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Spezifische Methoden der Sozialen Arbeit. Die motivierende Gesprächsführung

Hausarbeit 2016 11 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Motivierende Gesprächsführung

1.1 Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung

1.2 Techniken der Motivierenden Gesprächsführung

2. Das Transtheoretische Modell der Veränderung am Beispiel eines alkoholabhängigen Menschen

3. Weshalb ist es wichtig das Transtheoretische Modell der Veränderung zu kennen?

Literaturverzeichnis

1. Motivierende Gesprächsführung

Motivierende Gesprächsführung (MI) wurde von William R. Miller und Stephen Rollnick, auf der Grundlage der klientenzentrierten Gesprächsführung entwickelt. Gleichzeitig wird MI als direktives Verfahren beschrieben. MI geht von der Annahme aus, dass Menschen hinsichtlich einer Verhaltensveränderung ambivalent sind. Zentrale Aufgabe des MI ist daher das Auflösen von Ambivalenzen und die Unterstützung über das Nachdenken einer Veränderung und die Entscheidung für eine Veränderung. Die Würdigung, dass es auch gute Gründe gegen eine Verhaltensänderung gibt ist elementar, um überhaupt zu einer Veränderungsabsicht zu gelangen (vgl. Kramer/Mulik S. 9).

Nachfolgend werden die Prinzipien und Techniken des MI beschrieben. Im An- schluss daran folgt die Vorstellung des Transtheoretischen Modells der Veränderung (in Folge kurz TTM), um dann abschließend die Vorteile der Kenntnis des TTM's in Verbindung mit dem MI darzulegen.

1.1 Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung

Charakteristisch für MI sind die folgenden vier Prinzipien.

Erstes Prinzip: Empathie ausdrücken

Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Sichtweisen und Empfindungen anderer Menschen einzufühlen. Empathisch zu sein bedeutet, die Gefühle, Einstellungen und Standpunkte des Gegenübers nicht zu bewerten, zu kritisieren oder lächerlich zu machen, sondern zu verstehen. Verstehen bedeutet in diesem Fall nicht einverstanden zu sein oder zu billigen, sondern versuchen die Welt und die Handlungen des Klienten aus seiner Perspektive zu sehen (vgl. Arkowitz u.a. 2010, S. 5).

Die von Empathie geprägte Grundhaltung der Kommunikation zieht sich von Beginn an durch den gesamten Prozess des MI.

Zweites Prinzip: Diskrepanz entwickeln

"Motivierende Gesprächsführung verfolgt das Ziel, die Veränderungsmotivation zu stärken und Wege der Veränderung zu finden" (Kremer 2003, S.34). Die Motivation für Veränderung ist höher, wenn sich der Klient seiner Diskrepanzen bewusst ist. Das bedeutet, dass die Klienten in ihrer Selbstwahrnehmung Widersprüche zwischen Verhaltensweisen und Wertvorstellungen entdecken. Die Aufgabe des Beraters ist es, dem Klienten diese Diskrepanz bewusst zu machen und wenn nötig zu verstärken (vgl. Arkowitz/Miller 2010, S. 6).

Drittes Prinzip: Widerstand umlenken

Widerstand wird als natürlicher Bestandteil des Veränderungsprozesses angesehen. Aufkommender Widerstand ist ein Zeichen für den Berater, seine Vorgehensweise zu verändern. Dem Widerstand wird nicht mit Gegenargumenten begegnet, die dazu führen würden, den Klienten in die entgegengesetzte Richtung zu treiben, sondern mit Empathie und Akzeptanz (vgl. Arkowitz u.a. 2010, S.6).

Viertes Prinzip: Selbstwirksamkeit fördern

Der Glaube des Klienten, sich verändern zu können und sich als jemand wahrnehmen, der eine Aufgabe und die eventuell dabei auftretenden Hindernisse lösen kann, ist ein wichtiger Motivator (vgl. Kremer 2003, S. 5).

Die Aufgabe des Beraters ist es, die Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen des Klienten in den Mittelpunkt zu stellen. Durch die empathische Grundhaltung (erstes Prinzip) erfolgt eine allgemeine Stärkung des Selbstvertrauens was nun auf konkrete Aufgaben und Handlungen angewandt wird. Gemeinsam mit dem Klienten wird der nächste Schritt Richtung Veränderung gefunden.

1.2. Techniken der Motivierenden Gesprächsführung

Die zuvor beschriebenen Prinzipien werden durch bestimmte Techniken in die Praxis umgesetzt. Diese helfen dem Klienten, seine Ambivalenzen zu erforschen und persönliche Gründe für eine Veränderung zu finden (vgl. Körkel/Veltrup 2003, S. 119).

Offene Fragen stellen

Besonders in der Anfangsphase ist es wichtig eine wertschätzende und akzeptierende Gesprächsatmosphäre zu schaffen, die den Klienten dazu einläd, sich offen zu äußern und sich mit seinem Problemverhalten auseinanderzusetzen. Dazu dienen offene Fragen, die der Klient nicht mit einem bloßen "ja" oder "nein" beantworten kann. Durch das Stellen offener Fragen erfährt der Berater die Sicht des Klienten auf das Problemverhalten.

Durch den Einsatz selektiver offener Fragen fokussiert der Berater den Klienten auf die Bereiche, die ihm für die Arbeit an Ambivalenz und Veränderung bedeutend erscheinen (vgl. Arkowitz u.a. 2010, S. 7).

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Details

Seiten
11
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668382893
ISBN (Buch)
9783668382909
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v352023
Institution / Hochschule
Fachhochschule Münster
Note
1,3
Schlagworte
Motivierende Gesprächsführung

Autor

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Titel: Spezifische Methoden der Sozialen Arbeit. Die motivierende Gesprächsführung