherche

Zu Beginn der Sekundärrecherche wurde zunächst der Begriff Kundenkarte genauer definiert. In dieser Arbeit verstehen sich Kundenkarten als Träger kundenbezogener Daten im Rahmen eines Kundenbindungsprogrammes. Dieser Träger kann sowohl real existent als physische Karte vorliegen oder digital verfügbar sein. Der Zweck der Karten liegt darin, kundenbezogene Daten zu sammeln wobei der Kunde als Gegenleistung Rabatte, Boni oder ähnliche Vergünstigungen erhält.[1]

Des Weiteren wurde eine Marktanalyse über das bestehende Angebot an Kunden- bzw. Bonuskarten in Deutschland ausgearbeitet. Unter Zuhilfenahme der TNS Emnid Studie (2014) zum Thema „Bonusprogramme in Deutschland“ konnte eine Übersicht der aktuell bedeutsamsten Kundenkarten erstellt werden. Diese untersuchte die Bekanntheit und die Verbreitung von Kundenkarten in Deutschland und bot durch die Aktualität der Ergebnisse den idealen Grundstock für weitere Untersuchungen. Die relevanten Auszüge aus der Studie sind im Anhang I zu finden.

Von den zehn meistverbreiteten Kundenkarten wurden schematische Portfolios erstellt. Die relevanten Kernpunkte bildeten hierbei die grundlegenden Eigenschaften und Besonderheiten der Karten, sowie deren Funktion und die kooperierenden Partnerunternehmen, bei denen durch die Karten weitere Vorteile geltend gemacht werden können.

Abschließend wurden wichtige Faktoren für und gegen Kundenkarten erarbeitet. Diese dienten als Grundlage für spätere Antwortmöglichkeiten des Fragebogens. Diese Antwortmöglichkeiten sollten dazu dienen eine strukturierte Datenbasis zu gewinnen. Um eine eingeschränkte Sichtweise zu vermeiden, wurde der spätere Fragebogen um eine offene Frage zur „optimalen“ Kundenkarte erweitert.

4. Forschungsmethode

4.1 Stichprobe

Die Grundgesamtheit dieser Studie setzt sich aus allen FOM-Studenten zusammen, welche zur Zeit der Befragung am Standort Nürnberg in die Kurslisten eingetragen waren. Bei der Auswahl der Studenten wurde weder eine Unterscheidung zwischen Bachelor und Masterstudenten vorgenommen noch ein weiterführendes Auswahlverfahren durchgeführt. Wichtig waren lediglich der gültige Immatrikulationsstatus und die Zugehörigkeit zum Studienort Nürnberg.

Die ausgewählten Probanden wurden durch die Teilnehmer des Kurses „Markt & Wettbewerbsforschung“ im Online Campus (OC) der Hochschule kursweise kontaktiert. Konkret wurde jedem Studenten eine Nachricht mit einem einleitenden Text und dem Link zur Umfrage auf die individuelle Hochschul-Emailadresse geschickt.

Hieraus ergab sich eine Grundgesamtheit von 1.602 Personen.

Problematisch war die hochschulseitige Begrenzung der Nachrichtenanzahl pro Tag und Student. Dadurch erhielten nicht alle Studenten den Fragebogen zur selben Zeit, sondern zum Teil einige Tage zeitversetzt.

Der Befragungszeitraum wurde mit ca. drei Wochen, vom 02.06.2016 bis 22.06.2016, entsprechend lang angelegt. Das Ausfüllen des Fragebogens nahm etwa fünf bis zehn Minuten in Anspruch.

Da die Rücklaufquote am Ende der zweiten Woche noch zu niedrig war, wurde durch die Kursteilnehmer eine Erinnerungsmail mit Bitte um Teilnahme verschickt.

Nach dem Ende des Befragungszeitraums nahmen 159 Personen an der Umfrage teil. Das entspricht einer Rücklaufquote von 9,9%. Zwei Probanden gaben bei der ersten Frage an, dass sie nicht am Standort Nürnberg studieren. Diese diente als Filterfrage. Somit wurden die beiden Datensätze nicht berücksichtigt. Es ergibt sich demzufolge ein Stichprobenumfang von n=157 Personen.

4.2 Datenerhebung

Die Daten wurden mit Hilfe eines Onlinefragebogens erhoben. Dieser wurde durch die Teilnehmer mit Hilfe des Onlinetools „q-set“ erstellt.[2] Der Fragebogen umfasste acht Fragen zu den in Kapitel 3.1 festgelegten Themen. Nachfolgend werden der Aufbau des Fragebogens und die Inhalte der einzelnen Fragen kurz dargestellt. Eine Abbildung des Fragebogens ist im Anhang II enthalten.

Die Eröffnungsfrage klärte ab, ob der Proband zum Zeitpunkt der Studie an der FOM Nürnberg studierte. Diese war als dichotomische Filterfrage mit den Optionen ja oder nein konzipiert. Wurde hier mit „Nein“ geantwortet, führte eine Sprungmarke zum Ende des Fragebogens. Eine weitere Bearbeitung des Fragebogens war damit nicht mehr möglich.

Bei den Fragen zwei bis vier wurden die Bekanntheit der durch die Sekundärrecherche definierten meistverbreiteten Kundenkarten in Deutschland, sowie deren Besitz und Nutzung abgefragt. Die Reihenfolge der angezeigten Kundenkarten war dabei rollierend, also von Teilnehmer zu Teilnehmer unterschiedlich. Dadurch sollten etwaige Präferenzen für die oberen Anzeigeränge verhindert werden. Zur Erhebung wurden den Probanden mehrere Antworten zur Auswahl gestellt. Eine Mehrfachnennung war hierbei möglich. Um noch weitere, bisher nicht beachtete oder durch die TNS-Studie aufgeführte Kundenkarten mit aufnehmen zu können, die bei der Stichprobe möglicherweise relevant sein könnten, wurde ein weiteres Optionsfeld aufgeführt. Den Teilnehmern stand hierzu die Möglichkeit offen, unter „Sonstiges“ weitere Kundenkarten einzutragen.

In Frage fünf wurde die Nutzungshäufigkeit von Kundenkarten generell abgefragt. Hierbei standen sechs Abstufungen von täglich bis nie zur Auswahl.

Bei der sechsten Frage wurden den Probanden die im Rahmen der Sekundärrecherche ermittelten Gründe für den Erwerb von Kundenkarten aufgezeigt. Die Probanden konnten zwischen sechs Abstufungen wählen, in wie weit die genannten Gründe zutreffen. Ziel war es, die Wichtigkeit der Gründe für die Probanden herauszufinden. Optional stand die Möglichkeit „kann ich nicht beurteilen“ zur Verfügung.

Der Aufbau von Frage sieben war analog zur vorhergehenden Frage. Hier wurde allerdings darauf abgezielt die Hemmnisse zu bestimmen, welche den jeweiligen Probanden am Erwerb oder der Nutzung einer Kundenkarte hindern könnte.

In Frage acht werden die Probanden in einer offenen Frage darum gebeten, die optimale Kundenkarte zu beschreiben. Die spätere Auswertung erfolgte hier qualitativ anhand der in den Antworten enthaltenen Schlagwörter. Diese wurden zu aussagekräftigen Clustern zusammengefasst.

Abschließend wurden die gängigen demographischen Daten wie Alter, Geschlecht und Familienstand abgefragt. Hierzu ergänzend wurde das monatliche Nettoeinkommen der Teilnehmer erhoben und abgefragt, ob minderjährige Kinder im Haushalt leben. Dies zielte darauf ab mögliche Zusammenhänge innerhalb der Zielgruppe zu erkennen.

4.3 Methode der Datenanalyse

Die erhobenen Daten wurden durch q-set als Excel-Datei bereitgestellt. Die quantitativen Rohdaten wurden dann in der Statistiksoftware R mit Hilfe passender statistischer Verfahren aggregiert und ausgewertet. Im Vordergrund stand hierbei die Errechnung von absoluten und relativen Häufigkeiten.

Die qualitativen Antworten in Frage acht wurden anhand auftretender Schlagworte und Kernessenzen analysiert und unter Clustern zusammengefasst. Somit war es möglich, die ursprünglich 42 Antworten auf 14 Schlagworte zu reduzieren.

Des Weiteren wurde ein Zusammenhang zwischen dem monatlichen Nettoeinkommen und der Nutzungshäufigkeit von Kundenkarten unterstellt. Um diese Vermutung zu stützen wurde ein entsprechender Hypothesentest durchgeführt. Die Auswertungsmethode wurde entsprechend dem Skalenniveau und der Datenqualität angepasst. Hier empfahl sich der Chi-Quadrattest.

5. Analyse der Ergebnisse

In diesem Kapitel wird konkret auf die Ergebnisse des Fragebogens eingegangen. Zur besseren Übersicht sind die angesprochenen Daten graphisch aufbereitet. Die Reihenfolge der ausgewerteten Fragen entspricht nicht zwingend der des Fragebogens.

5.1 Probandenstruktur

Bei der Stichprobe ergeben sich folgende demographische Daten. Der Stichprobenumfang ist falls nichts anderes angegeben n=157 Personen. Auf diese Basis beziehen sich auch etwaige Prozentwerte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Geschlechterverteilung (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Die Stichprobe besteht aus 80 weiblichen (51%) und 77 männlichen (49%) Teilnehmern.

Hinsichtlich des Alters wurden die Probanden in drei Kategorien aggregiert: bis 25 Jahre, 26 bis 30 Jahre und über 30 Jahre.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Altersstruktur (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

44 Prozent der Probanden sind 25 Jahre alt oder jünger. Der Anteil an 25- bis 30- Jährigen beträgt 33 Prozent. 23 Prozent der Befragten waren über 30 Jahre alt. Betrachtet man eine Studie des Bundesamtes für Statistik entspricht dies exakt dem Durchschnittsalter deutscher Studenten. Laut dieser Studie ist der durchschnittliche Erstabsolvent einer Hochschule 25,5 Jahre alt[3]. Die Ausschläge nach oben lassen sich durch das breite Angebot der FOM, besonders hinsichtlich der Masterangebote und die Art des Studiums (berufsbegleitend) erklären.

Bezüglich des monatlichen Nettoverdienstes ergibt sich eine große Bandbreite an Personen mit niedrigerem monatlichem Nettoeinkommen von unter 1000 Euro bis hin zu einem höheren Einkommen über 4000 Euro.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Monatliches Nettoeinkommen (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

In der obigen Grafik ist zu erkennen, dass ein Großteil der Probanden, genauer 65 %, zwischen 1500 Euro und 3000 Euro netto pro Monat verdient. Dem gegenüber stehen 19% die weniger als 1500 Euro verdienen und damit unterhalb des Durchschnittseinkommens liegen[4]. 16% der Probanden liegen mit 3000 Euro über dem durchschnittlichen Einkommen.

Anhand der hohen Anzahl an kinderlosen Probanden innerhalb der Erhebung, ließ sich nicht auf eine signifikante Aussage über einen Zusammenhang zur Nutzung von Kundenkarten rückschließen.

5.2 Bekanntheit, Besitz und Nutzung der Kundenkarten

In den nachfolgenden Abbildungen sind Daten mehrerer Fragen zusammengefasst. Zum einen enthalten diese Angaben zu Bekanntheit, Besitz und Nutzung der meistverbreiteten Kundenkarten zum anderen wird dabei die Übergangsrate klar dargestellt.

Am Beispiel des ersten Datensatzes der folgenden Abbildung bedeutet das, dass 95% der Probanden die PAYBACK-Bonuskarte kennen. 48% der gesamten Stichprobe besitzen diese Kundenkarte. Folglich besitzen 51% der Kunden, die das PAYBACK-Programm kennen, auch eine Karte des Anbieters. Diese Zahl entspricht der Übergangsrate.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4:Zusammenhang Bekanntheit und Besitz von Kundenkarten (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Somit sind Abbildung 4 mehrere Erkenntnisse zu entnehmen. Zum einen ist erkenntlich, dass bei den Probanden die Karten PAYBACK, Ikea Family Card und die Deutschland Card am bekanntesten sind.

Zum anderen spiegelt sich dies allerdings nur teilweise im Kartenbesitz wieder. Hier erkennt man, dass neben PAYBACK und Ikea Family Card das Miles&More-Programm der Lufthansa die Statistik anführt. Es ist festzuhalten, dass bei der Stichprobe die Bekanntheit einer Karte nicht automatisch mit deren Anschaffung einhergeht.

Bei der Betrachtung der Übergangsrate kommt man zu der Erkenntnis, dass die PAYBACK-Karte zwar das Feld anführt, sie allerdings gefolgt ist von den weniger bekannten Kundenbindungsprogrammen der Unternehmen Wöhrl und Peek&Cloppenburg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5:Zusammenhang Besitz und Nutzung von Kundenkarten (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Betrachtet man analog dazu die Darstellung des Zusammenhangs von Besitz und Nutzung, erhält man folgende Ergebnisse:

Die Probanden der Stichprobe nutzen am häufigsten die Karten der Programme PAYBACK, Ikea und Deutschland Card. Diese sind von der Rangfolge deckungsgleich mit der Statistik in der Kategorie Besitz.

Auch hier ist die Übergangsrate mit Prozentwerten zwischen 50% und 90% sehr hoch. Bei den nachfolgenden Bonusprogrammen, wie bahn.bonus oder Douglas Card, führt der Besitz mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu deren Einsatz. Allgemein liegt der Einsatzgrad einer Karte, welche die Probanden besitzen, mit 70% sehr hoch. Befindet sich eine Karte also tatsächlich im Besitz des Probanden, führt dies mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch zu deren Einsatz. Fraglich bleibt an dieser Stelle noch wie oft und warum die Karte eingesetzt wird.

In der nachfolgenden Abbildung sind die Nutzungshäufigkeiten von Kundenkarten bei der befragten Stichprobe abgebildet. Am häufigsten werden die Karten von Bonusprogrammen mehrmals im Monat eingesetzt. Dies gaben 27% der Probanden an. In absteigender Häufigkeit folgt eine Nutzung von „mehrmals pro Jahr“ (21%), „mehrmals wöchentlich“ (19%) und seltener (18%). Rund 13% gaben an ihre Kundenkarte nie einzusetzen. Keiner der Probanden setzte seine Probanden täglich ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Nutzungshäufigkeit von Kundenkarten (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Erklären lässt sich dieser Umstand zum einen dadurch, dass viele Menschen größere Wocheneinkäufe erledigen, bei denen die Kundenkarten zum Einsatz kommen (z.B. PAYBACK-Karte), zum anderen befinden sich unter den Kundenkarten auch Karten von Bekleidungsgeschäften. Diese werden in der Regel nicht täglich eingesetzt. Viel wahrscheinlicher werden diese mehrmals wöchentlich bis mehrmals im Jahr eingesetzt. Des Weiteren ist es möglich, dass die Probanden nicht bei jedem Einkauf ihre Kundenkarte an der Kasse vorzeigen.

5.3 Wichtige Gründe für und gegen Kundenkarten

In diesem Kapitel werden die Gründe für den Besitz bzw. Einsatz von Kundenkarten abgebildet. Die Bedeutung der Gründe ergibt sich aus dem jeweils errechneten Durschnitt der gegebenen Antworten. Zur leichteren Orientierung dient ein Ampelsystem im oberen Bereich der Grafik. Die wichtigsten Gründe wurden in der Tabelle hervorgehoben.

Mit einem Wert von 1,84 sind finanzielle Vorteile bei einem Bonus- bzw. Kundenkartenprogramm für die befragten Probanden am wichtigsten. Diese sind dicht gefolgt von möglichen Prämien – mit einem Wert von 2,24. Platz drei belegt der zusätzliche Service, der durch die Kundenkarten geboten wird.

Im Mittelfeld siedeln sich mit Mittelwerten zwischen 3,22 und 3,87 die Gründe Geschenke, vorzeitige bzw. zusätzliche Informationen, eine mögliche Bezahlfunktion sowie die Teilnahme an Aktionen und Gewinnspielen an.

Weniger wichtig sind den Probanden soziale Aspekte, wie die Einladung zu Events, Spenden und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft. Die Mittelwerte dieser Faktoren lagen hierbei bei 4,35 und darüber.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Gründe für die Nutzung von Kundenkarten (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Analog dazu zeigt die folgende Abbildung die Gründe auf, die gegen den Besitz und Einsatz von Kundenkarten sprechen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Gründe gegen die Nutzung von Kundenkarten (Quelle: Eigene Darstellung nach Auswertung R)

Das bedeutendste Hemmnis Kundenkarten zu besitzen oder zu benutzen, sind für die Probanden, mit einem Wert von 1,91, die Angst vor einer möglichen Informationsflut. Dies bedeutet, dass die Probanden sich durch zu viele E-Mails, Briefe oder Kontaktaufnahmen sonstiger Art belästigt fühlen. Auf Platz zwei mit 2,54 steht die Sorge vor einem Datenmissbrauch durch die Betreiber der Bonusprogramme. Als dritt wichtigste Hürde für den Erwerb einer (neuen) Kundenkarte bzw. die Teilnahme an einem (weiteren) Bonusprogramm führten die Probanden eine bereits zu große Anzahl vorhandener Karten an. Der Mittelwert liegt hier bei 2,74.

Weitere Gründe gegen die Nutzung von Kundenkarten sind in absteigender Rangfolge, dass das Bonusprogramm keine geeigneten Vorteile bietet (2,99), die zu seltene Nutzungsmöglichkeit der Karte (3,07), die Angst vor möglichen versteckten Kosten (3,32) und abschließend der Zeitaufwand bei der Beantragung einer Kundenkarte (3,82).

Die höchst bewerteten Hemmnisse überraschen nicht. Immer häufiger berichten Medien über den Missbrauch von Kundendaten durch Unternehmen. Auch Kundenbindungsprogramme wurden davon nicht verschont. Dies führt zu einer erhöhten Sensibilität der Verbraucher.[5] Probanden, welche bereits eine Kundenkarte besitzen, werden möglicherweise bereits schlechte Erfahrungen mit vielfacher Werbung durch Bonusprogramme gemacht haben und wollen dies in Zukunft vermeiden.

[...]


[1] Vgl. Wirtschaftslexikon24 (2016)

[2] www.q-set.de

[3] Vgl. Brugger, P. et al. (2013), S. 21

[4] Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung (2013)

[5] Vgl. Verbraucherzentrale (2015)

Details

Seiten
56
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668361072
ISBN (Buch)
9783668361089
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346503
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Note
1,5
Schlagworte
Marktforschung Befragung Empirische Studie Onlinebefragung FOM Masterstudium

Autor

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Titel: Kundenkarten der FOM-Studenten. Empirische Untersuchung und Auswertung zur Nutzung von Kundenkarten