Lade Inhalt...

Wirken sich Kampfsportübungen positiv auf den Lernprozess von Schülerinnen und Schülern aus?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 36 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Hintergründe
2.1 Bewegung und Lernen
2.2 Bewegungen und ihre Funktionen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

3 Bewegte Schule in Baden-Württemberg
3.1 Konzept der *HPHLQVFKDIWVVFKXOH < .
3.2 Bewegungen und Abläufe
3.3 Auswirkungen des Bewegungsmangels

4 Kampfsport in der Schule
4.1 Kampfsportübungen im Schulalltag
4.2 Wushu als Kampfsport im Schulalltag
4.3 Wirkungsbereiche von Wushu bei SuS
4.4 Friedenserziehung durch Kampfsport (Verknüpfung mit dem Seminar Globales Lernen)

5 Aktueller Forschungsstand

6 Forschungsvorhaben
6.1 Hypothese
6.2 Beobachtung nach Maria Montessori (Verknüpfung mit dem Seminar Diagnostik und Beratung)
6.3 Methodisches Vorgehen
6.4 Ergebnisse
6.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.6 Diskussion der Ergebnisse

7 Reflexion

8 Fazit mit Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anhänge

1 Einleitung

In der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit soil gezeigt werden, ob sich Kampfsportubungen positiv auf den Lernprozess von Schulerinnen und Schulern (SuS) auswirken. Dabei soll vor allem die Bewegte Schule, am Beispiel der Gemeinschaftsschule Y naher beleuchtet werden.

Der theoretische Hintergrund fuhrt den Leser in die Thematik des Lernens und Bewegens ein. Dabei soll gezeigt werden in welchem Zusammenhang sie stehen. Folgend werden die Funktionen von Bewegungen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, mit ausgewahlten Beispielen, aufgezeigt.

Das dritte Kapitel Bewegte Schule in Baden-Wurttemberg gibt einen speziellen Einblick in das Konzept der Gemeinschaftsschule Y. Gezeigt werden soll, wie der Schulalltag organisiert wird und inwiefern die Bewegung eine Rolle darin spielt. Das Teilkapitel Bewegungen und Ablaufe zeigt in konkreter Weise, zu welchem Zeitpunkt bestimmte Bewegungsformen eingesetzt werden konnen. Folgend sollen die Auswirkungen des Bewegungsmangels erlautert werden.

Im vierten Kapitel wird der Kampfsport in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen vorgestellt. Dabei soll untersucht werden, welche Moglichkeiten sich durch den Einsatz von Kampfsport im Schulalltag ergeben konnen. Wushu als Oberbegriff fur fernostliche Kampfkunst und Kampfsport wird in diesem Zusammenhang naher beleuchtet, um dessen Wirkungsbereich im Schulalltag aufzuzeigen. Das Teilkapitel Friedenserziehung durch Kampfsport zeigt, wie Globales Lernen gefordert werden kann.

Um das durchgefuhrte Forschungsvorhaben nachvollziehen zu konnen, soll der aktuelle Forschungsstand rund um das Thema Bewegung und Lernen in Verbindung mit Kampfsport aufgezeigt werden. Daran anschlieGend wird das im Rahmen eines Praktikums durchgefuhrte Forschungsvorhaben vorgestellt. Ausgehend von der eingangs verfassten These, ob sich Kampfsportubungen positiv auf den Lernprozess von SuS auswirken, wird die Beobachtung nach Maria Montessori erlautert. Im Teil- Kapitel methodisches Vorgehen wird die qualitative, standardisierte Erhebung mittels des Beobachtungbogens vorgestellt.

Zunachst werden die Ergebnisse im Einzelnen dargestellt. AnschlieBend folgt eine Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse. Dort werden die Befunde mit den aktuellen Forschungen und Erkenntnissen verglichen und uberpruft.

Eine Reflexion uber das Forschungsvorhaben zeigt, in welcher Art und Weise die Durchfuhrung erfolgreich war und inwiefern sich Schwierigkeiten in der Beurteilung ergaben.

In einem abschlieBenden Fazit wird die Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf den Lehrplan, die Lehrerausbildung und die Schulerausbildung deutlich. Es soll gezeigt werden, wie die genannten Bereiche sinnvoll gefordert werden konnen, um kunftiges Lernen positiver zu beeinflussen. SchlieBlich eroffnet der Ausblick Moglichkeiten, weitere Forschungen anzutreiben und bestehende Forschungen dazu zu nutzen, weitere Erkenntnisse zu erlangen.

2 Theoretische Hintergrunde

2.1 Bewegung und Lernen

Im Folgenden geht es um die Frage, ob und inwiefern Bewegung einen Einfluss auf das Lernen bzw. den Lernprozess von SuS hat.

Im Kontext jungerer Forschungen ist das Lernen kein ausschlieBlich theoretischer Prozess mehr. Diesem Verstandnis nach werden beim Nachdenken und Lernen nicht nur Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergeleitet. Vielmehr versteht sich das Lernen als eine Verbindung zwischen Gehirn und Korper, postuliert Hannaford. Denn beide Bereiche - Gehirn und Korper - bilden eine Einheit und sollten fur einen gelingenden Lernprozess gleichermaBen einbezogen werden.[1]

Nach Spitzer werden Lernprozesse erleichtert, wenn moglichst viele Sinne am Lernprozess beteiligt sind. Weiter postuliert er, dass handlungsorientiertes Lernen, d. h. Lernen mit allen Sinnen, sowohl im Primarbereich als auch im Sekundarstufenbereich effektiver ist, als ein rein kognitiv vermittelter Lerngegenstand.[2]

Daruber hinaus wirkt sich eine Rhythmisierung des Schulalltags positiv auf die Lern- motivation und den Lernerfolg der SuS aus. Forschungen zeigen, dass gezielte Bewegungspausen die Konzentrationsfahigkeit steigern. Denn korperliche Aktivitaten sorgen fur eine bessere Durchblutung sowie Sauerstoffversorgung des Gehirns. Dies wirkt sich auch auf anschlieGende Lernprozesse aus und sorgt fur eine effektivere Arbeitsleistung des Gehirns.[3]

Weiter zeigen Forschungen aus der Neurobiologie, dass korperliche Anstrengungen kognitive Prozesse fordern. Durch die korperliche Belastung kommt es vermehrt zur Neubildung und Vernetzung bereits vorhandener Nervenzellen. Durch die Vermehrung von Nervenzellen sowie verschiedene Neurotransmitter, darunter z. B. Dopamin, konnen somit Lern- und Gedachtnisleistungen verbessert werden.[4]

In dem folgenden Kapitel soll gezeigt werden, welche unterschiedlichen Funktionen durch Bewegungen erfullt werden.

2.2 Bewegungen und ihre Funktionen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Nach Kottmann erfullen Bewegungen genau sechs verschiedene Funktionen bei Kindern und Jugendlichen.[5]

Die instrumentelle Funktion bezeichnet das ErschlieGen der Welt durch Bewegungen. Dies bedeutet, dass Kinder ihren Lebensraum durch Aktivitaten wie Schwimmen, Laufen und Radfahren kennenlernen und diesen dadurch kontinuierlich erweitern.

Der explorativen Funktion nach, fordern Bewegungen eine intensive Auseinander- setzung mit der Umwelt und ihren Materialien. Durch das Tasten, Greifen, Werfen, Fangen, Heben und Tragen kommen Kinder mit unterschiedlichen Materialien wie Schnee, Sand, Aste usw. in Beruhrung und lernen ihre Eigenarten kennen.

Impressive Funktion bedeutet, dass durch Bewegungen nachhaltige Korper- erfahrungen gemacht werden konnen. Dies geschieht z. B. beim Springen, Schwingen oder Schaukeln. Bei diesen Aktivitaten erleben Kinder ihren Korper und damit ihre Grenzen intensiv.

Die expressive Funktion zeigt sich dadurch, dass Kinder ihre Gefuhls- und Gemuts- zustande wie Arger, Trauer, Spannung oder Abneigung durch Bewegung ausdrucken. SchlieGlich sind Bewegungen meist die erste bzw. spontanste Reaktion auf intensive Gefuhle.

Die kommunikative Funktion auGert sich vor allem in Form von Gestik. Um Kontakt mit unseren Mitmenschen aufzunehmen, finden Bewegungen meist automatisch statt. Indem wir uns anderen mitteilen, unterstreichen wir mit Gestik und Mimik das Erlebte und unsere Bedurfnisse. Es kann auch ohne verbale AuGerungen eine Kommunikation stattfinden, z. B. durch Gruppentanz oder das Zeigen auf eine Sache.

Die produktive Funktion besagt, dass Kinder durch Bewegung ihre Umwelt verandern und gestalten. Ergebnis dieser Veranderung kann sein, dass Kinder gemeinsam Schnee rollen, um daraus an einer anderen Stelle einen Schneemann zu bauen. Durch aktive Bewegung, namlich das Rollen von Schnee, wird etwas verandert und ein Produkt entsteht daraus - der Schneemann.[6]

Die oben angefuhrten Funktionen von Bewegungen zeigen, dass das Lernen als ein ganzheitlicher Prozess zu verstehen ist, ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand, wie einst auch Pestalozzi postulierte. Die Schule versteht sich damit kunftig nicht mehr nur als eine Institution der reinen Wissensvermittlung, sondern sollte Bewegung mit in das Lernen einbinden. In den Vordergrund ruckt die Personlichkeitsbildung der Kinder und Jugendlichen. So soil die Schule unterrichtliche wie auch auGerunterrichtliche Bereiche miteinander vereinen. Dazu soll Bewegen, Musizieren, Gestalten, Lesen und Schreiben in ausgewogenem Verhaltnis kombiniert und praktiziert werden.[7]

3 Bewegte Schule in Baden-Wurttemberg

Um zu zeigen, wie Bewegung und Lernen in geeigneter Weise kombiniert werden kann, wird nachfolgend die Bewegte Schule anhand einer Schule in X vorgestellt. Gezeigt werden soil, wie am Beispiel der Gemeinschaftsschule Y theoretische Inhalte verinnerlicht wurden und wie diese in der Praxis umgesetzt werden, um SuS bestmoglich auszubilden. In einem dreigliedrigen Kapitel soil zunachst das Konzept der Gemeinschaftsschule Y vorgestellt werden. AnschlieGend werden tatsachliche Bewegungen und Ablaufe beleuchtet und die sich daraus ergebenden Konsequenzen in Form von Bewegungsmangel erlautert.

3.1 Konzept der Gemeinschaftsschule Y

Um sich einen Uberblick uber die Bewegung in der Gemeinschaftsschule zu ver- schaffen, muss zuerst das Konzept dieser Schulart vorgestellt werden. In der vor- liegenden Arbeit dient die Gemeinschaftsschule Y mit dem Standpunkt in X als Beispiel. Sie grundete sich unter dem Motto Schule auf neuen Wegen. Sie gehort zu den Starterschulen im Landkreis X und hat sich uber mehrere Jahre hinweg von einer Realschule zu einer Gemeinschaftsschule entwickelt.[8] Ein Hauptaspekt dieses Schulkonzepts ist das langere, gemeinsame Lernen von SuS. Dadurch, dass sich die SuS nicht nach der Beendigung der Grundschule trennen mussen, sondern gemeinsam bis zum individuellen Abschluss nach der neunten bzw. zehnten Klasse zusammen bleiben konnen, wird eine soziale Bindung gefestigt. So kann die Klassengemeinschaft dafur sorgen, den besten individuellen Lernweg eines Schulers zu gestalten. Das Besondere an dieser Gemeinschaftsschule ist, dass auf allen Anforderungsebenen integriert unterrichtet werden kann, ohne die SuS dauerhaft zu trennen. Die Bildungsstandards der Werkrealschule, Realschule und des Gymnasiums werden versucht gleichermaGen abzudecken. So wird ein Konzept des kooperativen Lernens verfolgt. Im Mittelpunkt der Gemeinschaftsschule steht der individuelle Lernfortschritt jedes einzelnen Lerners. Die SuS haben die Moglichkeit einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss an der Gemeinschaftsschule Y zu machen. Die weiteren Bildungsmoglichkeiten, wie der Besuch einer weiterfuhrenden Schule oder einer Ausbildungsstelle werden den SuS dadurch ermoglicht. Dafur werden sie in den Klassen neun und zehn vorbereitet. Es erfolgt eine Differenzierung sowohl quantitativ wie auch qualitativ. Das bedeutet, dass das Aufgabenpensum und die Aufgabenschwierigkeit vom einzelnen SuS abhangig gemacht werden. Jedes einzelne Fach wird abgestuft in drei Niveaustufen, von einfach bis schwierig. Die Lehrkrafte und padagogischen Assistenten sorgen durch kooperative Zusammenarbeit fur eine hohe Qualitat des Unterrichts.[9]

3.2 Bewegungen und Ablaufe

Die SuS haben taglich mindestens sechs Schulstunden Unterricht. Diese setzen sich aus je drei Doppelstunden a 90 Minuten zusammen. Am gesamten Vormittag stehen ihnen 30 Minuten Pause zur Verfugung, die sich aus zweimal funf Minuten und einmal 20 Minuten zusammensetzen. An zwei von funf Werktagen in der Woche haben sie zusatzlich am Nachmittag je zwei Stunden Unterricht. Aufgrund dieser Gegebenheiten verbringen die SuS also sechs volle Stunden im Sitzen. Um Bewegung im Schulalltag zu fordern, findet einmal die Woche nachmittags ein verpflichtendes AG-Programm statt. Darunter findet man ein breit gefachertes Angebot wie Mountain Biking, Ballsportarten, Musik- und Blasergruppen sowie ein Selbstverteidigungstraining. Zwei Stunden Sport in der Woche sind durch die Schule fest vorgegeben. Trotz dieser Vielfalt an Angeboten bleibt die korperliche Bewegung im Schulalltag leider noch in weiten Teilen auf der Strecke.[10]

3.3 Auswirkungen des Bewegungsmangels

Die haufigsten Auswirkungen zeigen sich durch zunehmende Unaufmerksamkeit, vermehrte Nebengesprache und Herumlaufen im Klassenzimmer. Gerade SuS mit einem ausgepragten Bewegungsdrang fallt es schwer, sich in das Schulkonzept zu integrieren. Sie lassen sich leichter und schneller ablenken, haben Schwierigkeiten sich in langeren Arbeitsphasen zu konzentrieren und konnen sich nur muhsam ruhig am Arbeitsplatz verhalten. Gezielten Umfragen zufolge wunschen sich die SuS mehr Bewegung im Unterrichtsgeschehen, z. B. in Form von Projekten und alternativen Lernarrangements.

Folgend soll im Kapitel Kampfsport im Schulalltag naher auf sinnvolle Alternativen eingegangen werden.

4 Kampfsport in der Schule

Im 4. Kapitel soll gezeigt werden, welche Chancen ein Schulalltag durch den Einsatz und die Verwendung von Kampfsport hat. Es geht um die Frage, wie Kampfsport- ubungen in geeigneter Weise im Schulalltag der SuS eingebettet werden konnen. Ferner geht es um die Frage, wie sich speziell durch Wushu fur die SuS einen besonderen Nutzen fur ihre Ausbildung und Personlichkeitsbildung ergibt. SchlieGlich geht es um den Wirkungsbereich und die Reichweite, welche mit der Kampfkunst Wushu erreicht werden kann.

4.1 Kampfsportubungen im Schulalltag

Es muss ein Weg gefunden werden, um SuS mehr mit Bewegung im Schulalltag in Beruhrung zu bringen. Kampfsportubungen erfullen diesen Zweck, da sie viele An- wendungsbereiche, die weit uber die eigentliche Bewegung hinausgehen, umfassen.

So ist schon Bodidarma, ein indischer Monch aus China, vor uber 1000 Jahren der Bewegungsmangel seiner SuS aufgefallen. Bodidarma lehrte Schriften des Zen- Buddhismus sowie Lebensweisheiten aus China und Indien. Da seine SuS oft stundenlang regungslos meditieren mussten, um die gelernten Inhalte zu ver- innerlichen, sank ihre Konzentrationsfahigkeit drastisch.[11]

Die SuS schliefen oft bei ihren Studien ein und ihre korperliche Verfassung verfiel stetig. Um diesem bewegungslosen Alltag entgegenzuwirken, erfand Bodidarma eine Reihe von Bewegungsablaufen und Bewegungsformen, die er mit seinen Studien kombinierte. So waren die SuS dazu gezwungen, sich in regelmaGigen Abstanden korperlich zu bewegen. Dadurch starkten sich ihre Muskeln und Sehnen und das Aufmerksamkeitspotenzial konnte gesteigert werden. Ein Nebeneffekt dieser Ubungen war die Tatsache, dass die SuS durch die Bewegungsformen befahigt wurden, sich selbst zu verteidigen, was wiederum die Personlichkeitsentwicklung forderte.[12] Damals wie heute leiden SuS oft in der Institution Schule beim Lernen unter Bewegungsmangel. Eben jene erhaltenen Ubungen konnen auch heute dazu genutzt werden, um SuS gezielt mit Bewegung in Verbindung zu bringen. Durch die Bewegungen wird der routinierte Schulalltag aufgebrochen und SuS haben neben geistigen Anstrengungen auch korperliche Ablenkungen. Zudem lernen sie sich selbst zu behaupten und lenken ihren Fokus auf eine einzige Sache, z.B. den Lerngegenstand. Da die Ubungen uber einen langeren Zeitraum hinweg immer wieder praktiziert werden, festigt sich der Bewegungsablauf und es konnen andere Varianten mit den SuS geubt und spielerisch ausprobiert werden. Bei der Ausfuhrung der Techniken und Bewegungsformen tritt ein starkes Gemeinschaftsgefuhl auf. Wenn alle die gleichen Bewegungsubungen machen, dieselbe Konzentration aufbringen mussen, in einem Moment gemeinsam schweigen und im anderen gemeinsam schreien, baut sich ein starker Zusammenhalt unter den SuS auf.[13]

Diese sogenannte Budosportpadagogik, also das Einbringen der Kampfsport­ubungen in den Alltag von SuS, ermoglicht den Erwerb von sozialen Kompetenzen und fordert durch die Individualitat im Wechselspiel mit der Gleichheit der Bewegungsablaufe die Personlichkeitsbildung der SuS. Vor allem AuBenseiter in der Klasse und Problemfalle, die padagogisch nur schwer zu erreichen sind, profitieren von den Ubungen, da sie sich gezwungenermaBen in der Gemeinschaft einbringen mussen, um ein Teil von ihr zu sein.[14]

Das Medium der Kampfsportubungen eignet sich hervorragend, um praventiv gewaltlose Konfliktlosungen einzuuben. Die Kampfsportubungen konnen ebenso dazu verwendet werden, Alltagssituationen der SuS nachzustellen und mogliche Verhaltensweisen zu besprechen, die schwierige Situationen losen. Hierbei konnen SuS Erlebtes verarbeiten, dabei ihr Handeln reflektieren und gegebenenfalls eine bessere Losung fur gezeigtes Verhalten finden. Themenbereiche konnen verknupft werden, um damit Kampfsportubungen in jedem Unterrichtsfach einzubetten. So kann z. B. ein Biologieunterricht darin bestehen, beim Thema Muskeln und Sehnen zu beobachten, wie sich die Muskelpartien der SuS selbst bei den verschiedenen Kampfsportubungen bewegen. Ebenso kann im Physikunterricht beim Thema Kraft die eigene Durchschlagskraft gemessen werden und am eigenen Korper erfahren werden, wie viel Kraft im menschlichen Korper steckt. Im Musikunterricht bestimmen Atemubungen und Atemtechniken, ob ein gesungenes Lied melodisch oder weniger melodisch klingt. Die Atemtechniken der Kampfsportubungen sind hierbei nutzlich, denn ebenso wie beim Gesang wird bei den Bewegungsformen zu bestimmten Zeiten ein- und ausgeatmet. Die genannten Beispiele zeigen, wie vielfaltig Kampfsportubungen zum Inhalt von Unterricht gemacht werden konnen. Daruber hinaus lasst sich dies interdisziplinar sowie facherubergreifend einsetzen.[15]

Kampfsportubungen konnen losgelost vom Unterrichtsinhalt auch als Konzentrations- ubungen genutzt werden, um Lernprozesse zu begunstigen. SuS, die nach der groBen Pause aufgedreht in die Klassenzimmer zuruckkehren, konnen durch gemeinsam ausgefuhrte Kampfsportubungen beruhigt werden.

[...]


[1] vgl. Hannaford 2013, S.127f.

[2] vgl. Spitzer 2006, S.46f.

[3] vgl. Hundeloh 2015, S.25

[4] vgl. ebd., S.25f.

[5] vgl. Kottmann, 2005, S.9f. 03

[6] vgl. Kottmann, 2005, S.9f.

[7] vgl. Kottmann, 2005, S.10f.

[8] vgl. "Die Gemeinschaftsschule stelltsich vor. "

[9] vgl. "Die Gemeinschaftsschule stellt sich vor."

[10] vgl. "Unterrichtszeiten."

[11] vgl. Crudelli, 2009, S.57f.

[12] vgl. ebd., S.57f.

[13] vgl. ebd., S.58

[14] vgl. Zieseniss, 2015, S.18

[15] vgl. ebd., S.18f.

Details

Seiten
36
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668366817
ISBN (Buch)
9783668366824
Dateigröße
964 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v347090
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,0
Schlagworte
Kampfsport Lernprozess Wushu

Teilen

Zurück

Titel: Wirken sich Kampfsportübungen positiv auf den Lernprozess von Schülerinnen und Schülern aus?