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Spanisch-englische Kontaktsituationen auf der Welt und die daraus entstehenden Mischtexte

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 32 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch
2.1 USA
2.1.1 Eckdaten
2.1.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.1.3 Heutige sprachliche Situation
2.1.4 Sprachpolitik
2.2 Gibraltar
2.2.1 Eckdaten
2.2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.2.3 Heutige sprachliche Situation
2.2.4 Sprachpolitik
2.3 Australien
2.3.1 Eckdaten
2.3.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3.3 Heutige sprachliche Situation
2.3.4 Sprachpolitik
2.4 Puerto Rico
2.4.1 Eckdaten
2.4.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.4.3 Heutige sprachliche Situation
2.4.4 Sprachpolitik
2.5 Zentralamerika / Karibik
2.5.1 Eckdaten
2.5.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.5.3 Heutige sprachliche Situation
2.5.4 Sprachpolitik
2.6 Belize
2.6.1 Eckdaten
2.6.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.6.3 Heutige sprachliche Situation
2.6.4 Sprachpolitik
2.7 Philippinen
2.7.1 Eckdaten
2.7.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.7.3 Heutige sprachliche Situation
2.7.4 Sprachpolitik

3. Aus welchen Kontaktsituationen gehen interkulturelle Texte hervor?
3.1 USA
3.2 Gibraltar
3.3 Australien
3.4 Puerto Rico
3.5 Zentralamerika / Karibik
3.6 Belize
3.7 Philippinen

4. Welches sind die möglichen Gründe für die unterschiedliche Quantität in der Produktion von Mischtexten in den verschiedenen Kontaktsituationen?
4.1 Identität
4.2 Sprachprestige
4.3 Sprachpolitik
4.4 Schlechte soziale Lage
4.5 Tatsächlicher täglicher Kontakt beider Sprachen
4.6 Größe der Kontaktsituation
4.7 Immigration oder Kolonisation

5. Schlussbemerkung

6. Literaturliste

7. Fußnoten

1. Einleitung

In der vorliegenden Hauptseminararbeit geht es um die spanisch-englischen Sprachkontakte auf der Welt, die daraus hervorgehenden Mischtexte und um den Anlass zur Produktion dieser Texte.

Meine Arbeit gliedert sich in 3 Teile. Der erste Teil besteht aus einer Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch, in der ich nach einer „Blitzdarstellung“ des jeweiligen Landes mit Fläche und Einwohnerzahl, den geschichtlichen Hintergrund beschreiben werde. Danach folgt die heutige sprachliche Situation und anschließend die Sprachpolitik.

Der zweite Teil meiner Arbeit behandelt die interkulturellen Texte die aus den Kontaktsituationen hervorgehen.

Im dritten Teil werde ich schließlich die Frage behandeln, warum aus bestimmten Kontakten eine Fülle von Mischtexten hervorgehen und aus anderen nur sehr wenige oder gar keine. Dabei werde ich meine Forschungsergebnisse aus dem zweiten Teil als Grundlage nehmen. Die einzelnen Kontaktsituationen werden jeweils nach Kriterien behandelt, die für mich in dieser Frage wichtig erscheinen.

Im Schlußwort werde ich die erforschten Ergebnisse kurz zusammenfassen und ein Desiderat nennen.

Aufgrund der begrenzten Zeit meiner Forschung erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich konnte leider nicht zu jedem Punkt ausreichend Informationsmaterial finden. Das gilt vor allem für die Sprachpolitik. Genauso decken meine Beschreibungen zur heutigen Situation im jeweiligen Land nicht immer dieselben Punkte ab. Es kann also vorkommen, dass man einen interessanten Aspekt der einen Kontaktsituation in der Beschreibung einer anderen Kontaktsituation nicht vorfindet. Was die Texte angeht, kann ich nur diese anführen, die ich ermitteln konnte. Das schließt nicht aus, dass die Realität anders aussehen kann.

2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch

2.1 USA

2.1.1 Eckdaten

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Gesamtfläche von 9, 4 Mio. km² bei einer Einwohnerzahl von 265 Mio. (Duden 482).

2.1.2 Geschichtlicher Hintergrund der Kontaktsituation

In den USA ist jede spanisch sprechende Nationalität vertreten, wobei die drei größten Gruppen die Chicanos im Südwesten, die Puertoricaner in New York und Chicago, und die Kubaner in Miami darstellen (Thompson 53). Hispanische BevölkerungfindetmanjedochinganzFlorida,inIllinoisimGebietumChicagoundinMichiganundNewJersey(Populationchicanos dans les comtés aus USA http://www.intercarto.com/html/cartotheque/theme/usa/usa_14.htm). Ich werde mich bei meiner Beschreibung auf die Chicanos, d.h. die eingewanderten, und zum Teil seit mehreren Generationen in den USA lebenden, Mexikaner im Südwesten beschränken, da sie die größte Gruppe darstellen.

Nach großen Einwanderungswellen von chinesischen und später japanischen Landarbeitern, kam zwischen 1850 und 1880 ein großer Zustrom von Mexikanern in den Südwesten der USA, in Territorien die zum Teil bis kürzlich zu Mexiko gehört hatten. Es kamen ca. 55.000 Mexikaner, die unter anderem für Landarbeit, Bergbau und Eisenbahnbau zu schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen eingesetzt wurden. Die Zahlen stiegen zwischen 1880 und 1890 weiter an, so dass dieZahlderbisdahinimmigriertenmehrals75.000betrugundetwa60%derEisenbahnarbeiterMexikanerwaren(TheBorderhttp://www.pbs.org/kpbs/theborder/history/timeline/17.html).

Nach der Mexikanischen Revolution 1910 wurden die Lebensbedingungen in Mexiko zunehmend schlechter, so dass bis in die späten 1930er Jahre das Land kaum noch Erträge brachte und Arbeit knapp wurde. Der Erste Weltkrieg schaffte jedoch in den USA Arbeitsplätze, da viele US-Arbeiter Übersee im Krieg waren und man dringend gute Arbeiter brauchte. Aber auch das schnelle Wachstum der Bergbauindustrie,EisenbahnundLandbauim Südwesten verlangte nach billigen Arbeitskräften(TheBorderhttp://www.pbs.org/kpbs/theborder/history/timeline/17.html). Es gab also sogenannte Pull- und Push-Faktoren, die die mexikanischen Arbeiter ins Land holten: Die schlechte Lage im Heimatland und der dringende Bedarf an Arbeitskräften in den Vereinigten Staaten. Zwischen 1910 und 1920 kamen mindestens 219.000 Mexikaner ins Land. Sie verdoppelten damit die hispanische Bevölkerung in Arizona, New Mexico und Texas, und vervierfachten die von Kalifornien. Die wirtschaftliche Rezession nach dem ersten Weltkrieg brachte kurzzeitig eine Rückwanderungswelle von Mexikanern nach Mexiko. Aber schon Mitte der 1920er gab eine erneute Einwanderungswelle. Eine halbe Millionen MexikanerkamenindieUSA,einNeuntelderUS‑Gesamtbevölkerung(TheGilderLehrmanInstituteofAmericanHistoryhttp://www.gliah.uh.edu/mexican_voices/voices_display.cfm?id=90).

Wegen sich häufender Beschwerden und Aufstände mexikanischer Arbeiter aufgrund der Ausbeutung und Verletzung ihrer Arbeitsrechte, gab es ab den 1920er Jahren verschiedene Eingriffe der mexikanischen Regierung, aufgrund derer die mexikanischen Arbeiter mehr Rechte zugesichert bekamen und ihre Arbeitsbedingungen in Verträgen geregelt wurden. 1942, als die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten holte man sich durch das sogenannte Bracero Programm nötige Landarbeiter mit Zeitverträgen ins Land. Durch das Bracero Programm kamen mehr als 4 Millionen Mexikaner auf Zeit in die USA.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mexikanische Arbeiter durch rückkehrende Veteranen und Arbeit suchende Arbeiter der Kriegsindustrie verdrängt. Um 1947 versuchte man die importierten mexikanischen Arbeitskräfte zu reduzieren. 1960 fand man durch den Überschuss an illegalen Landarbeitern und die Erfindung eines mechanischen Erntegeräts für Baumwolle für das Bracero Programm langsam keine Verwendung mehr. 1964 wurde es dann, auch aufgrund von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen der Bracero Angestellen abgeschafft.

(TheBorderhttp://www.pbs.org/kpbs/theborder/history/timeline/17.html)

2.1.3 Heutige sprachliche Situation

Die mexikanische Bevölkerung in den USA ist eine rasch wachsende Gruppe. Nach dem US Census Bureau und The Latin Quarter News beträgt im Jahr 2000 die hispanischeBevölkerung32Mio.(HispanicsUnlimitedPotentialhttp://www.theamericas.org/hispanics_unlimited_potential.htm).

Die Chicanos bilden keine homogene Gruppe, da die Einwanderung der Mexikaner in die USA verschiedene Zeiträume betraf und somit verschiedene Einwanderergenerationen aufeinander trafen. Dadurch existieren natürlich auch alle Nuancen von Sprachkompetenz in den beiden Sprachen Spanisch und Englisch und daher auch verschiedene Spanglish-Varianten (Locks On Nuestras Bocas http://www.nd.edu/~frswrite/mcpartlin/2002/ramirez.shtml).

Die Chicanos zeichnen sich meist durch den Gebrauch des Spanglish aus, d. h. ein Codeswitching zwischen Spanisch und Englisch im täglichen Umgang untereinander, aber auch in ihrer Literatur. Stavans begründet das folgendermaßen: [...]; they are no longer fluent in the language of Cervantes but have also failed to master that of Shakespeare“ (555). Außerdem sind beide Sprachen im täglichen Leben so präsent, dass es sich automatisch ergibt, in beiden Sprachen zu kommunizieren. Spanglish kennt keine Grenzen was die soziale Schicht angeht (LocksonNuestrasBocas http://www.nd.edu/~frswrite/mcpartlin/2002/ramirez.shtml).

2.1.4 Sprachpolitik

Die USA hatten nie eine wirklich bewusst geplante, nationale Sprachpolitik. Es gab immer wieder Sprachregelungen, diese waren jedoch „[...] ad hoc responses to immediate needs or political pressures – often contradictory and inadequate to cope withchangingtimes. [...] Discrimination has also flourished at times. English Only restrictions were used to harass unpopular minorities, such as Spanish speakers in CaliforniaorGermanspeakersduringWorldWarI,ortorepresscolonizedgroups,

suchasAmericanIndiansandPuertoRicans.(IssuesinU.S.LanguagePolicy http://ourworld.compuserve.com/homepages/JWCRAWFORD/langpol.htm)

In den letzten Jahrzehnten gab es verschiedene bilinguale Erziehungsprogramme. Die einen waren dazu da, durch zweisprachige Erziehung Minderheitensprachen durch Englisch zu ersetzen, und andere wurden eingesetzt um Englischsprechern Fremdsprachen beizubringen. Beide Programme waren nicht sehr erfolgreich. Nach Crawford bedarf die Sprachpolitik in den USA der Klärung der Frage wie man auf demografische Veränderungen reagieren soll, damit nationales Interesse und demokratische Traditionen gewahrt werden. Eine der Lösungen wäre ihm zufolge das sogenannte „English Plus, a philosophy that stresses the importance of English proficiencyforallAmericans–something that no one diputes – while encouraging the developmentofmultiplelanguageskills“ (IssuesinU.S.LanguagePolicy http://ourworld.compuserve.com/homepages/JWCRAWFORD/langpol.htm).

2.2 Gibraltar

2.2.1 Eckdaten

Das an der Südspitze der Iberischen Halbinsel gelegene Gibraltar mit seinem 425 Meter hohen Felsen (Das große Universal Lexikon 241) hat eine Fläche von 5,8 km² undeineEinwohnerzahlvonrund 29.000(Duden444).

2.2.2 Geschichtlicher Hintergrund der Kontaktsituation

Die Koexistenz des Spanischen und Englischen in Gibraltar beginnt mit dem Jahr 1704 als es von den Briten während des Spanischen Erbfolgekrieges (1702 – 1713) besetzt wurde. Gibraltar wurde dann 1713 durch den Vertrag von Utrecht offiziell vonSpanienanGroßbritannienabgetreten.Eswurde1830zurbritischenKronkolo-

nieerklärt(TheSaltLakeTribunehttp://ww.sltrib.com/2002/jan/01202002/nation_w/169198.htm). Die offizielle Sprache wurde Englisch. Nach der Eroberung durch die Engländer bestand der Hauptteil der Bevölkerung aus genuesischen Fischerfamilien, die zurückblieben während die spanische Bevölkerung abzog. Diese behielten zunächst ihren italienischen Dialekt bei. Nach und nach kristallisierten sich jedoch Englisch und Spanisch als Verkehrssprachen heraus.

Zur Zeit der „Großen Belagerung“ („Great Siege“, 13.09.1779 – 12.03.1783) wurde das Englische zunächst gestärkt, da ein Teil der Menschen Gibraltar verließ, wobei die restliche Bevölkerung in engeren Kontakt mit der britischen Garnison kam. (Kramer 310)

Das 19. Jahrhundert wurde dann aber entscheidend für die sprachliche Entwicklung (Kramer 310). Das Spanische kristallisierte sich als Alltagssprache heraus, obwohl zu jener Zeit der Anteil der Spanisch stämmigen an der Bevölkerung weniger als ein Drittel betrug (Dennis 1977, 104 zit. in: Kramer 311). Der Kontakt zum spanischen Hinterland wurde enger, da man fast seinen gesamten Bedarf von dort bezog. Dadurch wurde das Spanische immer häufiger verwendet. Da es Gibraltar wirtschaftlich besser ging als dem Hinterland, gab es bald einen ständigen Zustrom von Arbeitsuchenden (West 1956, 152 zit. in: Kramer 311). Einen großen Einfluss auf die Sprachentwicklung Gibraltars hatte auch die katholische Kirche, die sich ausschließlich des Spanischen bediente (Kramer 311).

Ein paar besondere Ereignisse in der Geschichte Gibraltars führten zeitweise zur Abwendung vom Spanischen und sorgten für verstärkte Wertschätzung und Gebrauch des Englischen. Dazu zählte die Zeit während des Spanischen Bürgerkriegs (1931 - 1939) wo es bis zu zehntausend spanische Flüchtlinge in Gibraltar gab (Dennis 1977, 89 zit. in: Kramer 312). Anstatt jedoch das Spanische dadurch verstärkt zu benutzen, grenzte sich die Bevölkerung bewusst von den Flüchtlingen ab, indem sie Englisch sprach. Im zweiten Weltkrieg wurde Gibraltar evakuiert, wobei der größte Teil der Bevölkerung ins Englisch sprachige Ausland ging. Bei ihrer Rückkehr hatte sich dann der Gebrauch des Englischen verstärkt. Unter Franco schließlich gab es eine spanische Blockade (1969 – 1982) in der er alle Verbindungen mit Gibraltar abbrach, weil er es gewaltsam wieder an Spanien binden wollte (Kramer 312 f.). Eine Volksabstimmung hatte jedoch schon1967ergeben,dassGibraltarzuGroßbritannien zugehörig bleiben wollte

(12.138zu44Stimmen,in:TheSaltLakeTibunewww.sltrib.com/2002/jan/01202002/nation_w/169198.htm/99,6%,in:ZDFheutehttp://www.heute.t‑online.de/ZDFheute/artikel/3/0,1367,POL-0-2021667,00.html). Franco erreichte genau das Gegenteil mit seiner Blockade. Die Menschen wandten sich von allem was mit Spanien zu tun hat ab, aus Angst ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Manche Menschen vermieden es daher sogar Spanisch zu sprechen. Heute ist die Lage wieder entspannter und man sieht ein, dass ein Miteinander mit Spanien wichtig ist, für diese einzigartige Sonderstellung die Gibraltar genießt (Kramer 313).

2.2.3 Heutige sprachliche Situation

Die alleinige Amtssprache Gibraltars ist Englisch. Englisch ist einzige Schriftsprache, Sprache der Medien (bis auf einen Radiosender der einige Programme in Spanisch sendet) (Lipski, Sobre el... 416) und des öffentlichen Lebens wie Verwaltung, Schulen, etc. Seit dem frühen 19. Jahrhundert gibt es in Gibraltar ein ausgezeichnetes Schulsystem was die Erlernung des Englischen als höchste Priorität ansieht (Kramer 311). Spanisch wird an den Schulen nur als Fremdsprache gelehrt. Dieses System übersieht jedoch völlig, dass Spanisch bereits die Muttersprache der meisten Schüler ist und dass vielmehr Englisch mit Methoden für den Erwerb einer Fremdsprache unterrichtet werden müsste. (Lipski, Sobre el... 416)

In der Bevölkerung, die zu mehr als 50 % aus Spanisch stämmigen Menschen besteht ist der Gebrauch des Spanischen¹ üblicher als der des Englischen, und das ebenso bei nicht Spanisch stämmigen Einwohnern (Lipski, Sobre el... 414). Unter in Gibraltar Geborenen ist es äußerst selten, dass man kein Spanisch spricht. Es wird also von fast allen Einwohnern als tägliche Umgangssprache das Spanische vorgezogen, oft auch in Kombination mit dem Englischen (Lipski, Sobre el... 416). Menschen, die von Großbritannien nach Gibraltar ziehen, nehmen meist Spanisch als ihre Umgangssprache an (Lipski, Sobre el... 416). Somit ist die reale linguistische Situation eine ganz andere als die offiziell vertretene: „La realidad lingüística de Gibraltar hace un contraste fuerte con la política oficial, que ubica al ingrés como único idioma reconocido en todas las actividades del gobierno, en la prensa, la radio y la televisión“ (Lipski, Sobre el... 416).

Obwohl es nun offensichtlich ist, dass Spanisch häufiger, natürlicher und mit größerer Flüssigkeit verwendet wird, spielt das Englische eine große Rolle. Englisch ist die Sprache mit dem höheren Prestige, was jeder Gibraltarianer, bewusst oder unbewusst auch so handhabt, z. B. beim ersten Kontakt mit anderen bei öffentlichen Veranstaltungen. (Lipski, Sobre el... 423 / 424) Es ist auch so, dass Sprachmischungen sehr häufig vorkommen, sie aber nur in einer Richtung stattfindet, nämlich wenn man Spanisch spricht. Beabsichtigt man Englisch zu sprechen, wird Spanisch nicht mit hineingemischt (Kramer 314). Außerdem empfinden sich „[w]ohl fast alle Bewohner Gibraltars [...] als Teil der englischsprachigen Völkergemeinschaft und würden eine Zuordnung zur ‚hispanidad‘ vehement ablehnen [...]“ (Kramer 313). Das, obwohl ihre Muttersprache Spanisch ist. Ein erst kürzlich aus aktuellem Anlass vorgenommenes Referendum in Gibraltar bestätigt diese Aussage. Anlass für diesen Volksentscheid war ein Abkommen Londons und Madrids sich künftig die Souveränität über Gibraltar zu teilen. London erkläre sich dazu bereit, wenn die Einwohner Gibraltars in einem von Großbritannien angesetzten Volksentscheid zustimmten. Dieses Referendum wurde noch nicht angesetzt. In einem von Gibraltar angesetzten Volksentscheid wollten die Einwohner jedoch schon vorab ein Zeichen setzen. Ähnlich wie 1967 stimmten am 07.11.2002 98,97 % gegen eine geteilte Souveränität.(ZDF heute http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/3/0,1367,POL-0-2021667,00.html/http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/18/0,1367,POL-0-2022194,00.html) Gibraltarwillenglisch bleiben.

[...]

Details

Seiten
32
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638352963
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35344
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
Note
1
Schlagworte
Spanisch-englische Kontaktsituationen Welt Mischtexte Interkulturelle Texte Romania Geschichte-Theorie-Analyse

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