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Bildungs- und Lerngeschichten. Wissenswelten und Weltwissen

von I. Seel (Autor)

Projektarbeit 2014 11 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Beschreibung der Instrumente
1.1 Bildungs- und Lerngeschichten
1.2 Wissenswelten und Weltwissen

2. Erprobung der Instrumente
2.1 Allgemeine Vorgehensweise
2.2 Bildungs- und Lerngeschichten
2.3 Wissenswelten und Weltwissen

3. Vergleich der Instrumente

Literaturverzeichnis

1. Beschreibung der Instrumente

1.1 Bildungs- und Lerngeschichten

„Die „Bildungs – und Lerngeschichten“ sind ein Verfahren für die Bildungsdokumentation, das aus einzelnen ineinander greifenden Elementen besteht. Sie sind mehr als eine Methode, können aber praktisch nur über methodische Schritte eingeführt werden “ (DJI, 2007, S.37).

Zielgruppe ist in erste Linie Kindern im Kindergartenalter, also zwischen 0 und 7 Jahren. Außerdem werden Bildungs- und Lerngeschichten im Übergang Kita-Grundschule und in der Grundschule eigesetzt (vgl. Richter, o.J., S. 22-24). Die “Bildungs- und Lerngeschichten“ setzen an der Stärken und Kompetenzen jedes einzelnen Kinder an und beziehen sowohl die Kindern als auch ihre Eltern mit ein.

Dem Verfahren liegt das Konzept der Lerndispositionen zugrunde, das von Margaret Carr in Neuseeland entwickelt wurde. Dabei werden der Beitrag des Kindes und die Bedeutung der situativen Bedienungen für sein Lernen gleichmaßen berücksichtigt.

Beobachtungsmethode ist wenig standardisiert und qualitativ. Für Anwendung des Verfahrens “Bildungs- und Lerngeschichten“ werden Beobachtungsbogen und Bogen zum kollegialen Austausch eingesetzt. Beschreibung des Handlungsverlaufs erfolgt ohne im Voraus festgelegte, standardisierte Kriterien. Strukturierung der freien Beobachtung beginnt erst bei Analyse anhand der Lerndispositionen und in der Fokussierung (vgl. Leu, Flämig, Frankenstein, Koch, Pack, Schneider & Schweiger, 2012, S. 66-67).

Durchführungsdauer einer Beobachtung ergibt sich aus jeweiliger Situation. Eine systematische und regelmäßige Beobachtung, sowie die Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse sind für Einsatz Bildungs- und Lerngeschichten in großer Bedeutung (vgl. Leu u.a., 2012, S. 25).

Ziel der Beobachtungs- und Dokumentationsverfahrens ist, pädagogische Kräfte, Eltern und Kindern für die Lernprozesse der Kinder sensibilisieren, Lernmöglichkeiten zeigen, unterschiedlichen „Lerngeschichten“ der Kinder deutlich machen und die Lernfähigkeit und Motivation stärken (vgl. Leu u.a., 2012, S. 11). Ein weiteres Ziel ist, bereits in den Kindergartenalter „den Grundstein für einen positiven Zugang zu Bildung und „lebenslangem Lernen“ zu legen“ (Leu u.a., 2012, S. 33).

Beobachtungsfokus liegt im Bereich kindlicher Aktivitäten. Grundsätzlich ist jeder Aktivität des Kindes dafür geeignet. Ziel ist die Zusammenfassung der wesentlichen Lernmöglichkeiten in der beobachteten Situation. Man soll die individuellen Lernprozesse des Kindes erkennen und interpretieren (vgl. Leu u.a., 2012, S. 69).

Dokumentationsform der Beobachtung ist Beobachtungsbogen . Als Instrument für die Arbeit mit diesem Verfahren wurde auch Bogen zum kollegialen Austausch entwickelt. Insgesamt umfass die Arbeit mit den Bildungs- und Lerngeschichten die Bereiche Beobachten, Analysieren, Austauschen, Dokumentieren und Umsetzung, bzw. pädagogische Planung für das Kind (vgl. Leu u.a., 2012, S. 48).

Bei der Auswertung der offenen Beobachtung wird das Lernen der Kinder an Hand der Lerndispositionen thematisiert und die Stärken und Ressourcen eines Kindes fokussiert (vgl. Leu u.a., 2012, S. 32). Wichtig ist genau zu beschreiben, woran sich beispielsweise das Interesse eines Kinds feststellen lässt. Analyse erfolgt Nach den fünf Lerndispositionen: Lerngemeinschaft und Verantwortung, (Sich) Mitteilen, Engagement, Interesse und Standhalten bei Herausforderungen (vgl. Leu u.a., 2012, S. 69).

Beim Schreiben von Lerngeschichten auf der Basis der Beobachtungen sind einige Kriterien zu beachten: Formulierungen sollen für Kinder verständlich sein; Beobachtungssituationen soll wiedergegeben werden; Bezug zu den Lerndispositionen soll aufgenommen werden; Eischätzungen und Interpretationen einfließen lassen; Lernaktivitäten sollen anerkannt sein; geplante „nächste Schritte“ sollen berücksichtigt werden (vgl. Leu u.a., 2012, S. 82).

1.2 Wissenswelten und Weltwissen

Grundlage für dieses Instrument ist die Annahme von einem Kind, das sein Wissen durch eigene Aktivitäten und Reflexionen gewinnt, Interaktion mit anderen Kinder und räumlichen Umwelt hat und von Erwachsenen in seinem Entwicklung unterstutzt wird (vgl. Reintjes, 2005, S. 2).

Zielgruppe ist Kindern zwischen 0 und 7 Jahren, die sich schon verbal Äußern können (vgl. Fried, 2006, S .9).

Die Beobachtungsmetode ist offen und qualitativ. Sie erweist sich durch offene Struktur und räumlich-visuelle Darstellung. Die Methode ermöglicht einer Darstellung von Beziehungen von Einzelfakten aus kindliches Wissen. (vgl. Reintjes, 2005, S. 2).

Ziel der Bobachtung ist es, sich mit dem Wissenswelt junger Kinder außerander zu setzen und strukturiert dokumentieren. An Hand diesen Beobachtungen sollte man auch kleinste Details in der Wissensentwicklung von Kindern wahrnehmen. Beobachtungsfokus konzentriert sich nur auf verbale Äußerungen des Kindes und nicht auf seine Handlungen (vgl. Reintjes, 2005, S. 2-4).

Durchführungsdauer und Häufigkeit in Anwendung dieser Beobachtungsmethode ist nicht festgelegt. Wenn schon auf die Wissenslandkarte mehrere Eintragungen vorhanden sind und man merkt, dass sie bald unübersichtlich werden können, sollte man eine neue Vorlage nutzen.

Dokumentationsform wurde in Anlehnung an die Mind Map-Methode einwickelt. Als Dokumentationsvorlage dient Wissenslandkarte „Sachwelt“, die durch inhaltliche Themenbereiche vorstrukturiert und ein Kompromiss zwischen Gestaltungsoffenheit und Gliederungsübersicht bittet. Die Wissenslandkarten gehen immer von einem zentralen Begriff aus und werden von diesem Punkt aus weiterentwickeln. Es entsteht ein Netz von Sinnzusammenhängen. Dokumentation beschränkt sich auf kindliche verbale Äußerungen, die inhaltlich sich auf die Sachwelt beziehen. Sie können sowohl realistische, als auch Fehlvorstellungen enthalten. Wissenslandkarte ist in die Bereiche Physik, Mathematik, Geographie, Biologie und Ökologie gegliedert. Das macht die Karten auch für anderen nachvollziehbar und vergleichbar mit Wissenslandkarten unterschiedlicher Kinder (vgl. Reintjes, 2005, S. 2 - 5).

Die Ergebnisse sollen ausgewertet werden und für individuelle Förderung des Kindes dienen. Der Autor Matthias Reintjes schlägt zwei mögliche Richtungen für pädagogisches Handeln vor. Man kann den Interessen des Kindes folgen und ihm helfen sich in diesem Gebiet weiter zu entwickeln, oder man führt das Kind an Themenbereiche heran, in denen es noch kein oder nur geringes Wissen hat (vgl. Reintjes, 2005, S. 9).

2. Erprobung der Instrumente

2.1 Allgemeine Vorgehensweise

Da ich zurzeit nicht im Kindergarten tätig bin, keine eigenen Kinder in dem Alter zu Hause habe und auch keine befreundete Familie mit jüngeren Kinder vorhanden ist, habe ich mich entschieden, die Kinder meiner Schwester zu beobachten, um die beiden Instrumenten auszuprobieren zu können. Vollzeitstätigkeit lässt mir auch keine Möglichkeit in einem Kindergarten in der Nähe zu hospitieren, oder über ein längeres Zeitraum Beobachtungen zu führen. Entfernung (ca.250 km) zu den beobachteten Kindern hat mir auch zusätzliche Zeit und Raumbegrenzungen verschafft. Aus diesen Gründen habe ich meine Aufgaben in Zeitraum zwischen Weihnachten und Silvester durchgeführt. Zu dem Zeitpunkt habe ich notwendige Vorbereitungen getroffen, und zwar sich mit beiden Instrumenten auseinander gesetzt und notwendige telefonische Absprachen mit den Eltern, bzw. Mutter geführt. Große Interessen von Elternseite an beiden Beobachtungsinstrumenten und dazugehörigen sachlicher Fragen haben mich in der Vorbereitungszeit begleitet und motiviert.

Wie es bereits beschrieben wurde, habe ich meine Aufgaben in Zeitraum von 6 Tagen, durchgeführt. Abgesehen von ganzen feierlichen Umständen, die man schlecht vermeiden kann, das größte Schwierigkeit für mich war, die beiden Beobachtunginstrumenten gleichzeitig zu verwenden, bzw. passende Beobachtungssituationen schell zu erkennen, einordnen und festhalten. Da ich die Familie in regelmäßigen Abstanden von 2-3 Monaten sehe, war auch die Kontaktaufnahme zum Kinder nicht so schwer gewesen. “Ich kenne dich doch, Ila, schon, aber sooo laaange…“,- so wurde ich von dem ältesten Kind, Jonathan (3,6), begrüßt. Auch der jüngere, Niclas (1,8), hat nicht lange gebraucht sich an meine Anwesenheit zu gewönnen. Der kleine Nachahmer wollte bei allen Aktivitäten dabei sein, was meine Beobachtungen erst erschwert hat, aber dennoch zur Idee gebracht, die Kinderbeschäftigungen per Video aufzunehmen und die Aufnahmen später auswerten. Als Aufnahmegerät habe ich mein Handy benutzt, dabei habe ich drauf geachtet, dass ich es unauffällig tue und die Kinder dadurch nicht ablenke.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668387355
ISBN (Buch)
9783668387362
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v352253
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
2,2
Schlagworte
bildungs- lerngeschichten wissenswelten weltwissen

Autor

  • I. Seel (Autor)

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Titel: Bildungs- und Lerngeschichten. Wissenswelten und Weltwissen