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Der Arbeitsmarkt in Deutschland im Spiegel der demografischen Entwicklung

Hausarbeit 2016 25 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die demografischen Entwicklungen in Deutschland
2.1 Demografie
2.2 Kennziffern der demografischen Entwicklung
2.2.1Geburtenrate
2.2.2Lebenserwartung
2.2.3Natürliche Bevölkerungsbilanz
2.2.4Wanderungssaldo

3 Auswirkungen der demografischen Entwicklungen auf den deutschen Arbeitsmarkt
3.1 Das Arbeitskräfteangebot
3.1.1Der Umfang des Erwerbspersonenpotenzials
3.1.1.1 Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung
3.1.1.2 Rückgang des Bevölkerungsvolumen
3.1.1.3 Entwicklung des Umfangs des Erwerbspersonenpotenzials
3.1.2Die Altersstruktur des Erwerbspersonenpotenzials
3.1.2.1 Alterung der Gesamtbevölkerung
3.1.2.2 Entwicklung der Altersstruktur des Erwerbspersonenpotenzials .
3.2 Die Arbeitskräftenachfrage
3.2.1Auswirkungen auf Innovationen, Wachstum und Produktivität
3.2.2Auswirkungen auf das Lohnniveau

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Total Fertility Rate nach Altersgruppen

Abbildung 2: Bilanz der Lebendgeborenen und Gestorbenen in Deutschland (1960 - 2011) ...

Abbildung 3: Entwicklung des Wanderungssaldos

Abbildung 4: Relevanten Varianten der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung

Abbildung 5: Bevölkerungsstand in Deutschland von 1950 bis 2060

Abbildung 6: Ausgewählte Szenarien für die Entwicklung des EPP bis 2050

Abbildung 7: Prognosen des EPP bis 2060

Abbildung 8: Die Veränderung der Altersstruktur in Deutschland von 1910 bis 2060

Abbildung 9: Entwicklung der Altersstruktur des EPP

Abbildung 10: Erwerbsquote nach ausgewählten Altersgruppen (1991 bis 2010)

Abbildung 11: Unternehmen im demografischen Zangengriff

1 Einleitung

Die Gesamtbevölkerung in Deutschland wird sich langfristig verringern, die Gesellschaft wird im Durchschnitt älter und die Geburtenrate in Deutschland wird voraussichtlich weiter sinken.1 So lautet die Grundaussage zum demografischen Wandel in Deutschland. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um ein neu aufgekommenes Trendthema der Politik oder der Wirtschaft. Seit mehreren Jahrzehnten gehören die demografischen Entwicklungen zu den bedeutendsten gesellschaftspolitischen Themen.2 Bereits seit einigen Jahren und insbesondere seit den Flüchtlingszuströmen nach Deutschland wird dieser Wandel häufig in den Medien und der Politik thematisiert. Des Weiteren befassen sich zahlreiche Institutionen mit dieser Thematik und stellen Prognosen für die zukünftige Entwicklung der deutschen Bevölkerung auf. All diese Vorausberechnungen stimmen dahingehend überein, dass der deutschen Gesellschaft, Politik und den Unternehmen zukünftig einige Herausforderungen hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung bevorstehen.

In dieser Arbeit werden die grundlegenden Kennziffern sowie die bisherigen und prognostizierten Entwicklungen hinsichtlich des demografischen Wandels in Deutschland sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt dargestellt.

2 Die demografischen Entwicklungen in Deutschland

2.1 Demografie

Die strukturellen Änderungen hinsichtlich der Bevölkerung eines Landes sind kontinuierlich. Denn die Größe und Zusammensetzung einer Bevölkerung verändert sich mit jedem zu- oder abgewanderten, geborenen oder gestorbenen Menschen. Die Demografie erforscht die Gründe sowie die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen der demografischen Ausprägungen. Dabei werden u.a. die räumliche Verteilung, der aktuelle Stand, die Struktur und die Entwicklung der Bevölkerung betrachtet sowie die Zusammenhänge mit Haushalt und Familie oder der Entwicklung der Erwerbstätigkeit. Der Begriff der Demografie oder auch Bevölkerungswissenschaft wird aus dem griechischen Begriff „demos“ (das Volk) und „graphein“ (schreiben) abgeleitet.3 Die demografischen Veränderungen sind Die demografischen Entwicklungen in Deutschland keinesfalls ein deutsches Phänomen. Die gesamte Weltbevölkerung und insbesondere Europa sind davon, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen, betroffen. Die Unterschiede bei den Ausprägungen lassen sich durch die unterschiedliche Einflussnahme der jeweiligen Länder auf die beiden wirkungsvollsten Einflussfaktoren der demografischen Entwicklungen, die Geburten- und Zuwanderungsrate, begründen. Die Entwicklungen dieser Raten werden auch zukünftig bedeutende Auswirkung auf die Sozialsysteme, die Infrastruktur, das Einkommen sowie die Erwerbsquote und die Wirtschaft eines Landes haben. Insgesamt wird ein Zuwachs der gesamten Weltbevölkerung von 6.464.750 Mrd. Menschen (2005) auf 9.075.903 Mrd. Menschen (2050) prognostiziert.4

2.2 Kennziffern der demografischen Entwicklung

Zahlreiche Institutionen befassen sich seit Jahren mit den vergangenen demografischen Entwicklungen in Deutschland und stellen Prognosen für die Zukunft auf. Dazu gehören u.a. das Statistische Bundesamt, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) und die Vereinten Nationen (UN). Dabei basieren die Vorausberechnungen für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung zum einen auf bereits erhobenen und zurückliegenden Daten hinsichtlich der Geburten- und Sterberaten sowie der Zu- und Abwanderungen. Zum anderen basieren sie auf den Annahmen über die zukünftigen Entwicklungen dieser Faktoren. Die unterschiedlichen Annahmen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen dieser Faktoren sorgen für die Differenzierung der unterschiedlichen Prognose. Dennoch wird bei allen demografischen Vorausberechnungen ein Betrachtungszeitraum der nächsten 30 bis 50 Jahre festgelegt. Grund dafür sind die Auswirkungen der demografischen Entwicklungen, die sich erst nach mehreren Jahrzehnten vollständig zeigen. Durch diese langfristigen Vorausberechnungen können zukünftige Veränderungen sichtbar gemacht werden und als Frühwarnindikatoren sowohl für die Politik als auch für Wirtschaft und Gesellschaft dienen. Allerdings haben insbesondere die langfristigen Berechnungen Modellcharakter. Denn umso länger der zeitliche Abstand der Prognose vom Berechnungszeitpunkt entfernt ist, desto schwerer lassen sich die tatsächlichen Entwicklungen der Einflussgrößen vorherbestimmen.5

Zahlreiche Ökonomen und Autoren beschreiben zwei grundlegende Aspekte des demografischen Wandels:6

- Der drastische Rückgang des Bevölkerungsvolumens
- Die steigende Alterung der Bevölkerung

Diesen, als Megatrends bezeichneten Entwicklungen, liegen die Veränderungen der folgenden demografischer Kennziffern zugrunde, die nachstehend genauer dargestellt werden:

- Die Geburtenrate
- Die Lebenserwartung
- Das Wanderungssaldo

2.2.1 Geburtenrate

Nachdem enormen Anstieg der Geburtenrate in Deutschland bis auf 2,5 Kinder pro Frau während des „Baby-Booms“ in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, folgte ein rapider Rückgang der Geburtenrate durch die „Pillenknick- Generation“. Die aktuell und bereits seit über dreißig Jahren relativ unveränderte niedrige Total Fertility Rate (TFR) von etwa 1,4 Kindern pro Frau im Alter zwischen 15 und 49 Jahren liegt deutlich unter dem bestandserhaltenden Niveau von ca. 2,1 Kindern je Frau. Dabei ist anzumerken, dass die Geburtenhäufigkeiten der Frauen zwischen 15 und 29 Jahren in den vergangenen Jahrzehnten überproportional zur zusammengefassten Geburtenhäufigkeit abgenommen hat. Allerdings konnte ein dadurch mögliches und weitaus gravierendes Absenken der TFR durch die zunehmende Geburtenrate der Frauen im Alter zwischen 30 bis 49 Jahren kompensiert werden. Im Jahr 2014 betrug die zusammengefasste Geburtenrate der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in Deutschland 1,47 Kinder je Frau.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Total Fertility Rate nach Altersgruppen

Entnommen aus: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2015, S.29.

2.2.2 Lebenserwartung

Die Veränderungen der Lebenserwartung und der Sterblichkeit sind weitere wichtige Einflussfaktoren des demografischen Wandels und sind im Wesentlichen auf die stetige Verbesserung der Gesundheitsversorgung, den medizinischen Fortschritt und die Besserung in den Bereichen Hygiene und Ernährung zurückzuführen. Dadurch ist die durchschnittliche Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert gestiegen und die Sterblichkeit konnte erheblich reduziert werden. Insbesondere die gesunkene Säuglingssterblichkeit hat einen enormen Einfluss auf die durchschnittliche Lebenserwartung. Jedoch hat sich nicht nur die Lebenserwartung der Säuglinge deutlich positiv entwickelt, sondern auch die der älteren Menschen ist erheblich angestiegen. Während ein Mann durchschnittlich in Deutschland in der Zeit von 1871 bis 1881 gerade einmal 72,1 Jahre und eine Frau etwa 72,7 Jahre alt wurde, liegt die Lebenserwartung der Männer heute bei durchschnittlich 80 Jahren und bei Frauen bei 84,1 Jahren. Dementsprechend hatte ein Neugeborenes noch vor etwa 60 Jahren eine etwa 10 Jahre kürzere Lebenserwartung als ein heute geborenes Baby.8

2.2.3 Natürliche Bevölkerungsbilanz

Die natürliche Bevölkerungsbilanz ergibt sich aus der Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten. Man spricht von einem Sterbefallüberschuss bzw. Geburtendefizit, wenn die Anzahl der Sterbefälle, die Anzahl der Geburten übertrifft. Wohingegen ein Geburtenüberschuss, wie er bis 1971 in Deutschland herrschte, durch die den Sterbefällen überwiegende Geburtenanzahl definiert wird.9 Dieser Indikator ist besonders relevant für die Berechnungen der zukünftigen Bevölkerungsentwicklungen, denn die Aussagen über Geburtenhäufigkeiten und Sterbefälle haben nur in ihrer Relation zueinander eine Relevanz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bilanz der Lebendgeborenen und Gestorbenen in Deutschland (1960 - 2011) Entnommen aus: Grünheid & Fiedler, 2013, S. 7.

2.2.4 Wanderungssaldo

Das Wanderungssaldo zeigt die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen nach und aus Deutschland. Hierbei sind allerdings in den vergangenen Jahrzehnten deutlich stärkere Schwankungen festzustellen, als bei der natürlichen Bevölkerungsbilanz. Diese Schwankungen werden beispielsweise durch Flüchtlingsströme, Kriege, Familien, die den in Deutschland lebenden Ausländern nachziehen oder der in den letzten Jahren verstärkten Auswanderung von Deutschen verursacht. Die Zuwanderung der Menschen nach Deutschland hat eine erhebliche Bedeutung für die Bevölkerungsstärke, beispielsweise wäre der Bevölkerungsstand im Jahr 2008 von ca. 82,2 Mio. Menschen in Deutschland ohne die Zuwanderungen lediglich bei 70 Mio. Menschen. Die Autoren Zika, Helmrich und Bellmann erachten das von dem Statistischen Bundesamt berechnete Zuwanderungssaldo zwischen 100.000 (Untergrenze) und 200.000 (Obergrenze) Menschen langfristig als realistisch. Dass dieses bereits in den vergangen Jahren (2010, 2011) erfüllt wurde, zeigt die nachfolgende Tabelle.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung des Wanderungssaldos

Entnommen aus: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) zitiert bei Bellmann et al., 2014, S. 17.

3 Auswirkungen der demografischen Entwicklungen auf den deutschen Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt ist wie alle anderen Märkte der Volkswirtschaft von den Einflussfaktoren Angebot und Nachfrage geprägt.11 Im Folgenden soll dargestellt werden, wie die demografischen Entwicklungen diese beiden Kräfte des Arbeitsmarktes beeinflussen.

3.1 Das Arbeitskräfteangebot

Das Arbeitskräfteangebot ist die Anzahl der erwerbsfähigen Personen, die ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anbieten können. Zu diesen sogenannten Erwerbspersonen zählen sowohl Erwerbstätige als auch Erwerbslose im Alter von 20 bis 64 Jahren.12 Im vergangen Jahr waren dies 44,91 Millionen Menschen in Deutschland.13

Das Erwerbspersonenpotenzial (EPP) zeigt das maximal zur Verfügung stehende gesamtwirtschaftliche Arbeitsangebot im Inland. Im Gegensatz zu der Zahl der Erwerbspersonen werden beim EPP neben den Erwerbstätigen und den Erwerbslosen auch die sogenannten stillen Reserven eines Arbeitsmarktes berücksichtigt.14

[...]


1 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2015, S.13; Kock et al., 2012 o.S.; Debus, 2007, S. 11.

2 Vgl. Flato & Reinbold-Scheible, 2008, S. 11 ff.; SVR, 2011, S. 1.

3 Vgl. Schwarz, 2002, S.1 zitiert bei Prezewowsky, 2007, S. 17.

4 Vgl. Flato & Reinbold-Scheible, 2008, S. 11 ff.

5 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2003, o.S; zitiert bei Prezewowsky, 2007, S. 18; Deutscher Bundestag (Hrsg.), 2002, S. 26f in Prezewowsky, 2007, S. 19.

6 Vgl. im Folgenden: Vereinte Nationen, 2001, S. 3 zitiert bei Prezewowsky, 2007, S. 17; Prezewowsky, 2007, S. 20.

7 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2006, o.S. zitiert bei Debus, 2007, S. 11; Fuchs et al., 2015 S. 21.

8 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2006, o.S. zitiert bei Debus, 2007, S. 12 f.; SVR, 2011, S. 2.

Die demografischen Entwicklungen in Deutschland

9 Vgl. Grünheid & Fiedler, 2013, S. 8.; Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2009, S. 13; Flato et al., 2008, S. 11.

10 Vgl. Grünheid & Fiedler, 2013, S. 7 ff.; Bellmann et al., 2014, S. 16; Flato et al., 2008, S. 12.

11 Vgl. Mankiw & Taylor, 2008, S. 434.

12 Vgl. Eichhorst, Thode, & Winter, 2004, S. 86; Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2015, S. 20.

13 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2016, o.S.

14 Vgl. Fuchs et al., 2015, S. 14.

Details

Seiten
25
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668421943
ISBN (Buch)
9783668421950
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356411
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
demographischer Wandel demografischer Wandel Alterstrukturanalyse Altersstruktur Deutschland Arbeitsmarkt

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