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Optimierungsmöglichkeiten und Komponenten der Konzernsteuerquote

Hausarbeit 2017 22 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Analyse der Konzernsteuerquote
2.1 Komponenten der Konzernsteuerquote
2.1.1 Tatsächliche Steuern
2.1.2 Latente Steuern
2.1.3 Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern
2.2 Überleitungsrechnung nach IAS 12
2.3 Interessengruppen der Konzernsteuerquote

3. Möglichkeiten zur Optimierung der Konzernsteuerquote
3.1 Nicht abzugsfähige Aufwendungen
3.2 Steuerfreie Erträge
3.3 Steuerliche Verlustvorträge
3.4 Internationales Steuergefälle

4. Empirische Untersuchung
4.1 Entwicklung der Konzernsteuerquote
4.2 Empirische Untersuchung von vier DAX-Unternehmen

5. Kritische Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Konzernsteuerquote

Abbildung 2: Vergleich der Konzernsteuerquote

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Überblick über die Bildung latenter Steuern

Tabelle 2: Beispielhafte steuerliche Überleitungsrechnung

Tabelle 3: Vergleich der Konzernsteuerquote

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Die Konzernsteuerquote, welche als Maßgröße für die effektive Steuerbe- lastung von Unternehmen gilt, hat in den letzten Jahren enorm an Bedeu- tung gewonnen.[1] Da die Konzernsteuerquote eine Kennzahl ist, welche auf Grundlage internationaler Rechnungslegungsvorschriften errechnet wird, ist von einer immer größer werdenden Bedeutung der internationalen Rech- nungslegungsstandards auszugehen. Auch das Bilanzrichtlinie-Umset- zungsgesetz (BilRUG), welches für den Jahresabschluss zum 31. Dezem- ber 2016 das erste Mal anzuwenden ist, lässt erkennen, dass sich das deut- sche Handelsrecht immer weiter den internationalen Rechnungslegungs- standards annähert. [2] Daher ist die Konzernsteuerquote besonders für Un- ternehmen, welche ihre Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) durchführen, besonders relevant.[3]

Im Folgenden wird die Konzernsteuerquote analysiert. Dies geschieht, in- dem die Komponenten der Konzernsteuerquote genauer betrachtet werden und die Grundlage der Konzernsteuerquote ergründet wird. Anschließend werden Interessenten der Konzernsteuerquote charakterisiert. Aus den ein- zelnen Komponenten sollen Zusammenhänge, bezüglich der Höhe der Konzernsteuerquote, abgeleitet werden. Der Hauptteil der Arbeit besteht darin, die Möglichkeiten zur Steuerung der Konzernsteuerquote darzustel- len, was durch eine empirische Untersuchung bekräftigt werden soll. Ab- schließend werden die wichtigsten Gedanken dieser Arbeit kritisch zusam- mengefasst.

2. Analyse der Konzernsteuerquote

Gemäß IAS 12 Ziff. 86 ist die Konzernsteuerquote definiert.[4] Alternativ wird neben dem Begriff der Konzernsteuerquote gleichbedeutend auch der Be- griff „effektiver Steuersatz“ oder der englische Begriff „Effectiv Tax Rate“ (ETR) verwendet.[5] Im Folgenden des zweiten Kapitels soll die Konzernsteu-erquote, welche notwendiger Bestandteil internationaler Abschlüsse ist, analysiert werden.

2.1 Komponenten der Konzernsteuerquote

Die Konzernsteuerquote wird als Quotient veranschaulicht und stellt das Verhältnis von effektiven Steueraufwand des Konzerns zum Jahresüberschuss des Konzerns vor Ertragsteuern dar. Der effektive Steueraufwand ist die Summe aus dem tatsächlichen Steueraufwand des Konzerns und dem latenten Steueraufwand bzw. -ertrag des Konzerns.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei Betrachtung des Quotienten fällt auf, dass für die Berechnung der Konzernsteuerquote nur die Ertragsteuern von Bedeutung sind.[7]

Mathematisch kann man feststellen, dass bei einer Erhöhung der steuerlichen Komponenten im Zähler, sich die Konzernsteuerquote ceteris paribus erhöht. Wenn die steuerlichen Komponenten im Zähler demnach gering, im Verhältnis zum Jahresüberschuss im Nenner sind, kann man eine niedrige Konzernsteuerquote erhalten.

2.1.1 Tatsächliche Steuern

Die erste Komponente der Konzernsteuerquote sind die tatsächlichen Er- tragssteuern. Der Ertragsteueraufwand einer Kapitalgesellschaft in Deutschland beträgt mit 29,825 Prozent etwa 30 Prozent. Dieser Prozent- satz setzt sich zusammen aus einer Körperschaftsteuerbelastung von 15 Prozent zzgl. dem SolZ von 0,825 Prozent und einer Gewerbesteuerbelas- tung in Höhe von 14 Prozent bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 400 Prozent.[8]

Signifikant ist, dass die tatsächlichen Ertragsteuern alle Steuern beinhalten, die auf Grundlage der steuerpflichtigen Einkommen aller Konzerngesellschaften im In- und Ausland entstanden sind. Somit erfolgt keine Aufteilung in inländische und ausländische Steuern. Ein Rückschluss auf die nationale tatsächliche Steuerbelastung ist daher nicht möglich.

Die tatsächliche Steuer kann abhängig von einem steuerlichen Gewinn bzw. Verlust eine Steuerbelastung bzw. -entlastung darstellen.

2.1.2 Latente Steuern

Latente Steuern ergeben sich durch Abweichungen, einer IFRS-Bilanz und einer nach nationalem Steuerrecht aufgestellten Steuerbilanz, die durch un- terschiedliche Bilanzierungsregeln und verschiedene Wahlrechte auftreten. Eine aktive latente Steuer stellt einen Erstattungsanspruch gegenüber dem Finanzamt dar, wobei eine passive latente Steuer als Steuerschuld anzuse- hen ist.[9]

Durch latente Steuern wird die Steuerbelastung in derselben Periode erfasst, in welcher auch die Transaktion selbst erfasst wird, obgleich die tatsächlichen Steuerzahlungen oder -erstattungen erst in der Zukunft getätigt werden.[10] Latente Steuern sollen also ein Informationsinstrument sein, um über in Zukunft zu erwartende Steuerbelastungen oder -entlastungen, welche aus den Gegebenheiten des aktuellen Veranlagungszeitraums und den der Vorjahre resultieren, zu informieren.[11]

Grundsätzlich unterscheidet IAS 12 in drei Ergebnisdifferenzen, welche zwi- schen einer IFRS- und einer Steuerbilanz auftreten können. Zu einer laten- ten Steuer führen nur die zeitlich begrenzten und die quasi zeitlich begrenz- ten Differenzen. Bei zeitlich begrenzten Differenzen erfolgt ein automati- scher Ausgleich im Zeitablauf, wie z.B. bei einer unterschiedlichen Nut- zungsdauer gemäß IFRS- und Steuerbilanz. Auch bei quasi zeitlich be- grenzten Differenzen ist ein Ausgleich durch neu eintretende Ereignisse oder Managemententscheidungen vorgesehen. Zeitlich unbegrenzte Differenzen führen nicht zu der Bildung einer latenten Steuer, da kein Ausgleich vorgesehen ist, weil der Sachverhalt im Steuerrecht nie relevant ist.[12]

Abschließend soll Tabelle 1 einen Überblick über die Bildung von aktiven und passiven latenten Steuern geben.

Tabelle 1: Überblick über die Bildung latenter Steuern[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.3 Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern

Die letzte Komponente zur Berechnung der Konzernsteuerquote ist der Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern. Ermittelt wird dieser durch Addition aller Einzelergebnisse der Konzernunternehmen vor Abzug der Ertragsteuern, bereinigt um die konzerninternen Prozesse.[14]

Einflüsse auf die Höhe der Konzernsteuerquote üben, in Bezug auf den Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern, vor allem nichtabziehbare Betriebsausgaben und steuerfreie Erträge aus.[15] Wie genau durch diese nichtabziehbare Betriebsausgaben und steuerfreie Erträge die Konzernsteuerquote gesteuert werden kann, wird in Kapitel 3 analysiert.

2.2 Überleitungsrechnung nach IAS 12

Da kapitalmarktorientierte Konzerne nach IFRS bilanzieren müssen, müssen sie eine steuerliche Überleitungsrechnung gemäß IAS 12.81c durchführen, aus welcher die Konzernsteuerquote hervorgeht.

[...]


[1] Vgl. Herzig/ Dempfle, Konzernsteuerquote, betriebliche Steuerpolitik und Steuerwettbewerb, 2002, S. 1; Dempfle, Charakterisierung, Analyse und Beeinflussung der Konzernsteuerquote, 2006, S. V; Müller, Die Konzernsteuerquote - Modephänomen oder ernst zu nehmende neue Kennziffer?, 2002, S. 1684

[2] Vgl. Keller, BilRUG Verpflichtende Erstanwendung im Geschäftsjahr 2016, 2015, S. 12

[3] Vgl. Von Eitzen/ Dahlke, Bilanzierung von Steuerpositionen nach IFRS, 2008, S. 2

[4] Vgl. Von Eitzen/ Dahlke, Bilanzierung von Steuerpositionen nach IFRS, 2008, S. 3

[5] Vgl. Mammen, Die Konzernsteuerquote als Lenkungsinstrument im Rahmen des Risikomanagementsystems börsennotierter Muttergesellschaften, 2011, S. 117

[6] Vgl. Von Eitzen/ Dahlke, Bilanzierung von Steuerpositionen nach IFRS, 2008, S. 3

[7] Vgl. Kröner/ Benzel, § 12 Konzernsteuerquote, 2008, Rz. 2

[8] Vgl. Baumgartner, Die Konzernsteuerquote als Kennzahl der Steuerplanung, 2015, S. 160

[9] Vgl. Hans Böckler Stiftung, IAS 12 Ertragsteuern, 2014, S. 3

[10] Vgl. Von Eitzen/ Dahlke, Bilanzierung von Steuerpositionen nach IFRS, 2008, S. 7

[11] Vgl. Kröner/ Beckenhaub, Konzernsteuerquote, 2008, S. 4

[12] Vgl. Hans Böckler Stiftung, IAS 12 Ertragsteuern, 2014, S. 5

[13] Vgl. Hans Böckler Stiftung, IAS 12 Ertragsteuern, 2014, S. 3, 5

[14] Vgl. Herzig/ Dempfle, Konzernsteuerquote, betriebliche Steuerpolitik und Steuerwettbewerb, 2002, S. 2

[15] Vgl. Kromer/ Peter/ Szyszlo, Herleitung der steuerlichen Überleitungsrechnung und der Konzernsteuerquote, 2014, S. 277

Details

Seiten
22
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668442948
ISBN (Buch)
9783668442955
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v354560
Note
Schlagworte
optimierungsmöglichkeiten komponenten konzernsteuerquote

Autor

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