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Parallelen und Unterschiede in der Werbestilistik der NSDAP und AfD

Abgrenzung und rechter Sprachstil in Wahlplakaten der NSDAP und AfD

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 30 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Werbung
Abgrenzung zu anderen Parteien
Das Semiometrie-Modell

3. Politische Werbung der NSDAP in der Weimarer Republik
Inhaltliche Strategien der NSDAP
Das Semiometrie-Modell der NSDAP

4. Politische Werbung der Alternative für Deutschland
Inhaltliche Strategien der AfD
Das Semiometrie-Modell der AfD

5. Fazit: Wandel der politischen Werbestilistik?

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Was die AfD machen würde, wenn sie an der Macht wäre, das weiß sie vielleicht selber noch nicht. Aber eine Partei, die derart sämtliche Grundpfeiler unserer Gesellschaft missachtet, wenn sie etwa das Töten von Menschen zu legitimieren versucht, wenn sie etwa Menschengruppen in völkischen Betrachtungen außerhalb der eigenen Kultur und Zivilisation verortet, wenn sie etwa das herrschende politische System diskreditiert, dann ist eine solche Partei nicht mehr nur einfach rechts, sondern ideologisch völlig anders verortet. (Kiyak, 03.02.2016)

Dass der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sich gegen eine Überwachung der AfD ausgesprochen hat, weil es keine Anhaltspunkte gebe, „dass die Partei die Voraussetzungen erfüllt, um Beobachtungsobjekt des Bundesverfassungsschutzes zu sein“ (Aust, 09.04.2016), überrascht zunächst nicht, da sich die Stilistik und die Selbstpräsentation der Alternative für Deutschland sich von anderen rechtsradikalen Parteien der BRD unterscheidet. Das gesellschaftliche Verständnis von Rechtsextremität und –radikalität ist aber auch maßgeblich geprägt von den Ereignissen kurz vor und während des zweiten Weltkriegs, sodass erst dann mit Sicherheit von Rechtsextremität gesprochen wird, wenn es die Kriterien, die die NSDAP in der Vergangenheit vorgelebt hat, erfüllt.

Dabei wird jedoch meist nur die Zeit nach der Machtergreifung und während des Krieges in Betracht gezogen. Die Stilistik während der Weimarer Republik, also vor der Machtergreifung, scheint seltener Bestandteil von Untersuchungen zu sein, um die Stilistik heutiger Parteien mit dem (rechten) Stil der NSDAP zu vergleichen.

In dieser Arbeit soll die Stilistik der AfD in ihren Wahlplakaten untersucht und der Stilistik der NSDAP in der Weimarer Republik gegenübergestellt werden. Da eine inhaltlich und sprachlich detaillierte Analyse im Rahmen einer solchen Seminararbeit nicht geleistet werden kann, soll im Folgenden näher auf die Strategien der Abgrenzung der Parteien eingegangen werden, sowie auf die besetzten semantischen Wertewelten, welche durch das Semiometrie-Modell nach Beckers et. al. (2013) beschrieben werden.

2. Politische Werbung

Keine Partei kommt ohne politische Werbung aus. Gerade in Wahlkampfsituationen sind Werbekampagnen Teil des Wahlkampfs. Diese umfassen in der heutigen Zeit nicht nur Plakate und Druckschriften, sondern auch Werbefilme für das Fernsehen, Anzeigen, Flugblätter oder andere Kleinwerbemittel. (vgl. Radunski 1980, 92) Der Wahlkampf dient der Information für den Wähler und der Unterstreichung der politischen Auseinandersetzung, die durch Werbekampagnen aufgegriffen und herausgehoben wird (vgl. ebd.).

Diese Werbung fungiert weiterhin als Möglichkeit, den eigenen Standpunkt der Parteien herauszustellen und sich von anderen Parteien abzugrenzen. Im weiteren Verlauf sollen Strategien zur Abgrenzung zu anderen Parteien, sowie das Semiometrie-Modell nach Beckers et. al. erläutert werden.

Abgrenzung zu anderen Parteien

Ein großer Teil politischer Werbung beschäftigt sich damit, sich von den anderen Parteien abzugrenzen und klarzumachen, weshalb die Politik, die die jeweilige Partei vertritt, anders und auch besser ist. In der politischen Werbung der Bundesrepublik Deutschland hat die Auseinandersetzung mit dem Gegner jedoch nachgelassen und ist so keine bestimmende Funktion des Plakats mehr (vgl. Müller 1978, 185). In der Weimarer Republik jedoch ist die Abgrenzung zu den anderen Parteien ein wichtiges stilistisches Mittel. Gerade die NSDAP verstand es, sich durch Verzicht auf parteispezifische Bezeichnungen zu allen anderen Parteien gleichzeitig abzugrenzen (vgl. ebd., 180). Auch weitere Strategien nutzten die Parteien der Weimarer Republik (sowie Parteien der BRD), um ihren eigenen Standpunkt hervorzuheben und den Gegner zu diffamieren.

Eine Strategie ist z. B. die gegnerische(n) Partei(en) mit einem äußeren oder inneren Feind zu assoziieren und somit zu diffamieren. Zwei Faktoren spielen bei dieser Strategie eine Rolle. Zum einen muss historisch gesehen ein „weit verbreiteter Nationalismus als kollektiv anerkannter Wert“ (ebd.) gelten und zum anderen „eine politische Lage, in der sich die eigene Nation glaubhaft als von Feinden bedroht darstellen läßt[!]“ (ebd.), herrschen. Gerade dann, wenn die Nation „in einer Situation allgemeiner Bedrohung [ist,] genügt die unbestimmte Rede von Feinden, die Unbestimmtheit entzieht die Aussage der Nachprüfbarkeit.“ (ebd., 201) Letzteres gilt im Übrigen für alle Strategien, denn letztlich ist das Ziel, die eigene Partei als die zu etablieren, welche „die Interessen der gesamten Nation zu vertreten“ (ebd., 203) scheint. Beansprucht eine Partei dieses Image für sich, „kann jede davon abweichende Politik als erster Schritt zur Untergrabung dieser Interessen und zur Unterwerfung unter äußere Feinde dargestellt werden.“ (ebd.) So kann dann auch eine Partei, welche ideologische und/oder innen- und außenpolitische andere Werte und Inhalte vertritt, genau dafür diffamiert werden, weil diese Werte nach Ansicht der diffamierenden Partei eben nicht im Interesse der gesamten Nation sind. In dieser Manier scheint es dann auch vermeintlich logisch, wenn eine in der Öffentlichkeit diskreditierte Gruppe plötzlich zur Tabugruppe wird. Denn, „je verbreiteter eine Gruppe [...] in der Öffentlichkeit diskreditiert wird, desto stärker wächst der Zwang für alle politischen Kräfte, sich von [dieser Gruppe] zu distanzieren, und desto naheliegender wird es für [die werbende Partei], die Konkurrenz durch bloße Assoziation mit [dieser Gruppe] zu diskriminieren.“ (ebd., 206) Das Zusammenspiel mit einem Feindbild ist hier von besonderer Bedeutung, denn auch wenn nur die diskreditierte Gruppe pauschal und ohne Zusammenhang genannt wird, werden automatisch diejenigen für Vergehen dieser Gruppe verantwortlich gemacht, die zu dieser Zeit weitestgehend für die Politik verantwortlich sind.

Des Weiteren dienen Prospektion (auch insb. in Verbindung mit der Retrospektive), sowie die Fundamentalpolarisierung der Abgrenzung zu anderen Parteien. Dies äußert sich meist durch Phrasen wie „aus Gefahr befreien“, „in Sicherheit bringen“, „bewahren“, „retten“, „Verlust“, etc. (vgl. ebd., 222). „Slogans mit retten oder schützen eignen sich [...] dazu, ein vages Gefühl einer unbestimmten Bedrohung zu evozieren, wobei es der jeweiligen ideologischen Disposition des Hörers überlassen bleibt, wo er die Ursache der Bedrohung lokalisiert.“ (ebd., 223) Dieser Stil unterstützt letztlich die Diffamierung durch Assoziation mit dem inneren/äußeren Feind und geht fließend in die Fundamentalpolarisierung über. Der moralische Kampf „Gut gegen Böse“ ist im Grunde dem politischen Werben inhärent (vgl. ebd., 230). Die werbende Partei stellt sich immer als „das Gute“ dar, während alle anderen Parteien „das Böse“ personifizieren, da sie eine andere Politik betreiben, die allerdings nach Ansicht der werbenden Partei nicht die „richtige Politik“ ist.

Eine Abgrenzung der Parteien findet jedoch nicht nur inhaltlich statt, sondern auch sprachlich. Eine Möglichkeit diese sprachliche Abgrenzung festzustellen, stellt das Aufstellen eines semantischen Werteraums dar. Im Folgenden soll daher das Semiometrie-Modell vorgestellt werden, wie es Beckers et.al. in ihrem Aufsatz „Sprachstrategien der rechten Szene im Netz“ (2013) aufgestellt hat.

Das Semiometrie-Modell

„Das Semiometrie-Modell basiert auf der Annahme, dass die Menschen einer Kulturgemeinschaft durch ein gemeinsames Wertesystem verbunden sind, welches mittels eines semantischen Bedeutungsraums erfasst und anhand mathematisch-statistischer Methoden beschrieben werden kann.“ (Beckers 2013, 88, Herv. im O.)

Durch das Semiometrie-Modell wurde ein Wertesystem der deutschen Kulturgemeinschaft von TNS Infratest entwickelt, welches durch statistische Analysemethoden einen semantischen Werteraum aufspannt. Dieses Wertesystem beinhaltet insg. 14 Wertewelten, welche durch ihre prägenden Merkmale beschrieben werden. Für den deutschen Kulturraum haben sich die Wertewelten familiär, sozial, religiös, materiell, verträumt, lustorientiert, erlebnisorientiert, kulturell, rational, kritisch, dominant, kämpferisch, pflichtbewusst und traditionsverbunden gebildet. (vgl. ebd., 89) Dabei ist jedoch zu beachten, dass viele Ein-/Mehrwortlexeme zu mehreren Welten hinzuzählen können, der Übergang der verschiedenen Wertewelten also fließend ist (vgl. Reissen-Kosch 2013, 101) Hinzukommt, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen verschiedene Wertewelten präferieren und so die Wortwahl nicht nur verschiedene Wirkungen bei den einzelnen Gruppen hervorrufen können, sondern ebenfalls durch die Wahl verschiedene Zielgruppen visiert werden können (vgl. ebd., 97).

Durch diesen Umstand kann auch für die rechtsextreme Szene ein spezifisches Profil entworfen werden, welches die Wertewelten wiedergibt, die in besonderem Maße durch die Wortwahl besetzt werden. Beckers hat die Kodierung von 81 Selbstdarstellungstexten nach diesem Muster untersucht und zeigt, dass vor allem die Wertewelten kämpferisch, dominant, kritisch, traditionsverbunden, pflichtbewusst und sozial eingenommen werden (vgl. ebd., 103 u. Beckers 2013, 90).

Dieses Ergebnis ist wenig überraschend, wenn man die Beschreibung dieser sechs Wertewelten mit der rechtsextremen Ideologie vergleicht. Zentrale Inhalte dieser Ideologie sind der politische Kampf, der die kämpferische Wertewelt besetzt, Machtbestrebungen und Rassegedanken, die zur dominanten Wertewelt gehören, die Kritik an der bestehenden nationalen und internationalen Ordnung, passend zur kritischen Wertewelt, aber auch die Rückbesinnung auf die deutsche Tradition und Kultur, also die traditionsverbundene Wertewelt, die Erfüllung der persönlichen Pflicht gegenüber dem deutschen Volk, wie sie in der pflichtbewussten Wertewelt wahrgenommen wird, und die Gemeinschaft innerhalb des deutschen Volkes – ein Wunsch aus der sozialen Wertewelt.“ (Beckers 2013, 90, Herv. im O.)

Trotz der klaren Werteweltpräferenzen, versuchen (rechte) Texter aber ebenfalls andere Wertewelten zu besetzen, um somit andere Zielgruppen anzusprechen und sie für rechte Werte und Inhalte zu öffnen. Bei solchen vornehmlich den unvereinbaren Wertewelten zugehörenden Lexemen handelt es sich um sog. Trigger, auch wenn diese weit weniger häufig in Kombination mit den präferierten Welten auftreten. (vgl. ebd., 91) Die Kombination jedoch verursacht die Verstärkung der Trigger-Lexeme (vgl. Reissen-Kosch 2013, 106), was ebenfalls auf die Kombination der Wertewelten zutrifft, „die [...] vom Rechtsextremismus propagierte Werte enthalten“ (Beckers 2013, 91), wodurch die Zielgruppe, durch die der Text angesprochen wird, den Inhalten uneingeschränkter zustimmen können soll (vgl. Reissen-Kosch 2013, 106).

Zur Übersicht soll nun noch ein Diagramm folgen, welches Beckers über die prozentuale Häufigkeit der Zuordnung prägnanter Lexeme zu den einzelnen Wertewelten aufgestellt hat (vgl. Beckers 2013, 90).

Keine politische Partei hat durch ihre Rechtsradikalität so viel Aufsehen erregt wie die NSDAP. Bis dahin hatte noch keine Partei so schamlos Propaganda betrieben wie sie. „Der Nationalsozialismus gilt der Forschung gemeinhin als Verkörperung eines neuen Stils der propagandistischen Massenbeeinflussung, der freilich in den 1930er-Jahren nur deshalb solche großen Erfolge feiern konnte, weil er geschickt an Traditionen in der politischen Kultur Deutschlands anzuknüpfen verstand.“ (Lau 2008, 170, vglt. Mosse 1976, 21) Im nächsten Kapitel sollen daher Stilistica des typischen Plakats der Weimarer Republik vorgestellt werden, sowie die inhaltlich abgrenzenden, wie auch sprachlichen Strategien gemäß dem Semiometrie-Modell der NSDAP erörtert werden. Es soll ausschließlich auf die politische Werbung vor ihrer Machtergreifung geschaut werden.

3. Politische Werbung der NSDAP in der Weimarer Republik

Das politische Plakat gewann erst nach dem ersten Weltkrieg an Bedeutung und obwohl das Flugblatt bevorzugt wurde, so galt das Plakat dennoch als das kräftigste Werbemittel im politischen Kommunikationsprozess. Man sagte ihm eine große Einwirkung auf eine breite, unterschiedslose Masse nach. (vgl. Lau 2008, 215) Dabei wurde hauptsächlich auf ein knappes Bildplakat mit wenigen Schlagworten gesetzt (vgl. ebd.), wobei der Text trotzdem eine Rolle spielte (vgl. Ebert 1998, 55).

Plakaten der Weimarer Republik sind einige typische Stilmittel zuzuschreiben, die vorwiegend in der politischen Werbung gerade im Wahlkampf angewendet wurden. Zeittypisch ist die gezielte Anrede sozialer Gruppen und Klassen und die explizite Wahlaufforderung, wie auch das explizite Auseinandersetzen mit dem politischen Gegner (vgl. Ebert 1998, 57). Die Parteien nutzen ein „mahnendes In-Erinnerung-Bringen vergangener Sachverhalte“ (ebd.), um letztlich im Stil der Revolutionsrhetorik strikte Forderungen nach Veränderung zu stellen (vgl. ebd.). Die Auseinandersetzung mit dem Gegner und das In-Erinnerung-Bringen bilden zusammen häufig eine Frage-Antwort-Sequenz, welche ebenfalls typisch für Plakate der Weimarer Republik sind. Die Auseinandersetzung mit dem Gegner findet dabei häufig in Form der Negativdarstellung des Gegners statt (vgl. ebd., 60) Überhaupt tendieren die Plakate zur Zuschaustellung menschlicher Not, was im Grunde genommen Angstgefühle zu wecken versucht (vgl. ebd., 61). Es handelt sich um eine umgekehrte Psychologie: Durch Angsterfüllung wird nur implizit die Identifikation mit der werbenden Partei bewegt, da sie sich als Lösung dieser Angst präsentiert. Die Frage-Antwort-Sequenz bietet ein beliebtes Mittel, um das zu erreichen. Es wird ein Sachverhalt, der nicht explizit genannt sein muss, als Frage in Erinnerung gebracht, welcher dann durch eine passende Antwort nur von der werbenden Partei gelöst werden kann. Meist steckt in dieser Antwort dann auch eine strikte Forderung, welche insbesondere von der NSDAP genutzt wurde (vgl. ebd., 59). „Wie keine andere Partei verstanden die Nationalsozialisten ihre Propaganda in einem rein instrumentalen Sinn, jenseits von moralischen und ästhetischen Kriterien.“ (Schoch 1980, 13) Um einen genaueren Einblick in diese Propaganda zu bekommen, soll nun die Betrachtung von ausgewählten Plakaten der NSDAP unter Berücksichtigung der bisher genannten Merkmale und Strategien folgen.

Inhaltliche Strategien der NSDAP

„Ihren Aufstieg nach 1929 verdankte sie nicht zuletzt dem Geschick, im Rückgriff auf den reichen Fundus ‚antidemokratischen Denkens’ (Kurt Sontheimer) und begünstigt von der Wirtschaftskrise die republikfeindlichen Protesthaltungen in Wählerstimmen für sich umzumünzen. Die sensationellen Wahlerfolge von 1930 bis 1932 dürften wesentlich darauf beruht haben, dass die NSDAP von einer ständig steigenden Zahl von Wählern als radikalste und glaubwürdigste Alternative zum bestehenden ‚System’ angesehen wurde.“ (Lau 2008, 55)

Gegen gerade auf dieses „System“ hatten die Nationalsozialisten es abgesehen. Für sie war mit dem Schlagwort System alles gemeint, was an der neuen Staatsform abgelehnt wurde (vgl. Schottmann 1997, 452). Das gesamte System wurde zum inneren Feind erklärt und für Missstände verantwortlich gemacht. Sie diffamierten die Republik und Ihre Zusammenhänge, wie Demokratie, Parlamentarismus, das Parteiensystem, etc. und riefen zur Revolution auf. Revolution im nationalsozialistischen Sinne ist gleichzusetzen mit „nationaler Erhebung“ (ebd., 405), wodurch ein „starke[r] nationale[r] Staat“ (ebd.) gebildet werden sollte. Getreu der Stilistik der Weimarer Republik wurde die „politische Situation übertrieben schwarz dargestellt“ (Pleyer 1959, 175). Zudem bediente sich die NSDAP der Reduktion, indem sie komplexe Sachverhalte und Probleme auf Binsenweisheiten zurückführte und damit die Lage weiter zuspitze, anstatt sie zu entschärfen (vgl. ebd., 186). Dabei muss jedoch beachtet werden, dass „[d]ie Propaganda der NSDAP behauptete, ohne zu beweisen.“ (ebd.), wie bspw. in Abbildung 2, in dem Kommunisten eindeutig für den Reichstagsbrand im Februar 1933 verantwortlich gemacht werden, obwohl es keine eindeutigen Beweise gab. Generell war es aber auch nicht nötig, Beweise vorzulegen, denn sie inszenierte sich selbst als heroische, herrliche Bewegung, die nicht nur aus dem Volk gewachsen sei, sondern auch ein Kämpfer, der den Volkswillen durchsetzen wolle (vgl. ebd., 185). Sie zentrierte den Alleinanspruch auf die Durchsetzung des Volkswillens auf sich und hatte es damit geschafft, auf Grund dessen alle anderen Parteien diskreditieren zu können, ohne handfeste Beweise vorlegen zu müssen.

[...]

Details

Seiten
30
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668433434
ISBN (Buch)
9783668433441
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v358878
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Germanistik
Note
1,3
Schlagworte
Alternative für Deutschland NSDAP AfD Wahlplakate Wahlplakatanalyse Semiometrie-Modell Politische Werbung Weimarer Republik Werbetechnische Abgrenzung als Strategie Populismus

Autor

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Titel: Parallelen und Unterschiede in der Werbestilistik der NSDAP und AfD