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Make or Buy. Rentabilitätsuntersuchung zur alternativen Investitionsentscheidung über die Neuanschaffung eines multifunktionalen Bearbeitungszentrums oder die Fremdvergabe einer Bauteilfertigung

Projektarbeit 2014 27 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung
2.1 Vorstellung des Unternehmens
2.2 Vorgehensweise

3. Darstellung des IST-Zustandes
3.1 Problemstellung
3.2 Beschreibung des Bauteils
3.3 Beschreibung der Kapazität im Unternehmen

4. Darstellung des SOLL-Zustandes
4.1 Ziele der Untersuchung
4.2 Darstellung der Verfahren
4.2.1 Vorstellung des Bearbeitungszentrums
4.2.2 Vorstellung des Dienstleisters
4.3 Kapazitäten der beiden Verfahren

5. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
5.1 Kostenermittlung
5.1.1 Kostenermittlung für die Neuanschaffung
5.1.2 Kosten durch den Dienstleister
5.2 Statische Investitionsrechenverfahren
5.2.1 Kosten-/Gewinnvergleichsrechnung
5.2.2 Rentabilitätsrechnung
5.2.3 Amortisationsrechnung
5.3 Nutzwertanalyse
5.3.1 Kriterienermittlung
5.3.2 Kriteriengewichtung
5.3.3 Beurteilung
5.3.4 Ergebnisermittlung Nutzwertanalyse
5.4 Dynamische Investitionsrechenverfahren
5.4.1 Kapitalwertmethode
5.4.2 Interne Zinsfußmethode

6. Ergebnisanalyse und Fazit

7. Anhang
7.1 Abbildungs-, Tabellen- und Quellenverzeichnis
7.2 Begriffs- und Abkürzungsverzeichnis

2. Einleitung

2.1 Vorstellung des Unternehmens

Die Johanis & Klaas GmbH ist mit seiner klaren Strukturierung auf den Gebieten Energie und Infrastrukturlösungen Anbieter für innovative Produkte und Technologien. Mit insgesamt 320 Mitarbeitern in über 12 Ländern unterstützt das im Jahr 1960 gegründete Unternehmen seine Kunden mit neuartigen Techniken und umfassendem Knowhow weltweit bei der Lösung ihrer geschäftlichen und technischen Aufgaben. Der Umsatz beläuft sich im Geschäftsjahr 2013 auf 86 Mio. Euro.

Im Jahr 1990 erweiterte die Johanis & Klaas GmbH ihr Geschäftsfeld durch die Übernahme der seit 1967 bestehenden Keltermann & Co. KG um eine weitere Produktpalette „Industriegetriebe“.

Diese Komponenten werden nach DIN EN ISO 9001 an dem zertifizierten Standort Düsseldorf gefertigt und in Köln montiert. Im Jahr 2008 wurde in Köln eine der modernsten Produktionsflächen für Industriegetriebe geschaffen. Von der Kunststoff- über die Papierindustrie bis hin zu den unterschiedlichsten Anwendungen werden hier die verschiedensten Bereiche abgedeckt und die Produkte termingerecht gefertigt. Neben der Montage sind u.a. auch der Vertrieb und die Konstruktion an diesem Standort untergebracht. Im Düsseldorfer Werk sind u. a. die Bereiche Forschung und Entwicklung, Ausbildung sowie die Teilefertigung, welche den Produktionsstandort Köln beliefert, zu Hause.

Ganzheitliche Planung und Optimierung der Montage- und Fertigungsprozesse garantieren eine ökonomische Wertschöpfungskette. Die Johanis & Klaas GmbH ist bestrebt durch ständige Verbesserung und Einführung von neuen Techniken und Arbeitsweisen eine konsequente Produktivitätssteigerung und Kostensenkung zu erzielen.

Der stetige Wandel und die sich immer schneller entwickelnden Technologien erfordern Mitarbeiter, die mitdenken und bemüht sind die Bedürfnisse des Marktes zu erkennen, um so die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Fotoaufnahme Industriegebiet Köln Quelle: http://www.stadt-koeln.de/wirtschaft/branchen/industrie (öffentliches Dokument, 13.12.2016, 13:24 Uhr)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Fotoaufnahme Industriegebiet Düsseldorf Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nordrhein-Westfalen (öffentliches Dokument, 14.12.2016, 08:21 Uhr)

Das folgende Organigramm macht die Integration der Produktionsstandorte Köln und Düsseldorf in der Organisation deutlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Vorgehensweise

Zu untersuchen ist, ob die Investitionsentscheidung über die Neuanschaffung eines multifunktionalen Bearbeitungszentrums oder die Fremdvergabe einer Bauteilfertigung sinnvoll ist.

Die Investitionsrechnungen werden auf Basis der dem Einzelfall angemessenen Methode vorbereitet und das Ergebnis auf ihre Vorteilhaftigkeit für das Unternehmen beurteilt. Für die Entscheidungsfindung spielen neben quantitativen auch die qualitativen Merkmale eine wichtige Rolle, welche mittels einer Nutzwertanalyse im Laufe der Projektarbeit noch genauer veranschaulicht werden.

Zunächst wird die IST-Situation mit der Problemstellung und den technischen Aspekten aufgeführt. Anhand der SOLL-Situation und einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist anschließend eine Entscheidung zu treffen, welche im Fazit zusammen mit den zentralen Ergebnissen dargestellt wird.

3. Darstellung des IST-Zustandes

3.1 Problemstellung

Die Standorte Köln und Düsseldorf pflegen eine interne Kunden-Lieferanten-Beziehung. Das Werk in Köln klagt vermehrt über Montagekomplikationen, welche durch Qualitäts- und Maßabweichungen von Zahnradachsen hervorgerufen werden.

Diese Bauteile werden maschinell in Düsseldorf in der Reihenfolge Drehen, Bohren, Härten und Schleifen gefertigt und durch das Montagewerk in Köln bezogen.

Die gefertigten Teile werden mittels Stichprobenverfahren (Zufallsauswahl) kontrolliert.

Eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung ergab, dass die beschriebenen Probleme während des Dreh- und Bohrvorgangs auf dem 12 Jahre alten multifunktionalen Bearbeitungszentrum auftreten. Aufgrund der altersbedingten Schäden wurde eine Modifikation und Instandsetzung ausgeschlossen. Zudem weist die Maschine keinen Restwert aus.

Eine weitere Betrachtung der Arbeitsgänge Härten und Schleifen, die prozessbedingt auf anderen Maschinen fehlerfrei durchgeführt werden, findet in dieser Projektarbeit keine weitere Berücksichtigung.

3.2 Beschreibung des Bauteils

In fast jedem Industriegetriebe sind Zahnradachsen verbaut. Zahnräder werden durch das Aufschrumpfen direkt mit den Zahnradachsen verbunden oder mittels Wälzlager auf der Zahnradachse gelagert (siehe Abbildung 5). Je nach Getriebeart und Größe der Johanis & Klaas GmbH können bis zu 20 Zahnradachsen in verschiedenen Varianten in einem Getriebe verbaut werden. Zum besseren Verständnis wird nachfolgend die Zahnradachse, welche die Probleme hervorruft, mittels einer Einzelteil- und Baugruppenzeichnung veranschaulicht. Die Abbildung 4 zeigt den Ausschnitt einer Fertigungszeichnung für eine Zahnradachse. In der Baugruppenzeichnung (Abbildung 5) wird farblich markiert die Position einer Zahnradachse dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Ausschnitt Fertigungszeichnung

Quelle: Zeichnung selbst erstellt (Max Mustermann)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Baugruppenzeichnung der Zahnradachse Quelle: Zeichnung selbst erstellt (Max Mustermann)

Die umschriebene Zahnradachse aus Qualitätsstahl hat ein Gewicht von 250 kg und wird monatlich ca. 300 mal am Standort Köln verbaut. Der jährliche Bedarf des Bauteils beträgt somit ca. 3.600 Stk. und ist in der Regel je nach Auftragslage variabel.

Alle in Düsseldorf gefertigten Teile werden mittels Stichprobenverfahren einmal wöchentlich kontrolliert. Des Weiteren erfolgt eine 15-stündige jährliche Wartung und Inspektion des multifunktionalen Bearbeitungszentrum.

3.3 Beschreibung der Kapazität im Unternehmen

Das multifunktionale Bearbeitungszentrum läuft in einem 3 Schicht-Betrieb, um die hohen Stückzahlen zu bewältigen.

Ermittlung der Maschinenkapazität von dem Bearbeitungszentrum:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die arbeitsfreien Tage setzen sich aus Wochenenden, Feiertagen und Tagen, an welchen der Betrieb ruht, zusammen. Stillstände sind leider nicht vermeidbar und werden erfahrungsbedingt mit 15 Tagen berechnet. Des Weiteren fallen 14 Tage für Urlaub, Seminare und Krankheit an, an welchen oftmals kurzfristig keine Ersatzkapazität greifbar ist. Anhand der tatsächlichen Kapazität, den Erfahrungen und Kennzahlen der letzten Jahre ergibt sich eine jährlich gefertigte Stückzahl von ca. 3.600 Stk. Dies bedeutet, dass die geforderten Stückzahlen pro Jahr mit einem Bearbeitungszentrum erreicht werden.

4. Darstellung des SOLL-Zustandes

4.1 Ziele der Untersuchungen

Durch die folgenden Berechnungen, Analysen und einzuleitenden Maßnahmen sollen Maß- und Qualitätsschwankungen, das störungsbedingte Anwachsen der Durchlaufzeit sowie Qualitätskosten in der Fertigung und Montage vermieden werden. Das Werk in Köln ist bereit, eine Preiserhöhung einzugehen und für die Herstellung pro Zahnradachse 370,00 € zu zahlen, wenn fehlerfreie und hundertprozentig geprüfte Bauteile geliefert werden. Aufgrund der erläuterten Problemstellung muss eine schnelle und rentable Lösung gefunden werden. Im Vorfeld wurde aus Gesprächen mit der Betriebsleitung, dem Controlling und Qualitätswesen deutlich, dass es nur zwei Möglichkeiten zur Behebung der Qualitäts- und Maßabweichungen gibt.

Verfahren 1:

Die Johanis & Klaas GmbH tätigt die Investition über die Neuanschaffung (Ersatzinvestition) eines multifunktionalen Bearbeitungszentrums und führt die hundertprozentige Kontrolle aus.

Verfahren 2:

Die Johanis & Klaas GmbH beauftragt ein spezialisiertes Unternehmen mit der Herstellung und Endkontrolle der Zahnradachsen.

Die Ziele der Rentabilitätsuntersuchung:

- Risikovermeidung durch Behebung der Ausschuss-Teile
- Gewinnmaximierung durch die Auswahl des richtigen Verfahrens
- Imageverbesserung durch hohe Qualität
- Realisierung der geforderten Qualität
- Durchlaufzeitverkürzung
- Fehlerfreie Prozesse

4.2 Darstellung der Verfahren

4.2.1 Vorstellung des Bearbeitungszentrums

Um eine Vorstellung von dem neu anzuschaffenden multifunktionalen Bearbeitungszentrum zu erhalten, sind nachfolgend eine kurze Beschreibung und ein Bild zur Veranschaulichung dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: WFL M50 Millturn, multifunktionales Bearbeitungszentrum

Quelle: http://www.wfl.at/Products/Millturns/MillturnsM40M40GM50?sc_lang=de (11.07.2014, 21:21 Uhr)

Die WFL Millturn Technologies GmbH & Co. KG ist der führende Anbieter auf dem Gebiet der multifunktionalen Dreh-Bohr-Fräszentren. Zum Produktportfolio des Unternehmens mit Hauptsitz im österreichischem Linz gehört auch die CNC WFL M50 Millturn, ein universell einsetzbares Bearbeitungszentrum zur Fertigung unterschiedlichster Serien- bzw. Dreh-Bohr- Fräs-Bauteile.

Die Maschine verkörpert die Kombination einer Drehmaschine, eines 5-Achsen- Bearbeitungszentrums und einer 3-D-Messmaschine. Die B-Achse ermöglicht neben dem Fertigen von schrägen Flächen und Bohrungen auch das Drehen komplexer Konturen in einem Zug. Eine permanente LAN-Schnittstelle ermöglicht den Informationsfluss zwischen Maschinensteuerung, Programmierer und Arbeitsvorbereitung, jedoch kann die Steuerung auch manuell über einen Computer erfolgen. Durch den Einsatz einer WFL M50 Millturn wird mithilfe modernster CNC-Technik eine ausgezeichnete Produktqualität erreicht. Die neu gewonnene Flexibilität ermöglicht qualitative Ergebnisse auf höchstem Niveau.

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Details

Seiten
27
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668377301
ISBN (Buch)
9783668377318
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v350536
Note
1,5
Schlagworte
make rentabilitätsuntersuchung investitionsentscheidung neuanschaffung bearbeitungszentrums fremdvergabe bauteilfertigung

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Titel: Make or Buy. Rentabilitätsuntersuchung zur alternativen Investitionsentscheidung über die Neuanschaffung eines multifunktionalen Bearbeitungszentrums oder die Fremdvergabe einer Bauteilfertigung