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Stellungnahme zum Artikel „Vision für die EU – Europa ist die Lösung“ von Frank-Walter Steinmeier

Essay 2016 6 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Kurze Zusammenfassung des Artikels

In seinem Artikel greift Frank-Walter Steinmeier die Idee eines reformierten Europas von Winston S. Churchill auf. Er macht klar, dass die Staaten in Europa nach dem Weltkrieg zwar wieder enger zusammengearbeitet haben, im Laufe der Zeit jedoch stetig auseinandergedriftet sind. Es ist an der Zeit, dass Europa reformiert wird und sich die einzelnen Staaten wieder stärker annähern und dadurch wieder eine stärkere Kooperation zwischen diesen Staaten entstehen. Nur mit einem reformierten Europa lässt sich in weiterer Stufe auch eine neue, friedliche Weltordnung erreichen. Dadurch, dass jedoch diverse Probleme und Konflikte die Staaten davon abhalten, wieder enger zusammenzurücken, ist eine kurzfristige Reformation Europas ein zu großes Projekt, dass kaum realisierbar ist. Vielmehr müsste Deutschland mit seinen Kooperationspartnern im Kleinen beginnen und diese Werte des reformierten Europas umsetzen. Dies würde auf die anderen Staaten in Europa ausstrahlen, die sich wiederum anschließen werden, wenn sie sehen, dass es funktioniert. Ist dann das Ziel eines reformierten Europas erreicht, wird dies auf die anderen Staaten in der Welt ausstrahlen und wie ein Magnet wirken. Alle Staaten der Welt werden sich somit immer näher kommen und zu einer starken Einheit zusammenwachsen, wobei die einzelnen Staaten bestehen bleiben. Dieser Weg wird jedoch steinig werden, viele Hürden werden zu überwinden sein. Dies ist nur machbar, wenn diejenigen, die für dieses reformierte Europa sind, sich aktiv dafür einsetzen, denn die Gegner dieser Idee sind zahlreich und beeinflussen auch neutrale Meinungen. Es ist somit an der Zeit, möglichst schnell diesen Weg zu beschreiten.

Stellungnahme

Es muss etwas geschehen

Das Verlangen nach einer friedlichen Weltordnung wird immer dann laut, wenn eine Krise ansteht oder bereits eine derartige präsent ist. Ein Beispiel dafür ist das Jahr 1946, in dem der europäische Kontinent ein Trümmerfeld war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: So kann es nicht weitergehen, etwas muss sich verändern. Zu einer derartigen Situation darf es in der Weltgeschichte nicht noch einmal kommen. Bereits hier teilte der Visionär Winston S. Churchill seine Idee von einer zukünftigen neuen Ordnung Europas, in der die Staaten Hand in Hand jeder Krise widerstehen. Auch wenn diese Idee damals gefeiert wurde und sich beinahe jeder Staat darüber im Klaren war, dass eine derartige Lösung unbedingt anzustreben ist, wurde sie im Laufe der Jahre wieder aus den Augen verloren. Doch nun befindet sich Europa erneut in einer Krise: Die einzelnen Staaten driften, metaphorisch betrachtet, immer weiter auseinander. Probleme und Konflikte, vor denen die meisten Staaten ihre Augen verschlossen haben, holen uns nun wieder ein. Ein Beispiel dafür ist die Flüchtlingskrise. Sie macht uns klar: Wir müssen etwas tun, so kann es nicht weitergehen. Nun wird auch wieder der Gedanke eines reformierten Europas und einer friedlichen Weltordnung laut. Es ist jedoch auch klar, dass dies eine kaum lösbare Aufgabe darstellt.

Die Staaten müssen es von sich aus wollen

Der wichtigste Faktor für ein neues Europa ist jedoch, dass die einzelnen Staaten diese neue Ordnung, Kooperation und Annäherung an die anderen Staaten auch wirklich von sich aus wollen. Kontraproduktiv hingegen wäre es, Staaten diese Idee gewaltsam aufzudrängen oder besserwisserisch aufzutreten. Daher macht Steinmeiers Vorschlag, dass Deutschland zuerst mit seinen Partnern die Vorstellungen dieses neuen Europas umsetzen sollte, durchaus Sinn. Nur so kann den anderen, vielleicht uneinsichtigen, Staaten der richtige Weg vorgelebt werden. Sehen diese dann, dass der „neue“ Weg enorme Vorteile bringt, kann dies zu einem Umdenken dieser Staaten führen. In diesem Zuge würden sie ganz von alleine zur Neuordnung Europas beitragen. Dies könnte wiederum ein Beispiel für alle anderen Staaten auf der Welt sein, die während dieser Entwicklung sehen, welche enormen Vorteile eine derartige Ordnung, Annäherung und Kooperation der Staaten hat. Auch sie könnten in diesem Rahmen den europäischen Staaten folgen. Bereits hier von einer friedlichen Weltordnung zu sprechen, wäre jedoch Utopie. Dennoch könnte dieser Weg zumindest der erste Schritt dafür sein.

Große Differenzen müssen überwunden werden

Auch wenn dieser Weg als einfache Lösung anmutet, darf nicht vergessen werden, welche große Aufgabe dies ist und dass man hier auf enormen Gegenwind trifft. Dabei sind viele große Probleme und Differenzen zu überwinden. Klar ist jedoch auch, dass die Welt auch in Zukunft vor großen Hindernissen stehen wird, die von den einzelnen Staaten kaum mehr alleine überwunden werden können. Nur gemeinsam in Kooperation werden manche Probleme gelöst werden können.

Die Kulturenvielfalt muss erhalten werden

Es treffen hierbei viele verschiedene Kulturen aufeinander, was immer wieder zu Konflikten führt. Die eigene Kultur, die sich meist im Laufe von Jahrhunderten der Geschichte der einzelnen Staaten gebildet hat, stellt einen Grundpfeiler dieser Staaten dar, auf den sicherlich kein Staat verzichten will. Jeder Staat identifiziert sich mit seiner eigenen Kultur. Es darf daher keineswegs das Ziel sein, im Zuge der neuen Ordnung Europas und der Welt eine einheitliche, europäische oder weltweite Kultur zu formen und die einzelnen Kulturen der Staaten zu verdrängen. Vielmehr muss es das Ziel sein, dass diese Kulturenvielfalt bestehen bleibt und die einzelnen Kulturen von den jeweils anderen verstanden oder zumindest geduldet werden.

Der Egoismus als große Hürde

Ein sehr großes Problem, das die Neuordnung Europas und der Welt zu einer schier unrealisierbaren Aufgabe werden lässt, liegt im Egoismus, das in beinahe jedem Staat vorhanden ist, dominiert und wiederum Grundlage für jedes Handeln ist. Dabei sind reiche Staaten durchaus in der Lage, anderen, ärmeren Staaten enorm zu helfen, Leben zu retten oder den Lebensstandard zu erhöhen. Dies muss nicht unbedingt durch finanzielle Hilfspakete geschehen, auch humanitäre Entwicklungshilfe oder auch einfach das Teilen von Wissen kann diesen ärmeren und unterentwickelten Staaten enorm weiterhelfen. Dabei ist bei den reichen Staaten jedoch immer die Angst präsent, den eigenen Reichtum oder Entwicklungsvorsprung zu verlieren. In Wirklichkeit ist es aber so, dass diese Staaten, selbst wenn sie Teile ihres Reichtums abgeben würden oder Hilfe anbieten würden, immer noch reich wären. Sie haben Angst, durch ihr Geben selbst hilfsbedürftig zu werden. Das dies nicht der Fall ist und dass der eigene Lebensstandard dadurch kaum beeinflusst werden würde, ist ihnen meist nicht klar.

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Details

Seiten
6
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668362048
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346779
Institution / Hochschule
Hochschule Schmalkalden, ehem. Fachhochschule Schmalkalden
Note
Schlagworte
stellungnahme artikel vision europa lösung frank-walter steinmeier

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