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Projektentwicklung in der Immobilienwirtschaft. Die Entwicklungsphasen bei der Aufteilung eines Wohnhauses in Wohnungseigentum

Hausarbeit 2016 37 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Definition Projektentwicklung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen der Projektentwicklung
2.1 Der Projektentwicklungsprozess
2.2 Die Projektentwicklung im engeren,mittleren und weiteren Sinn

3 Phase der Projektinitiierung
3.1 Projektskizze
3.2 Projektentwicklungsrechnung Frontdoor-/Backdoor Approach

4 Phase der Konzeption
4.1 Machbarkeitsstudie
4.1.1 Marktanalyse
4.1.2 Standortanalyse
4.1.3 Nutzungskonzeptanalyse
4.1.3.1 Beispiel einer Nutzungskonzeptanalyse
4.1.3.2 Beispielfragenkatalog für die Mieterberatung
4.1.4 Wettbewerbsanalyse
4.1.5 Risikoanalyse
4.2 Wirtschaftlichkeits- und Renditeanalyse

5 Projektkonkretisierung
5.1 Schaffung grundbuchrechtlicher Voraussetzungen
5.1.1 Sicherung
5.1.2 Aufteilung
5.2 Schaffung baurechtlicher Voraussetzungen durch Genehmigungsplan
5.3 Schaffung finanzieller Möglichkeiten

6 Projektrealisierung und -management
6.1 Projektmanagement
6.2 Projektcontrolling

7 Projektvermarktung
7.1 Aufgabe und Zielsetzung der Projektvermarktung
7.2 Eigen- oder Fremdvertrieb

8 Schlussbetrachtung
8.1 Zusammenfassung
8.2 Fazit

Literaturverzeichnis

Anlage 1

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ablauf- und Aufgabenfelder der Projektentwicklung

Abb. 2: Abgrenzung der Immobilienprojektentwicklung

Abb. 3: Projektinitiierung

Abb. 4: Der Kreislauf des Risikomanagements

Abb. 5: Risikosteuerung

Abb. 6: Methoden der Investitionsrechnung

Abb. 7: Vorteile von Eigen- und Fremdvertrieb

Abb. 8: Nachteile von Eigen- und Fremdvertrieb

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Beispiel Wirtschaftlichkeitsberechnung

Tab. 2: Beispiel Renditeberechnung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Definition Projektentwicklung

Außerordentlich Vielseitig. So wird die Entwicklung von Immobilienprojekten bezeichnet, aufgrund der unterschiedlichen Aufgabenfelder und Fähigkeiten, die ein Projektentwickler für den Beruf mitbringt. Zu den Aufgaben eines Projektentwicklers gehören u.a. zu Anfang die Projektakquisition, zu Beginn der Entwicklung vor allem eine möglichst umfassende Informationsbeschaffung über den jeweiligen Immobilienmarkt, die Entwicklung einer wirtschaftlich tragbaren Idee, die Handhabung aller Verträge, bis zum Controlling der eventuell anstehenden Realisierung des Projektes. All das kann delegiert, kontrolliert, überwacht oder auch selbst durchgeführt werden, während parallel dazu die Vermarktung des Projektes mitunter auch Bestandteil der Aufgabenfelder sein kann.1

Warum ist die Arbeit des Projektentwicklers, trotz der heutigen Transparenz, komplex und vor allem so facettenreich? Ein Grund dafür sind vor allem unterschiedliche Schwerpunkte von Projektentwicklern, der Immobilienmarkt hat dafür 4 Typologische Aspekte. Dazu gehören: Gewerbeimmobilien, Wohnimmobilien, Sonderimmobilien und Industrieimmobilien. Hinzu kommen die unterschiedlichen Stellungen des Projektentwicklers. Ist der Projektentwickler Dienstleister, entwickelt das Projekt auf dem Grundstück eines Investors auf dessen Namen und auf dessen Rechnung bzw. Kosten? Oder ist der Projektentwickler nicht nur für die Entwicklung verantwortlich, sondern auch zugleich Eigentümer des Grundstückes? In dem Fall trägt der Projektentwickler das vollständige Vermarktungsrisiko, agiert somit als Bauträger und unterliegt allen Bestimmungen der Makler- und Bauträgerverordnung.2 Wenn man die Begriffe Projekt und Entwicklung definiert, dann stellt das Projekt eher ein Vorhaben, einen Entwurf oder auch ein Plan dar, an dem über einen bestimmten Zeitraum gearbeitet werden soll. Entwicklung dagegen ist eher ein Prozess von Dingen, Erscheinungen und Zuständen.3 Darüber hinaus ist der Beruf des Projektentwicklers so facettenreich, das können auch die funktionsspezifischen Aspekte innerhalb des Modells -Haus der Immobilienökonomie- idealerweise darlegen: Zu den Verantwortungsbereichen des Projektentwicklers gehören: Immobilienanalyse, Immobilienbewertung, Immobilienfinanzierung, Immobilieninvestition sowie die Immobilienmarketing.4

Der ausschlaggebende Grund für den facettenreichen Beruf ist tatsächlich die Standortgebundenheit sowie die Einmaligkeit der Immobilie. Die Phase der Projektinitiierung, die ebenfalls in Kap. 3 Bestandteil der Hausarbeit ist, macht ferner deutlich, dass jede am Markt befindliche Immobilie per se ein Unikat ist.5 „Ein Unikat insofern, dass selbst bei gleichem Grundriss keine Immobilie völlig identisch mit einer anderen ist“6 Selbst bei einem herkömmlichen Mehrfamilienhaus, in dem sich mehrere Einheiten befinden, ist keine der Wohneinheiten, auch bei gleichem oder ähnlichem Grundriss - aufgrund der unterschiedlichen Belichtung und Beschallung - identisch.7 Ein standardisierter Prozess, der 1:1 auf ein anderes Projekt übertragen werden kann, ist demnach sehr unwahrscheinlich.

1.2 Problem und Zielsetzung

Wesentlicher Bestandteil der Hausarbeit ist die Projektentwicklung von Immobilien, jedoch mit einem weiteren Zusatz: Das Bauträgergeschäft. Das Geschäftsmodell des Bauträgergeschäftes ist mittlerweile gängige Praxis und weit verbreitet innerhalb der Immobilienwirtschaft, erhält allerdings in der Literatur für die Projektentwicklung von Immobilien keine sonderbare Aufmerksamkeit. Dazu muss eine übergeordnete Frage analysiert werden. Warum sind Immobilieninvestitionen überhaupt interessant? Die Investition von Immobilien beschränkt sich auf das eingesetzte Kapital, die Wertsteigerung in Folge erhöhter Mieteinnahmen und wertschöpfender Maßnahmen beziehen sich allerdings auf das gesamte Immobilienvermögen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten die Rendite auf das eingesetzte Kapital zu steigern. Auch wird unterschieden zwischen dem Handel von Immobilien (Gewerblicher An- und Verkauf) sowie finanzierte Immobilien zur Bestandsverwaltung. Diese Hausarbeit beschränkt sich auf den gewerblichen Ankauf eines Zinshauses zur anschließenden Aufteilung in einzelne Wohneinheiten. Innerhalb der Projektentwicklung werden Wertschöpfende Maßnahmen durchgeführt und der Cashflow der Immobilien wird nachhaltig erhöht, um abschließend den gewerblichen Verkauf einzelner Wohneinheiten, idealerweise mit hohem Gewinn, zu gewährleisten. I.d.R. Sollte bei diesen Konzept sichergestellt werden, dass auch tatsächlich alle Wohneinheiten verkauft werden, da sich der Gewinn hauptsächlich in den letzten Immobilien befindet. Generell sind ganze Zinshäuser im Einkauf günstiger, als die Summe einzelner Wohneinheiten, da die Nachfrage nach einzelnen Wohneinheiten höher und der Kapitalaufwand primär niedriger ist, als für ein ganzes Zinshaus. Für den Verkauf eines Zinshauses ist es auch nur notwendig eine Transaktion durchzuführen, während der Aufwand für den Abverkauf einzelner Wohneinheiten deutlich höher ist.

1.3 Gang der Untersuchung

Zu Anfang der Hausarbeit wird eine allgemeine Definition für den Begriff Projektentwicklung geliefert, danach folgt die Problemstellung und Zielsetzung. Im ersten Abschnitt unter Kap. 2 der Arbeit werden die Projektentwicklungsphasen vorgestellt, nach denen die Hausarbeit aufgebaut ist. Im nächsten Schritt der Arbeit werden alle Phasen detailliert erläutert und soweit möglich auch ausgeführt, vor allem durch Informationen, die sich mit dem Bauträgergeschäft überschneiden. Darunter werden Informationen über das Bauträgergeschäft beleuchtet, die einzelnen Projektentwicklungsphasen bilden dafür die Basis. Es wird die Annahme getroffen, dass das Bauträgergeschäft den Einkauf eines Mehrfamilienhauses beschreibt, nachdem die Aufteilung in einzelne Wohneinheiten und anschließenden Investitionen in Wertschöpfende Maßnahmen sowie der Abverkauf einzelner Wohneinheiten stattfindet. Dabei werden die Phasen von Beginn mit der Projektinitiierung bis zum Ende mit der Projektvermarktung veranschaulicht. Das Ende der Hausarbeit bzw. der Schlussteil wird innerhalb der Schlussbetrachtung mit einer Zusammenfassung der Arbeit sowie dem dazugehörigen Fazit abgeschlossen.

2 Grundlagen der Projektentwicklung

2.1 Der Projektentwicklungsprozess

In der nachfolgenden Abbildung 1 wird deutlich, welche einzelnen Projektschritte durchlaufen werden müssen, um nach der Projektinitiierung das Ziel des Projektabschlusses zu erreichen. In der Praxis gibt es allerdings auch Projekte, in denen einzelne Phasen des unten stehenden Modells übersprungen werden können, wenn Bspw. Informationen von Seiten der Eigentümer vorbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Die Phasen können zudem auch iterativ und parallel zueinander ablaufen.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ablauf und Aufgabenfelder der Projektentwicklung9

Zu den Hauptmerkmalen bzw. Aufgabenfeldern der Projektentwicklung gehören die Projektinitiierung, Projektkonzeption, Projektkonkretisierung, Projektrealisierung und -management sowie die Projektvermarktung. Wenn das Immobilienprojekt während der Phasen Projektinitiierung und Projektkonzeption nicht den wirtschaftlichen Ansprüchen des Projektentwicklers entspricht, muss der Projektentwickler - auch wenn bereits Arbeit, Energie und Geld in das Projekt geflossen sind - in der Phase der Projektinitiierung mit einem neuen Projekt beginnen. Die Entscheidung für die Projekt- und Grundstückssicherung wird innerhalb der Phasen Projektinitiierung, Projektkonzeption und Projektrealisierung wahrgenommen, je nachdem wie flexibel der Eigentümer der Immobilie mit der Möglichkeit der Projekt- und Grundstückssicherung ist. Dabei kann es durchaus in der Praxis mal vorkommen, dass sich ein Projektentwickler mit den einzelnen Phasen näher und zeitaufwendiger beschäftigt, und im Nachhinein feststellen musste, dass die Immobilie bereits anderweitig reserviert oder verkauft ist.

2.2 Die Projektentwicklung im engeren, mittleren und weiterem Sinn

Die Gesamtleistung eines Architekten oder Ingenieurs wird nach der Honorarordnung für Architekten oder Ingenieursleistungen (HOAI) in Leistungsphasen gegliedert. Diese Leistungsphasen sind ideal, um den Beruf des Projektentwicklers zum einen zu veranschaulichen, zum anderen allerdings auch, um eine Abgrenzung von der Projektentwicklung im engeren bis zum weiterem Sinne vorzunehmen.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Abgrenzung der Immobilienprojektentwicklung11

Die HOAI hat nach §34 für das Leistungsbild Gebäude und Innenräume (2013) insgesamt 9 Leistungsphasen:

1. Grundlagenermittlung
2. Vorplanung mit Kosteneinschätzung
3. Entwurfsplanung und Kostenberechnung
4. Genehmigungsplanung
5. Ausführungsplanung
6. Vorbereitung der Vergabe von Leistungsverzeichnissen
7. Mitwirkung bei der Vergabe von Leistungsverzeichnissen
8. Objektüberwachung (Bauüberwachung und Dokumentation)
9. Objektbetreuung

Die einzelnen Erläuterungen und Aufgaben der neun Leistungsphasen, die sich in der Verordnung der Bundesregierung über die HOAI von 2013 befinden, wurden der Hausarbeit als Anlage 1 hinzugefügt und können eingesehen werden. Die ersten vier Leistungsphasen der HOAI beschreiben die Projektentwicklung im engeren Sinne. Nach der Genehmigungsplanung und der Sammlung sämtlicher Voraussetzungen für die bauliche Erstellung und Vermarktung, ist die Projektentwicklung - nach Auffassung der Projektentwicklung im engeren Sinne - danach abgeschlossen. Nach Ablauf der 8. Leistungsphase, der Phase der Objektüberwachung (Bauüberwachung und Dokumentation) ist die Projektentwicklung im mittleren Sinne abgeschlossen. Um die Projektentwicklung im weiteren Sinne abzuschließen, muss der Projektentwickler zudem an der neunten Leistungsphase, der Objektbetreuung, mitbeteiligt sein.12

3 Phase der Projektinitiierung

Die erste Phase der Projektinitiierung wird noch einmal durch die nachfolgende Abbildung 3 deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Projektinitiierung13

In der Abbildung 3 wird deutlich, dass es mehrere Grundbausteine und somit auch unterschiedliche Absichten für die Projektentwicklung gibt, wodurch die jeweilige Entwicklungsdauer von der sogenannten Idee der Projektentwicklung, bis zur endgültigen Fertigstellung, verschiedene Zeitspannen vergehen können. Hiermit ist nicht der unmittelbare Bau der Immobilie gemeint, sondern vor allem das Planungs- und Genehmigungsverfahren, welche zwangsläufig vor der eigentlichen Bauphase stattfindet.14 Wobei das Risiko bei starken Zeitverzögerungen mehr oder weniger steigen kann, wenn sich die Nachfrageentwicklung - entgegen der eigentlichen Erwartung - während der sogenannten Produktionszeit zum negativen verändert.

Dies könnte faktisch wirtschaftliche Konsequenzen für den Investor haben.15 Man unterscheidet zwischen 3 Szenarien:

- Szenario 1: Der Standort, das Grundstück, benötigt eine Projektidee, die auch tatsächlich nach Durchsicht in dem Bebauungsplan sowie nach benötigten Bauanträgen beim Bauamt durchgeführt werden kann.16
- Szenario 2: Für eine mögliche Projektidee fehlt das nötige Kapital, sowie der geeignete Standort zur Durchführung der Projektentwicklung. Hier kommt es zum einen auf die Qualität, und zum anderen auf die Übertragbarkeit und Anpassungsfähigkeit an einen realen Standort an.17
- Szenario 3: Das nötige Kapital ist vorhanden und wird für eine jeweilige Projektidee, sowie einem Standort, der noch gesucht werden muss, eingesetzt.18

3.1 Projektskizze

Im Anschluss darf der Projektentwickler eine grobe Beschreibung in Form einer Skizze anfertigen, in dem die Grundzüge des Projekts aufgeführt werden. Dazu gehören: Kosteneinschätzung des Projektes, Mietpreise (Ist-Soll Zustand), Flächensätze (BGF, Mietfläche), Bestandsbilder und Nutzungsrahmen sowie auch weitere Informationen, je nachdem ob und wie viele vorhanden sind.

3.2 Projektentwicklungsrechnung Front-/ Backdoor Approach

Daraufhin wird eine einfache und erste Projektentwicklungsrechnung durchgeführt, diese kann entweder durch die Front-/ oder Backdoor-Approach-Berechnung durchgeführt werden. Im wesentlichen unterscheiden sich diese Modelle von der Sichtweise. Die Frontdoor-Approach-Berechnung wird verwendet um zu bewerten, ob das Projekt wirtschaftlich oder unwirtschaftlich ist. Die einzelnen Kostenstellen, die durch die Projektentwicklung entstehen, werden zusammen addiert, mit eventuellen Zuschlägen für Wagnis und Gewinn.19 Aus den ermittelten Gesamtkosten wird nun eine Mindestmiete pro Quadratmeter errechnet, die wiederum auf dem Markt realistisch erzielbar sein muss, um das Projekt wirtschaftlich zu bezeichnen. Ist das Ergebnis der Berechnung nicht auf dem Markt realisierbar, ist das Projekt auch nicht wirtschaftlich. Bei der Backdoor-Approach- Berechnung wird zunächst eine Prognose über eine realistische bzw. marktübliche Miete ermittelt, die wiederum als Grundlage zur Berechnung der maximal möglichen Gesamtkosten benötigt wird. Die daraufhin ermittelten Gesamtkosten können ferner zur Verhandlung mit dem Eigentümer genutzt werden.20

4 Phase der Konzeption

Die Projektentwicklung befindet sich nun in der zweiten Phase des Projektentwicklungs- prozesses, vorausgesetzt sie ist nicht innerhalb der ersten Phase der Projektinitiierung an der Projektskizze oder an der Projektentwicklungsrechnung gescheitert. Die Aufgabe der zweiten Phase besteht darin, die in der ersten Phase aufgeführten Informationen noch einmal im Detail zu konzipieren und zu überprüfen.21 Es gibt unterschiedliche Analysebereiche, die innerhalb der Machbarkeitsstudie untersucht werden. Dabei geht es darum, mit Hilfe der Analysebereiche möglichst alle Risiken, die während der Projektentwicklung auftreten können, aufzudecken.22 Auch die Wirtschaftlichkeit und die Rendite des Projektes werden innerhalb der Phase untersucht. Die Informationen aus der Phase der Konzeption sind mitunter verantwortlich für eine Projektentscheidung von Seiten der Investoren, Kapitalgebern und/oder zukünftigen Nutzern.23

4.1 Machbarkeitsstudie

4.1.1 Marktanalyse

Die Marktanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Konzeption einer Immobilie. Sie beinhaltet die Abschätzung der Nachfrage im Rahmen des Flächenangebots in Verbindung mit der Höhe der Miet- und Kaufpreise des Immobilienprojektes.24 In diesem Zusammenhang werden auch die Angebote des Wettbewerbs analysiert und verglichen, und wenn möglich, auch zukünftig anstehende Projekte, um Transparenz in das Projekt zu bringen, und vor allem um das eigene Projekt marktgerecht zu positionieren und neu anzupassen bei Falschpositionierung.25 Ist das Flächenangebot im Verhältnis zur Nachfrage begrenzt, sind Kunden bereit mehr Miete zu zahlen und einen längeren Mietvertrag abzuschließen, als in einer Region, in der das Flächenangebot höher ist als die Nachfrage.26 Die Marktrecherche erfordert ferner eine Analyse über den jetzigen Zustands und eine Prognose des voraussichtlichen Nachfrager-/Kunden- und Anbieter-/Konkurrenten- verhaltens. Auch in der Immobilienbrache gelten die Marktmechanismen der direkten und indirekten Preiselastizität. Steigen bspw. die Immobilienpreise aufgrund sinkender Zinsen der Banken, ist auch eine niedrigere Nachfrage nach Immobilien zu verbuchen und dies hat Auswirkungen auf den zu bezahlenden Preis für die Immobilie (direkte Preiselastizität), indessen sinkt die Investitionsbereitschaft bei verminderten Mietpreisen (indirekte Preiselastizität - Kreuzelastizität).27 Idealerweise wird ein Zinshaus erworben, welches viele Einheiten mit niedriger Wohnfläche besitzt. Mittlerweile werden Immobilien von Kunden vielmehr für bestimmte Lebensabschnitte gekauft und wieder verkauft - eine starke Nachfrage für Wohnimmobilien ist dadurch deutlich zu verbuchen. Das statistische Bundesamt prognostiziert, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße bis 2030 auf 1,88 Personen schrumpfen wird - Im Jahre 2009 sind es 2,04 Personen.28

4.1.2 Standortanalyse

Die Qualität der Lage entscheidet über den weiteren Verlauf einer Immobilienvermarktung. Sie ist wesentlicher Bestandteil und erfordert deshalb ebenfalls eine detaillierte Analyse, idealerweise aus Sicht des Nutzers bzw. Käufers. So lassen sich bspw. Wohnimmobilien in guten Lagen teurer und schneller vermarkten, als Immobilien in schlechten Lagen - genau so wie bei Gewerbeimmobilien. Gleichwohl die gute Lage in diesem Fall unterschiedlich bewertet wird. Bei einer Wohnimmobilie spielen andere Faktoren eine Rolle, als bei einer Gewerbeimmobilie. Diese Kriterien müssen der beabsichtigten Nutzung angepasst werden.

29 Man unterscheidet bei der Standortanalyse die Mikro- von der Makrolage. Die Makrolage beschreibt die Region, den Kreis, die Gemeinde - wobei auch hier 1a-Lagen, 1b-Lagen und II-Lagen oder auch nur sonstige Randlagen unterschieden werden. Die Mikrolage hingegen stellt eher das nähere Umfeld, maximal in fußläufiger Entfernung, sowie das Baugrundstück selbst dar.30

[...]


1 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 613

2 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 614

3 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 611

4 Vgl. Schulte, K.-W., 2008, S 58

5 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S.10

6 Brauer, K.-U. u.a., 2013, S.10

7 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S.11

8 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 7

9 Vgl. Diederichs, C. J., 2005, S. 21

10 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 612

11 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 612

12 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S.611

13 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 9

14 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 11

15 Vgl. Brauer, K.-U. u.a., 2013, S. 11

16 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 9

17 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 10

18 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 9

19 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 10

20 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 10

21 Vgl. Bielefeld, B.; Wirths, M u.a., 2010, S. 12

22 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 115

23 Vgl. Bielefeld, B.; Wirths, M u.a., 2010, S. 12

24 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 131

25 Vgl. Alda, W.;Hirschner, J., 2007, S. 131

26 Vgl. Bielefeld, B.; Wirths, M u.a., 2010, S. 15

27 Vgl. Diederichs, C. J., 2005, S. 26

28 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2013, S. 10

29 Vgl. Bielefeld, B.; Wirths, M u.a., 2010, S. 13

30 Vgl. Diederichs, C. J., 2005, S. 31

Details

Seiten
37
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668463455
ISBN (Buch)
9783668463462
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355910
Institution / Hochschule
Northern Business School – Immatrikuliert HS Wismar
Note
1.0
Schlagworte
Aufteilung Wohnungseigentum Aufteilungsgeschäft Projektentwicklung Projektinitiierung Phasenmodell Nutzungskonzeptanalyse Marktanalyse Wettbewerbsanalyse Wirtschaftlichkeitsanalyse Renditeanalyse

Autor

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Titel: Projektentwicklung in der Immobilienwirtschaft. Die Entwicklungsphasen bei der Aufteilung eines Wohnhauses in Wohnungseigentum