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Die Palliativpflege. Beachtung der Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes

Projektarbeit 2016 23 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau
1.2 Ziel

2. Theoretische Grundlagen der Palliativpflege
2.1 Definitionen und Ziele
2.1.1 Die Palliativpflege
2.1.2 Die Hospizidee
2.2 Historische Grundlagen

3. Welche Menschen sind palliativpflegebedürftig?

4. Das Leistungsspektrum der Palliativpflege

5. Organisationsformen der palliativen Betreuungseinrichtungen
5.1 Palliativstationen
5.2 Stationäre Hospize
5.3 Ambulante Hospizversorgung
5.4 Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)
5.5 Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
5.6 Palliativmedizinischer Konsiliardienst (PKD)
5.7 Tageshospize

6. Aktuelle Situation und Entwicklung in Deutschland

7. Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Palliativversorgung

8. Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung

9. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Rechtsquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht der ambulanten Hospizversorgung

Abbildung 2: Entwicklung der stationären Hospize und Palliativstationen

Abbildung 3: Leistungsangebot entspricht (noch) nicht dem Bedarf

1. Einleitung

Die letzten Monate, Wochen, Tage oder Stunden in der vertrauten Umgebung zu verbringen, keine starken Schmerzen spüren zu müssen, nicht alleine zu sein und in Würde zu sterben – all das wünschen sich Menschen am Ende ihres Lebens. Leider ist dies nicht immer leicht umzusetzen. Nicht nur für die Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen keine Heilung in Aussicht steht, ist diese Phase unvorstellbar, sondern auch für die Angehörigen. Sobald Menschen mit dem Prozess des Sterbens konfrontiert werden, erleben sie eine meist unvorbereitete schwierige und leidvolle Situation. Um die letzte Lebensphase würdevoll und qualitätsbewusst zu gestalten, Ängste zu nehmen sowie Schmerzen zu lindern, bedarf es einer speziellen Versorgung. Aus der bisherigen Hospizarbeit hat sich eine besondere Art der Versorgung von kranken Menschen entwickelt - die Palliativpflege.[1] Patienten, die an einer unheilbaren Krankheit erleiden, sollen durch die Palliativversorgung in ihren letzten Lebensphasen optimal betreut werden.[2]

Die Entwicklung der Palliativpflege und Hospizarbeit ist ein wichtiger Aspekt, der vermehrt in den Vordergrund rückt. Immer mehr Menschen sind palliativpflegebedürftig. Leider steht die Versorgung noch lange nicht flächendeckend zur Verfügung.[3] Durch die Einführung des Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) soll dieser Bereich ausgebaut und weiterentwickelt werden, um den sterbenden Menschen eine würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen.

1.1 Aufbau

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Palliativpflege. Sie gibt zunächst Definitionen und Ziele wieder. Daraufhin folgt eine kurze geschichtliche Einführung des Themas. Im folgenden Kapitel wird erläutert, wer pflegebedürftig ist und welche Leistungen die Betroffenen in Anspruch nehmen können. Als nächstes werden die verschiedenen Organisationsstrukturen der Palliativ- und Hospizeinrichtungen gegenübergestellt. Danach folgt eine Darstellung der aktuellen Situation sowie Entwicklung in Deutschland. Im Anschluss daran wird aufgezeigt, in welcher Form die Palliativpflege im Sozialgesetzbuch verankert ist und welche Regelungen und Ziele das neue Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativgesetz mit sich bringt.

1.2 Ziel

Ziel dieser Arbeit ist, den Lesern einen weiten Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Palliativpflege und Hospizarbeit zu ermöglichen. Des Weiteren ist es von großer Bedeutung, dass unterschiedliche Optionen der Palliativbetreuung bestehen und wie sich diese unterscheiden. Eine Darstellung der aktuellen Situation in Deutschland ist ebenso relevant, sowie die zukünftige Entwicklung. Ziel ist außerdem, den Lesern die wichtigen Regelungen des HPG zu vermitteln und die damit verbundene Weiterentwicklung darzustellen.

2. Theoretische Grundlagen der Palliativpflege

Die Palliativpflege ist eine spezielle Versorgungsmethode für Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden. Sie ist kein komplett neues Konzept ist, sondern beinhaltet die Grundgedanken der Hospizarbeit, wie z.B. die bestmögliche Erfüllung von Wünsche und Bedürfnisse von kranken Menschen.[4]

Ursprünglich war die die Palliativpflege eine spezielle Betreuung von Menschen mit Tumorerkrankungen. Sie hat sich allerdings in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt und kann in verschiedenen Organisationsformen umgesetzt werden. Die Palliativpflege unterscheidet sich von der rehabilitierenden Pflege darin, dass sie sich an allen Maßnahmen orientiert, die das Wohlbefinden des kranken Menschen betreffen um die Lebensqualität in der letzten Lebensphase zu erhöhen.[5]

2.1 Definitionen und Ziele

2.1.1 Die Palliativpflege

Der Begriff „palliativ“ wird aus den lateinischen Wörtern „pallium“ (Mantel, Umhang) und „palliare“ (bedecken, tarnen) abgeleitet. Demnach soll der Betroffene umhüllt und bedeckt sowie in den Mittelpunkt gestellt werden.[6] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte die Palliativpflege im Jahr 2002 als einen „Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art“[7].

Der Begriff „Palliativpflege“, welcher im englischsprachigen Raum mit „Palliative Care“ übersetzt wird, ist in der Literatur häufig ein Synonym von „Palliativversorgung“. Die Palliativpflege bzw. Palliativversorgung in engerem Sinne beinhaltet die Versorgung aller Leistungserbringer, z.B. aus Bereichen der Pflege, der Seelsorge und der Sozialarbeit.[8] Das bedeutet, dass sich die Palliativpflege unabhängig von den Handlungskompetenzen der ärztlichen Tätigkeit entwickelt hat. Die Palliativmedizin daneben beschränkt sich ausschließlich auf die medizinischen und ärztlichen Maßnahmen.[9]

Das vorrangige Ziel der Palliativpflege ist die optimale Betreuung in der letzten Lebensphase des schwer erkrankten und nicht mehr heilbaren Menschen und zugleich die Erhaltung sowie die Erhöhung der Lebensqualität des Betroffenen und der Angehörigen.[10] Damit soll ein weitgehend normales Leben, trotz der fortschreitenden Krankheit, angestrebt werden. Durch die palliative Versorgung soll ebenso erreicht werden, dass die Patienten den Tod als dazugehörenden Prozess des Lebens annehmen.[11] Das bedeutet, dass nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern die Pflege. Dazu gehört sowohl die Linderung von Schmerzen als auch die Beachtung und Erfüllung der persönlichen Bedürfnisse.[12] Mit den Maßnahmen der palliativen Pflege soll eine Krankenhauseinweisung vermieden werden. Der Patient soll in seiner gewohnten Umgebung würdevoll sterben können.[13]

2.1.2 Die Hospizidee

Der Begriff „Hospiz“ hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache („hospitium“) und bedeutet „Gast“ bzw. „Gastfreundschaft“. Diese Bezeichnung lässt sich auf das frühere Christentum zurückführen, in der das Hospiz eine Art Gasthaus für Pilger und Reisende darstellte.[14] Ursprünglich war das Hospiz kein Gebäude, sondern eine Idee.[15] Heute ist ein Hospiz eine Einrichtung für die Begleitung der letzten Lebensphase. Das Hospiz verfolgt das Ziel, kranken Menschen und deren Angehörigen so gut wie möglich spirituell und würdevoll auf den Tod vorzubereiten und diese Zeit in Geborgenheit zu verbringen. Angehörige von Verstorbenen werden auch über den Todeszeitpunkt hinaus unterstützt.[16]

Die Hospizidee ist mit dem Konzept der Palliativpflege eng verknüpft und verfolgt dasselbe Ziel.[17] Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Palliativpflege und der Hospizidee ist, dass die Palliativpflege von gewisser Dauer ist. Diese Zeitspanne, in der der Patient permanent versorgt wird, ist je nach Art der Krankheit bzw. des Leidens unterschiedlich. Z.B. auf Palliativstationen in Krankenhäusern beträgt die durchschnittliche Verweildauer zwischen 10 und 12 Tagen. Wenn alle palliativen Maßnahmen abgeschlossen sind, wird der Patient entlassen. Oftmals wechseln die Patienten in ein Hospiz, um dort würdevoll zu sterben, oder in ein Pflegeheim.[18]

2.2 Historische Grundlagen

Die Palliativ- und Hospizideen haben unterschiedliche historische Wurzeln, die sich aber in ihren Versorgungsangeboten ergänzen.[19] Aufgrund der medizinischen Möglichkeiten konnten bis Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Erkrankungen geheilt werden. Demnach war das Behandlungsziel nicht die Heilung der Erkrankung, sondern die Linderung von Symptomen. Erst mit der Weiterentwicklung der Medizin, insbesondere der Entdeckung von Antibiotika, kam es zu rasanten Änderungen. Das Behandlungsziel konzentrierte sich ab dem Zeitpunkt an auf die Beseitigung der Krankheitsursachen. Das Heilen wurde als medizinische Hauptaufgabe betrachtet, sodass die Krankenpflege umso mehr in den Hintergrund gestellt wurde. Unheilbar kranke Patienten wurden folglich in den Krankenhäusern ungern weiter behandelt und erhielten wenig Aufmerksamkeit.[20] Im Jahre 1967 kam es zu einem Paradigmenwechsel in der Medizin. Durch die Gründung des St. Christopher‘s Hospice in London im Jahr 1967 von der Ärztin und Krankenschwester Cicely Saunders gab ein Umdenken in der Gesellschaft, in dem es nicht mehr darum ging, „dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“[21]. Der Fokus der Medizin verlagerte sich demnach wieder auf die Betreuung der todkranken Menschen. Zugleich wurde die Tabuisierung von Sterben und Tod stark debattiert.[22]

Im Jahr 1983 wurde die erste deutsche Palliativstation in Köln und in 1986 das erste deutsche Hospiz in Aachen errichtet.[23] Seit 1992 gibt es den Deutschen Hospiz- und Palliativverband e.V. (DHPV), der unter dem Namen Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. gegründet wurde.[24]

3. Welche Menschen sind palliativpflegebedürftig?

Ursprünglich war die Palliativpflege ein Konzept für Patienten mit einer Tumorerkrankung ohne Heilungsaussicht. Das Spektrum der Bedürftigen hat sich längst erweitert. Die Palliativpflege ist für Menschen, die an einer lebensbedrohlichen und nicht mehr heilbaren Erkrankung leiden. Dabei ist das Lebensalter nicht ausschlaggebend.[25] Neben den Menschen mit einer Krebserkrankung sind auch die palliativpflegebedürftig, die an einer schweren chronischen Krankheit leiden. Das können Lungen-, Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie neurologische Erkrankungen sein (z.B. Amyotrophe Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder Demenz). Auch Erkrankungen, die aufgrund des Alters entstehen, bedürfen einer palliativen Behandlung.[26]

4. Das Leistungsspektrum der Palliativpflege

Um das Ziel einer optimalen Betreuung gewährleisten, bedarf es einer umfassenden und individuellen Pflege. Das Ministerkomitee des Europarates hat im Jahr 2003 vier Hauptleistungen vorgegeben, die die Palliativpflege beinhalten soll. Dies sind Leistungen der Symptomkontrolle, der psychologischen, spirituellen und emotionalen Unterstützung, der Trauerbegleitung sowie der Unterstützung der Familie.[27] Weiterhin lassen sich Palliativleistungen anhand des modernen Grundgedankens der Hospizidee ableiten. Neben der Linderung von belastenden Symptomen, wie z.B. Schmerzen, Übelkeit, Atemnot, Angst oder Verwirrung, gehört es außerdem zu der Aufgabe des palliativen Pflegepersonals, die Wünsche und Vorlieben des Patienten zu hören und bestmöglich zu erfüllen. Des Weiteren ist es von großer Bedeutung, für den Patienten da zu sein, mit ihm zu reden oder ihm etwas vorzulesen sowie ihn wertschätzend zu behandeln. Pflegerische Maßnahmen, wie z.B. Mundpflege, Massagen, Einreibungen, Lagerungen etc. sind ebenso relevant, um das Wohlbefinden des Patienten zu steigern und ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln.[28] Sind Veränderungen der Bedürfnisse des Patienten bekannt, so sind die Handlungen dementsprechend anzupassen.[29] Der Patient bestimmt seine persönlichen Prioritäten und Zielsetzungen grundsätzlich selbst.[30] Er kann unter anderem entscheiden, in welcher Art von Einrichtung er behandelt werden möchte. Dies kann sowohl eine stationäre als auch eine ambulante Organisationsform oder eine anderweitige Pflegeeinrichtung sein.[31]

5. Organisationsformen der palliativen Betreuungseinrichtungen

Der Zeitraum der palliativen Maßnahmen ist nicht immer unbedingt nur auf eine Phase beschränkt, sondern er kann auch in einzelnen Etappen erfolgen. Um eine adäquate und optimale Betreuung zu gewährleisten, ist es nicht von großer Bedeutung, dass die Behandlung pflegerisch und medizinisch individuell angepasst wird. Weiterhin ist es wichtig, dass die Behandlungsstrategie durch ein beruf- und sektorenübergreifendes Team erfolgt. Das bedeutet, dass die Betreuung in verschiedenen Organisationsformen stattfinden kann, die jedoch eng miteinander zusammen arbeiten und zudem kombiniert werden können.[32] Die Palliativ- und Hospizeinrichtungen sind unterschiedlich organisiert. Grundsätzlich wird nach stationären und ambulanten Organisationsformen unterschieden.[33] Die Wahl der versorgenden Einrichtung ist oft nicht einfach. In Palliativversorgung gilt das Prinzip „ambulant vor stationär“. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Gewährleistung eines würdevollen Sterbens in der gewohnten Umgebung im Vordergrund steht.[34]

5.1 Palliativstationen

Bei einer Palliativstation kann es sich entweder um eine eigenständige Station eines Krankenhauses handeln oder um eine in ein Krankenhaus integrierte Palliativeinheit.[35] Patienten, die aufgrund einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen, einen stationären Aufenthalt und eine spezielle medizinische Versorgung benötigen, werden in eine Palliativstation aufgenommen.[36] Ziel ist es, mit Hilfe eines multiprofessionellen Teams (z.B. Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Psychologen, Ernährungsberater, Kunst- sowie Musiktherapeuten), die Beschwerden zu verbessern und den Patienten entweder nach Hause oder in eine anderweitige Einrichtung zu entlassen.[37] Der wesentliche Aspekt ist, dass die medizinische Versorgung innerhalb eines zeitlich begrenzten Aufenthalts rund um die Uhr gewährleistet wird. Die durchschnittliche Verweildauer liegt allerdings nur bei 12 bis 14 Tagen.[38] Dies könnte darauf zurückzuführen sein, das nach dem sogenannte Fallpauschalen-System (Diagnosis Related Groups)[39] die stationäre Behandlungszeit so kurz wie möglich erfolgen muss. Das heißt, es ist keine Langzeitbehandlung möglich. Deshalb werden die Patienten, die eine stationäre Palliativversorgung benötigen, phasenweise behandelt.[40]

5.2 Stationäre Hospize

Schwerstkranke, die an einer progressiv verlaufenden Krankheit leiden, haben einen Zuschussanspruch auf eine vollstationäre oder teilstationäre Betreuung in Hospizen, in denen palliativ-medizinische Behandlungen erbracht werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Betroffenen eine sehr geringe Lebenserwartung haben, eine Krankenhausbehandlung medizinisch nicht notwendig und eine ambulante Versorgung nicht zu gewährleisten ist (vgl. § 39a Abs. 1 S.1 SGB V).[41] Ein weiteres Aufnahmekriterium in ein stationäres Hospiz ist, dass der Betroffene über die Prognose aufgeklärt sein und diese Art der Behandlung wünschen muss.[42] Nach der Rahmenvereinbarung, die in § 39a Abs. 1 Satz 4 SGB V erwähnt ist, sind stationäre Hospize kleine eigenständige Einrichtungen, die das Ziel haben, Schmerzen und andere Symptome der Bertoffenen durch palliativmedizinische Versorgung zu lindern. Die medizinische Versorgung erfolgt meist durch Hausärzte.[43] Dabei steht nicht die Heilung, sondern das Wohlbefinden im Vordergrund.[44] Außerdem soll eine psychosoziale, pflegerische und spirituelle Betreuung gewährleistet werden, die durch professionell geschultes hauptamtliches Personal, ergänzt durch ehrenamtliche Mitarbeiter, ausgeführt wird. Die Leistungen sind denjenigen stationären Pflegeeinrichtungen sehr ähnlich.[45]

5.3 Ambulante Hospizversorgung

Ziel ist es, die Lebensqualität der Sterbenden zu erhalten und zu verbessern ihnen ein würdevolles Leben bis zum Ende zu ermöglichen und die Familie des Betroffenen zu unterstützen.[46] Die ambulante Hospizversorgung ist durch den qualifizierten ehrenamtlichen Dienst der Mitarbeiter geprägt, welche die Betroffenen in deren Haushalt oder in stationären Pflegeeinrichtungen betreuen.[47] § 39a Abs. 2 SGB V setzt voraus, dass die Betroffenen keiner Krankenhausbehandlung und keiner vollstationären oder teilstationären Versorgung in einem Hospiz bedürfen.[48] Das Angebot der ambulanten Hospizversorgung ist jedoch vielfältig und hat sich daher in Deutschland schleppend sowie unterschiedlich entwickelt.[49] Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e.V. hat deswegen Definitionen und Qualitätskriterien für die verschieden ambulanten Hospizversorgungformen, die aufeinander aufbauen, festgelegt (siehe Abbildung 1).[50]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht der ambulanten Hospizversorgung, Quelle: Aulbert/Nauck/Radbruch, Lehrbuch der Palliativmedizin (2012) S. 111, eigene Darstellung.

[...]


[1] Vgl. Ekert, Psychologie für Pflegeberufe (2014) S. 302.

[2] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 16.

[3] Vgl. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen (2012) S. 7.

[4] Vgl. Ekert, Psychologie für Pflegeberufe (2014) S. 303.

[5] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 17, 18.

[6] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 16.

[7] WHO (2002), übersetzt durch das Ministerkomitee des Europarates: Empfehlung Rec (2003) 24 des Ministerkomitees an die Mitgliedsstaaten zur Strukturierung der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung, S 30.

[8] Vgl. Robert Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland (2015) S. 333.

[9] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 26.

[10] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009), S. 17.

[11] Vgl. Robert Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland (2015) S. 333.

[12] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 18.

[13] Vgl. Löser, Pflegeplanung in der Palliativpflege (2014) S. 19.

[14] Vgl. Ekert, Psychologie für Pflegeberufe (2014) S. 300.

[15] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 15.

[16] Vgl. Ekert, Psychologie für Pflegeberufe (2014) S. 302, 303.

[17] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 23.

[18] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 16.

[19] Vgl. Robert Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland (2015) S. 333.

[20] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 16, 17.

[21] Müller/Beckmann, Menschenwürdig sterben – aber wie? (2010) S. 59; vgl. Müller/Pfister, Wieviel Tod verträgt das Team? (2013) S. 290.

[22] Vgl. Fleckinger, Ehrenamtlichkeit in Palliative Care (2013) S. 46.

[23] Vgl. Robert Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland (2015) S. 333.

[24] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 52.

[25] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 17.

[26] Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Palliativversorgung in Deutschland (2015) S. 26.

[27] Vgl. Ministerkomitee des Europarates: Empfehlung Rec (2003) 24 des Ministerkomitees an die Mitgliedsstaaten zur Strukturierung der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung, S 7.

[28] Vgl. Ekert, Psychologie für Pflegeberufe (2014) S. 304.

[29] Vgl. Löser, Pflegeplanung in der Palliativpflege (2014) S. 59.

[30] Vgl. Ministerkomitee des Europarates: Empfehlung Rec (2003) 24 des Ministerkomitees an die Mitgliedsstaaten zur Strukturierung der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung, S 33.

[31] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 4.

[32] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 87, 88.

[33] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 15.

[34] Vgl. Schnell/Schulz/Heller/Dunger, Palliative Care und Hospiz (2015) S. 69, 70.

[35] Vgl. Nagele, Lehrbuch der Palliativpflege (2009) S. 24.

[36] Vgl. Robert Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland (2015) S. 333.

[37] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 90; vgl. Gerhard, Praxiswissen Palliativmedizin (2014) S. 16

[38] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 16.

[39] Die Diagnosis Related Groups (DRGs) definieren ein Fallpauschalen-System für Krankenhäuser, nach dem die Kosten auf Basis von Fallgruppen berechnet werden. Die Kriterien, die eine Fallgruppen definieren, setzen sich aus der Diagnose und den tatsächlich erfolgten notwendigen Therapien zusammen. [Vgl. Eichner, Ambulante Palliativversorgung (2014) S. 82, 83].

[40] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 10.

[41] Vgl. Gerhard, Praxiswissen Palliativmedizin (2014) S. 16

[42] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 90.

[43] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 16.

[44] Vgl. Husebø/Klaschik, Palliativmedizin (2009) S. 31, 32.

[45] Vgl. § 3 Abs. 7 der Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 1 Satz 4 SGB V (2010).

[46] Vgl. Präambel der Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 2 Satz 7 SGB V (2010).

[47] Vgl. Fleckinger, Ehrenamtlichkeit in Palliative Care (2013) S. 50.

[48] Vgl. Präambel der Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 2 Satz 7 SGB V (2010).

[49] Vgl. Wienke/Janke/Sitte/Graf-Baumann, Aktuelle Rechtsfragen der Palliativversorgung (2016) S. 32.

[50] Vgl. Bausewein/Roller/Voltz, Leitfaden Palliative Care (2015) S. 16.

Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668362161
ISBN (Buch)
9783668362178
Dateigröße
950 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346612
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – Hochschule
Note
1,0
Schlagworte
Palliativpglege Hospiz Hospizarbeit Pflege

Autor

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Titel: Die Palliativpflege. Beachtung der Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes