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Münkler und sein Modell der neuen Kriege. Bahnbrechendes politikwissenschaftliches Werk oder interessanter Roman?

Hausarbeit 2016 27 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

A. Systematisierung von Munklers Modell der „neuen Kriege"
1. Was sind genau die neuen Kriege nach Munkler und wie unterscheiden sie sich von den alten?
a. Quantitative Auswertung
b. Qualitative Auswertung
2. Was sind die relevanten Wirkungsmechanismen, die Munkler innerhalb seines Modells behauptet und wie lassen sich diese einordnen?
a. Quantitative Auswertung
b. Qualitative Auswertung

B. Systematisierung und Kategorisierung der Kritik an Munklers Werk
3. Welche Kritik wurde bisher an Munklers Modell geauRert und wie kann man sie kategorisieren?
a. Kritik-Kategorie: Kritik an der Wissenschaftlichkeit Munklers Schreibstils
b. Kritik-Kategorie: „Neue Kriege sind gar nicht neu"
4. Wie verteidigt Munkler sein Modell gegenuber der Kritik und wie uberzeugend ist seine Verteidigung?

C. Fazit
5. Der Wert von Munklers Modell fur den politikwissenschaftlichen Zweig der Konfliktforschung
a. Einschatzung des Werts Munklers Modells in der Fachliteratur
b. AbschlieRende Einschatzung

Literaturverzeichnis

Vorwort

In den Feuilletons der Presse ist Munkler in den vergangenen Jahren zu einem vielbeachteten, bisweilen sogar gefeierten Mann aufgestiegen (vgl. Zelik 2007: 3). Die Suddeutsche Zeitung lobt die pragmatische Allgemeinverstandlichkeit seiner Aufsatze, die ZEIT (vgl. ZEIT vom 30. 10. 2003) bezeichnet ihn als „wandelnden Ein Mann-Think-Tank", die TAZ (vgl. 1.8. 2005) inszeniert ihn als kritischen Querdenker. Seine massenmediale Prasenz geht auf das Jahr 2002 zuruck, als Munkler bei Rowohlt seine Arbeit „Die neuen Kriege" veroffentlichte. Darin behauptet er, dass wir es in den letzten Jahren mit neuen Kriegen zu tun haben.

Umstritten ist, welchen Wert Munklers Modell fur den politikwissenschaftlichen Strang der Konfliktforschung hat. Dieser Forschungsfrage wird sich in dieser Arbeit anhand der Beantwortung von vier Unterfragen angenommen:

1. Was sind genau die „neuen Kriege" nach Munkler und wie unterscheiden sie sich von den „alten"?
2. Was sind die relevanten Wirkungsmechanismen, die Munkler innerhalb seines Modells behauptet und wie lassen sich diese einordnen?
3. Welche Kritik wurde bisher an Munklers Modell geauftert und wie kann man sie kategorisieren?
4. Wie verteidigt Munkler sein Modell gegenuber der Kritik und wie uberzeugend ist seine Verteidigung?

Zur Beantwortung dieser vier Unterfragen, die zusammengenommen eine Beantwortung der ubergeordneten Forschungsfrage ermoglichen, wird fur jede vier Unterfragen eine andere, der Unterfrage angemessene Methode verwendet.

(1) Kategorisierte Gegenuberstellung reprasentativer Zitate aus Munklers Buch, die den Unterschied zwischen „Neuen" und „alten Kriegen" verdeutlichen sollen
(2) Aufzeigen aller relevanten Wirkungsmechanismen in seinem Buch inklusive Systematisierung und Bewertung
(3) Zusammenfassung der bisherigen Kritik anhand von Zitaten verschiedener Kritiker und Kategorisierung derselben
(4) Vergleich der bisher geaufterten Kritik mit der Verteidigung des Modells von Munkler selbst

Diese Arbeit ist deshalb von politikwissenschaftlicher Relevanz, weil sie erstens eine Schwache der bisherigen Forschung erkannt hat, namlich die mangelhafte Systematisierung Munklers Modell und diesen Mangel versucht zu beheben. Dabei wird versucht tiefgreifenden Einblick in ein aktuelles Werk zu geben, das potentiell die Moglichkeit eroffnet weltweite Phanomene einzuordnen und zu erklaren.

Zum zweiten, weil sie versucht den bisherigen Stand der Kritik zusammenzufassen und so aufzeigen kann, wie dieser eingeschatzt werden sollte und wo weiter geforscht werden muss. Und drittens, da die Beantwortung der hier gestellten Forschungsfrage nach dem Wert Munklers Modell eine Orientierung bietet, wofur Munklers Modell geeignet ist und wofur nicht. Sein Werk wird in der folgenden Arbeit als „Modell der neuen Kriege" bezeichnet. Zum einen, weil Munkler diesen Terminus teilweise selbst verwendet (vgl. Munkler 2004a: 182) und zum anderen, weil dieser Begriff dem Inhalt angemessener ist als die Bezeichnung Theorie. In dieser Arbeit wird sich dabei auf die zweite Auflage seines Buches aus dem Jahr 2004 bezogen.

A. Systematisierung von Munklers Modell der „neuen Kriege“

Das Problem, das jedem Leser von Munklers Buch: „Die neuen Kriege" sofort auffallt ist, dass er sein Modell nicht klar strukturiert und zudem keinen durchgangigen Stil hat.

Obwohl sich bereits viele Arbeiten mit Munklers Werk beschaftigt haben, weist der aktuelle Forschungsstand doch eine erstaunliche Schwache auf: Munklers Modell wurde noch nie systematisch strukturiert und noch nie wurde der Versucht gewagt, die von ihm postulierten Wirkungsmechanismen systematisch offen zu legen und zu strukturieren. Das erkennt auch Chojnacki: „Dabei ist die Systematisierung der vorhandenen Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet [...] defizitar." (Chojnacki 2004: 204).

Obwohl mittlerweile 12 Jahre vergangen sind, ist Chojnackis Forderung nach Systematisierung von Munklers Modell nicht aufgegriffen und nicht bearbeitet worden. Nur durch diese Systematisierung kann aber sein Modell in seiner Tiefe verstanden werden und nur auf dieser Grundlage kann man das Werk bezuglich seines Inhalts fundiert kritisieren. Diese Arbeit nimmt sich dieses Mangels der bisherigen Forschung an und versucht, was Munkler selbst versaumt hat, und zwar eine Systematisierung und Strukturierung seines Modells anhand der ersten beiden oben genannten Unterfragen.

1. Was sind genau die neuen Kriege nach Munkler und wie unterscheiden sie sich von den alten?

Munkler vergleicht in seinem Buch von 2005 den DreiRigjahrigen Krieg mit den Kriegen in den letzten zwei Jahrzehnten und den klassischen Staatenkriege.

Abb. 1 fasst zusammen, was Munkler genau unter neuen Kriegen versteht und wie und in welchen Merkmalen er sie von anderen Kriegen abgrenzt. Die Tabelle zeigt vom Autor dieser Arbeit eingefuhrte Merkmale und belegt diese anhand von Zitaten aus Munklers Werk. Der Vorteil einer solchen systematischen Strukturierung liegt darin, dass sie das ganze Werk Munklers vollstandig auf kleinem Raum erfasst, Ordnung in die verwirrenden Ausfuhrungen von Munkler bringt, da sie seine Gedanken sortiert und dabei das Potential birgt beim Leser das groRtmogliche Verstandnis fur Munklers Modell zu erzielen.

Die erwahnten Zitate erheben keinen Anspruch auf Vollstandigkeit. Diese Vollstandigkeit wurde die Tabelle nur unnotig uberladen und nicht zum erhohten Verstandnis beitragen, was Munkler unter neuen Kriegen tatsachlich versteht. Sie erheben aber Anspruch auf Reprasentativitat. Auf unnotig haufige Redundanz wird verzichtet, wenn eine Zuordnung bereits deutlich geworden ist. Die Menge der Zitate ergibt sich also zum einen aus der Klarheit von Munklers Schilderungen und zum anderen aus dem Gewicht, das Munkler auf die Ausfuhrung des jeweiligen Merkmals in seinem Buch legt.

Die Tabelle selbst ist nach folgenden Anordnungskriterien geordnet: Zuerst werden vom Autor zusammengefasste Merkmalsgruppen aufgelistet. Danach werden Charakteristika gelistet, die sich nicht Merkmalsgruppen zuordnen lassen. Innerhalb der Merkmalsgruppen und den fur sich stehenden Merkmalen ergibt sich die Anordnung daraus, wo Munkler neue von alten Kriegen klar abgrenzt, wo er relativ klar ist und wo er relativ unklar ist in seiner Abgrenzung (siehe Erlauterung der Tabellenlegende)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Quelle: eigene Darstellung

Tabellenlegende

In Klammern:

Charakteristika, die Munkler unklar lasst, bei denen es im Zuge der aufgelisteten Zitate aber gute Grunde zu der Annahme gibt, dass er sie in der beschriebenen Weise versteht. Es werden in den Klammern Merkmale explizit genannt anstatt sie auszulassen, da der Vorteil die Systematisierung dadurch zu vervollstandigen schwerer wieg, als die Tatsache sich bei den in Klammern gesetzten Begriffen nicht zweifelsfrei auf den Wortlaut Munklers stutzen zu konnen. Wer dieses Verhaltnis anders gewichtet, sollte die in Klammern geschriebenen Merkmale aufier Acht lassen.

Mit X gekennzeichnete Merkmale:

Charakteristika, die Munkler gar nicht ausfuhrt. Diese finden sich nur auf der Seite „alter Kriege". Bei diesen Merkmalen beschreibt Munkler nur die Auspragung neuer Kriege und lasst, ohne Andeutungen zu geben, komplett offen, wie diese Merkmale in„alten Kriegen"ausgepragt waren Erst durch diese Systematisierung erkennt man, was Munkler tatsachlich unter „neuen Kriege" versteht. Nun lassen sich fundierte Beobachtungen anstellen. Diese ergeben sich aus einer quantitativen und einer qualitativen Betrachtung der Tabelle.

a. Quantitative Auswertung

Wertet man die Gegenuberstellung quantitativ aus, so fallt erst einmal auf, dass Munkler, sofern die hier vorgenommene Einteilung zutrifft, die neuen Kriege anhand von 14 Merkmalen festmacht (siehe Abb. 2). Bei sechs dieser Merkmale ist er klar in seiner Abgrenzung von „neuen" und „nicht neuen" Kriegen. Er benennt also bei weniger als der Halfte seiner Ausfuhrungen klar die Merkmalsauspragungen sowohl „neuer" als auch „alter Kriege".

Dies ist erstaunlich, da seine Methode lautet: „die neuen Kriege zunachst dadurch zu definieren, dass man sie gegen die klassischen Staatenkriege absetzt und auf diese Weise das spezifisch Andere und Neue an ihnen herausarbeitet." (Munkler 2004: 32) In sechs von 14 ausgemachten Merkmalen bricht er also mit seiner Methode. Bei vier Merkmalen grenzt er uberhaupt nicht „alte" von „neuen Kriegen" ab, sondern beschreibt lediglich die Auspragung „neuer Kriege". Dies fordert nicht Verstandnis und Ubersichtlichkeit seiner Ausfuhrungen.

Zudem fallt auf, dass er in seinem Ziel „neue" von „alten Kriegen" abzugrenzen, sein Hauptaugenmerk auf strategische Unterschiede legt. Sechs von 14 Merkmalen zielen darauf ab. Daruber hinaus sticht ins Auge, dass sich die Abgrenzungsmerkmale stark in ihrer behandelten Tiefe unterscheiden. Wahrend er manchen Abgrenzungsmerkmalen ganze Kapitel widmet, wie z.B. der Wirtschaftlichkeit von Kriegen, behandelt er andere Abgrenzungsmerkmale, wie bspw. die Art der eingesetzten Waffen in wenigen Satzen

b. Qualitative Auswertung

Betrachtet man die Tabelle qualitativ, so fallt auf, dass er immer, wenn er ein sehr plausibles Charakteristikum neuer Kriege nennt, das sich trennscharf von „alten Kriegen" abgrenzen lasst, dieses Charakteristikum, dem der „alten" auch gegenuberstellt. Bei Charakteristika, die jedoch empirisch weniger plausibel erscheinen, lasst er die Auspragung in „alten Kriegen" offen. Dies tragt ebenfalls nicht zu Plausibilitat und Verstandnis Munklers Modell bei.

Beispiele hierfur sind zum einen die Rolle der Medien. Die beiden Weltkriege sind fur ihn, wie bereits erwahnt, Archetypen der „alten Kriege" (vgl. Munkler 2004: 88). Vor allem im zweiten Weltkrieg haben Medien unzweifelhaft eine groRe Rolle gespielt. Die Nutzung der Medien als Waffe kann also kein Charakteristikum neuer Kriege sein.

Die Rolle der Medien als Abgrenzungsmerkmal zu wahlen ist also ein empirisch fragwurdiger Zug. Gerade hier brauchte es umfangreiche Argumentation, Munkler verliert aber dazu kein Wort. Es lasst sich strukturell festhalten: Immer wenn Munkler ein empirisch sehr streitbares Abgrenzungskriterium anfuhrt, unterlasst er die Abgrenzung ganz. Das kann fast kein Zufall sein, sondern muss von Munkler strategisch geplant sein, um nicht Thesen zu auRern, die empirisch sofort widerlegt werden konnten.

Inhaltlich sollte besonders hervorgehoben werden, dass Munkler bei einem der wichtigsten Merkmale undeutlich bleibt: Es ist nicht moglich zu sagen, seit wann genau von neuen Kriegen gesprochen werden sollte. Die Bandbreite an Angaben reicht von „Kriege seit Mitte des 20. Jahrhunderts" (Munkler 2004: 53) bis „in den letzten Jahren" (Munkler 2004: 7). Bei diesem wichtigen Merkmal ware eine detaillierte Ausfuhrung nicht nur angebracht, sondern unbedingt erforderlich.

Quantitativ konnte also herausgearbeitet werden, dass Munkler seine Methode nicht konsequent einhalt. Qualitativ kann man sagen, dass seine Gegenuberstellung genau bei den Merkmalen Unscharfe aufweist, bei denen Scharfe notig ware.

Positiv muss festgehalten werden, dass 14 Merkmale eine relativ umfassende Abgrenzung ermoglichen. Auch wenn diese Abgrenzung nicht immer klar ausgefuhrt wurde, umfasst sie dennoch viele verschiedenen Ebenen. Zudem muss man konstatieren, dass die Merkmalsauspragungen auf Seiten der „en Kriege" relativ detailliert ausgefuhrt sind. Hier lasst Munkler nur in zwei von 14 Fallen seine Ausfuhrungen etwas unklar und nie lasst er die Beschreibung einer Merkmalsauspragung vollig aus.

Aus der obigen Tabelle lieRen sich bei weitem mehr Erkenntnisse ziehen. Eine weitere Auswertung wurde aber den Rahmen hier sprengen.

2. Was sind die relevanten Wirkungsmechanismen, die Munkler innerhalb seines Modells behauptet und wie lassen sich diese einordnen?

Die zweite Frage, die systematisch beantwortet werden soll, ist die nach den relevanten Wirkungsmechanismen in Munklers Modell und ihre Strukturierung.

In Abb. 2 sind samtliche fur das Verstandnis von Munklers Modell relevanten Behauptungen aufgefuhrt. Die Einschatzung der Relevanz ergibt sich aus der Einschatzung des Autors. Die Tabelle ist unterteilt in die drei „Hauptentwicklungen" der neuen Kriege: Okonomisierung, Entstaatlichung bzw. Privatisierung und Asymetrisierung (vgl. Munkler 2004: 57).

In einer extra Kategorie wird die Verbindung zwischen den Entwicklungen ausgefuhrt. In einer letzten Kategorie werden Behauptungen Munklers aufgefuhrt, die sich nicht in die drei Kategorien der Hauptentwicklungen eingliedern lassen, deren Erwahnung aber fur das Verstandnis von Munklers Modell wichtig ist.

Die Uberschriften dieser funf Kategorien, die die Tabelle gliedern, sind hellblau unterlegt. Die funf Kategorien sind weiter untergliedert in unabhangige Variablen (UV), also erklarende Variablen und abhangige Variablen (AV), also zu erklarende Variablen.

Diese UV und AV fassen innerhalb der Hauptkategorien Munklers Behauptungen zusammen und bilden Unterkategorien. Diese Unterkategorien helfen Munklers Behauptungen weiter zu systematisieren und sind dunkelblau hinterlegt. Eine Unterkategorie entsteht, wenn Munkler entweder eine AV mit verschiedenen UV erklart, oder wenn aus einer UV verschiedenen AV folgen. Innerhalb dieser Unterkategorien sind dann die konkreten Postulate von Munkler aufgelistet und grau eingefarbt, wobei die UV immer links und die AV immer im rechten Kastchen aufgefuhrt ist.

Links neben jeder Behauptung ist eine Zahl aufgefuhrt, die angibt, zu welchem Zeitpunkt im Buch das Zitat erwahnt wird innerhalb der Auflistung seiner Behauptungen. Die erste Behauptung ist also mit einer eins versehen, die letzte mit einer 31, da insgesamt 31 Behauptungen in der hier vorgenommen Systematisierung als relevant betrachtet und aufgenommen wurden.

Rechts neben jedem Postulat befindet sich eine Einordnung, ob es sich bei der Behauptung um eine Kausalitat, oder eine Korrelation handelt.

Diese Einordnung wurde mit der Definition Manfred G. Schmidts vorgenommen. Nach dieser ist eine kausale Hypothese der: „Fachbegriff der Methodenlehre fur eine bereits geprufte oder noch zu prufende Vermutung uber die Natur eines Sachverhalts oder Art, Starke und Richtung eines Zusammenhangs zwischen Variablen." (Schmidt 2010: 346). Eine Kausalitat liegt also dann vor, wenn die Verbindung zwischen Ursache und Wirkung detailliert beschrieben wird.

Um Vergleichbarkeit zu gewahrleisten, wurde auch der Korrelationsbegriff nach Schmidt gewahlt. Danach ist eine Korrelation „allgemein eine Wechselbeziehung oder ein Zusammenhang" und ein „Fachausdruck der Statistik fur das Miteinandervariieren zweier oder mehrerer Messreihen" (Schmidt 2010: 437).

Eine Korrelation liegt also immer dann vor, wenn Ursache und Wirkung nicht genau benannt werden, die Beziehung unscharfer formuliert ist oder wenn die Wirkrichtung innerhalb der Elemente des Postulats nicht genau festgelegt wird.

Neben dieser Einordnung der Starke und Klarheit des behaupteten Zusammenhangs findet sich ein weiteres Kastchen, in dem aufgefuhrt ist, auf welcher Analyseebene das Postulat verortet ist. Dabei werden in Anlehnung an Esser Makro-, Meso- und Mikroebene unterschieden (vgl. Esser 1993: 112ff).

Es handelt sich um ein Postulat auf der Makroebene, wenn innerhalb der Behauptung ein kollektiver Effekt im Zentrum steht. Dies ist bei strukturellen bzw. gesamtgesellschaftlichen Behauptungen der Fall, die die soziale Situation in den Blick nehmen.

Es handelt sich um ein Postulat der Mesoebene, wenn innerhalb der Behauptung das Verhalten sozialer Gruppen im Vordergrund steht. Dies ist bei Behauptungen der Fall, die sich auf Gruppen innerhalb der Gesellschaft beziehen und soziale Gebilde in den Blick nehmen.

Um ein Postulat auf der Mikroeben handelt es sich schlieRlich dann, wenn innerhalb der Behauptung individuelles Handeln im Zentrum steht. Dies ist bei Behauptungen der Fall, die das Individuum als Akteur in den Fokus rucken.

Die Unterscheidung der Art und der Ebene des behaupteten Zusammenhangs stellt eine Bewertungsgrundlage dar, auf der sich in der folgenden Auswertung bezogen wird. Unter jeder Behauptung ist kursiv gedruckt der jeweilige Textbeleg aufgefuhrt.

[...]

Details

Seiten
27
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668363656
ISBN (Buch)
9783668363663
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v347038
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institut für Politische Wissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
münkler modell kriege bahnbrechendes werk roman

Autor

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