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Der römische Kaiser Galba. Leben, Herrschaft und Gründe für sein Scheitern

Hausarbeit 2016 10 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Galba
2.1 Das Leben Galbas vor seiner Herrschaft
2.2 Galbas Weg zur Herrschaft
2.3 Galbas Herrschaft
2.4 Gründe für sein Scheitern
2.4.1 Militärische Gründe
2.4.2 Finanzielle Gründe
2.4.3 Seine persönlichen Fehler und die seines Umfeldes

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1 Quellenverzeichnis
4.2 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Ende Neros im Jahre 68 n. Chr. bedeutete nicht nur das Ende seiner selbst sondern gleichzeitig auch das Ende, der durch Augustus eingeführten, julisch-claudischen Dynastie. Somit begann mit Galba ein völlig neues Zeitalter. Galba sollte nicht der letzte Kaiser innerhlab kürzester Zeit bleiben, denn ihm folgten noch weitere drei. Aus diesem Grund wird diese Zeit auch als das Vierkaiserjahr bezeichnet. Diese schnellen Regierungswechsel lassen eine Krise des römischen Kaisertums erkennen, wobei sie traditionelle Grundlagen fortsetzen zugleich aber auch neue Ansätze der Prinzipatsordnung einführten. Die folgende Arbeit soll aber Galba und hierbei besonders sein Scheitern untersuchen. War seine unbestechliche Strenge die Schuld an seinem Scheitern? Und in wieweit ist diese Schuld von Anfang an ersichtlich?

Dabei soll zu Beginn Galba vor seiner Herrschaft untersucht werden, zum einem seine Lebensdaten und zum anderen seine charakteristischen Eigenschaften. Lassen sich hierbei bereits Ansätze seiner Strenge finden?

Im Folgenden wird Galbas Weg zur Herrschaft betrachtet und in einem Zeitstrahl gesetzt. Daraufhin soll die Herrschaft Galbas und seine besonderen Merkmale beziehungsweise zentralen Aspekte, die für seine Herrschaft besonders wichtig waren, betrachtet werden. Um hinsichtlich die Fehler seiner Herrschaft zu finden, die ihn schlussendlich zum Sturz gebracht haben.

Die Grundlage dieser Arbeit sind zwei Quellen. Zum einen die Quelle des Tacitus zum anderen aber auch die des Sueton. Allerdings berichtet auch Plutarch über die Geschehnisse.

2. Galba

2.1 Das Leben Galbas vor seiner Herrschaft

Galba, welcher mit zunächst vollem Namen Servius Sulpicius Galba hieß, wurde am 24. Dezember 3 v. Chr. in einer Villa bei Tarracina als Sohn des Sulpicius Galba und der Mummia Achaica geboren.[1]

Nachdem seine Mutter gestorben war, heiratete sein Vater erneut. Seine neue Frau war die sehr reiche und schöne Livia Ocellina, die Galba adoptierte und deren Namen Galba fortan ebenfalls trug. So hieß er nun Lucius Livius Ocella Servius Sulpicius Galba und erst nach seiner Krönung nannte er sich wieder Servius, denn vorher war er allen nur als Lucius bekannt.[2]

Galba selbst heiratete um 20 n. Chr. die Aemilia Lepida. Sie war seine einzige Frau und mit ihr hatte er zwei Söhne zusammen. Alle drei starben allerdings bereits schon vor seinem Machtantritt und Galba lebte fortan als Witwer weiter.[3]

2.2 Galbas Weg zur Herrschaft

Galbas erstes politisches Amt war das des Praetor, welches er ab ca. 32 n. Chr. ausübte. Während seiner Tätigkeit als Praetor, präsentierte er bei den Floralienspielen, dem Gedenkfest der Göttin Flora, seiltanzende Elefanten, wodurch er 33 n. Chr. direkt zum einjährigen Statthalter von der Provinz Aquitanien ernannt wurde.[4] Als nächstes Amt bestritt er für sechs Monate, das Amt des ordentlichen Konsuls.[5] Nach diesen sechs Monaten ersetzte er Gaetulicius in Obergermanien als Statthalter.[6] Auch das Heer spürte den Unterscheid zwischen den beiden Statthaltern, denn Galbas Strenge war etwas vollkommen neues für die Soldaten. Da er seine zuvor angetretenen Ämter ebenfalls mit Strenge und den Bezug auf die alten Traditionen bewältigte und durchführte, so führte er dies an dieser Stelle fort.

Von 44 n. Chr. bis 46 n. Chr. wurde Galba nach Afrika gerufen[7], da es dort zu Unruhen gekommen war und seine Strenge, die bereits bekannt war, dort nun für Ruhe und Ordnung sorgen sollte.[8] Für seine Dienste zum einen in Afrika zum anderen aber auch in Germanien, bekam er Auszeichnungen. Darunter fiel zum einem die Auszeichnung als Triumphators, zum anderen aber auch die der drei Priesterämter.[9] Um 60 n. Chr. wurde er von Nero als Statthalter in die Provinz Hispania Tarraconensis gesandt.[10]

Seit dem Winter 67/68 n. Chr. begann unter dem Gaius Iulius Vindex, dem Statthalter der unbewaffneten Provinz Gallia Lugdunensis, der Impuls einer Aufstandsbewegung gegen Nero. Galba allerdings verhielt sich zunächst neutral und zögerte dann lange, sich den Rebellen anzuschließen. Unter dieser Prämisse erhielt Galba Briefe von dem Statthalter der Provinz Gallia Lugdunensis, Gaius Iulius Vindex, dessen Briefen Galba aber kein wirkliches Vertrauen schenkte.[11] Erst im April 68 n. Chr. schloß sich Galba den Rebellen an und wurde daraufhin am 3. April von den Soldaten zum neuen Kaiser ausgerufen. Jedoch nannte Galba sich zunächst nur als „legatus Senatus Populique Romani“ (Beauftragter des Senats und des römischen Volkes) und wollte somit dem Senat die Entscheidung über den neuen Kaiser überlassen.[12] Die Prätorianer wandten sich erst von Nero ab, als der Prätorianerpräfekt Gaius Nymphidius Sabinus, welcher noch unter der Gnade Neros stand, dem Senat versprach, dass sie ein Geldgeschenk erhalten würden, wenn sie sich gegen Nero erheben würden. Somit wurde Galba daraufhin am 8. Juni 68 n. Chr. durch den Senat zum neuen Kaiser erklärt.[13] Insgesamt war seine Strenge mit einer der Gründe, warum das Volk in so große Euphorie gefallen war, denn damit stand er in einem kompletten Gegensatz zu seinem Vorgänger. Somit war seine Strenge zu dieser Zeit zunächst als Segen gesehen worden.

2.3 Galbas Herrschaft

Während Nero zuvor versuchte, sein Volk mit Geldgeschenken und Versprechung zu überzeugen und auf seine Seite zu ziehen, machte Galba dies durch die Errichtung einer Kommission Null und nichtig. Denn die von ihm gegründete Kommission sollte die Versprechungen und Geldgeschenke wieder zurücknehmen oder erst gar nicht auszahlen.[14] Auch die typischen Sonderzahlungen an das Militär entfielen auf einmal völlig. Unter den typischen Sonderzahlungen fielen zum Beispiel Prämien bei einer gewonnen Schlacht, etc.[15] Dies lag unter anderem auch daran, dass Galba sich zur Aufgabe gemacht hatte, das große Loch, welches Nero in der Staatskasse hinterlassen hatte, wieder zu schließen. Ebenso waren es aber auch seine Berater, die sich während seiner Regierungszeit als korrupt erwiesen.

Ein besonderes Augenmerk bei der Herrschaft Galbas muss auf seine drei Beratern geworfen werden, denn diese überschatten seine Herrschaft, da sie ihn von der Außenwelt isolierten. Seine drei Berater waren Titus Vinius, Cornelius Laco und Icelus. Titus Vinius stammte aus dem Ritterstand (ordo equester) und war von Skandalen geprägt. Zudem häufte er sich besonders unter Galbas Herrschaft ein Vermögen an. Icelus war ein Freigelassener und wurde erst kurz zuvor in den Ritterstand erhoben. Ebenso wie Vinius häufte auch er sich ein Vermögen an. Laco hatte weder militärische noch administrative Erfahrungen. Insgesamt werden sie bei Tacitus aber auch bei Sueton als böse und falsch dargestellt.[16]

Sie waren auch der Grund, warum Galba allerdings das Prinzip der Belohnung der Unterstützer und das der Bestrafung der Widersacher anwandte.

Sobald Galba von einem Aufstand erfuhr, wurde dieser direkt niedergeschlagen. Dies zeigte sich bereits bei seiner Ankunft in Rom, als er die Soldaten, die sich gegen die Aufstände in Gallien und Spanien gestellt hatten.[17] Alles in Allem zeigt gerade Galba in seiner Herrschaft, dass er nicht viel von Bestechlichkeit hielt und diese auch nicht, wie das Volk es in etwa gewohnt war, fortzusetzen. Auch seine sonstige Strenge bestimmte seine Herrschaft.

2.4 Gründe für sein Scheitern

2.4.1 Militärische Gründe

Ähnlich verlief es auch bei dem Militär, denn hier wurde er den Erwartungen nicht gerecht, wobei das Militär unter anderem ihm ebenfalls den Weg zur Herrschaft gebahnt hatte.[18] Das Militär spielte bei der Machtergreifung Galbas die Rolle, dass Galba ohne es nie Kaiser geworden wäre. Seine Legion aus Germanien riefen ihn schließlich bereits schon Anfang April zum Kaiser aus. Deswegen war er auch bekannt als Soldatenkaiser.[19]

Daraufhin stellte Galba fest, dass es nötig sei, einen Nachfolger für eine Wahl zu stellen.[20] Seine Gründe für die Adoption waren einmal sein bereits vorangeschrittenes Alter und die Forderung der germanischen Legion nach einem neuen Kaiser. Sein endgültiger Entschluss für eine Adoption fiel dann bei der Verwehrung des Eides auf den Kaiser, denn dies ereignete sich bei der Legion in Obergermanien.[21]

Des Weiteren richtete er ein Blutbad bei seinem Ankommen in Rom an, indem er die Soldaten, die sich gegen die Aufstände in Gallien und Spanien gestellt hatten, umbrachte.[22] Dieses Unterkapitel macht deutlich, dass sich im Laufe seiner Regierungszeit sich die zunächst mit Euphorie aufgefasste Strenge und Unbestechlichkeit mehr mehr für die Unzufriedenheit im Militär sorgte.

2.4.2 Finanzielle Gründe

Das versprochene Geldgeschenk, welches Galba den Sieg zur Herrschaft erst bescherte und von dem Prätorianerpräfekt Gaius Nymphidius versprochen wurde, wurde ebenfalls nicht ausgezahlt.[23] Zudem bezahlte er auch nicht die Prämien an die Soldaten, was ebenfalls zu der Unzufriedenheit des Militärs führte.[24] Bei der Adoption des Piso wurde den Prätorianern wie zuvor erneut das erwartete Geldgeschenk verwehrt.[25] Zudem häuften sich Galbas Berater das hart erkämpfte Geld an.[26] Aber auch sie waren dafür verantwortlich, dass Galba mal verschwenderisch mit dem Geld umging und dann aber auf einmal vollkommen Streng jegliche Sonderzahlung komplett einstellte.

Da er zwar wie von ihm erwartete wird Geldgeschenke anbietet, diese aber niemals auszahlt. Das zeigt zum anderen aber auch, dass Galba von seiner selbst sehr überzeugend gewesen sein muss, da er womöglich davon überzeugt war es auch ohne jegliche Bestechung zu schaffen.

[...]


[1] Sueton: Die Kaiserviten. Berühmte Männer. Lateinisch – Deutsch. Hrsg. u. Übers. v. Hans Martinet, Düsseldorf u. a. 1997, 4. Im Folg.: Sueton: Galba.

[2] Eck, Werner: Art. Galba, in: Der Neue Pauly (Band) 4 (2000), Sp. 746, Im Folg.: Eck: Galba.

[3] Morgan, Gwyn: 69 A.D. The Year of Four Emperors. Oxford University Press, Oxford 2006, S. 32, im Folg.: Morgan: 69 A.D.

[4] Eck: Galba, Sp. 476.

[5] Eck: Galba, Sp. 746.

[6] Morgan: 69 A.D., S. 33.

[7] Eck: Galba, Sp. 746.

[8] Sueton: Kaiserviten, 7.

[9] Sueton: Kaiserviten, 8.

[10] Eck: Galba, Sp. 746.

[11] Murison, Charles L.: Galba, Otho und Vitellius. Careers and Controversies, Olms, Hildesheim u.a. 1993, S. 40, Im Folg.: Murison: Galba, Otho und Vitellius.

[12] Huttner, Ulrich: Römische Antike, 2. Auflage, Tübingen 2013, S. 292, im Folg.: Huttner, Römische Antike.

[13] Morgan: 69 A.D., S. 29.

[14] Morgan: 69 A.D., S. 40f.

[15] Huttner: Römische Antike, S. 293.

[16] Morgan: 69 A.D., S. 35f.

[17] Morgan. 69 A.D., S. 43f.

[18] Huttner: Römische Antike, S.293.

[19] Murison: Galba, Otho und Vitellius, S. 40.

[20] Tacitus: Historien I, 12.

[21] Tacitus: Historien I, 4-5, 7, 12.

[22] Morgan: 69 A.D., S. 43f.

[23] Morgan: 69 A.D., S. 46f.

[24] Morgan: 69 A.D., S. 41f.

[25] Tacitus: Historien I, 18-19.

[26] Morgan: 69 A.D., S.35f.

Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668413207
ISBN (Buch)
9783668413214
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355117
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Schlagworte
kaiser galba leben herrschaft gründe scheitern

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