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Eine Frage der Loyalität. Die Treue des römischen Heeres zum Kaiser

von Kevin Witte (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 22 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Der Begriff: Loyalität

3. Die Loyalitätsfaktoren.
3.1 Der Dienstvertrag: Sold, Dienstzeit, Entlassungsprämie.
3.2 Der Kaisereid.
3.3 Die donativa.

4. Sekundäre Faktoren.
4.1 Die adlocutio.
4.2 milites oder commilitones ?.
4.3 Der princeps als imperator.
4.4 Die imagines imperatoris.
4.5 Der Militär-Kalender

5. Der Erhalt und die Wahrung der Loyalität

6. Der Rahmen und die Probleme der Untersuchung.

7. Schlussbemerkung.

Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

Das römische Reich erstreckte sich über tausende Kilometer, von Britannien im Norden bis Ägypten im Süden. An den Grenzen des Imperium Romanum stand auf Geheiß des Kaisers mit hunderttausenden Soldaten die römische Armee und bewachte jene Teile des Reiches, zu denen sie befohlen war. Bei solchen Dimensionen drängt sich die Frage auf, was diese Soldaten dazu veranlasste ihr Leben im militärischen Dienst aufs Spiel zu setzen und loyal zu einer Person oder Institution zu stehen, die möglicherweise – allein räumlich – weit entfernt war.

Diese Arbeit widmet sich der Frage nach der Loyalität der Soldaten zu der Person, die den Titel princeps[1] innehatte und wie diese erreicht und sodann erhalten wurde. Inhaltlich wird zunächst allgemein der Begriff Loyalität erläutert und eine Definition gegeben. Danach werden die verschiedenen Faktoren, die die Loyalität des römischen Heeres sicherten, erörtert. Unterschieden wird dabei in primäre und sekundäre Loyalitätsfaktoren. Daneben werden im Zusammenhang mit der Loyalitätsfrage auch verschiedene Aspekte dieser Faktoren diskutiert.

Daran anschließend wird eine Schlussfolgerung gezogen unter Berücksichtigung der dargestellten Faktoren. Bevor dann im letzten Kapitel ein Gesamtfazit dargestellt wird, neben einer Zusammenfassung der Ergebnisse, werden zuvor noch die Grenzen dieser Ausarbeitung und weitere mögliche Fragestellungen aufgezeigt.

Ziel dieser Ausarbeitung ist es, auf Grundlage einer anfangs ausgearbeiteten Definition, ein Phänomen im historischen Kontext anhand von verschiedenen Faktoren zu charakterisieren und eine mögliche Antwort auf die Fragestellung zu geben. Dabei soll aber insbesondere auch eine Abwägung stattfinden und die dargestellten Aspekte werden zur Diskussion gestellt; der genaue Rahmen und die Grenzen der Untersuchung sollen beleuchtet und Alternativen benannt werden.

2. Der Begriff: Loyalität

Eine Ausarbeitung, die sich im Kern mit der Loyalität beschäftigt, sollte diesen Begriff zunächst – für die weitere Verwendung – definieren. Obgleich etwa in den Texten von Campbell[2] durchweg die Loyalität bei einzelnen Themenbereichen anklingt und darauf bezogen wird, so wird es nichtsdestotrotz versäumt diesen Begriffskomplex näher zu explizieren. An erster Stelle sollte daher eine Definition stattfinden:

(Definition Loyalität:) Loyalität bezeichnet die Einstellung einer Person (p) loyal/treu gegenüber einer anderen Person, Gruppe oder Institution (q), insbesondere auch in einer herausfordernden Situation (s), in dem diese Einstellung auf die Probe gestellt wird, zu sein.[3]

Entscheidend ist dabei auch die Beziehung zwischen (p) und (q) für die erbrachte Loyalität, weswegen diese differenziert werden will; beispielhaft lassen sich Freundschaften, Verwandtschaftsverhältnisse oder auch Dienstverpflichtungen nennen.[4] Nennenswert im behandelten Kontext ist die Möglichkeit, dass (p) diese grundlegende Beziehung auch selbständig wählen kann, unterschieden beispielsweise von einem hineingeboren werden.[5]

Weiterhin genauer zu fassen ist die spezifischere Loyalität einer Person gegenüber dem Staat. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Person dem Staat Loyalität schuldet. Darüber hinaus ist für die behandelte Zeit zu beachten, dass der Staat zwar auf der einen Seite oft die Gesamtheit der Institutionen meint, die regulativ das Leben der in ihm lebenden Menschen bestimmen, dass aber auf der anderen Seite diese Institutionen zu einem wesentlichen Teil in der als Kaiserzeit benannten Epoche in der Person des princeps vereint werden. Deswegen ist auch nicht die Loyalität von einer Person (Soldat) zu einer anderen Person (Kaiser) das Entscheidende, sondern von einer Person zum Staat (repräsentiert in der Person des Kaisers als Institution). Dessen ungeachtet findet sich in dieser besonderen Verbindung der Umstand, dass keine durchweg vollkommen klare Trennung zwischen Loyalität zum Staat und Loyalität zu einer Person möglich ist.

Im Loyalitätsverhältnis einer Person zum Staat – welcher eine derart bestimmende Wirkmacht selbst im alltäglichen Leben hat – kommt es zumeist zu Konflikten mit anderen Loyalitäten, welche die Person (p) haben kann. Somit wird die Treue durch private, religiöse oder kulturelle Beziehungen auf die Probe gestellt.[6]

Zuletzt die Frage nach den Gründen, durch welche eine Person (p) der Institution Staat (q) Loyalität schulden könnte; drei Gründe lassen sich anführen:

I. (p) ist Nutznießer der Leistungen von (q).
II. (q) bildet das Dach für ein Konglomerat kultureller Identitäten, die (p) ebenso in Teilen gemeinsam hat oder (p) teilt mit (q) ein (ähnliches) Wertesystem.
III. Die Geschichte von (q) stiftet auch für (p) eine gemeinsame Identität, beziehungsweise lässt die Bezugnahme von (p) darauf zu.[7]

Insbesondere der erste hinreichende Grund ist für eine loyale Bindung an den Staat beziehungsweise princeps für die Untersuchung interessant: Unter diese Art von Leistungen lassen sich viele Aspekte subsummieren, welche auch im Folgenden betrachtet werden sollen. Man denke allgemein an die Daseinsfürsorge heutzutage, im unseren Kontext aber auch an die Soldzahlungen, die Entlassungsprämie oder die donativa. In der Folge dieser Leistungen ergibt sich die Loyalitäts-Einstellung des Individuums gegenüber dem Staat.

Im Hinterkopf zu behalten für die folgende Darstellung ist die Definition von Loyalität und Gründe für Loyalität zum Staat. Abseits von konkreten Gründen (die ehrenhafte Entlassung mit „Altersvorsorge“ in der Form von Geld oder Landzuweisung beispielsweise), sind davon die nicht direkt Loyalität erzeugenden Gründe abzugrenzen. Konzentriert wird sich in dieser Ausarbeitung auf die hinreichenden, positiven Gründe für Loyalität. Dass diese Einstellung brüchig und die Treue wechselhaft sein kann, steht nicht im Mittelpunkt.[8]

3. Die Loyalitätsfaktoren

Die Loyalität des Heeres zum princeps wurde durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren erreicht und gesichert. Aus diesem breiten Spektrum an Gründen speist sich die individuelle Motivation des einzelnen Soldaten. Bei diesen Faktoren ist wiederum die Trennung zwischen den möglichen Objekten, auf welche sich die Loyalität des Subjekts bezieht, wichtig. Einen Einfluss auf die Loyalität des Soldaten zum princeps als Person mag eine inspirierende Rede oder das beherzte Eingreifen in das Geschehen der Schlacht in seiner Rolle als imperator – Feldherr ­– sein. Interessant sind nichtsdestoweniger auch die Faktoren für die Loyalität des Soldaten zum Kaiser als Institution, die den Staat verkörpert.

Diese Faktoren basieren in der Auswahl zunächst auf der Grundlage von Campbells Werk „The Emperor and the Roman Army“. Er konstituiert in seinen Ausführungen ausführlich die verschiedenen Aspekte der Verbindungen zwischen Armee und Kaiser und geht dann auf weitere Verknüpfungspunkte ein, etwa die finanziellen Vorteile.[9] Aus diesen Themenkomplexen ergeben sich dann auch die Loyalitätsfaktoren: Da sich bei Campbell sowohl eine gute Übersicht der Verknüpfungspunkte zwischen princeps und römischen Heer finden, als auch Spezifika des Militärs angesprochen werden, deckt er in seiner Darstellung die wesentlichen Aspekte ab. Diese wurden unterteilt in primäre (Kapitel 3) und sekundäre Faktoren (Kapitel 4).[10]

3.1 Der Dienstvertrag: Sold, Dienstzeit, Entlassungsprämie

Die Bezahlung der Soldaten ist eine der offensichtlichsten, tatsächlichsten Erscheinungen vom I. Loyalitätsgrund (vgl. Kap. 2), auf dessen Grundlage (p) loyal gegenüber dem Staat (q) sein kann. Die Leistungen, die sich in regelmäßiger finanzieller Zuwendung ausdrücken, sorgten für das Leben und Auskommen des römischen Soldaten. Diese finanzielle Leistung und der dazugehörige Dienstvertrag, der dies regelte, werden im Folgenden historisch betrachtet.

Zum Ende der römischen Republik in den Zeiten des Bürgerkrieges besaß derjenige die römischen Soldaten auf seiner Seite, der diese bezahlen konnte.[11] Die Loyalität galt weniger der römischen Republik, als mehr dem Feldherren.[12] Obgleich hier der „Militärsold […] sich schon von einer bloßen Aufwandsentschädigung zum sozial abgestuften Einkommen entwickelt [hatte]“[13], so ist es nach wie vor entscheidend, dass es sich nicht um ein stehendes Heer handelte; zudem der wesentliche Anreiz zur Teilnahme an Feldzügen die Aussicht auf Beute war.[14] Die Loyalität wurde demjenigen Feldherrn entgegengebracht, der „finanzielles Auskommen, Beute und Kompensation nach Kriegsdienst garantierte“[15].

Augustus, der als Sieger aus ebenjenem Bürgerkrieg hervorging, verschaffte sich sodann die Position als princeps herrschen zu können. Er stand vor der Aufgabe, die Zustände des Bürgerkrieges zu beseitigen und die Soldaten beständig in ihrer Treue an sich zu binden.[16] Abseits von der Schaffung eines stehenden Heeres erwirkte Augustus in seiner Regierungszeit wichtige Umstrukturierungen beziehungsweise Festsetzungen das römische Heer betreffend.[17] Grundlage dafür war unter anderem ein Dienstvertrag, welchen Augustus 13 v. Chr. dem Senat vorbrachte und dort beschließen ließ.[18] Der Dienstvertrag umfasste für alle Truppengattungen des Heeres die Regelung von drei Rahmenpunkten: die Dienstzeit, die Entlassungsgelder und den Sold.[19] Die Höhe des Soldes, die Dauer der Dienstzeit und auch der Umfang des Entlassungsgeldes standen in direkter Abhängigkeit zur Rangstufe des Soldaten im Heer. Dadurch war nicht nur eine klare Struktur geschaffen, sondern auch deutliche Anreize zur Partizipation und zum Aufstieg gegeben.[20] Neben dem Einkommen bekam der Soldat des römischen Heeres noch andere Aufwandsentschädigungen, hervorzuheben ist auch die Entlassungsprämie beziehungsweise anfangs die Landzuweisungen für Veteranen.[21]

Der Sold der Soldaten ist eine der wichtigsten Faktoren zum Erhalt der Loyalität des Heeres zum princeps.[22] Für das Auskommen und die Lebensversorgung zeichnet sich der Dienst im römischen Heer verantwortlich, der Soldat ist direkter Nutznießer der Leistungen des Staates. Hier spielt wiederum der princeps eine wichtige Rolle. In seiner Stellung war er der Garant für eine zuverlässige Bezahlung.[23] Insbesondere durch die längerfristig gestaffelte Auszahlung des Soldes – dreimal im Jahr – und die Entlassungsprämie am Ende des Dienstes hatte der Soldat an einer stabilen Herrschaft des princeps ein Interesse. Nur dadurch wurde auch die Sicherheit erhalten, regelmäßig die finanzielle Begleichung für geleistete Dienste zu erhalten. Deshalb, weil die Verantwortlichkeit für diese Fürsorgeleistung beim princeps lag, wurde das römische Heer zu seiner persönlichen Armee, die dem princeps auf genau dieser Basis – zumindest vom Konzept her – Loyalität schuldete.[24]

Nicht zu vergessen ist aber, dass sich dieser Faktor ebenso negativ auf die Loyalität auswirken konnte: Genau dann, wenn die Bezahlung nicht regelmäßig und zuverlässig erfolgte. Das Spezifikum dieses Faktors ist damit auch klar benannt; das Fehlen anderer Faktoren mag sich nicht immer entscheidend auswirken, dieser aber sehr wohl. Auf diese Weise ist ein kontradiktorisches Verhältnis gegeben: Fanden die Soldzahlungen regelmäßig statt, so haben wir einen entscheidenden Faktor für Loyalität zum princeps, dieser war ebenso Garant für die Zahlung. Findet die Soldzahlung – aus welchen Gründen auch immer – nicht statt, so wurde die Verantwortung nicht nur dem princeps zu Lasten gelegt, sondern dieser verlor auch die Loyalität – es kam zu Meutereien und Unruhen.

3.2 Der Kaisereid

Bei dem Kaisereid – oder auch sacramentum – handelte es sich um einen Treueschwur gegenüber dem Kaiser. Einem „in gleicher Weise Heer und Zivilbevölkerung, römische Bürger und Nichtbürger umfassenden Loyalitätsakt“[25]. Dieser Eid hatte zumindest eine große symbolische Bedeutung und wurde ab dem Prinzipat institutionalisiert. Er wurde zum Antritt eines princeps verlangt und fand zudem im jährlichen Turnus statt.[26]

Der formale Eid an den princeps ist leider nicht wortwörtlich auf uns gekommen.[27] Wobei anzunehmen ist, dass dieser durch die Soldaten geschworene Eid nicht nur auf den Namen des princeps erfolgte, sondern auch darauf seine Befehle auszuführen. Zwar findet sich ebenso im Schwur ein Passus auf das Imperium Romanum, es wird aber grundsätzlich die Treue explizit zum princeps ausgesprochen.[28] Im Treueverhältnis zwischen Soldaten und princeps kam dem Treueeid eine wichtige Funktion zu, nicht zuletzt in der Absicherung der Macht und als institutionalisierter Legitimitätsanspruch.[29]

Für die vorliegende Untersuchung ist der Schwur explizit auf den namentlich genannten Kaiser interessant, denn damit wäre im Eid der Doppelcharakter der Loyalitätsbeziehungen in Bezug auf den princeps deutlich. Auf der einen Seite die Loyalität der Soldaten zur Institution Kaiser respektive Staat, auf der anderen Seite die Loyalität zu einer Person, die aber gleichzeitig ebendiese Stellung innehat. Dadurch zeigt sich ebenfalls wie prekär Loyalität ist und wie diese Beziehung stets von sich widersprechenden Einstellungen durchzogen sein kann. Zur Verdeutlichung sei als Beispiel jeglicher Fall von mehreren principes genannt, die einen ihrerseits rechtmäßigen Anspruch auf die oberste Position im Imperium Romanum artikulieren sowie die Befehlsgewalt über das Heer beanspruchen. In dieser Entscheidungssituation für den Soldaten spielt auch die Treue gegenüber der individuellen Person des princeps eine Rolle, nicht nur gegenüber dem Staat. Es läuft auf die Frage hinaus: „When fighting for Rome and fighting for the emperor were no longer obviously overlapping, whom did soldiers fight for?“[30]

Der Treueeid – der in seinem jährlichen Turnus gewöhnlich eher einem Automatismus gleicht und außerhalb von Krisensituationen politisch nicht im Rampenlicht steht – bekommt in dem Fall eines Antritts eines umstrittenen princeps eine andere Qualität und höhere Wichtigkeit; er ist sodann ein Zeugnis der Loyalitätsbekundung für diesen oder jenen Kaiser.[31]

3.3 Diedonativa

Die donativa sind außerordentliche Geldzuwendungen zu bestimmten Gegebenheiten auf persönlichem Geheiß des princeps. Diese finanziellen Ausschüttungen erfolgten in der Regel an alle Soldaten, egal welchen Ranges, ausgenommen zumeist die Auxiliarsoldaten. Wobei die Höhe der Zuwendung durch den Rang bestimmt war.[32] Die Anlässe für eine solche donativa sind unterschiedlich; bei Augustus etwa finden wir lediglich zwei solcher Aufwendungen in seiner späteren Herrschaftszeit. Zuletzt um den problemlosen Übergang der Macht an seinen Nachfolger sicherzustellen.[33] In den späteren Jahrhunderten nimmt die Anzahl dieser Zuwendungen zu und teilweise werden diese sogar aktiv von den Soldaten gefordert.[34] In den donativa lässt sich eine Fortführung der Beuteaussicht der Republikzeit sehen, zumindest wenn die Ausschüttung jener nach einem Triumph erfolgte.[35]

[...]


[1] In dieser Ausarbeitung wird Kaiser/ princeps synonym verwendet. Im Detail wäre dies aber – wenn notwendig – zu differenzieren. Vgl. Meyer: Römischer Staat S.371ff.

[2] Vgl. Campbell: Emperor S. 3-198; Phang: Military Service bietet eine alternative Sichtweise. Sie stellt anstatt Loyalität und Treueverpflichtungen die disciplina militaris in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.

[3] Vgl. Iser: Loyalität S.731ff.; Zwei Beispiele zur Präzisierung von (s), der herausfordernden Situation: Es können sowohl Entscheidungssituationen herausfordernd sein, etwa wenn eine Schlacht geschlagen wird und der Soldat trotz der Schrecken und des möglichen Todes für den princeps kämpft, oder auch Zustände. Etwa, dass der stationierte Soldat am Hadrianswall, weit entfernt vom princeps selbst, welchem er die Treue hält, über Jahre hinweg loyal bleibt. Die Begriffe Treue/Loyalität, treu/loyal werden synonym gebraucht und nicht unterschieden.

[4] Vgl. Iser: Loyalität S.731.

[5] Das ist zu Weilen im historischen Kontext bei der Betrachtung von einzelnen Persönlichkeiten interessant. Im größeren Rahmen, der hier eine Rolle spielt, bei welchem der Soldat in der Regel hinter dem Sammelbegriff „Heer“ verschwindet, jedoch nicht das Entscheidende.

[6] Vgl. Iser: Loyalität S.732.

[7] Vgl. Ebd. S.732f. Die genannten Gründe sind angelehnt an die unter diesem Lemma genannten und weichen in Teilen davon ab. Ich denke, dass hiermit eine stärkere Bezugnahme zum eigentlich geschichtlichen Thema möglich wird sowie überhaupt die Gründe präziser gefasst werden.

[8] Zu diesem Phänomen findet sich eine übersichtliche historische Darstellung der Kaiserzeit bei Birley: Making Emperors S. 379-394.

[9] Vgl. Campbell: Emperor S.17-206; 207-242; 382-400.

[10] Die Trennung in primäre und sekundäre Faktoren hebt zwar einerseits die Wichtigkeit ersterer hervor, andererseits handelt es sich vornehmlich um einen pragmatischen Beweggrund. Unter gewissen Umständen können genauso sekundäre Faktoren als Grundlage dienen.

[11] Vgl. Speidel: Sold S. 65; Keaveney: Army S. 27f.

[12] Vgl. Gilliver: Augustan Reform S. 184f.; Löffl: Expansion S. 245ff; 254; 290f. Löffl macht in seinen Ausführungen auch stark, dass es sich um ein Klientel-Verhältnis zwischen den Soldaten und ihrem jeweiligen Feldherrn handelte, der für jene sorgte. Dieses Verhältnis lässt sich dann im Prinzipat übertragen auf den princeps gegenüber allen Soldaten. Vgl. dazu insbesondere auch: Bleicken: Verfassung S. 39-42; Keaveney: Army S. 30f.; Syme: Revolution S. 22f.; Baltrusch: Außenpolitik S. 71, 119f.; Phang: Military Service S. 27ff.; Differenziert dazu de Blois: Army and General S. 164-176. Dieser stärkt die Rolle von Soldaten gegenüber ihren Heerführern: „[…] armies were not automatically clientelae of leaders who were to enrich them“ (S. 176).

[13] Löffl: Expansion S.239; Vgl. Junkelmann: Legionen S. 120.

[14] Vgl. Löffl: Expansion S. 241f.; 251; 277; Wolters: Triumph und Beute S. 228-241.

[15] Löffl: Expansion S.244; Vgl. Junkelmann: Legionen S. 85-89. Zur Landzuweisungen an Veteranen: Broadhead: Colonization S. 158-162.

[16] Vgl. Löff: Expansion S.253-256.

[17] Vgl. Keppie: Roman Army S.132-154; Gilliver: Augustan Reform S. 183-197; Speidel: Heer S. 19-51; Roth: Warfare S. 133-150. Zu den Legionen Strobel: Legionen S. 57ff. Zur Entwicklung des römischen Heeres zum Ende der Republik Cagniart: Republican Army S. 80-95; Jehne: Römer S. 257-264.

[18] Vgl. Speidel: Sold S. 66.

[19] Vgl. Ebd. Detailgenaue Angaben und Abstufungen finden sich im genannten Aufsatz. Da das gesamte Heer betrachtet wird, spielen dafür genaue Spezifizierungen innerhalb des Heeres keine Rolle für diese Ausarbeitung. Löffl: Expansion S. 282f.; Junkelmann: Legionen S. 120-123; zum Sold der Auxiliar-Truppen Speidel: Army S.83-89; allgemein dazu auch Herz: Finances S. 306-320.

[20] Vgl. Speidel: Sold S. 66-72; Löffl: Expansion S. 272ff. Löffl betont nicht nur die Signifikanz von Aufstiegsmöglichkeiten, sondern führt hier auch die Wichtigkeit von loyalen Centurionen für die Kontrolle der Armee aus. Speidel: Sold S. 88f.; Wesch-Klein: Stipendium S.6394f.; Meyer: Römischer Staat S. 383f.; Phang: Military Service S. 16.

[21] Vgl. Löffl: Expansion S. 260-268. Löffl beschreibt hier auch ausführlich die Folgen der Landzuweisungen an Veteranen unter Augustus. Ebenso S. 277-291; Junkelmann: Legionen S. 120f.; Speidel: Sold S. 73; MacMullen: Romanization S. 132f.

[22] Vgl. Speidel: Sold S. 92ff. Speidel zweifelt die Wirkung von Soldanhebungen zum Erhalt der Loyalität der Soldaten in späteren Jahrhunderten an, fügt aber hinzu, dass dies versucht wurde durch außerordentliche Zuwendungen zu kompensieren. Damit würde dies meines Erachtens immer noch als einer der hinreichenden Gründe für Loyalität zählen.

[23] Vgl. Löffl: Expansion S. 290.

[24] Vgl. Phang: Military Service S. 13; Löffl: Expansion S. 289f.

[25] Herrmann: Kaisereid S. 9.

[26] Vgl. Ebd. S. 90-115; 120f. Im Detail kann der Kaisereid, in seiner Entstehungsgeschichte, Form und Ausmaße viel weiter differenziert werden. Für diese Untersuchung genügt eine zusammenfassende Darstellung.

[27] Vgl. Campbell: Emperor S. 23f.

[28] Vgl. Gilliver: Augustan Reform S. 187; Rosenstein: War S. 36.

[29] Vgl. Löffl: Expansion S. 290; Hekster: Fighting S. 94f.; Phang: Military Service S. 13.

[30] Hekster: Fighting S. 96.

[31] Vgl. dazu auch: Herrmann: Kaisereid S. 121.

[32] Vgl. Junkelmann: Legionen S. 123.

[33] Vgl. Ebd.; Rosenstein: War S. 36.

[34] Vgl. Speidel: Sold S.73f.; Ausführlich zu donativa Phang: Military Service S. 154f., 182-200.

[35] Vgl. Wolters: Triumph und Beute S. 238-241.

Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668374522
ISBN (Buch)
9783668374539
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v350998
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Schlagworte
eine frage loyalität treue heeres kaiser

Autor

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    Kevin Witte (Autor)

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Titel: Eine Frage der Loyalität. Die Treue des römischen Heeres zum Kaiser