Lade Inhalt...

Von der Integration zur Inklusion. Grundlagen inklusiver Pädagogik

Wichtige Aspekte und deren Bedeutung für die Umsetzung im Elementarbereich

Hausarbeit 2016 21 Seiten

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Grundbegriffen
2.1 Integration
2.2 Inklusion
2.3 Pädagogik der Vielfalt

3. Aspekte zur Umsetzung von Inklusion im Elementarbereich
3.1 Jedes Kind ist individuell
3.2 Rahmenbedingungen einer Kindertageseinrichtung bei der Umsetzung inklusiver Pädagogik
3.3 Anforderungen an Erzieher

4. Bedeutung der Umsetzung von wichtigen Aspekten der Inklusion im pädagogischen Alltag im Elementarbereich

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema Inklusion findet immer mehr Beachtung und soll auf Grundlage von Gleichberechtigung immer mehr weiterentwickelt werden. Jeder Mensch ist unterschiedlich und doch gleich. Das bedeutet, dass jeder individuelle Merkmale aufweist und Bedürfnisse mitbringt, aber jeder die gleichen Rechte zur Erfüllung dieser Bedürfnisse besitzt.

Inklusion ist so gesehen eine Weiterentwicklung der Integration, die ebenfalls die Absicht hat, Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht auszuschließen. Die Definition beider Begriffe sind im zweiten Kapitel vorhanden.

Ein wichtiger Aspekt in der inklusiven Pädagogik ist die Vielfalt. Was diese bedeutet, kann ebenfalls im zweiten Kapitel nachgelesen werden.

Um in dieser Hausarbeit den Schwerpunkt auf den Elementarbereich zu legen, geht es im dritten Kapitel um die Umsetzung von inklusiver Pädagogik in diesem Bereich. Zunächst geht es um die Individualität von Kindern, welche Beachtung eine große Rolle in der Inklusionspädagogik spielt.

Maßgeblich sind in der Kindertageseinrichtung zur Umsetzung inklusiver Pädagogik auch die Rahmenbedingungen, die erfüllt und eingehalten werden müssen. Hierbei geht es vor allem um die Raumgestaltung und das Spielmaterial, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder angepasst sein sollten. Ebenso beachtlich ist auch die Zusammenarbeit im Team, durch die die Umsetzung von Inklusion immer wieder reflektiert und weiterentwickelt werden kann. Das Hinzuziehen von Fachkräften aus anderen Institutionen kann hierbei durch Tipps und Ratschläge unterstützend zur Seite stehen.

Zur Erfüllung einer positiven Qualität, die ausschlaggebend für eine gelungene Umsetzung der inklusiven Pädagogik ist, gibt es unterschiedliche Hilfestellungen, von denen eine Auswahl im Kapitel der Rahmenbedingungen vorgestellt wird.

Selbstverständlich gibt es Anforderungen an die Erzieher in der inklusiven Arbeit mit Kindern, die erfüllt werden sollten, damit die Umsetzung des Konzeptes gelingen kann.

Im vierten Kapitel wird dann implizit auf die Bedeutung der Umsetzung inklusiver Pädagogik im Elementarbereich eingegangen.

Alle in den Kapiteln bearbeiteten Aspekte bilden das Thema dieser Seminararbeit, welches den Namen „Grundlagen inklusiver Pädagogik – Der Weg von der Integration zur Inklusion: Wichtige Aspekte und deren Bedeutung für die Umsetzung im Elementarbereich“ trägt. Am Ende der hier vorliegenden Ausarbeitung ist dann abschließend ein Fazit des Hausarbeitsthemas nachzulesen.

2. Definition von Grundbegriffen

Um besser in das Thema einsteigen zu können und um die wichtigsten Begriffe zu verstehen, wird sich zunächst den wichtigsten Grundbegriffen zugewandt. Zu erwähnen ist, dass ein Unterschied zwischen Integration und Inklusion besteht, den es zu verstehen gilt, um Missverständnisse zu vermeiden.

2.1 Integration

Der Begriff „Integration“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet im soziologischen und pädagogischen Zusammenhang soviel wie „Einbeziehung“ und „Eingliederung“ (Groschwald & Rosenkötter, 2015, S. 9) und wurde in den 1970er Jahren von den Wissenschaftlern Georg Feuser und Hans Eberwein ins Leben gerufen. Zunächst ging es Eberwein darum, dass die Integration lernbehinderter und verhaltensgestörter Kinder vorrangig in Gesamtschulen gefordert werden sollte. Das Aufgabenverständnis von SonderschullehrerInnen sollte dadurch verändert werden. Feuser Ziel hingegen war zu beweisen, dass die „Erziehungs- und Bildungsfähigkeit geistig „behinderter“ und „autistischer“ Kinder vorhanden ist (Lingenauber, 2013, S. 107). Integration soll also die gemeinsame Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung in Kitas und Schulen vorantreiben (Albers, 2012, S. 9). Das Ziel der Integration ist es, Kinder die aufgrund einer Behinderung oder Entwicklungsstörung ausgeschlossen wären, in ihre soziale Gruppe einzubeziehen. Betrachtet man Integration im Zusammenhang mit gemeinsamer Betreuung, Bildung und Erziehung, so bedeutet diese, dass man ohne Aussonderung auskommt (Groschwald & Rosenkötter, 2015, S. 9) und diese klar verhindern kann.

Im Jahre 1985 wurde der Begriff der Integration durch Feuser auf das gesamte Erziehungs- und Bildungssystem ausgeweitet (Lingenauber, 2013, S. 108). Seitdem werden also auch Kinder im Elementarbereich in der Integrationsforderung berücksichtigt und in diese miteinbezogen. Eberwein bezieht sich jedoch weiterhin nur auf den Schulbereich (Lingenauber, 2013, S. 109). Im Jahre 1990 weitet Feuser die Integrationskategorie aus. Er bezeichnet dies als „Prinzip der totalen Integration“ (ebd.). Nun werden nicht nur Kinder in Kindertageseinrichtungen und Schulen berücksichtigt, sondern Menschen in allen Lebensbereichen. Dazu gehören die Frühförderung, Ausbildung, Arbeit, das Wohnen und die Freizeit. Es handelt sich nun um eine umfassende Integration aller Menschen (ebd.). Dieses Thema wird immer weiterentwickelt und es soll immer weiter optimiert werden.

Der nächste Schritt, der erreicht werden soll ist daher die Inklusion.

2.2 Inklusion

Der Begriff „Inklusion“ stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „Einschluss“ (Groschwald, 2015, S. 9). Jeder Mensch wird als Teil der Gemeinschaft betrachtet und darf gleichberechtigt an allen Tätigkeiten teilhaben und diese mitgestalten. Dieses Recht ist unabhängig von seinen Fähigkeiten, seiner Herkunft, seinem Geschlecht, etc. (ebd.).

Seit dem Jahre 2009 stellt Inklusion nun eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe des Bildungswesens dar. Dies wird durch die von der UN Konvention festgelegten Rechte von Menschen mit Behinderungen begründet (Wagner, 2013, S. 12). Auf Kinder bezogen, geht Inklusion von der Besonderheit und den individuellen Bedürfnissen eines jeden Kindes aus. Ein Blick auf deren gesamte Persönlichkeit wird verlangt. Alle Kinder und deren Erzieherinnen und Erzieher lernen miteinander und voneinander. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er den Anforderungen nicht entsprechen kann (Groschwald & Rosenkötter, 2015, S. 9). Rahmenbedingungen sollen an den Bedürfnissen und Besonderheiten der Kinder ausgerichtet werden. Strukturen müssen sich den individuellen Bedürfnissen anpassen und nicht umgekehrt. Bildungseinrichtungen entwickeln sich somit zu einem fördernden und herausfordernden Ort für alle Kinder. Der Inklusionsgedanke möchte ebenso Bildungsgerechtigkeit erzielen und somit Bildungsbarrieren abbauen (ebd., S. 9f).

Beim Begriff Inklusion geht es daher auch darum, dass gesellschaftliche Bedingungen der Kinder aktiv erfragt werden, Barrieren zu erkennen und Gelegenheiten zu identifizieren, die zu einer Ungleichbehandlung und Ausgrenzung führen. Gerechtigkeit ist hierbei das Ziel. Lässt man sich auf Inklusion ein, bedeutet es also auch, dass man sich mit Bildungsbarrieren auseinandersetzt (ebd., S. 10).

(Abbildung für Veröffentlichung entfernt.)

Um den Unterschied beider Begriffe deutlich machen zu können, kann man gut folgende Abbildung nutzen. Sie stellt die Bedeutungen anhand von verschiedenfarbigen Punkten dar. Die Exklusion ist, wie es vermuten lässt, das Gegenteil von Inklusion und bezeichnet einen Prozess der Ausschließung (hier zu erkennen an den bunten Punkten). Integration ist darum bemüht, diese in die Gemeinschaft zu integrieren, also einzubeziehen. Inklusion hingegen bedeutet, dass jeder Mensch als Gleich und Gleichberechtigter gesehen wird, wie bereits erläutert wurde (ebd.).

Ebenso spielt die Vielfalt aller Kinder in der Inklusion eine große Rolle (ebd., S. 9). Was dieser Begriff bedeutet, wird im folgenden Teil genauer beschrieben.

2.3 Pädagogik der Vielfalt

Im Jahre 2006 entwickelt die Autorin Annedore Prengel Überlegungen zur Pädagogik der Vielfalt, auch Diversität genannt. Dieser Ansatz besagt, dass jeder Mensch auf der Grundlage der Menschenrechte die gleichen Ausgangsvoraussetzungen hat (Albers, 2012, S. 16). In diesem Verständnis wird die Differenz als freiheitliches und gleichberechtigtes, nicht hierarchisches Zusammenleben von Individuen verstanden. Bezeichnet wird dieses Verständnis auch als Wertschätzung von Heterogenität. Im frühpädagogischen Bereich bedeutet dies, dass jedes Kind ein Individuum ist, und damit auch unabhängig von Herkunft, Geschlecht und körperlicher Voraussetzungen, etc. die gleichen Rechte besitzt. Frühpädagogen haben demnach die Aufgabe, eine individualisierende Perspektive gegenüber Kindern einzunehmen und eine Sensibilität gegenüber von Gruppen (Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit Behinderung, etc.) zu entwickeln (ebd., S. 16f).

„Für professionelles pädagogisches Handeln kommt es darauf an, verallgemeinertes Regelwissen zu typischen kindlichen Lebenslagen mit auf Einzelfall bezogenem Fallverstehen zu kombinieren“ (Prengel, 2010, S. 3).

Vielfalt bezeichnet die Unterschiedlichkeit und die Gleichwertigkeit eines Individuums. Hier trifft wieder das Merkmal wie in der Definition von Inklusion zu, dass nicht das einzelne Kind gezwungen ist, sich an vorhandene Normen zu beweisen, sondern dass von der Gesellschaft Strukturen geschaffen werden, die es jedem Kind möglich machen, sich in seinen wertvollen Leistungen zu zeigen und entwickeln zu können (Groschwald & Rosenkötter, 2015, S. 11). Welche Voraussetzungen die Umsetzung von Inklusion im Elementarbereich hat, wird im nächsten Kapitel beschrieben.

3. Aspekte zur Umsetzung von Inklusion im Elementarbereich

Um Inklusion im Elementarbereich umsetzen zu können, gibt es unterschiedliche Aspekte, die beachtet werden müssen. Dazu gehört, dass man über das Bild des Kindes in der inklusiven Pädagogik bescheid weiß, sowie über die Rahmenbedingungen, die erfüllt und eingehalten werden sollten. Ebenso von großer Bedeutung sind die Anforderungen an die Erzieher und die Art und Weise wie pädagogische Prozesse gestaltet werden. Kooperationen zwischen Kindertagesstätte und unterschiedlichen Institutionen, die ebenso zur Inklusion beitragen können, sind hilfreich und empfehlenswert. Auf die genannten Faktoren wird nun in den folgenden Unterkapiteln der Seminararbeit eingegangen.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668431768
ISBN (Buch)
9783668431775
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355173
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
1,0
Schlagworte
integrative pädagogik grundlagen integration inklusion wichtige aspekte bedeutung umsetzung elementarbereich

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Von der Integration zur Inklusion. Grundlagen inklusiver Pädagogik