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Gatekeeperforschung

Ausarbeitung 2004 7 Seiten

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Leseprobe

Inhalt

1. Was ist ein Gatekeeper?
1.1. Einordnung in Nachrichtenproduktion
1.2. Ursprung der Bezeichnung

2. Ansätze
2.1. Individueller Ansatz
2.2. Institutioneller Ansatz
2.3. Kybernetischer Ansatz

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

1. Was ist ein Gatekeeper?

Ein Gatekeeper wird auch als Schleusenhüter oder Torwächter bezeichnet. Es ist die „gängige Beschreibung für die Rolle des Journalisten im Nachrichtenfluss“ (Lexikon der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: 2001) Ein Gatekeeper ist demnach ein Entscheidungsträger, der den Nachrichtenfluss kontrolliert.

1. 2. Ursprung des Gatekeepers

Der Psychologe Kurt Lewin führte den Begriff des „Gatekeepers“ ein. Seiner Theorie zufolge wirken bestimmte Stellen in Kommunikationskanälen als Pforten für den Nachrichtenfluss. Diese Pforten werden entweder durch neutrale Regeln, oder aber durch Individuen oder Gruppen, so genannte „Gatekeeper“, beeinflusst. Diese Gatekeeper entscheiden jeweils über die erfolgreiche Weiterleitung einer Nachricht.

Seit diesem Ansatz gab es verschiedene Studien und es wurden Theorien entwickelt, um den Prozess der fortwährenden Nachrichtenselektion zu erklären. Diese kann man in drei Hauptgruppen unterteilen: individualistische Untersuchungen, den institutionellen Ansatz und kybernetische Studien.

2.1. Individueller Ansatz

Der individuelle Ansatz stellt die Anfänge der Gatekeeperforschung dar. Hierbei wird die Nachrichtenselektion im individuellen Kontext betrachtet, das heißt die Untersuchungen konzentrieren sich auf eine einzelne Person. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass die Entscheidungen des Gatekeepers persönlich sind und durch „individual-psychologische Faktoren erklärt werden“ (Robinson 1973 : 345) können.

Wegweisend in der Gatekeeperforschung ist die Fallstudie von David Manning White aus dem Jahr 1950, in der das Verhalten eines einzelnen „wire-editors“ untersucht wird. Für die Analyse wurde gemessen, welchen Anteil aller empfangenen Nachrichten der „wire-editor“ „Mr. Gates“ aussortierte, und daraus resultierend das Input-Output Verhältnis für einzelne Nachrichtenkategorien festgestellt. Außerdem wurde ein Interview mit „Mr. Gates“ geführt, um mehr über die Gründe seiner Nachrichtenauswahl zu erfahren. Aus den Ergebnissen schlussfolgert White, dass die Entscheidungen des Gatekeepers auf seinen persönlichen Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen bezüglich Nachrichten basieren. Der Gatekeeper sieht sich als Repräsentanten seiner Kultur, und wählt dementsprechend Nachrichten aus, die in sein Weltbild passen. Er besitzt eine Vorstellung von seinem Publikum, und er versucht mit seiner Auswahl ihren Interessen gerecht zu werden. Insgesamt kam White zu dem Ergebnis, das die Nachrichtenauswahl ein sehr subjektiver Prozess ist. Auch Snider kam 1966 in seiner Nachfolgestudie, die White’ s Ergebnisse aufgreift, zu ähnlichen Ergebnissen.

Bei dieser Vorgehensweise wird jedoch außer Acht gelassen, dass der Prozess der Nachrichtenauswahl sehr komplex ist, und viele verschiedene Individuen und Gruppen daran beteiligt sind. Beispielsweise können somit bestimmte Faktoren, die an anderen Stellen des Nachrichtenflusses einwirken, nicht berücksichtigt werden. Resultierend aus diesen Mängeln werden viele neue Fragen aufgeworfen.

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Details

Seiten
7
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638351010
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35059
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,0
Schlagworte
Gatekeeperforschung Theorien Nachrichtenauswahl

Autor

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Titel: Gatekeeperforschung